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Labĭau bis Labĭum (Bd. 6, Sp. 6 bis 7)
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Artikelverweis Labĭau, Kreisstadt im preuß. Regbez. Königsberg, an der Deime, unweit des Kurischen Haffs und an der Staatsbahnlinie Königsberg-Tilsit, hat eine evangelische Kirche, Synagoge, Schloß, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Dampfbrauerei, Dampfsägemühlen, Fischhandel und (1900) 4455 meist evang. Einwohner. Hier 20. Nov. 1656 Vertrag zwischen dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm und dem König Karl X. Gustav von Schweden, durch den dieser die früher polnische, zuletzt schwedische Lehnshoheit über das Herzogtum Preußen und Ermeland aufhob. In dem zu erwartenden Frieden sollte Schweden das noch polnische Westpreußen und Pommerellen, ferner Kurland, Semgallen, Samogitien und Livland erhalten. Dagegen verzichtete der Kurfürst auf die ihm im Vertrag zu Meyers Marienburg (s. d.) versprochene Entschädigung durch polnisches Gebiet.
 
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Labiche (spr. -bisch'), Eugène, bedeutender franz. Lustspieldichter, geb. 5. Mai 1815 in Paris, gest. daselbst 13. Jan. 1888, Sohn eines wohlhabenden Industriellen, studierte die Rechte, bereiste dann Italien, von wo aus er in einige Pariser Blätter Plaudereien schrieb, die er später u. d. T.: »La clef des champs« gesammelt herausgab, und brachte 1837 sein erstes Stück: »La cuvette d'eau«, 1838 die Posse »Monsieur de Coislin« mit großem Erfolg zur Ausführung. Seitdem lieferte er vier Jahrzehnte hindurch den Pariser Genretheatern, besonders dem Palais-Royal, über hundert Lustspiele, Possen, Vaudevilles etc., von denen einige für die Gattung mustergültig sind, und in denen sich ein kaustischer, menschenkundiger und doch nie verletzender Humor, Schlagfertigkeit des Dialogs und sichere Bühnentechnik die Hand reichen. Wir nennen als die bedeutendsten: »Le chapeau de paille d'Italie« (1851); »Le misanthrope et l'Auvergnat« (1853); »Le voyage de M. Perrichon« (mit Martin, 1860); »La poudre aux yeux« (1861); »Célimare

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le Bien-aimé« (1863); »La Cagnotte« (1864); »Un pied dans le crime« (1866); »Le plus heureux des trois« (mit Gondinet, 1870); »Doit-on le dire?« (1873); »Le prix Martin« (mit Augier, 1876); »La Clé« (mit Duru, 1877). Eine Sammlung seiner Stücke erschien u. d. T.: »Théâtre de L.« (1879, 10 Bde.), mit Vorwort von Augier, und hatte einen beispiellosen buchhändlerischen Erfolg; eine Auswahl in 1 Band, mit Vorwort von Pailleron, 1894. Im November 1880 wurde L. an S. de Sacys Stelle Mitglied der französischen Akademie.
 
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Labĭen (lat., »Lippen«), die unten u. oben den Ausschnitt der Labialpfeifen (s. d.) begrenzenden Kanten.
 
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Labiēnus, 1) T., röm. Feldherr, war als Volkstribun 63 v. Chr. für Cäsars Pläne tätig und wurde von ihm bei Beginn des gallischen Krieges zum Legaten ernannt. Als solcher zeichnete er sich mehrfach aus und genoß das Vertrauen Cäsars in vollem Maß. Gleichwohl ging er aus gekränktem Selbstgefühl 49, nach Ausbruch des Bürgerkrieges, zu Pompejus über und nahm, nirgends mit Glück, an dem Bürgerkrieg sowohl in Griechenland als in Afrika und in Spanien als einer der obern Anführer tätigen Anteil, bis er in der Schlacht bei Munda (17. März 45) seinen Tod fand. Sein Sohn Quintus, im Kriege zwischen den Triumvirn und den Mördern Cäsars Anhänger von Brutus und Cassius, wurde von diesen 42, vor der Schlacht bei Philippi, an den Partherkönig Orodes I. gesendet, um dessen Hilfe zu erbitten, ließ sich nach der Nachricht von dem Verlust der Schlacht bestimmen, bei ihm zu bleiben, drang 40 mit Pakoros, dem Sohne des Königs, in Syrien und Vorderasien ein, wurde aber 39 von dem Legaten des Antonius, P. Ventidius, im Taurus geschlagen und darauf in Kilikien getötet.
   2) Titus, bedeutender Redner zu Augustus' Zeit, wegen seiner Heftigkeit Rabiēnus (von rabies, »Wut«) genannt, Verfasser eines zeitgeschichtlichen Werkes, das die trotz der langen Friedenszeit unverminderte Erbitterung des alten Pompejaners bekundete. Als seine Schriften auf Senatsbeschluß öffentlich verbrannt wurden, gab er sich selbst den Tod.
 
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Labīl (lat.), schwankend; s. Meyers Standfähigkeit und Enantiotropie.
 
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Labill., bei Pflanzennamen Abkürzung für:
 
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Labillardière (spr. labijardjǟr'), Jacques Julien Hoton de, Naturforscher und Reisender, geb. 23. Okt. 1755 in Alençon, gest. 8. Jan. 1834 in Paris, studierte in Montpellier Medizin und Botanik, bereiste Südeuropa, 178687 Syrien und den Libanon sowie die Hauptinseln des Mittelmeers, begleitete 1791 die von d'Entrecasteaux geleitete Expedition nach dem Kap, nach Australien und Java und kehrte 1795 nach Frankreich zurück. Er schrieb: »Icones plantarum Syriae rariorum« (Par. 17911812, mit 58 Kupfern); »Novae Hollandiae plantarum specimen« (18041806, 2 Bde., mit 265 Kupfern); »Relation du voyage á la recherche de Lapeyrouse etc., 17911794« (1800, 2 Bde., mit Atlas); »Sertum Austro-Caledonicum« (182425, 2 Bde.).
 
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Labin, s. Meyers Böhmische Weine.
 
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Labischin, Stadt im preuß. Regbez. Bromberg, Kreis Schubin, an der Netze, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Schloß, Amtsgericht, Handelsmühle und (1900) 2248 meist kath. Einwohner. In der Nähe liegt das dem Grafen von Skorzewski gehörige, prächtige Schloß Lubostron.
 
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Labitzky, Joseph, Tanzkomponist, geb. 4. Juli 1802 in Schönfeld bei Eger, gest. 18. Aug. 1881 in Karlsbad, begründete 1834 in Karlsbad eine Tanzkapelle nach Art derjenigen von Strauß und Lanner, mit der er erfolgreiche Konzertreisen unternahm, durch die seine Tänze (Walzer, Quadrillen etc.) weltbekannt wurden. 1853 übergab er die Leitung seiner Kapelle seinem Sohn August (geb. 22. Okt. 1832 in Petschau, gest. 21. Aug. 1903 in Reichenhall) und übernahm bis 1868 die Direktion der Karlsbader Kurkapelle, in der ihm alsdann ebenfalls sein Sohn folgte.
 
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Labĭum, die Lippe; L. leporinum, Hasenscharte.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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