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Labĭalpfeifen bis Labill (Bd. 6, Sp. 6 bis 7)
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Artikelverweis Labĭalpfeifen (Lippenpfeifen) heißen alle in der Art der im Prospekt der Orgel stehenden konstruierten Pfeifen (vgl. Blasinstrumente.) Die Labialstimmen sind die ältesten Stimmen der Orgel. Je nach der Mensur (s. d.) sowie nach den Höhen- und Breitenverhältnissen des Ausschnittes unterscheidet man in der Orgel eine große Anzahl verschiedener zu den L. gehörigen Stimmen: Prinzipal-, Gambenstimmen, Flötenstimmen, Hohlflöten etc.; von abweichender Gestaltung des Pfeifenkörpers sind: Gemshorn, Doppelflöte u. a. Eine besondere Abteilung der L. bilden die Gedackte und die halbgedeckten L. (Rohrflöte).
 
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Labĭa majōra und minōra (lat.), die großen und kleinen Schamlippen, s. Meyers Scheide.
 
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Labĭana (Pola de L., Laviana), Bezirkshauptort in der span. Provinz Oviedo, 290 m ü. M., am Nalon und an der Eisenbahn L.-Gihon, hat als Gemeinde (1897) 7381 Einw. In der Umgegend Bergbau auf Kohlen, Eisen, Kupfer, Blei etc.
 
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Labĭaten (Lippenblumen, Lippenblütler), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Nuculiferen unter den Sympetalen, meist ausdauernde Kräuter und Halbsträucher, selten Bäume, von sehr übereinstimmendem Habitus. Die Stengel und Äste sind meist vierkantig, die dekussiert gegenständigen, seltener quirlständigen Blätter sind ungeteilt, fiedernervig, ohne Nebenblätter. Die Laubblätter gehen allmählich in die Deckblätter der Blütenstände über. Diese stehen in der Achsel eines Hochblattes und stellen ein bald wenig-, bald reichblütiges, oft auch zu Scheinquirlen zusammengezogenes Dichasium dar. Die Blüten (Fig. 1 u. 2) sind zwitterig und zygomorph, lippenförmig. Der bleibende Kelch ist verwachsen blätterig, meist trichterförmig, am Saum entweder regelmäßig fünfzähnig oder mehr oder weniger zweilippig. Die abfallende Korolle bildet eine mehr oder weniger lange Röhre, die sich oben rachenförmig erweitert und in den meist ausgeprägt zweilippigen Saum übergeht. Die Oberlippe besteht aus den zwei verwachsenen hintern Blumenblättern; die abstehende oder herabgeschlagene, meist dreiteilige Unterlippe wird von den drei vordern Blumenblättern gebildet. Von den fünf Staubgefäßen schlägt stets das hinterste fehl, und die vier vorhandenen sind meist zweimächtig, indem gewöhnlich die beiden vordern, seltener die beiden seitlichen länger sind; bisweilen sind auch die letztern zu Staminodien verkümmert oder völlig fehlgeschlagen. Die Filamente sind in der Röhre der Korolle inseriert, lang fadenförmig und liegen einander parallel unter der Oberlippe, oder ragen abstehend aus der Blume hervor. Der oberständige Fruchtknoten wird aus zwei Fruchtblättern gebildet und zerlegt sich durch Einschnürung vom Rücken her in vier einsamige Klausen; zwischen diesen erhebt sich ein einfacher, ihren Grund verbindender Griffel, der an der Spitze in zwei Narbenschenkel gespalten ist. Jede Klause enthält eine einzige aufrechte, anatrope Samenanlage. Die Frucht besteht aus vier von dem stehen bleibenden Kelch umgebenen, einsamigen Nüßchen. Der Same enthält innerhalb eines spärlichen fleischigen Nährgewebes einen geraden Embryo mit sehr kurzem, nach abwärts gerichtetem Würzelchen. Die Familie zählt an 2600 Arten; sie sind fast über die ganze Erde verbreitet, am häufigsten jedoch auf der nördlichen Halbkugel, besonders der Alten Welt, zumal im Mittelmeergebiet; von den kalten Klimaten sind sie fast gänzlich ausgeschlossen. Es sind meist aromatisch riechende Pflanzen mit ätherischem Öl, viele werden als Arzneimittel oder Küchenpflanzen benutzt. Pogostemon Patschouly aus China liefert ein Parfüm. Die L. werden in die Unterfamilien der Ajugoideen (Ajuga, Teucrium, Rosmarinus), Skutellarioideen (Scutellaria), Lavandeloideen (Lavandula), Stachydoideen (Brunella, Lamium, Stachys, Marrubium, Nepeta, Salvia, Melissa, Satureja, Origanum, Thymus, Mentha) und Ocimoideen (Ocimum) nebst einigen andern ausländischen Gruppen eingeteilt.
 
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Labĭatifloren, Ordnung in ältern Pflanzensystemen, umfaßte die mit Lippenblumen versehenen Pflanzen, hauptsächlich die Familien der Skrofulariazeen und Labiaten. L. bezeichnet auch eine Unterabteilung der Kompositen.
 
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Labĭau, Kreisstadt im preuß. Regbez. Königsberg, an der Deime, unweit des Kurischen Haffs und an der Staatsbahnlinie Königsberg-Tilsit, hat eine evangelische Kirche, Synagoge, Schloß, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Dampfbrauerei, Dampfsägemühlen, Fischhandel und (1900) 4455 meist evang. Einwohner. Hier 20. Nov. 1656 Vertrag zwischen dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm und dem König Karl X. Gustav von Schweden, durch den dieser die früher polnische, zuletzt schwedische Lehnshoheit über das Herzogtum Preußen und Ermeland aufhob. In dem zu erwartenden Frieden sollte Schweden das noch polnische Westpreußen und Pommerellen, ferner Kurland, Semgallen, Samogitien und Livland erhalten. Dagegen verzichtete der Kurfürst auf die ihm im Vertrag zu Meyers Marienburg (s. d.) versprochene Entschädigung durch polnisches Gebiet.
 
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Labiche (spr. -bisch'), Eugène, bedeutender franz. Lustspieldichter, geb. 5. Mai 1815 in Paris, gest. daselbst 13. Jan. 1888, Sohn eines wohlhabenden Industriellen, studierte die Rechte, bereiste dann Italien, von wo aus er in einige Pariser Blätter Plaudereien schrieb, die er später u. d. T.: »La clef des champs« gesammelt herausgab, und brachte 1837 sein erstes Stück: »La cuvette d'eau«, 1838 die Posse »Monsieur de Coislin« mit großem Erfolg zur Ausführung. Seitdem lieferte er vier Jahrzehnte hindurch den Pariser Genretheatern, besonders dem Palais-Royal, über hundert Lustspiele, Possen, Vaudevilles etc., von denen einige für die Gattung mustergültig sind, und in denen sich ein kaustischer, menschenkundiger und doch nie verletzender Humor, Schlagfertigkeit des Dialogs und sichere Bühnentechnik die Hand reichen. Wir nennen als die bedeutendsten: »Le chapeau de paille d'Italie« (1851); »Le misanthrope et l'Auvergnat« (1853); »Le voyage de M. Perrichon« (mit Martin, 1860); »La poudre aux yeux« (1861); »Célimare

[Bd. 6, Sp. 7]


le Bien-aimé« (1863); »La Cagnotte« (1864); »Un pied dans le crime« (1866); »Le plus heureux des trois« (mit Gondinet, 1870); »Doit-on le dire?« (1873); »Le prix Martin« (mit Augier, 1876); »La Clé« (mit Duru, 1877). Eine Sammlung seiner Stücke erschien u. d. T.: »Théâtre de L.« (1879, 10 Bde.), mit Vorwort von Augier, und hatte einen beispiellosen buchhändlerischen Erfolg; eine Auswahl in 1 Band, mit Vorwort von Pailleron, 1894. Im November 1880 wurde L. an S. de Sacys Stelle Mitglied der französischen Akademie.
 
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Labĭen (lat., »Lippen«), die unten u. oben den Ausschnitt der Labialpfeifen (s. d.) begrenzenden Kanten.
 
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Labiēnus, 1) T., röm. Feldherr, war als Volkstribun 63 v. Chr. für Cäsars Pläne tätig und wurde von ihm bei Beginn des gallischen Krieges zum Legaten ernannt. Als solcher zeichnete er sich mehrfach aus und genoß das Vertrauen Cäsars in vollem Maß. Gleichwohl ging er aus gekränktem Selbstgefühl 49, nach Ausbruch des Bürgerkrieges, zu Pompejus über und nahm, nirgends mit Glück, an dem Bürgerkrieg sowohl in Griechenland als in Afrika und in Spanien als einer der obern Anführer tätigen Anteil, bis er in der Schlacht bei Munda (17. März 45) seinen Tod fand. Sein Sohn Quintus, im Kriege zwischen den Triumvirn und den Mördern Cäsars Anhänger von Brutus und Cassius, wurde von diesen 42, vor der Schlacht bei Philippi, an den Partherkönig Orodes I. gesendet, um dessen Hilfe zu erbitten, ließ sich nach der Nachricht von dem Verlust der Schlacht bestimmen, bei ihm zu bleiben, drang 40 mit Pakoros, dem Sohne des Königs, in Syrien und Vorderasien ein, wurde aber 39 von dem Legaten des Antonius, P. Ventidius, im Taurus geschlagen und darauf in Kilikien getötet.
   2) Titus, bedeutender Redner zu Augustus' Zeit, wegen seiner Heftigkeit Rabiēnus (von rabies, »Wut«) genannt, Verfasser eines zeitgeschichtlichen Werkes, das die trotz der langen Friedenszeit unverminderte Erbitterung des alten Pompejaners bekundete. Als seine Schriften auf Senatsbeschluß öffentlich verbrannt wurden, gab er sich selbst den Tod.
 
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Labīl (lat.), schwankend; s. Meyers Standfähigkeit und Enantiotropie.
 
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Labill., bei Pflanzennamen Abkürzung für:

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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