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Lack bis Lackiererschulen (Bd. 6, Sp. 18 bis 21)
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Artikelverweis Lack (Gummilack, Lackharz, Resina laccae), ein Harz, das in mehr oder minder starken Krusten von den Zweigen indischer Bäume gesammelt wird. Als solche Bäume werden genannt: Croton lacciferus, Schleichera trijuga (eine Sapindazee), Ficus indica, F. religiosa und andre Ficus- und Urostigma-Arten, Anona squamosa, Zizyphus jujuba, Butea frondosa. Die Bildung des Lackes wird durch eine Schildlaus Coccus (Carteria) lacca veranlaßt, doch ist noch nicht sicher festgestellt, ob der L. lediglich der infolge des Ansaugens der Schildlaus ausfließende Baumsaft oder ein Ausscheidungsprodukt des Insektes ist. Die Weibchen sammeln sich an den Zweigenden so massenhaft, daß die Bäume rot bestäubt erscheinen, dann werden die Weibchen befruchtet, sie stechen die Zweige an, und nun quillt die Harzmasse hervor, umhüllt die Tierchen und fließt auch auf ältere Zweige herab, auf denen sie Krusten bildet. Innerhalb der Harzmasse entwickeln sich die Jungen, die schließlich die Umhüllung durchbohren und ausschlüpfen. Wahrscheinlich sind nur die wachs- und glutenartigen Substanzen, die der L. enthält, tierisches Ausscheidungsprodukt. Der L. wird samt den Zweigen von den Bäumen abgebrochen (Stock-, Holz-, Stangenlack), oder die Harzkrusten werden von den Zweigen abgelöst (Körnerlack). Der undurchbohrte L. enthält noch die jungen Schildläuse und mit ihnen viel roten Farbstoff, der früher höher geschätzt wurde als jetzt. Man sammelt gegenwärtig den L. meist nach dem Ausschlüpfen der Tiere und steigert dadurch die Produktion. Die Gangesländer, Siam und Anam liefern den meisten L., Hauptausfuhrhafen ist Kalkutta. Auch Sumatra liefert L. Die Handelsware bildet Schichten von 38 mm. aber auch viel stärkere Stücke; sie ist bräunlich bis tief braunrot, geruch- und geschmacklos, eher

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zähe als spröde und besteht neben Verunreinigungen aus Wachs, Farbstoff (Laccainsäure C16H12O8) und Harz. Letzteres besteht aus Resinotannolester der Aleuritinsäure C12H25O2. CO2H, freien Fettsäuren und geringen Mengen andrer Substanzen. Man benutzt L., besonders noch in Indien, zur Gewinnung des Farbstoffes (s. Meyers Lackdye) und zur Darstellung von Schellack.
 
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Lack, Pflanzengattung, s. Meyers Cheiranthus.
 
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Lack, ostind. Rechnungswert, soviel wie Meyers Lak (s. d.).
 
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Lack (Altlack und Bischoflack), s. Meyers Bischoflack.
 
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Lackarbeiten, orientalische, in China, Japan, Persien und andern Ländern Asiens gefertigte Gegenstände jeglicher Art, die teils dem Luxus (Wandschränkchen, Etagèren, Schmuck-, Taschentuch-, Handschuh- und Fächerkasten, Dosen, Schalen), teils dem Hausgebrauch (Tische, größere Schränke, Waschfässer, Tablette, Brotkörbe, Teller, Suppenschalen, Flaschen- und Gläseruntersätze) dienen und bei ihrer erstaunlichen Billigkeit, die sich durch die geringen in China und Japan gezahlten Arbeitslöhne erklärt, in Europa seit ihrer Einführung durch die Wiener Weltausstellung von 1873 reichen Absatz finden. Diese auf die Massenausfuhr gearbeiteten Gegenstände werden mit geringerer Sorgfalt ausgeführt als die größern Prachtstücke, die für den heimischen Gebrauch oder für Ausstellungen angefertigt werden. Alte japanische L., d. h. solche, die mindestens in das 18. Jahrh. zurückreichen, werden mit hohen Preisen bezahlt. über das Alter der orientalischen Lackindustrie läßt sich ebensowenig etwas Sicheres feststellen wie über das Alter der übrigen Industriezweige Ostasiens. Aus dem konservativen Charakter der ostasiatischen Völkerschaften darf man jedoch schließen, daß ihre Industrien bis tief in das Altertum, zum Teil noch bis über den Beginn der christlichen Zeitrechnung hinausreichen. Aus der Zeit vom 12. bis zum 15. Jahrh. sind bereits Namen berühmter Lackkünstler überliefert, und um 1700 hatte die Lackkunst, besonders durch den Maler Ogata Korin, ihren Höhepunkt erreicht. Japanische Lackwaren gelangten im 16. und zu Anfang des 17. Jahrh. durch Portugiesen und Spanier über Macao und Manila nach Europa, von 1640 ab aber nur durch Holländer, die auch die ersten Versuche machten, sie nachzuahmen. Eine ganze Sammlung japanischer L. besaß im 18. Jahrh. die Königin Marie Antoinette von Frankreich (im Louvre).
   Zur Herstellung der japanischen und chinesischen L. wird das zu lackierende Holz mit einem eisernen Schaber sorgfältig glatt geputzt und dann poliert. Etwaige Risse werden mit Werg, Pflanzenpapier oder Kitt ausgefüllt. Nach der Glättung überzieht man die Fläche mit Hanfleinwand oder Bastpapier und dann mit einer Grundmasse, die aus Wasser, Kleister, Rohlack und Ziegelmehl oder Ocker besteht. Dieser Grund muß einen Tag trocknen und zeigt dann eine körnige Oberfläche, die mit einem Stein poliert und dann mit einem ähnlichen feinern Gemisch überdeckt wird. Nach dem Trocknen findet das Abschleifen der noch vorhandenen Unebenheiten statt, dann folgen noch mehrere Anstriche, zuletzt mit schwarzem Lack, und endlich sorgfältige Abschleifung mit Magnolienholzkohle und Wasser. Darauf beginnen die Schlußarbeiten mit glänzenden Lackanstrichen und mancherlei sonstigen Verzierungen. Der Lack wird durch Einschnitte in die Rinde des Firnissumach (Rhus vernix oder vernisicera, chinesisch: Tsi, japanisch: Urusinoki) gewonnen. Er bildet eine grauweiße, dickflüssige Emulsion, die an der Luft bald tiefbraun oder schwarz wird. Zur Reinigung preßt man den Lack durch Tücher, entfernt an der Sonne oder durch künstliche Wärme sein Wasser und setzt ihm verschiedene Farben zu. Durch Beimengung von Kampfer wird er dünnflüssig. Die erste Lackschicht wird mit einem seinen Pinsel sehr dünn aufgetragen und muß langsam trocknen, damit sie nicht Risse bekommt. Der Arbeitsraum wird deshalb mit Wasser besprengt, wodurch zugleich die Atmosphäre von Staub befreit wird. Arbeiten, auf die man ganz besondere Sorgfalt verwenden will, sollen in feuchten Gruben und auf Kähnen gemacht werden. Nachdem die erste Lackschicht trocken geworden, wird sie mit Wasser angefeuchtet und dann mit Holzkohle, Schachtelhalm, auch wohl mit Tonerde poliert. Das Auftragen der Lackschicht wird nun unter denselben Prozeduren so oft wiederholt, wie es der Wert der Arbeit bedingt. Die geringste Zahl der Lackschichten beträgt 3, die höchste 18. Das Trocknen der Lackschichten wird in Gestellen mit zahlreichen Fächern bewirkt. Man legt die Holzplatte in das unterste Fach und läßt sie dann langsam von unten nach oben wandern, wodurch der rasche Temperaturwechsel vermieden wird. Hat der Lackierer seine Arbeit vollendet, so beginnt die des Künstlers, der nach Vorlagen arbeitet und sie dann durchpaust, oder aus freier Hand mit dem senkrecht gehaltenen Pinsel oder Stift die Farben aufträgt, oder die Linien der Zeichnung eingraviert. In diesen Malereien auf dem Lackgrund, die vorzugsweise in Gold, aber auch in Gelb, Grün, Rot und Blau ausgeführt werden, entfalten die japanischen Künstler eine reiche Phantasie. Sie beschränken sich zwar vorzugsweise auf die Darstellung von Vögeln und Pflanzen in Landschaften, bekunden darin aber ein äußerst sorgsames Naturstudium und ein sein ausgebildetes Gefühl für Harmonie und Farbenverbindungen. Sie sind in den Details Naturalisten, ohne sich jedoch zu einer der Wirklichkeit entsprechenden Wiedergabe der gesamten Natur emporschwingen zu können. Vgl. Japanische Kunst. Die Kunsttechnik vererbt sich in Japan wie in China durch mündliche Überlieferung vom Vater auf den Sohn.
   Die Zeichnung wird zunächst mit Zinnober oder Lack angelegt, und ihre Umrisse werden dann mit einem Stahlstift scharf umzogen. Damit werden auch alle Details und innern Linien in den Lack eingeritzt. Zur Vergoldung wird die noch feuchte Grundierung mit pulverisiertem Gold eingestäubt. Nach dem Trocknen wird das überflüssige Gold mit einer weichen Bürste weggekehrt und das Ganze dann noch einmal mit einem dünnen, völlig durchsichtigen Lack überzogen. Bei den neuern Arbeiten ist ein mehr oder minder starkes Relief der Vögel, Pflanzen, Berge etc. sehr beliebt. Es wird mittels eines Kittes erzielt, der fest auf seiner Unterlage haftet, und aus dem die Formen durch Gravierung entstehen. Dann folgt Anstrich mit Transparentlack, Verzierung durch Gold- oder Silberpulver und zuletzt die Politur. Das Gold wird oft mit grünlichem Lack überzogen, oder man benutzt eine grünliche Goldsilberlegierung. Später führten die Japaner auch Elfenbein, rote Koralle, Schildpatt, Malachit und Perlmutter, deren grünlich oder rötlich schillernder Glanz mit Gold und Lack zu einer vollendeten Harmonie verbunden wird, in ihr dekoratives System ein. Vögel, Insekten, Pflanzen, namentlich Blumenkelche, werden aus diesen Stoffen geschnitten und in den Lack eingelegt. Bei der billigern Ausfuhrware wird die Perlmutter gelb, rot, grün, blau und violett, je nach dem Bedürfnis, gefärbt. Neben den gemalten kommen auch geschnittene L.

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vor, bei denen die Ornamente in den Lack, der bis zu sechs Schichten übereinander aufgetragen wird, eingeschnitten werden. Endlich gibt es auch in Japan schwarze, braune, rote, grüne und grün-rot-gelb marmorierte L., welch letztere vermutlich nur Nachahmungen der indischen oder persischen L. sind. Die nach Europa eingeführten Gegenstände bestehen durchweg aus Holz. In China und Japan wird der Lack, namentlich bei leichten Arbeiten, auf Geflechte von Bambusrohr, auf Papier (Tapeten), auf Elfenbein, Schildpatt und Tonwaren aufgetragen. Bei Vasen von Porzellan wird nach Art der Emailarbeiten zunächst ein Zellennetz von Metall aufgesetzt, in dessen Vertiefungen der Lack eingetragen wird. Im Lande wird der Lack auch zur Sicherung des Holzes gegen Nässe und Wurmfraß in der Architektur gebraucht. So werden die Säulen, Pfeiler, Querbalken und die Rahmen der aus Papier bestehenden Wände mit einem dichten Lacküberzug versehen, der auch wohl mit Gold dekoriert wird. Bei den Tragbäumen der außer Gebrauch gekommenen Sänften war eine reiche Dekoration des Lackanstrichs etwas Gewöhnliches. Auch das Holz von Brücken wird bisweilen mit Lack überzogen. S. Tafel Meyers »Chinesische Kultur II«, Fig. 17, bei Artikel »China«, und Tafel Meyers »Japanische Kultur und Kunst II«, Fig. 14 u. 18, Tafel III, Fig. 4, 8 u. 9.
   Die indischen und persischen L. unterscheiden sich von den ostasiatischen vor allem dadurch, daß das Material ein Harz ist, das Ornament zunächst vollständig aufgetragen und dann erst durch einen Lacküberzug geschützt wird. Dieser Lack (Gummilack) muß sehr hell und durchsichtig sein. Die Ornamentik schließt sich sowohl in Indien als in Persien an streng vegetabilische Elemente an. Nur in Persien werden in diese stilisierten Pflanzenmuster Medaillons mit ebenfalls stilisierten oder doch typisch behandelten, nicht der Natur nachgebildeten menschlichen Figuren eingefügt. Bisweilen wird das Pflanzenornament noch durch Vögel belebt. Die Färbung ist im Gegensatz zu China und Japan außerordentlich reich. Sie ist augenscheinlich durch die Schalfabrikation in Kaschmir beeinflußt. Wenigstens sind die Muster sowohl als das Farbensystem eng verwandt. Grün, Rot, Gelb und Blau sind die Lieblingsfarben, besonders das erste, das mit Gold zu einer höchst wirksamen Verbindung gebracht wird. Für den Grund wird dann auch ein tiefes Blau verwendet. Im fernern Gegensatz zu Japanern und Chinesen überziehen die Inder und Perser die ganzen Flächen, z. B. Deckel, Vorder-, Rücken- und Seitenflächen eines Kästchens, mit einem dichten ornamentalen Gewebe, das systematisch durch Borten eingefaßt ist, in denen sich das einmal verwendete Motiv rhythmisch wiederholt. Bisweilen werden in Indien die Muster auch aus mehreren aufgetragenen Lackschichten herausradiert. Die Stoffe dieser L. sind starkes Papier, Papiermaché und leichtes Holz. Es sind meist Schalen, Büchsen, Flaschen, Fächerbehälter, Teller und Buchdeckel. In Indien selbst, wo die besten L. in Kaschmir gemacht werden, lackiert man auch Stühle, Tische und Bettgestelle. Es gibt auch lackierte Spielkarten, die mit Figuren bemalt sind. Die indischen und persischen Lackwaren halten an Güte des Materials mit den japanischen den Vergleich aus. Vgl. Semper, Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten, Bd. 1 (2. Aufl., Stuttg. 1876); Bucher, Geschichte der technischen Künste, Bd. 1 (das. 1878); Rein, Japan, Bd. 2, S. 400 ff. (Leipz. 1886); Gonse, L'art japonais (Par. 1883); Hart, Notes on the history of lacquer (in den Transactions of the Japan Society, Lond. 1893).
 
Artikelverweis 
Lackdye (engl. Lac-dye, spr. läck-dai, von to dye, »färben«, Färbelack), roter Farbstoff, der in Ostindien aus Lack bereitet wird, indem man diesen pulvert, mit schwacher Alkalilauge auszieht, die Flüssigkeit verdampft und den Rückstand mit Ton, Kreide, Gips mischt und in quadratische Stücke formt. Man zieht auch den Lack mit Sodalösung aus und fällt die Flüssigkeit mit Alaun. Dieses Präparat kommt als Lack-lack in den Handel. Der Farbstoff steht dem der Kochenille sehr nahe und besteht aus Laccaïnsäure C16H12O8. Man benutzt beide Präparate hauptsächlich zum Färben von Scharlachrot und Karmesinrot auf Baumwolle und Seide. Sie liefern echte und feurige Nuancen, sind aber durch künstliche Farbstoffe stark zurückgedrängt worden. Eine Lösung von L. in einer Mischung von Salzsäure und Zinnchlorür bildet den Lac-spirit.
 
Artikelverweis 
Lackfarben (Lacke, Farbenlacke), chemische Verbindung oder Gemische von Farbstoffen mit basischen Oxyden, besonders mit Tonerdehydrat, Zinnhydroxyd, namentlich aber mit Stärke, die besonders für die Darstellung von L. aus Teerfarben wichtig ist, weil die letztern an mineralischen Stoffen schlecht haften. Eine innige Verbindung des Farbstoffes mit Tonerdehydrat oder Zinnhydroxyd wird erhalten, wenn man Farbstoffauflösungen mit den Salzen der genannten Oxyde versetzt und den Lack durch Ammoniak oder Soda fällt. Sind die Salze im Überschuß vorhanden, so wird bei einem hinreichenden Zusatz des Fällungsmittels mehr Oxyd gefällt, als dem Farbstoff entspricht, und man erhält Mischungen der eigentlichen Lackfarbe mit den Oxyden, verdünnte L. Enthält die Farbstofflösung schwefelsaure Magnesia und erhitzt man sie mit überschüssigem kohlensaurem Ammoniak zum Sieden, so erhält man äußerst lockern Magnesialack. Sehr schöne L. gibt Tonerdenatron, aus dem das Tonerdehydrat mit dem Farbstoff durch Säuren gefällt wird. Man benutzt L. als Wasser- und Ölfarbe, in der Buntpapier- und Tapetenfabrikation; sie besitzen eine gewisse Durchsichtigkeit (lasieren) und müssen gewöhnlich dünn aufgetragen werden, weil in stärkerer Schicht ihre sonst feurige eigentümliche Farbe häufig verschwindet und bisweilen metallisch grüne oder bronzeartige Reflexe (Bronzelacke) auftreten. Aus ein und demselben Farbstoff kann man je nach der Wahl des farbstoffaufnehmenden Körpers verschiedene L. darstellen. Vgl. Resinatfarben und Bersch, Fabrikation der Mineral- und Lackfarben (2. Aufl., Wien 1893); Jennison, Herstellung von Farblacken aus künstlichen Farbstoffen (deutsch, Dresden 1901).
 
Artikelverweis 
Lackfirnis, s. Meyers Firnis.
 
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Lackharz, soviel wie Gummilack, s. Meyers Lack.
 
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Lackieren, Gegenstände aus Holz, Leder, Metall etc. mit einem glatten, glänzenden oder matten, durchsichtigen oder undurchsichtigen Lackanstrich versehen. Die natürlichen oder mit Ölfarbe gestrichenen (grundierten) Oberflächen von Holz und Metall werden zum Schutz oder zur Verschönerung mit durchsichtigem Lack überzogen. Mit Ölfarbe gestrichenes Holz erhält dabei in der Regel nur einen Lackanstrich. Metall wird durch wiederholtes abwechselndes Auftragen der mit fettem Kopal- oder Bernsteinlack angemachten Farbe und des reinen Firnisses lackiert. Nach jedesmaligem Anstrich trocknet man die Gegenstände in Trockenräumen bei 5075° und gibt ihnen zuletzt durch Schleifen mit Bimsstein, Polieren mit Tripel

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und Abputzen mit Puder den höchsten Glanz. Viel komplizierter ist das L. mit undurchsichtigen Lacken. Holz wird mit Bimsstein geschliffen, mit heißem Leinölfirnis, dem etwas Bleiweiß oder Umbra zugesetzt wurde, getränkt, zwei- bis viermal mit einer Grundfarbe aus Bernsteinfirnis, Bleiweiß, Mennige und Umbra überzogen, nach völligem Trocknen des letzten Überzugs geschliffen, dann wiederholt mit der in Bernstein- oder Kopalfirnis angemachten Farbe gestrichen, abermals geschliffen, zwei- bis dreimal mit Kopalfirnis überzogen, nochmals geschliffen, mit Tripel poliert und mit Puder abgeputzt. In die Lackierung werden manchmal Verzierungen aus dünner Perlmutter oder Metallblech eingedrückt und schließlich mit klarem Kopalfirnis überzogen (eingelegte Arbeit, Nacré chinois mit den Schalen von Nautilus oder Haliotis). Über orientalische Lackarbeiten vgl. oben, S. 19; über das L. des Leders s. Meyers Leder. Vgl. Creuzburg-Tormin, Lehrbuch der Lackierkunst (11. Aufl., Leipz. 1903); Andés, Handbuch für Anstreicher und Laikierer (3. Aufl., Wien 1905).
 
Artikelverweis 
Lackiererschulen, s. Meyers Malerschulen.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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