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Kyrĭe eleïson bis Kystoma (Bd. 6, Sp. 905 bis 906)
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Artikelverweis Kyrĭe eleïson (eigentlich eleeson, griech., »Herr, erbarme dich!«), eine schon durch Silvester I. aus der griechischen in die abendländische Kirche übertragene Gebetsform, womit die Gemeinde auf die Gebete des Priesters antwortet. Sie bildet auch den ersten Satz (Introitus) der musikalischen Messe.
 
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Kyrill, Kyrillos, s. Meyers Cyrillus.
 
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Kyrill, Wladimirowitsch, russ. Großfürst, geb. 12. Okt. 1876 zu Zarskoje Sselo als Sohn des Großfürsten Wladimir Alexandrowitsch und der Maria Pawlowna, gebornen Herzogin zu Mecklenburg, widmete sich dem Dienst in der russischen Marine, wurde Älterer Offizier auf dem Kreuzer Admiral Nachimow, Flügeladjutant des Zaren und zeichnete sich bei den Kämpfen vor Port Arthur (13. April 1904), wo er durch den Untergang des Kriegsschiffes Petropawlowsk beinahe das Leben eingebüßt hätte, besonders aus; er verlobte sich 1904 mit der seit 21. Dez. 1901 geschiedenen Großherzogin Viktoria von Hessen und bei Rhein, gebornen Prinzessin von Sachsen-Koburg und Gotha.
 
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Kyrillica (Kirilica, spr. kiriliza), s. Meyers Cyrillica.
 
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Kyrĭologisch (griech.), in der eigentl. Bedeutung, nach dem Wortlaut zu verstehen (Gegensatz: tropisch).
 
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Kyritz (K. in der Priegnitz), Hauptstadt des Kreises Ostpriegnitz im preuß. Regbez. Potsdam, an der Jägelitz, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Neustadt a. D.-Meyenburg und von zwei Kleinbahnen, 44 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein evang. Schullehrerseminar, Amtsgericht, Stärke-, Traubenzucker-, Sirup- u. Essigfabrikation, Elektrizitätswerk, Dampfmahl- u. Sägemühlen, Dampfdestillation und (1900) 5389 meist evang. Einwohner. K. erhielt 1237 Stadtrechte. Am 17. Dez. 1635 fand bei der Stadt ein siegreiches Gefecht der Schweden gegen die Sachsen statt. Östlich der langgestreckte Bantikower und der Stolper See.
 
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Kyros (lat. Cyrus), antiker Name des Flusses Meyers Kura (s. d. 2), ebenso des Flusses Pulwar in Persien, unweit dessen die Ruinen von Persepolis liegen.
 
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Kyros (Cyrus, pers. Kûrusch, Koresch), 1) K., gewöhnlich der Ältere genannt, der Gründer des altpersischen Reiches, Sohn des Kambyses, eines Persers aus dem Geschlecht der Achämeniden, dem alten Königshaus der Perser. Der Sage nach war des K. Mutter Mandane eine Tochter des medischen Königs Astyages. Traumdeuter, so heißt es, hatten einen Traum des letztern dahin ausgelegt, daß er durch die Hand eines Enkels seiner Krone verlustig gehen werde. Um dem vorzubeugen, hatte Astyages seine Tochter an Kambyses, einen Mann aus dem unterworfenen Volk der Perser, vermählt und befahl, als diese einen Knaben geboren hatte, seinem Vertrauten Harpagos, das Kind zu töten. Dasselbe wurde aber einem Hirten übergeben, der es erzog. Schon im Knaben äußerte sich der königliche Sinn, und als er einst beim Spiel mit andern Knaben, die ihn zum König erwählt hatten, den Sohn eines hohen Beamten hatte züchtigen lassen u. deswegen sich vor Astyages rechtfertigen sollte, erriet dieser aus dem stolzen Benehmen des Knaben dessen Abkunft. Den erschreckten König beruhigten zwar die Aussprüche der Magier, und er sandte K. zu seinen Eltern zurück; Harpagos aber setzte er zur Strafe für seinen Ungehorsam dessen eignen Sohn als Speise vor. Aus Rache bewog dieser später den K., mit einem Heer Perser in Medien einzudringen, wo Harpagos mit den medischen Truppen zu ihm überging. Astyages ward (etwa 550 v. Chr.) geschlagen, entthront und gefangen. Diese romanhafte Erzählung ermangelt doch nicht eines historischen Kerns; aus einer babylonischen Inschrift wissen wir jetzt, daß in der Tat, als Kûrusch, der Unterkönig von Anschân (Pasargadä?), sich um 550 gegen Astyages empörte, ein Teil des medischen Heeres zu ihm überging. Jedenfalls siegte K. und nahm Astyages gefangen; damit wurden die Perser das herrschende Volk im iranischen Reiche. K. eroberte darauf das obere Mesopotamien und andre Länder und nach Besiegung des Krösos (546) auch Lydien. Nach der Eroberung von Sardes boten sich ihm auch die vorher übermütigen kleinasiatischen Griechen als Bundesgenossen an. K. aber nahm nur Milet an und schickte gegen die übrigen seine Feldherren Mazares und Harpagos, die die Unterjochung der Ionier und Äolier vollendeten. Schließlich nahm er auch Babylon ein, die Hauptstadt der damaligen Welt (539). Er verwandelte Babylonien in eine persische Provinz und erlaubte den exilierten Juden die Rückkehr in ihr Vaterland. Darauf widmete er sich der innern Organisation seines Reiches, weshalb der griechische Geschichtschreiber Xenophon seine Regierung in seiner »Kyropädie« als historische Grundlage seines Regentenspiegels benutzte. Über den Tod des K. existieren die verschiedensten Berichte. Nach Herodot soll er im Kriege mit den Massageten, einem kriegerischen Skythenvolk jenseit des Jaxartes, umgekommen sein. Die feindliche Königin Tomyris soll seinen Kopf haben abschneiden und in einen mit Blut gefüllten Schlauch tauchen lassen, damit er seinen Blutdurst stillen könne. Nach zuverlässigern Berichten fiel er 530 im Kampfe gegen die Derbiker im nordöstlichen Iran. Er hinterließ zwei Söhne, Kambyses, seinen Nachfolger, und Bardija (Smerdis). Vgl. A. Bauer, Die Kyrossage und Verwandtes (Wien 1882); R. Schubert, Herodots Darstellung der Cyrussage (Bresl. 1890); Lindl, Cyrus. Entstehung und Blüte der altorientalischen Kulturwelt (Münch. 1903). Das Grabmal des K. in der Ebene von Murghâb, der Stätte des alten Pasargadä, ist ca. 11 m hoch und besteht aus einem terrassenförmig aufsteigenden Unterbau von sieben Stufen und einem oblongen, von einem schrägen Steindach bedeckten Gebäude. Das Ganze ist aus weißem Marmor (s. Tafel Meyers »Architektur II«, Fig. 7).
   2) K., der Jüngere, der zweite Sohn des Dareios Nothos, erhielt 407 v. Chr. den Oberbefehl über ganz Kleinasien und leistete den Spartanern gegen Athen wirksamen Beistand. Als nach seines Vaters Tod (404) sein älterer Bruder, Artaxerxes Mnemon, den Thron bestieg, wurde er, hochverräterischer Umtriebe verdächtig, zum Tode verurteilt, doch auf Verwendung seiner Mutter Parysatis begnadigt und sogar

[Bd. 6, Sp. 906]


in seiner Stellung gelassen. Im Frühjahr 401 rüstete K. dennoch gegen seinen Bruder und rückte über Tarsos nach Issos. Hier deckte seine Flotte unter dem Ägypter Tamôs, vereinigt mit einem spartanischen Geschwader, die Pässe Kilikiens, und K. zog darauf, ohne angegriffen zu werden, über Thapsakos meist das linke Ufer des Euphrat entlang bis in die Ebene von Kunaxa, 500 Stadien von Babylon. Hier stieß er auf Artaxerxes, der ein Heer gesammelt hatte, das nach Ktesias gegen 400,000 Mann, nach der, von Xenophon übrigens nicht verbürgten, Angabe in der »Anabasis« über eine Million betrug, wogegen die ganze Streitmacht des K. nur ungefähr 13,000 Griechen und 100,000 Asiaten zählte. K.' Heer wurde geschlagen, nachdem er selbst im Kampf, als er auf seinen Bruder einzudringen versuchte, gefallen war (401). Dies und den berühmten Rückzug der 10,000 Griechen hat Xenophon in seiner »Anabasis« erzählt.
 
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Kyrrhestĭka, im Altertum Landschaft im nördlichen Syrien, zwischen Antiochia und Kommagene, das Gebiet der von den Mazedoniern benannten Stadt Kyrrhos (heute Choros).
 
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Kyselack, Joseph, als Sonderling bekannter Reiseschriftsteller, geb. 1795 in Wien, gest. daselbst 1831 als Registratur-Akzessist in der Hofkammer, ist durch seine Manie, seinen Namen überall, selbst an den höchsten Felsen der von Touristen besuchten Gegenden, in großen Buchstaben anzubringen, zu einer typischen Figur geworden. Er schrieb: »Skizzen einer Fußreise durch Österreich, Steiermark, Kärnten etc.« (Wien 1829, 2 Bde.).
 
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Kystoma, s. Cystoma.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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