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Kyanōl bis Kydippe (Bd. 6, Sp. 898 bis 900)
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Artikelverweis Kyanōl (Blauöl), soviel wie Anilin.
 
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Kyănos, bei Homer (Ilias) wahrscheinlich ein blauer Glasfluß, mit dem Wände, Schilde und Panzer geschmückt wurden. Die in neuerer Zeit ausgesprochene Ansicht, daß K. an einigen Stellen der Ilias auch Stahl bedeute, dürfte nicht haltbar sein. In der spätern Literatur ist unter K. Lapislazuli (Lasurstein) oder Kupferlasur und die aus diesen Mineralien hergestellte Farbe (Ultramarin, resp. Bergblau) zu verstehen. Vgl. Lepsius, Metalle in ägyptischen Inschriften (Abhandlungen der Berliner Akademie, 1871); Blümner, Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern, Bd. 3 u. 4 (Leipz. 188487).
 
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Kyăthos (Cyathus), altgriech. Schöpf- und Trinkgefäß in Gestalt moderner Mundtassen, nur mit den Rand weit überragendem Henkel (s. Meyers Abbildungen) und von bestimmtem Maß. Als Hohlmaß für Flüssigkeiten = 1/864 Metretes (s. d.) = 0,0456 Lit.
 
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Kyaw (Kyau), Friedrich Wilhelm, Freiherr von, bekannter Satiriker, geb. 6. Mai 1654 auf dem Rittergut Oberstrahwalde bei Herrnhut, gest. 19. Jan.

[Bd. 6, Sp. 899]


1733, trat 1670 als Gemeiner in kurbrandenburgische Kriegsdienste, focht in den Kriegen bis 1690 mit, ward langsam befördert, trat aber wegen eines Duells aus der brandenburgischen Armee aus und folgte seinem Gönner, Feldmarschall v. Schöning, nach Sachsen, wo er durch seinen Witz und seine lustigen Streiche die Gunst des Kurfürsten August des Starken gewann und rasch Generaladjutant und General wurde; seit 1715 war er Kommandant des Königsteins. Von geradem Charakter, haßte er alle Schmeichelei und rügte begangene Fehler mit der größten Freimütigkeit. Obwohl dem ganzen Hof zur Belustigung dienend, verlor er nie sein moralisches Ansehen. Am meisten ließ er seinen Witz die adelsstolzen Höflinge fühlen. Vgl. Cregander, Leben und Taten des kgl. sächs. Generalleutnants und Kommandanten der Festung Königstein F. W. v. K. (Cölln 1735); Wilhelmi, Kyaws Leben und lustige Einfälle (Leipz. 1772, 3 Bde.); Nick, Biographische Skizzen etc. aus dem Leben des Barons F. W. v. K. (Reutling. 1860); H. R. v. Kyaw, Familienchronik des adeligen und freiherrlichen Geschlechts von K. (Leipz. 1870); Ebeling, K. und Brühl. Zwei historische Porträts (das. 1885). Sein Neffe Friedrich Wilhelm, Freiherr von K., geb. 22. Jan. 1708, gest. 30. März 1759, seit 1740 in preußischen Diensten, einer der tüchtigsten Reitergenerale Friedrichs d. Gr., ward wegen der Übergabe Breslaus (November 1757) kriegsgerichtlich verurteilt.
 
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Kyaxăres (altpers. Huvaxschatara, »sehr schönes Wachstum habend«), medischer Herrscher, folgte seinem Vater Phraortes, der im Kampf gegen die Assyrer fiel, um 625 v. Chr., befreite sein Land von den Skythen, die ganz Vorderasien überschwemmt hatten, und belagerte sodann, wie es scheint im Einvernehmen mit Nabopolassar von Babylonien, dessen Sohn Nebukadnezar seine Tochter Amuhea (Amyïtis) heiratete, Ninive, das 606 für immer zerstört wurde. K. brachte so den ganzen östlichen Teil des assyrischen Reiches unter seine Herrschaft. In einem Kriege mit Lydien lieferte er dem König Alyattes 30. Sept. 610 (nach andern 28. Mai 585) eine durch eine Sonnenfinsternis unterbrochene Schlacht. Nach seinem Tode (585) folgte ihm sein Sohn Astyages. Vgl. Unger, K. und Astyages (Münch. 1882); Prašek, Medien und das Haus des K. (in den »Berliner Studien«, Bd. 11, Heft 3, Berl. 1890).
 
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Kybĕle (auch Kybēbe), in Phrygien heimische, aber auch in ganz Kleinasien verehrte Natur- und Kulturgöttin, Vertreterin der gebärenden Kraft der Natur, Urheberin des Acker- und Weinbaues und aller darauf beruhenden Zivilisation sowie Begründerin der Städte, »die große Göttin«, »die große Mutter« (griech. megálē métēr, lat. magna mater), auch schlechthin »die Mutter« genannt. Hauptsächlich dachte man sie sich auf Bergen und in Wäldern waltend, auf einem Löwen, ihrem heiligen Tier, oder einem von Löwen gezogenen Wagen; auf Bergen hatte sie vorzugsweise ihre Heiligtümer, wie auf dem Dindymos (danach auch Dindymēne genannt, wie nach dem Berekyntos Berekyntia), bei dem phrygischen Pessinus, wo sie als Agdistis (Angdistis) unter dem Symbol eines Meteorsteins verehrt wurde, und auf dem Ida in Troas (daher »Idäische Mutter«). Ihr Dienst war mit orgiastischen Gebräuchen verbunden, wilden Tänzen, rauschender Musik mit Handpauken, Becken, Flöten und Selbstverstümmelungen ihrer Priester (s. Meyers Galli und Meyers Korybanten). Seit sie von den Griechen mit Meyers Rhea (s. d.) gleichgestellt wurde, verbreitete sich ihr Kult über die griechischen Inseln nach dem eigentlichen Griechenland. In Rom wurde er 204 v. Chr. auf Geheiß der Sibyllinischen Bücher eingeführt, indem der heilige Stein aus Pessinus geholt wurde, und von phrygischen Priestern versehen. Über das ihr 194 v. Chr. gestiftete Fest der Megalesia oder Ludi Megalenses s. Megalesien. Zu hohem Ansehen kam sie in der Kaiserzeit. Geheiligt war ihr außer dem Löwen die Fichte. Dargestellt wird sie als anmutige Frauengestalt mit kräftigen Formen und vollbekleidet, auf dem Haupt eine Mauerkrone, in der Linken die Handpauke, meist auf einem Thron sitzend mit Löwen zur Seite (vgl. Abbildung); auf einem Löwen erscheint sie in der Pergamenischen Gigantomachie. Vgl. Göhler, De Matris Magnae apud Romanos cultu (Meißen 1886).
 
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Kybernētik (griech., »Steuermannskunst«), in der Theologie die Lehre vom Kirchenregiment.
 
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Kyburg (Kiburg), 1) Pfarrdorf im schweizer. Kanton Zürich, Bezirk Pfäffikon, 632 m ü. M., 3 km von der Station Sennhof-K. der Tößtalbahn, mit 362 Einw. und dem wohlerhaltenen, großen und vielbesuchten Schloß K., das, 4 km von Winterthur entfernt, auf einem Molasseplateau (680 m ü. M.) in einer romantischen Gegend liegt und eine schöne Aussicht darbietet. Das Schloß war das Stammhaus der Grafen von K., die mit Graf Werner, dem treuen Schicksalsgenossen Herzog Ernsts von Schwaben (1027 bis 1030), in der Geschichte auftauchen. Um 1078 ging die Burg durch Heirat an Graf Hartmann von Dillingen über, dem Stammvater der spätern Grafen von K. Diese gehörten in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. als Erben der Zähringer zu den mächtigsten Dynasten der Schweiz. Als 1264 der Mannesstamm mit dem Grafen Hartmann IV. erlosch, fielen die Besitzungen des Hauses größtenteils an dessen Neffen, den Grafen Rudolf von Habsburg, nachherigen deutschen König, so auch die Burg und die Grafschaft K., die 1424 durch Verpfändung an die Stadt Zürich kamen. Diese gab die Grafschaft zwar 1442 dem Kaiser Friedrich III. freiwillig wieder, aber der letztere trat sie schon 1452 für schuldigen Sold abermals an Zürich ab, und seitdem ist sie bei der Stadt geblieben. 1832 kam das Schloß in Privatbesitz. Vgl. Pfau und Kinkel, Beschreibung der Burg K. (Zürich 1870); Pupikofer, Geschichte der Burgfeste K. (das. 1869); Bär, Zur Geschichte der Grafschaft K. (das. 1894); Langl, Die K. (Wien 1898); Stauber, Schloß K. in Vergangenheit und Gegenwart (Zürich 1902). 2) K.-Buchegg (Kibberg), Dorf im schweizer. Kanton Solothurn, Bezirk Bucheggberg, nördlich von Solothurn, am Fuß des Bucheggbergs, 474 m ü. M., mit Mineralquelle und (1900) 188 Einw.
 
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Kyd, Thomas, engl. Dramatiker, geb. um 1560 vermutlich in London, gest. daselbst 1595, erzogen

[Bd. 6, Sp. 900]


an der Merchant Taylors' Schule, wurde zuerst Notar, bearbeitete dann den aus Saxo Grammaticus geschöpften Hamletstoff (gegen 1589, »Urhamlet«, verloren) in einer Tragödie nach Art des Seneca und hatte viel Erfolg mit seinem Rachedrama »The Spanish tragedy« (gedruckt 1592), zu dem der später gedichtete »First part cf Jeronimo« als Vorspiel gehört. Er war mit Marlow befreundet, teilte dessen Freigeisterei und begründete mit ihm jene Verbindung von gelehrtem und Volksdrama, aus der Shakespeare hervorging. Später übertrug er noch das rein gelehrte Trauerspiel »Cornelia« von Garnier ins Englische (gedruckt um 1594). Seine Dramen sind neugedruckt in Dodsleys »Old plays« (Bd. 4 und 5, Lond. 1874) und von J. Boas (Oxf. 1901), die »Spanish Tragedy« auch einzeln von J. Schick (Lond. 1898 u. Berl. 1901). Die niederländischen und deutschen Bearbeitungen dieses Werkes gab R. Schönwerth (Berl. 1903) und »Cornelia« H. Gaßner (Münch. 1894) heraus. Vgl. G. Sarrazin, K. und sein Kreis (Berl. 1892).
 
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Kydathenaion, s. Meyers Athen, S. 26.
 
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Kydippe, nach einer griech. Liebessage die Tochter eines vornehmen Atheners, vor die bei einem Fest im Artemistempel zu Delos Akontios, ein Jüngling von der Insel Keos, einen Apfel hinwarf mit der Aufschrift: »Ich schwöre bei Artemis, mich dem Akontios zu vermählen«. K. hob den Apfel auf und las die Worte laut, warf ihn aber dann fort. Als sie ihr Vater vermählen wollte, ward sie vor der Hochzeit jedesmal krank. Als dem Vater das delphische Orakel offenbarte, dies geschehe infolge des Zornes der Göttin, weil sie den in ihrem Heiligtum getanen Schwur unerfüllt gelassen, vermählte er sie dem Akontios.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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