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Laagte bis Lab (Bd. 6, Sp. 2 bis 3)
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Artikelverweis Laagte (holländ.), in zusammengesetzten südafrikanischen Ortsnamen oft vorkommend, bedeutet »Niederung«, weites Flußbett.
 
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Laaland (spr. lóllan, Lolland), dän. Insel in der Ostsee (s. Karte »Dänemark«), mit Falster zusammen das Amt Maribo bildend, südlich von Seeland und westlich von Falster, ist 58 km lang, 1525 km breit und umfaßt 1157 qkm (21 QM.) mit (1901) 70,585 Einw. Die Küsten sind sehr zerschnitten, mit geringen Ausnahmen niedrig und durch vorliegende Untiefen schwer zugänglich. Auch die Oberfläche der Insel liegt beinahe überall in gleicher Höhe mit dem Meere. Der höchste Punkt (Baunehöi) erreicht nur 29,5 m. Der ungemein fruchtbare Boden besteht meist aus fettem, mit Humus gemischtem Lehm mit einer Mergelunterlage. Torfmoore finden sich wenige, dagegen sind bedeutende Wälder vorhanden. Von den Landseen ist der fischreiche Maribosee in der Mitte der Insel der größte. Eine Eisenbahnlinie führt von Nykjöbing auf Falster nach Nakskov mit Zweigbahnen nach Bandholm und Rödby. Hauptstadt ist Maribo (s. d.). Im frühen Mittelalter von Wenden bewohnt (daher viele Ortsnamen mit der slawischen Endung »itse«), war L. später oft Lehen dänischer Prinzen, 132616 im Besitz des Grafen Johann von Holstein, 165860 in schwedischen Händen.
 
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Laar, früher zur Landgemeinde Meyers Beeck (s. d. 2) gehörige Bauerschaft ([1900] mit 9164 Einw.), seit 1904 mit der Stadt Ruhrort vereinigt.
 
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Laar (Laer), Pieter van (de), holländ. Maler, geb. um 1590 in Haarlem, gest. nach 1658, ging frühzeitig nach Frankreich und von da um 1623 nach Italien, wo er sich besonders in Rom aufhielt und zu Claude Lorrain, Poussin und Sandrart in Beziehungen trat. Wegen seiner verwachsenen Figur nannten ihn die Italiener Bamboccio, und die in seinem Stil gemalten komischen Szenen aus dem Volksleben wurden danach Meyers Bambocciaden (s. d.) genannt. 1639 soll er nach Haarlem zurückgekehrt sein. Er malte Hirten- und Räuberszenen, Jahrmärkte u. dgl. mit geistreicher Behandlung und kräftigem, freilich bisweilen zu schwerem Kolorit und gab für eine ganze Reihe niederländischer und italienischer Maler den Ton an. Ein Hauptwerk von ihm ist der Marktschreier (Galerie in Kassel). Andre Bilder befinden sich im Louvre, in Dresden (das Kegelspiel, römisches Gesindel im Klosterhofe, die Lohnauszahlung), Wien, München, Schwerin u. a. O. Auch kennt man von ihm 20 Radierungen, meist Tiere und ländliche Szenen.
 
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Laas, 1) Dorf in Tirol, Bezirksh. Schlanders, 869 m ü. M., am linken Ufer der Etsch im Vintschgau gelegen, hat eine Fachschule für Steinbearbeitung, große Brüche und Bearbeitungsstätten des berühmten Laaser Marmors und (1900) 1281 Einw. Südlich öffnet sich das Laaser Tal zum Laaser Ferner (mit der Troppauer Hütte, 2150 m) der Ortler Alpen (Vertainspitze 3541 m, Hohe Angelusspitze 3536 m); westlich liegt das kleine Schwefel- und Stahlbad Schgums (876 m). 2) (slowen. Lož) Stadt in Krain, Bezirksh. Loitsch, in einem Kessel gelegen, Sitz eines Bezirksgerichts, hat Schloßruinen und (1900) 743 slowen. Einwohner. Nördlich liegt der Kreuzberg (857 m) mit großer Höhle.
 
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Laas, Ernst, Philosoph und Pädagog, einer der Hauptvertreter des Positivismus in Deutschland, geb. 16. Juni 1837 in Fürstenwalde a. d. Spree, gest. 25. Juli 1885 zu Straßburg i. E., besuchte die Universität in Berlin, wo er sich anfänglich der Theologie, dann unter Trendelenburgs Leitung der Philosophie, insbes. dem Studium des Aristoteles, widmete, wurde 1860 Lehrer am Friedrichs-, 1868 am Wilhelmsgymnasium daselbst und 1872 ordentlicher Professor der Philosophie an der neugegründeten Universität in Straßburg. Durch tieferes Studium der Philosophiegeschichte gelangte er, abweichend von Trendelenburg, zu einer entschiedenen Hinneigung zum (namentlich englischen) Empirismus, deren Abschluß sein Hauptwerk: »Idealismus und Positivismus« (Berl. 1879 bis 1884, 3 Bde.), bildet. Während er unter jenem

[Bd. 6, Sp. 3]


die besonders durch Platon und Kant vertretenen Bestrebungen versteht, mit Hilfe vor aller Erfahrung im Geist gelegener Begriffe ein System übersinnlicher Welterkenntnis aufzubauen, bezeichnet er diesen, den er für den »wissenschaftlich allein berechtigten« Standpunkt hält, als Versuch, eine einheitliche, auch den sittlichen Anforderungen genügende Weisheit »auf der festen Basis der Erfahrung« zu begründen. Als Pädagog hat sich L. vornehmlich durch seine epochemachende Schrift »Der deutsche Aufsatz in den obern Gymnasialklassen« (Berl. 1868; 3. Aufl. von Imelmann: 1. Teil 1898, 2. Teil 1894) und durch »Der deutsche Unterricht auf höhern Lehranstalten« (das. 1872, 2. Aufl. 1886) verdient gemacht. Von seinen Schriften seien noch genannt: »Die Pädagogik des Johannes Sturm« (Berl. 1872); »Gymnasium und Realschule« (das. 1875) und »Kants Analogien der Erfahrung« (das. 1876). Sein »Literarischer Nachlaß« (hrsg. von Kerry, Wien 1887) enthält kleinere Aufsätze pädagogischen Inhalts. Vgl. Hanisch, Der Positivismus von Ernst L. (Halle 1902); Gjurits, Die Erkenntnistheorie des Ernst L. (Leipz. 1903).
 
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Laasan, Dorf im preuß. Regbez. Breslau, Kreis Striegau, am Striegauer Wasser, hat ein Schloß und (1900) 1754 Einw. Zu L. gehört der Fabrikbezirk Ida Marien-Hütte mit chemischen Fabriken der Aktiengesellschaft Silesia, Eisengießerei und Braunkohlengruben.
 
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Laasnesteine (Lösungssteine), s. Meyers Eiersteine.
 
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Laasphe, Stadt und Luftkurort im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Wittgenstein, an der Lahn und der Staatsbahnlinie Kreuzthal-Amalienhütte, 331 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Synagoge, Präparandenanstalt, Amtsgericht, Spezialkommission, ein Kurhaus, Trikotagen-, Strumpfwaren- und Bettfedernfabrikation und (1900) 2331 meist evang. Einwohner. In der Nähe das fürstlich Wittgenstein-Hohensteinsche Residenzschloß Wittgenstein sowie zwei Eisenhütten. L. wird zuerst 1295 erwähnt und fiel 1816 mit der Grafschaft Wittgenstein von Hessen an Preußen.
 
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Lab (Laab, Kälberlab, Käsemagen, Renne, Chymosin), flüssige oder pulverförmige Präparate, die als wirksamen Bestandteil Labferment enthalten. Dies Ferment findet sich im Magen sehr vieler Tiere, auch des Menschen, besonders reichlich in der innern Haut des vierten Magens (Labmagen) junger saugender Kälber, die noch nichts als Milch genossen haben, und aus dieser werden jene Präparate dargestellt. Das Labferment besitzt die Fähigkeit, frische, nicht sauer reagierende Milch zum Gerinnen zu bringen, und daher dient das L. zur Bereitung des Süßmilchkäses. Das Labferment bringt sehr große Mengen (über 2,8 Mill. Teile) Milch zum Gerinnen, äußert seine Wirkung am kräftigsten bei 40°, büßt dieselbe dagegen bei höherer Temperatur sehr schnell und dauernd ein. Sehr schwach saure Reaktion begünstigt die Labwirkung, alkalische Reaktion verhindert sie, ebenso anhaltendes Erhitzen der Milch über 60°. Das in der Milch vorhandene Kasein wird durch das L. gespalten in eine weitaus die Hauptmasse bildende Substanz, das Parakasein, das sich als Käse abscheidet, und in einen in den Molken gelöst bleibenden Eiweißkörper, das Molkenprotein. Zur Bereitung einer Labflüssigkeit (Labextrakt) von großer Stärke und Haltbarkeit zerschneidet man an der Luft getrocknete, wenigstens drei Monate alte Magen von Saugkälbern, von denen man den faltenlosen Teil abgetrennt hat, in kleine Stücke und läßt 100 Teile derselben mit 1 Lit. Wasser, 50 g Kochsalz und 40 g Borsäure bei gewöhnlicher Temperatur unter häufigem Umschütteln fünf Tage stehen, setzt dann weitere 50 g Kochsalz zu und filtriert. Das Filtrat, etwa 800 ccm, versetzt man mit 200 ccm mit Borsäure gesättigter 10proz. Kochsalzlösung und läßt es vor dem Gebrauch zwei Monate stehen. Von guter Labflüssigkeit muß 1 Teil 10,000 Teile frischer ganzer Milch bei 35° in 40 Minuten zum Gerinnen bringen. Andre Konservierungsmittel, die sich häufig in käuflichen Lablösungen finden, mindern die Wirksamkeit des Labferments. Auch im trocknen Zustande (Labpulver, Labkonserve, Labtabletten) kommt L. in den Handel. Das Pulver soll 300,000 Teile Milch zum Gerinnen bringen. Eine zur Molkenbereitung geeignete Labessenz (Liquor seriparus) erhält man durch dreitägiges Macerieren von 3 Teilen frisch abgeschabter Schleimhaut des Labmagens mit 26 Teilen weißem (sehr schwach saurem, 89 Proz. Alkohol enthaltendem) Wein und 1 Teil Kochsalz. Ein Teelöffel voll des Filtrats, auf 3540° erwärmt, bringt 0,5 Lit. Milch zum Gerinnen. Das L. war schon den Alten bekannt, und Aristoteles rühmt als besonders wirksam das von jungen Hirschen oder Rehen. Dem Labferment sehr ähnlich wirkende Fermente kommen auch im Pflanzenreich vor, so im Safte der Früchte des Melonenbaums (Carica Papaya), im Milchsaft des Feigenbaums (Ficus Carica), in den Blüten der Artischocke (Cynara Scolymus), in Distelarten (C. macrocephalus, C. summanus u. a.), im Labkraut (Galium mollugo) etc.
 
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Lab., bei Pflanzennamen Abkürzung für J. J. H. de Meyers Labillardière (s. d.).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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