Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kybernētik bis Kyjov (Bd. 6, Sp. 899 bis 900)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kybernētik (griech., »Steuermannskunst«), in der Theologie die Lehre vom Kirchenregiment.
 
Artikelverweis 
Kyburg (Kiburg), 1) Pfarrdorf im schweizer. Kanton Zürich, Bezirk Pfäffikon, 632 m ü. M., 3 km von der Station Sennhof-K. der Tößtalbahn, mit 362 Einw. und dem wohlerhaltenen, großen und vielbesuchten Schloß K., das, 4 km von Winterthur entfernt, auf einem Molasseplateau (680 m ü. M.) in einer romantischen Gegend liegt und eine schöne Aussicht darbietet. Das Schloß war das Stammhaus der Grafen von K., die mit Graf Werner, dem treuen Schicksalsgenossen Herzog Ernsts von Schwaben (1027 bis 1030), in der Geschichte auftauchen. Um 1078 ging die Burg durch Heirat an Graf Hartmann von Dillingen über, dem Stammvater der spätern Grafen von K. Diese gehörten in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. als Erben der Zähringer zu den mächtigsten Dynasten der Schweiz. Als 1264 der Mannesstamm mit dem Grafen Hartmann IV. erlosch, fielen die Besitzungen des Hauses größtenteils an dessen Neffen, den Grafen Rudolf von Habsburg, nachherigen deutschen König, so auch die Burg und die Grafschaft K., die 1424 durch Verpfändung an die Stadt Zürich kamen. Diese gab die Grafschaft zwar 1442 dem Kaiser Friedrich III. freiwillig wieder, aber der letztere trat sie schon 1452 für schuldigen Sold abermals an Zürich ab, und seitdem ist sie bei der Stadt geblieben. 1832 kam das Schloß in Privatbesitz. Vgl. Pfau und Kinkel, Beschreibung der Burg K. (Zürich 1870); Pupikofer, Geschichte der Burgfeste K. (das. 1869); Bär, Zur Geschichte der Grafschaft K. (das. 1894); Langl, Die K. (Wien 1898); Stauber, Schloß K. in Vergangenheit und Gegenwart (Zürich 1902). 2) K.-Buchegg (Kibberg), Dorf im schweizer. Kanton Solothurn, Bezirk Bucheggberg, nördlich von Solothurn, am Fuß des Bucheggbergs, 474 m ü. M., mit Mineralquelle und (1900) 188 Einw.
 
Artikelverweis 
Kyd, Thomas, engl. Dramatiker, geb. um 1560 vermutlich in London, gest. daselbst 1595, erzogen

[Bd. 6, Sp. 900]


an der Merchant Taylors' Schule, wurde zuerst Notar, bearbeitete dann den aus Saxo Grammaticus geschöpften Hamletstoff (gegen 1589, »Urhamlet«, verloren) in einer Tragödie nach Art des Seneca und hatte viel Erfolg mit seinem Rachedrama »The Spanish tragedy« (gedruckt 1592), zu dem der später gedichtete »First part cf Jeronimo« als Vorspiel gehört. Er war mit Marlow befreundet, teilte dessen Freigeisterei und begründete mit ihm jene Verbindung von gelehrtem und Volksdrama, aus der Shakespeare hervorging. Später übertrug er noch das rein gelehrte Trauerspiel »Cornelia« von Garnier ins Englische (gedruckt um 1594). Seine Dramen sind neugedruckt in Dodsleys »Old plays« (Bd. 4 und 5, Lond. 1874) und von J. Boas (Oxf. 1901), die »Spanish Tragedy« auch einzeln von J. Schick (Lond. 1898 u. Berl. 1901). Die niederländischen und deutschen Bearbeitungen dieses Werkes gab R. Schönwerth (Berl. 1903) und »Cornelia« H. Gaßner (Münch. 1894) heraus. Vgl. G. Sarrazin, K. und sein Kreis (Berl. 1892).
 
Artikelverweis 
Kydathenaion, s. Meyers Athen, S. 26.
 
Artikelverweis 
Kydippe, nach einer griech. Liebessage die Tochter eines vornehmen Atheners, vor die bei einem Fest im Artemistempel zu Delos Akontios, ein Jüngling von der Insel Keos, einen Apfel hinwarf mit der Aufschrift: »Ich schwöre bei Artemis, mich dem Akontios zu vermählen«. K. hob den Apfel auf und las die Worte laut, warf ihn aber dann fort. Als sie ihr Vater vermählen wollte, ward sie vor der Hochzeit jedesmal krank. Als dem Vater das delphische Orakel offenbarte, dies geschehe infolge des Zornes der Göttin, weil sie den in ihrem Heiligtum getanen Schwur unerfüllt gelassen, vermählte er sie dem Akontios.
 
Artikelverweis 
Kydnos (Cydnus, jetzt Tarsus Tschai), Fluß in Kilikien, entspringt am Bulgar Dagh, nördlich von Tarsos, dessen Einwohnern seine jetzt versandete Mündung im Altertum als Hafen diente. Ein Bad in ihm hätte Alexander d. Gr. fast das Leben gekostet.
 
Artikelverweis 
Kydonĭa, uralte, schon von Homer erwähnte Stadt an der Nordküste von Kreta, am Pyknos, mit einem verschließbaren Hafen. In ihrem Gebiet war die Heimat der Quitten, die davon »kydonische Äpfel« genannt wurden. Heute Meyers Chania (s. d.).
 
Artikelverweis 
Kydoniä, s. Meyers Aiwalyk.
 
Artikelverweis 
Kyffhäuser, ziemlich isolierter, mit schönem Laubwald bestandener Bergrücken in Thüringen, zieht sich längs der Grenze des preußischen Kreises Sangerhausen und der Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt hin, nach N. steil zur Goldenen Aue abfallend, nach S. in das nordthüringische Bergland übergehend und durch ein tiefes Tal, das ihn der Länge nach durchzieht, im O. in zwei Teile geschieden. Der nördliche Hauptkamm trägt zwei Ruinen: am westlichen Ende über Kelbra die Rothenburg (386 m), auf dem östlichen Eckpfeiler, über Tilleda, die sagenreiche Burg Kyffhausen (457 m). Die letztere wurde wahrscheinlich im 10. Jahrh. zum Schutz der kaiserlichen Pfalz in Tilleda erbaut, wird zuerst 1115 erwähnt, war öfters Sitz der Hohenstaufen, wurde aber 1178 von den Thüringern und im 16. Jahrh. aufs neue zerstört. Die Ruinen dehnen sich weithin aus. Am bemerkenswertesten ist der viereckige Bergfried der Oberburg (vom Volk »Kaiser Friedrich« genannt), der, noch 22 m hoch, den ganzen Gebirgszug beherrscht. Auch von der Kapelle der östlich gelegenen Unterburg sind noch Trümmer vorhanden. Der Fels, auf dem das alte Kaiserschloß ruht, ist Rotliegendes und grobkörniger Sand; höchster Punkt des ganzen Gebirgszugs ist das Lengefeld (466 m). Unter den vielen Kyffhäusersagen ist die vom Kaiser Friedrich Barbarossa, der, im Innern des Berges schlafend, der Wiederherstellung der Einheit u. Macht Deutschlands harrt, die bekannteste; nach den neuesten Forschungen hat sich aber diese Sage, die schriftlich zuerst (1696) in einem Programm des Frankenhäuser Rektors J. Hoffmann vorkommt, ursprünglich auf Friedrich II. bezogen (vgl. Kaisersagen). Ein erhöhtes Interesse erhielt der K. durch das vom deutschen Kriegerbund 1890 bis 1896 errichtete, weithin sichtbare Denkmal für Kaiser Wilhelm I., nach dem Entwurf des Architekten Bruno Schmitz in Berlin. Der Unterbau besteht aus mehreren Terrassen, von denen die unterste einen Halbkreis bildet und auf Stützmauern von 94 m Durchmesser ruht. Auf der zweiten Terrasse steht an der Rückseite eines viereckigen Hofes in einer Rundbogennische das Standbild Friedrich Barbarossas (von Nikolaus Geiger). Treppen führen auf die mit zinnenartigen Mauern und kleinen Ecktürmen geschmückten Mittelterrassen und weiter zur obersten Terrasse, die von dem 28 m im Durchmesser fassenden Denkmalsunterbau gebildet wird. Aus ihrer Mitte ragt im Quadrat ein massiver turmähnlicher Bau 57 m hoch empor, der sich nach oben verjüngt und über seinem zinnenartigen Gesims von der mit Eichenlaub bekränzten deutschen Kaiserkrone gekrönt wird. Gerade über dem Standbild Barbarossas tritt aus der Mitte des Aufbaues auf halbkreisförmigem Postament, zu dessen Seiten allegorische Gestalten ruhen, das 9,5 m hohe, in Kupfer getriebene Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. (von Emil Hundrieser) heraus, hoch über ihm unter dem Gesims der Reichsadler mit dem Hohenzollernschild. Die Gesamthöhe des Denkmals beträgt 90 m. An der Nordseite der untern Terrasse steht ein Gedenkstein des Kyffhäuserverbandes der Vereine der Deutschen Studenten. Auf der Südseite des Gebirges befindet sich die Falkenburger oder Barbarossahöhle (s. Meyers Frankenhausen). Vgl. Richter, Das deutsche Kyffhäusergebirge (Eisleben 1876); Baltzer, Das Kyffhäusergebirge (2. Aufl., Rudolst. 1882); Petry, Vegetationsverhältnisse des Kyffhäusergebirges (Halle 1889); Lemcke, Der deutsche Kaisertraum und der K. (Magdeb. 1887, 4 Tle.) und Führer durch das Kyffhäusergebirge (2. Aufl., Sangerh. 1891); A. Fulda, Die Kyffhäusersage (das. 1889); Anemüller, K. und Rothenburg (2. Aufl., Delm. 1892); Grube-Einwald, Geognostisch-geologische Exkursionen im Kyffhäusergebirge (Frankenh. 1896).
 
Artikelverweis 
Kyffhäuserverband, s. Meyers Verein Deutscher Studenten.
 
Artikelverweis 
Kyjov, Stadt, s. Meyers Gaya 1).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer