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Lachèzsche Kurve bis Lachs (Bd. 6, Sp. 15 bis 17)
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Artikelverweis Lachèzsche Kurve, Kurve, die der Franzose Lachèz (spr. laschä) für die ansteigenden Sitzreihen der Hörsäle etc. derart angegeben hat, daß die in der folgenden Reihe Sitzenden über die Scheitel der in der vorhergehenden Reihe Sitzenden hinweg den Vortragenden sehen können. Mit der wachsenden Entfernung entsteht dabei eine immer stärkere Überhöhung der Sitzreihen, woraus sich Schwierigkeiten für die Treppenanlagen ergeben. Vgl. Lachèz, Acoustique et optique des salles de réunions (Par. 1879).
 
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Lachgas (Lustgas), soviel wie Stickstoffoxydul.
 
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Lachine (spr. laschīn), Stadt in der Grafschaft Jacques Cartier der kanad. Provinz Quebec, 13 km südwestlich von Montreal, links am St. Lorenzstrom, der hier starke Stromschnellen (Sault Saint Louis u. a.) bildet, die in dem 14 km langen und 4,8 m tiefen

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Kanal von L. umgangen werden, mit (1901) 5561 Einwohnern.
 
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Lachkrampf, s. Meyers Lachen.
 
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Lachlan, Fluß, s. Meyers Murrumbidschi.
 
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Lachmann, Karl, berühmter Philolog, geb. 4. März 1793 in Braunschweig, gest. 13. März 1851 in Berlin, wurde auf dem Catharineum seiner Vaterstadt vorgebildet, widmete sich seit 1809 in Leipzig klassischen, dann in Göttingen unter Benecke auch germanistischen Studien, habilitierte sich 1815 in Göttingen, trat aber bald darauf als freiwilliger Jäger ein, wurde 1816 Kollaborator am Friedrichswerderschen Gymnasium in Berlin und Privatdozent an der dortigen Universität, übernahm noch im Sommer d. J. die Stelle eines Oberlehrers am Friedrichs-Gymnasium in Königsberg und 1818 eine außerordentliche Professur an der Universität daselbst, wurde 1825 außerordentlicher, 1827 ordentlicher Professor in Berlin und 1830 Mitglied der Akademie der Wissenschaften. L. ist der Begründer der modernen philologischen Textkritik, indem er sie von subjektivem Belieben auf feste Normen zurückführte, nicht bloß auf dem Gebiete der klassischen, sondern auch der altdeutschen Literatur. In ersterer Beziehung sind vor allem hervorzuheben seine »Betrachtungen über Homers Ilias« (Abhandlungen der Berliner Akademie 1837, 1841 u. 1843; gesammelt mit Zusätzen von Haupt, Berl. 1847; 3. Aufl. 1874), in denen die Ilias in einzelne Lieder zerlegt wird, und seine bahnbrechende Ausgabe des Lucretius (das. 1850; 1. Bd.: Text, 4. Aufl. 1871; 2. Bd.: Kommentar, 4. Aufl. 1882), sodann die Ausgaben des Properz (Leipz. 1816; neue Ausg., Berl. 1829), Tibull (das. 1829), Catull (das. 1829, 3. Aufl. 1874), des Neuen Testaments (kleinere Ausg., das. 1831; 3. Aufl. 1846; größere mit Buttmann, das. 184250, 2 Bde.), des Genesios (Bonn 1834), Terentianus Maurus (Berl. 1836), Gajus (Bonn 1841 u. Berl. 1842), Babrios (das. 1845), Avianus (das. 1845), der römischen Feldmesser (mit Blume, Th. Mommsen, Rudorff, das. 184852, 2 Bde.), des Lucilius (aus seinem Nachlaß hrsg. von Vahlen, das. 1876) und die Abhandlungen: »Observationes criticae« (Götting. 1815), »De choricis systematis tragicorum graecorum« (Berl. 1819), »De mensura tragoediarum« (das. 1822) u. a.; auch gab er die »Philologischen Abhandlungen« seines Freundes Klenze heraus (das. 1839). Von seinen germanistischen Schriften nennen wir an erster Stelle seine bahnbrechenden Arbeiten über das Nibelungenlied, deren Ergebnisse freilich durch die neuere Forschung erhebliche Einschränkungen erfahren haben (s. Meyers Nibelungenlied): die Abhandlung »Über die ursprüngliche Gestalt des Gedichts;Der Nibelunge Not'« (Götting. 1816) sowie die Ausgabe von »Der Nibelunge Not und die Klage« (Berl. 1826, 5. Ausg. 1878; 11. Abdruck des Textes, 1892; Anmerkungen und Lesarten dazu, 1837) neben der auch die zum Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst veranstaltete Prachtausgabe: »Zwanzig alte Lieder von den Nibelungen« (das. 1840), die nur die von L. für echt erklärten Lieder enthält, zu erwähnen ist. Außerdem gab er heraus: »Auswahl aus den hochdeutschen Dichtern des 13. Jahrhunderts« (Berl. 1820), »Specimina linguae francicae« (das. 1825), Walther von der Vogelweide (das. 1827; 6. Aufl. von Müllenhoff, 1891), Hartmanns »Iwein« (mit Benecke, das. 1827; 4. Aufl. 1877), Wolfram von Eschenbach (das. 1833, 5. Aufl. 1891), Hartmanns »Gregor« (das. 1838); Ulrich von Lichtenstein (mit Th. v. Karajan, das. 1841) und veröffentlichte Abhandlungen: »Über die Leiche der deutschen Dichter des 12. und 13. Jahrhunderts« (1829), »Über althochdeutsche Betonung und Verskunst« (1831), wodurch er der eigentliche Begründer der deutschen Metrik wurde; »Über das Hildebrandslied« (1833), »Über Singen und Sagen« (1833), »Über den Eingang des Parzival« (1835) u. a. Auch verdanken wir ihm eine Übersetzung von Shakespeares Sonetten (Berl. 1820) und »Macbeth« (das. 1829) sowie eine kritische Ausgabe der »Sämtlichen Schriften« Meyers Lessings (s. d.). Ein. von L. unvollendet hinterlassene Ausgabe älterer Minnesinger brachte Moritz Haupt zum Abschluß (»Des Minnesangs Frühling«, Leipz. 1857; 4. Aufl. von Fr. Vogt, 1888). Seine »Kleinern Schriften« wurden von Müllenhoff und Vahlen (Berl. 1876, 2 Bde.) herausgegeben. Seine Briefe an Moritz Haupt hat Vahlen veröffentlicht (Berl. 1891), andre Briefe K. Weinhold in den »Mitteilungen über K. L.« (Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften, Berl. 1894). Vgl. M. Hertz, Karl L. (Berl. 1851); J. Grimm, Rede auf L. (das. 1851, abgedruckt in den »Kleinen Schriften«, Bd. 1); Fr. Leo, Rede zur Säkularfeier K. Lachmanns (Götting. 1893).
 
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Lachmiden, arab. Fürstengeschlecht, das ungefähr 400600 n. Chr. unter persischer Oberhoheit über Hira (etwas südlich von dem spätern Kufa am Rande der Wüste) und über Bahrein herrschte. Die L. waren wohl südarabischer Herkunft. Die Geschichte ihres Aufkommens ist dunkel, ziemlich unsicher ist im einzelnen auch die Geschichte ihrer Herrschaft. Ihre Phylarchie oder Markgrafenschaft bildete das Bollwerk des Sasanidenreiches in seinen endlosen Kämpfen mit Byzanz, wie die Phylarchie ihrer Gegner, der Meyers Ghassaniden (s. d.), das des oströmischen Reiches bildete. Sie waren fast bis zuletzt Heiden, während ihre hirensischen Untertanen der Mehrzahl nach nestorianische Christen (»Ibaditen« genannt) waeen. Die bekanntesten unter ihnen waren Mundhir III. (gest. 554) und sein Enkel No'mân III. (gest. ca. 602). Vgl. Rothstein, Die Dynastie der L. in al-Hîra (Berl. 1899).
 
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Lachmöwe, s. Meyers Möwe.
 
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Lachmuskel (Musculus risorius Santorini), kleiner flacher Muskel, ein Teil des breiten Halsmuskels (Platysma myoides), verläuft von der untern Wangengegend quer zum Mundwinkel und ist beim Lachen in Tätigkeit.
 
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Lachner, Musikerfamilie, sechs Kinder eines Organisten zu Rain in Oberbayern, von denen der älteste Sohn, Theodor (17981877), Organist und zuletzt Rezitator an der Hofoper in München war, und zwei Töchter, Thekla und Christiane, ebenfalls als Organistinnen (in Augsburg und Rain) wirkten. Bekannter wurden die folgenden: 1) Franz, Komponist, geb. 2. April 1803 in Rain, gest. 20. Jan. 1890 in München, besuchte das Gymnasium in Neuburg an der Donau, machte (182021) als Musiklehrer in München Kompositionsstudien unter Eck, die er dann in Wien im Umgange mit Franz Schubert, Abt Stadler und Sechter fortsetzte. 1824 wurde er Organist an der evangelischen Kirche in Wien, 1826 Kapellmeister am Kärntnertor-Theater, wurde 1834 als Hofkapellmeister nach Mannheim berufen und erhielt schon auf der Reise dorthin das Engagement als Hofkapellmeister in München, das er 1836 antrat. Er wirkte nun in ausgezeichneter Weise als Dirigent der Hofoper, der Hofsängerkapelle und der Akademiekonzerte, seit 1852 mit dem Titel eines Generalmusikdirektors, bis der Beginn der Wagner-Ära ihn 1865 veranlaßte, seine Pensionierung zu erbitten, die ihm 1868

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gewährt wurde. 1872 ernannte ihn die Universität München zum Ehrendoktor der Philosophie. L. ist ohne Zweifel einer der angesehensten Vokal- und Instrumentalkomponisten der neuern Zeit, besonders ein Meister des Kontrapunkts. Der glücklichen Idee, die nach Bach in Vergessenheit geratene Form der Orchestersuite wieder zu beleben, dankte er mit seinen sieben Suiten für großes Orchester noch in vorgerücktem Alter die glänzendsten Komponistenerfolge. Von seinen übrigen größern Kompositionen sind zu nennen: das Requiem Op. 146, zwei Stabat mater, Op. 154 und 168, eine solenne Messe, die Oratorien »Moses« und »Die vier Menschenalter«, acht Symphonien (»Symphonia appassinata«, Op. 52; 1835 von der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde preisgekrönt), fünf Streichquartette und zahlreiche andre Kammermusikwerke sowie die Opern: »Alidia«, »Die Bürgschaft«, »Katharina Cornaro« und »Benvenuto Cellini« (1849), Männerchöre mit Orchester (»Sturmesmythe«) u. a. Vgl. Kronseder, Franz L. (Leipz. 1903).
   2) Ignaz, Komponist, geb. 11. Sept. 1807 in Rain, gest. 24. Febr. 1895 in Hannover, wirkte zuerst als Violinist im Orchester des Isartortheaters in München, von wo ihn sein Bruder nach Wien zog, wurde 1826 dessen Nachfolger als Organist und daneben zweiter Kapellmeister am Kärntnertortheater, 1831 Hofmusikdirektor in Stuttgart, 1836 zweiter Kapellmeister in München, 1853 Kapellmeister am Stadttheater in Hamburg, 1858 Hofkapellmeister in Stockholm und 1861 Kapellmeister am Stadttheater in Frankfurt a. M. 1875 trat er in Ruhestand. Von seinen zahlreichen Kompositionen (Opern, Sonaten, Streichquartette, Lieder etc.) sind drei Klaviertrios mit Violine und Viola hervorzuheben.
   3) Vinzenz, geb. 19. Juli 1811 in Rain, gest. 22. Jan. 1893 in Karlsruhe, wurde 1831 der Nachfolger seines Bruders Ignaz in Wien und 1836 in Mannheim, wo er bis zu seiner Pensionierung 1873 als Hofkapellmeister blieb. 188491 war er Kompositionslehrer am Konservatorium in Karlsruhe. Von seinen Kompositionen wurden eine Festouvertüre und ein Klavierquartett mit Preisen gekrönt. Außerdem schrieb er Symphonien, Ouvertüren (»Turandot«, »Demetrius«), ein Streichquintett, Klavierstücke sowie ein- und mehrstimmige Gesänge, darunter beliebte komische Männerchöre.
 
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Lachs (Salm, Salmo Art.), Gattung aus der Familie der Lachse (Salmonidae), Fische mit gestrecktem, rundlichem Leib, verhältnismäßig kleinem Kopf, bis unter das Auge gespaltenem Maul, kegelförmigen Zähnen an Kiefern, Pflugscharbein, Gaumenbein und Zunge, kurzer Afterflosse und kleinen Schuppen. Die Jungen sind im ersten Jahr mit 812 dunkeln Querbinden gezeichnet, im zweiten Jahr erhalten sie die Färbung der Erwachsenen, und viele Arten wandern nun nach dem Meer; bei alten Männchen biegt sich der Unterkiefer hakig nach oben. Färbung, Zeichnung, selbst Gestalt ändern sich je nach Geschlecht, Alter, Jahreszeit, Aufenthalt und Nahrung, auch treten sterile Formen und Blendlinge auf, die wahrscheinlich unter sich oder mit einer der Stammarten fruchtbar sind. Der Lachs (S. salar L., s. Tafel Meyers »Künstliche Fischzucht I«, Fig. 9), bis 1,5 m, selten 2 m lang und 40, selbst 45 kg schwer, meist aber viel kleiner, mit schmächtiger, lang vorgezogener Schnauze, zahnloser, kurzer Pflugscharbeinplatte und einreihig gestellten, frühzeitig ausfallenden Zähnen auf dem Pflugscharbeinstiel, auf dem Rücken graublau, an den Seiten silberglänzend mit wenigen schwarzen Flecken oder ungefleckt; die Unterseite ist silberweiß, Rücken-, Fett- und Schwanzflosse erscheinen dunkelgrau, die übrigen Flossen blässer. Er bewohnt die Meere und Flüsse der nördlichen gemäßigten und kalten Zone in Europa, Asien und Amerika, kommt in Europa nicht unterhalb 43° nördl. Br. vor und fehlt auch in den dem Schwarzen und dem Mittelländischen Meer zufließenden Strömen. Er lebt gern gesellig, schwimmt sehr gewandt, springt vortrefflich und mästet sich im Meer, wo er sich niemals sehr weit von seinem Geburtsfluß entfernt, von allerlei Fischen außerordentlich. Im März, April oder Mai erscheint er an den Mündungen der Flüsse (derselbe Fisch sucht stets wieder denselben Fluß auf), hält sich hier einige Zeit auf und schwimmt dann in geordnetem Zug stromaufwärts. Dabei werden Stromschnellen, Wasserfälle, Wehre mit großer Kraft, Gewandtheit und Ausdauer übersprungen. Die Lachse schnellen sich im Bogen von 6 m etwa 2 bis 3 m empor und gelangen so, wenn auch erst nach Monaten, in den obern Lauf der Ströme und in die Nebenflüsse. Um den Fischen das Überwinden natürlicher Hindernisse in den Strömen zu ermöglichen, baut man sogen. Lachsleitern (s. Meyers Fischzucht, S. 630). Wahrscheinlich ist der längere Aufenthalt im Süßwasser erforderlich, um die Lachse zum Fortpflanzungsgeschäft fähig zu machen. Der stromauf steigende Fisch ist sehr fett (Weißlachs), hat rotes Fleisch, färbt sich zur Laichzeit dunkler, und das Männchen erhält rote Flecke an den Seiten und Kiemendeckeln; besonders alte Milchner legen ein prachtvolles Farbenkleid an (Kupferlachs). Gleichzeitig entwickelt sich an der Unterkieferspitze ein knorpeliger harter Haken (Hakenlachs). Alle diese Veränderungen verschwinden wieder nach dem Laichen. Zur Aufnahme des Laichs höhlt das Weibchen mit dem Schwanz eine seichte Grube aus, in der das Männchen die in mehreren Tagen gelegten Eier befruchtet, die sodann durch Schwanzbewegungen wieder bedeckt werden. Nach dem Laichgeschäft kehren die Lachse abgemagert, da sie im Süßwasser kaum fressen, und mit blassem Fleisch (Graulachs) ins Meer zurück; auf dieser Talwanderung gehen sehr viele Lachse zugrunde. Die Jungen schlüpfen nach vier Monaten aus und sind ca. 1 cm lang; sie werden im ersten Sommer 10 bis 15, in 16 Monaten aber ca. 40 cm lang (Sälmlinge) und wandern dann langsam ins Meer, wo sie in kurzer Zeit außerordentlich an Gewicht zunehmen. Gezeichnete Lachse waren nach nur achtwöchigem Aufenthalt im Meere bis 7 kg schwerer geworden. Im zweiten und dritten Lebensjahr steigen sie in die Flüsse auf. Der Lachsfang hat durch unvernünftigen Betrieb stark abgenommen, und erst in neuester Zeit zeigen sich als Folge neuerer Gesetzgebung und der künstlichen Fischzucht hier und da erfreuliche Resultate. In Australien wurde der L. mit bestem Erfolg eingebürgert. In Sibirien, Rußland, Skandinavien ist der L. für die Volksernährung von hoher Bedeutung; bei uns gilt er mehr als Delikatesse (Rheinlachs) und kommt frisch, geräuchert und mariniert in den Handel. Der Ostseelachs ist weniger geachtet als der aus der Nordsee und dem Ozean, am höchsten geschätzt ist der Wintersalm des Rheins, der eine Laichperiode, ohne zu laichen, vorübergehen läßt. Aus Amerika wird viel L. im gefrornen Zustand und geräuchert nach Europa gebracht, auch aus Sibirien ist die Zufuhr gelungen. (Vgl. Fritsch, Der Elbelachs, Prag 1894; Zschokke, Der L. und seine Wanderungen, Stuttg. 1905; Leonhardt, Der L., Versuch einer Biologie, Neudamm 1905.) Der Saibling

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(Salbling, Salmling, Gold-, Rotforelle, Ritter, S. Salvelinus L., s. Tafel Meyers »Künstliche Fischzucht I«, Fig. 3), bis 50 cm lang und 6 kg schwer, mit gestrecktem, seitlich etwas zusammengedrücktem, aber nach Alter, Geschlecht und Aufenthaltsort in seiner Form und Farbe äußerst wandelbarem, auf dem Rücken blaugrauem, an den Seiten gelblich-weißem und hell geflecktem, am Bauch orangerotem Körper. Die Flossen sind ziemlich lang, die Bauchflossen stehen unter der Rückenflosse, die paarigen Fl offen und die Afterflosse sind am Rande milchweiß, die Schwanzflosse behält selbst im höhern Alter einen halbmondförmigen Ausschnitt. Auf der vordern Pflugscharbeinplatte stehen 57 gekrümmte Zähne, auf dem Stiel eine mit vielen kleinen Zähnen besetzte Längsplatte. Er lebt in den Tiefen der Alpenseen Mitteleuropas und des hohen Nordens, in den Bergseen Nordrußlands und Schottlands, auch im Ladogasee, nährt sich hauptsächlich von Schmarotzerkrebsen, auch von kleinen Fischen, laicht Ende Oktober bis Ende November, an andern Orten vom Januar bis März und noch später an seichten Uferstellen und wird seines sehr wohlschmeckenden, bald weißlichen, bald rötlichen Fleisches halber gefangen. Die künstliche Fischzucht erzielt Blendlinge des Saiblings mit der Forelle, die schneller wachsen als der erstere und zarteres, schmackhafteres Fleisch besitzen als die letztere. Der Heuchen oder Huchen (Rotfisch, Donaulachs, S. Hucho L., s. Tafel Meyers »Künstliche Fischzucht I«, Fig. 8), bis 2 m lang und bis 50 kg schwer, mit sehr gestrecktem, zylindrischem Körper, auf Oberkopf und Rücken grünlichbraun oder blaugrau, auf dem Bauch silberweiß, auf dem ganzen Körper mehr oder weniger schwarz gefleckt und punktiert, mit weißlichen Flossen, im Alter rötlich, findet sich in der Donau und deren aus den Alpen kommenden Nebenflüssen, in denen er bis zu 1000 m Meereshöhe aufsteigt, geht nicht ins Meer, lebt einzeln, ist ungemein gefräßig und laicht im März bis Mai an seichten, kiesigen Stellen, wo er mit dem Schwanz Gruben wühlt. Sein Fleisch ist weißlich und wohlschmeckend. Man sucht ihn durch künstliche Abnahme und Erbrütung des Laiches zu vermehren und in Teichen auszuziehen. Vgl. Robida, Der Huchen und sein Fang mit der Angel (Laibach 1902). Der kalifornische L. (Oncorrhynchus Quinnat Rich.) bewohnt den nördlichen Teil des Stillen Ozeans und zieht zum Laichen im Sacramento, Columbia, Oregon bis weit ins Gebirge hinaus. Er wird in ungeheuren Mengen gefangen und auf Konserven verarbeitet. Mit großem Erfolg werden viele Millionen künstlich erbrüteter Fischchen in die Quellbäche ausgesetzt. Unechter L., eine Form der Meerforelle, s. Meyers Forelle.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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