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Kwangtung bis Kwenlun (Bd. 6, Sp. 895 bis 897)
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Artikelverweis Kwangtung, Provinz des südlichen China (s. Karte »China«), begrenzt im W. von Kwangsi, im N. von Hunan, Kiangsi und Fokiën, im S. vom Südchinesischen Meer, von dem durch die weitvorgestreckte Halbinsel von Leitschou und durch die ihr vorgelagerte, der Provinz zugehörige Insel Meyers Hainan (s. d.) nach W. hin der Golf von Tungking abgegliedert wird. Die Provinz, mit 243,000 qkm und 22,200,000 Einwohnern (91 auf 1 qkm), ist fast ausschließlich bergig als ein Bestandteil des südchinesischen Hügellandes, dessen geologischer Bau durch zahllose parallele Bodenfalten in sinischer Richtung (WSW. nach ONO.) bestimmt wird; dieser ursprüngliche Bau des Bodens

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ist durch die Gewässer größtenteils verwischt, durch deren Arbeit die Gebirgsfalten in ein scheinbar regelloses Hügelland aufgelöst sind. Die Berge erreichen nirgends bedeutende Höhen (Maximum etwa 1000 m), doch ist die Provinz sehr unwegsam; die seit alter Zeit berühmten Pässe Meiling und Tscheling (beide nur 300 m ü. M.) bieten, jener nach Kiangsi, dieser nach Hunan, fast die einzigen Übergänge nach N. Hydrographisch wird K. beherrscht durch den Stromdrilling, der in der Tiefebene von Kanton, der einzigen des Gebiets, zusammenfließt und deltaartig ins Meer mündet. Er wird gebildet durch den Sikiang, Pekiang und Tungkiang, oder, wie die Namen besagen, Westfluß, Nordfluß und Südfluß. In der äußerst fruchtbaren Mündungsebene von Kanton zersplittern sich diese Gewässer in unzählige Kanäle. Der fast ausschließlich granitischen Meeresküste sind namentlich östlich der Halbinsel von Leitschou viele Inseln vorgelagert, von denen außer der großen Insel Hainan, die einen besondern Bezirk bildet, die in britischem Besitz befindliche Insel Meyers Hongkong (s. d.) und die Insel Nan-ngau (Namoa) bei Swatau zu nennen sind. Besonders im Stromdelta, aber auch in vielen andern Teilen der Provinz gedeiht trefflicher Reis, eine berühmte Seidenraupenzucht wird vornehmlich in der Ebene zwischen Kanton und Macao betrieben; Zuckerpflanzungen begleiten die Flußläufe, besonders den Tungkiang, und finden sich auf der flachen Halbinsel Leitschou und in den ebenen Teilen von Hainan. Andre wertvolle Erzeugnisse sind Tee, Tabak, Kassiarinde, Südfrüchte (süße Apfelsinen, Bananen etc.), seine Fächer aus den Blättern der Fächerpalme (Chamaerops excelsa), Matten etc. Nutzbare Mineralien sind jedenfalls reichlich vorhanden, werden aber bis auf Kupfer, Eisen (besonders in Fatschan verarbeitet) und Salpeter kaum verwertet. Erwähnenswert ist noch die Gewinnung geschätzter wohlriechender Hölzer und der bedeutende Fischfang. Die Bevölkerung zerfällt in mehrere Gruppen mit eignen Dialekten: die Punti (»ursprünglich Angesessene« oder Kantonesen), die Hakka (»Fremde«, vom Norden eingewandert), die Hoklo an der Grenze von Fokiën, mehrere Stämme der Miautse im unwegsamen Nordwesten und die Li, ein Rest der Urbevölkerung im Innern von Hainan. Hauptstadt ist Kwangtschousu oder Meyers Kanton (s. d.). Vertragshäfen in K. sind außer Kanton: Meyers Swatau (s. d.), Meyers Kaulun (s. d.), Meyers Lappa (s. d.), Meyers Pakhoi (s. d.) an der Meeresküste und die Binnenhäfen Meyers Sanschui (s. d.), Kongmun und Kumtschuk am Sikiang sowie Kiungtschou auf Hainan. Bedeutende Städte sind außerdem: Liëntschou (Hafen: Pakhoi), Fatschan und Tschauking im Delta, Schautschou am Nordfluß, Hweitschou am Ostfluß und Tschautschou (Hafen: Swatau). An der östlichen Ansatzbucht der Halbinsel von Leitschou befindet sich das 1898 an Frankreich verpachtete kleine Küstengebiet von Meyers Kwangtschouwan (s. d.), westlich vom Kantonfluß das portugiesische Meyers Macao (s. d.). Der Plan einer Eisenbahn von Kanton nordwärts durch Hunan nach Hankau ist bisher über allgemeine Vorbereitungen nicht hinausgekommen.
 
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Kwantung, eigentlich allgemeine chines. Bezeichnung für die Mandschurei (»östlich von der Barriere«, das ist vom Palisadenzaun, der Grenze zwischen Tschili und der Mandschurei), dann im besondern die amtliche Bezeichnung für das bisherige russische Pachtgebiet auf der mandschurischen Halbinsel Liautung. K. wurde durch den Vertrag von Peking vom 15. März 1898 an Rußland auf 25 Jahre verpachtet und von diesem 1899 in Verwaltung genommen. Das Gebiet erstreckt sich als schmale Landzunge von NO. nach SW. und endet in dem Vorgebirge Lautiëschan (»alter Eisenberg« wegen der tief braunroten Farbe des Gesteins, 460 m); es wird begrenzt im W. vom Golf von Liautung, im O. von der Koreabucht, im N. von einer 45 km langen Linie, die von der Nordspitze des Port Adams ziemlich genau nach O. verläuft. Fast die ganze übrige Halbinsel Liautung wurde außerdem als neutrale Zone bestimmt, wo chinesische Truppen nur mit russischer Einwilligung gehalten werden durften; die Nordgrenze der Zone führte von Kaiping östlich, dann längs des Tayangflusses südlich nach Takuschan. Das gesamte Gebiet war 3174 qkm groß mit etwa 250,000 Einw. (10,000 Russen, 2000 andre Europäer und Japaner), wovon 374 qkm mit etwa 15,000 Einw. auf Inseln entfielen. Der Boden ist durchweg hügelig und von Schluchten durchzogen (höchste Erhebung Mount Sampson östlich von Kintschou, 670 m). Die Küste ist sehr zerschnitten, meist steil und felsig. Die Hauptbuchten sind die von Port Meyers Arthur (s. d.) und Meyers Taliënwan (s. d.). Die Wasserläufe sind unbedeutend und meist nur während der Regenzeit gefüllt. Das Klima ist trotz einer Lage, die der Breite von Sizilien entspricht, recht streng (Sommer bis 37,5° mit feuchten Süd- und Südwestwinden, Winter bis -19° mit trocknen Nord- und Nordostwinden und heftigen Schneestürmen, Jahresmittel 12,1°, Regenfall 319 mm mit Maximum im August). Die Volksdichte beträgt mehr als 100 Menschen auf 1 qkm, weshalb auch die Landwirtschaft, obgleich sie die Hauptbeschäftigung bildet und hoch entwickelt ist, nicht genug Nahrungsmittel liefern kann. Gebaut werden namentlich Hirse, Mais, Gerste, Weizen (zwei Ernten jährlich trotz Sandbodens), Bohnen, Kartoffeln, Gurken, Zwiebeln. Obst ist kaum vorhanden, Wald fehlt bis auf vereinzelte Eichen, Fichten, Pappeln und Weiden gänzlich, ebenso Weideflächen, weshalb die Zucht von Vieh außer von Schweinen, Hühnern und Enten ausgeschlossen ist. Unter den Mineralprodukten sind Gold, das an mehreren Stellen gefunden ist, und Seesalz die hauptsächlichsten. Der ergiebige Fischfang liefert 6080,000 kg Fische für die Ausfuhr. Industrie wird nur in der Stadt Pitszewo betrieben, wo 12 Fabriken für Bohnenöl, Gerbereien, eine Filzfabrik und eine Eisengießerei bestehen. Von Meyers Kintschou (s. d.) führt eine Eisenbahn (114 km) nach Port Arthur mit einer Zweiglinie nach Dalny. 1903 wurde aus K. und dem Generalgouvernement des Amurs eine besondere russische Statthalterschaft gebildet. Seit der Einnahme von Port Meyers Arthur (s. d.) ist K. völlig von den Japanern erobert worden.
 
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Kwanza (Kuanza), afrikan. Fluß, s. Meyers Koanza.
 
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Kwartnik, poln. Halbgroschen mit dem thronenden König und auf der Rückseite dem Adler, seit 1350, dann von den Jagellonen ab zahlreich geprägt.
 
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Kwasir, in der nord. Mythologie ein Gott, den die Asen und Wanen bei ihrem Friedensschluß aus ihrem gemeinsamen Speichel schufen. K. vereinigte daher in sich die Fähigkeiten beider Göttergeschlechter und übertraf alle Wesen an Weisheit. Später ward er von den Zwergen Fjalar und Galar getötet, die aus seinem Blute den Met bereiteten, durch dessen Genuß jeder zum Dichter wird. Nachdem dieser Met eine Zeitlang im Besitz der Riesen gewesen, wußte sich Odin in seinen Besitz zu setzen, der seitdem seinen Lieblingen, den Skalden, davon mitteilt. Vgl. Gunnlod.
 
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Kwasoku (spr. ka-, »Blume der Familien«), moderne Bezeichnung für den japanischen Adel. Nach

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dem Fall des Schôgunats wurde 1869 der Unterschied zwischen Hofadel (Kuge) und Schwertadel (Buke) aufgehoben und beide zu dem Staude der K. vereinigt. Vgl. Japan, S. 176.
 
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Kwaß, ein durch gleichzeitige saure und alkoholische Gärung aus Mehl von Weizen, Roggen, Gerste, Buchweizen oder aus Malz dieser Getreidesorten, auch aus Brot oder einem Gemisch dieser Stoffe, unter Zusatz von Zucker (oder Obst etc.) und obergäriger Hefe bereitetes Getränk, das meist mit Pfefferminze gewürzt und im Zustande der Nachgärung getrunken wird. Dies Getränk ist wohl uralt, es war auch im ganzen Mittelalter im Gebrauch, und seit dem 16. Jahrh. bildet es in Rußland das verbreitetste Nationalgetränk. Die Darstellung geschieht meist im Haushalt, in großen Städten seit etwa 20 Jahren auch fabrikmäßig, beim Heer durch ausgesuchte Mannschaften. Die Einzelheiten der Kwaßbereitung werden meist geheimgehalten. Das spezifische Gewicht des K. beträgt 1,0061,016, der Alkoholgehalt 0,72,2 Volumprozent, der Extraktgehalt 1,05,2 Proz., der Milchsäuregehalt 0,180,48 Proz. Das Getränk enthält sehr viel Hefe, wenig Bakterien. Der K. verdient vielleicht als schmackhaftes, alkoholarmes, durstlöschendes und in großen Mengen genießbares billiges Getränk auch bei uns für Feldarbeiter und Soldaten Beachtung. Die feinern Sorten K., besonders Apfel- und Himbeerkwaß, die in Petersburg und Moskau in eignen Trinkstuben verabreicht werden, sind sehr wohlschmeckend und von dem gewöhnlichen Getränk dieses Namens ganz verschieden. Vgl. Kobert, Über den K. und dessen Bereitung (Halle 1896).
 
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Kwei-hwa-tschöng, chines. Stadt, s. Meyers Kukuchoto.
 
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Kweitschou, Provinz im südwestlichen China, begrenzt von den Provinzen Yünnan im W., Kwangsi im S., Hunan im O. und Sz'tschwan im N., 157,200 qkm mit 3,400,000 Einw. (22 auf 1 qkm). Der Boden besteht hauptsächlich aus Kalksteinen (älteres Paläozoikum) und Kohlenkalk; nur auf den nördlichen Teil greifen die mesozoischen Sandsteine des Roten Beckens von Meyers Sz'tschwan (s. d.) über. Der allgemeine Charakter ist der einer Hochfläche von 1000 bis 1500 m Höhe, die durch die Arbeit der Gewässer in ein zerrissenes Hügelland verwandelt ist. Vielfach ist durch die Flüsse im Kalkstein eine Karstlandschaft geschaffen worden. Das sonst ähnliche Plateau von Ost-Yünnan liegt etwa 500 m höher; die Verbindung stellt der 1000 m hohe, befestigte Yünnanpaß her. Die Provinz ist unfruchtbar bis auf einige Striche im Tal des Wukiang, der zunächst östlich und dann nördlich dem Yangtsekiang zufließt. Für Ackerbau ist daher weniger Gelegenheit gegeben als für Viehzucht; namentlich Reis kann nur spärlich gedeihen. Die Pferde von K. gelten für die besten Chinas. Bedeutend ist der Reichtum an nutzbaren Mineralien, unter denen das Kupfer, woraus alles chinesische Kupfergeld hergestellt wird, und Quecksilber, das neuerdings von einer englisch-französischen Gesellschaft abgebaut wird, die wichtigste Stellung einnehmen. Der seit 1848 geführte Vernichtungskrieg chinesischer Soldatenbanden gegen die Bergvölker der Miautse hat das Land entvölkert und zu einem der ärmsten Teile Chinas gemacht. Ausgeführt werden nur Papier und rohseidene Stoffe, eingeführt hauptsächlich Salz. Die Hauptstadt ist Kweiyang in 1075 m ü. M.; größere Städte außerdem Tsuni im nördlichen Teil, Singi im S., Tschönn-yuën am Yuënkiang, der nach NO. dem Tungting-See (s. Meyers Hunan) zuströmt. S. Karte »China«.
 
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Kwemme, s. Telfairia.
 
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Kwenlun (Kuenlün), Gesamtname für den Gebirgszug, der Zentralasien mit wechselnder Breite von der Kaschgarischen Kette am Ostende der Pamirs bis zum Funjuschan in China, vom 74. bis 113.° östl. L., also über 40 Längengrade durchzieht, und zwar vom 77. Längengrad an mit einer auf der Erde einzig dastehenden Regelmäßigkeit von WNW. nach OSO. (s. Karte »Zentralasien«). Richthofen, der zuerst die Bedeutung des K. für den Gebirgsbau Asiens ins rechte Licht setzte, unterscheidet einen westlichen, einen mittlern und einen östlichen K., von denen der erste östlich bis zum 89. Meridian, der mittlere bis zum Durchbruch des Tauho in 104° (Meridian von Lantschou [s. d.]), der östliche bis zur Tiefebene Chinas reicht, während Prschewalskij die Grenze zwischen dem mittlern und dem westlichen K. auf den 82. Längengrad verlegt, von wo Nebenketten ausgehen, die das nördliche Tibet durchsetzen. Wahrscheinlich hat man auch dem bisher als Hauptkette geltenden Altyntag-Nanschan die Rolle eines begleitenden Nebengebirges zuzuweisen. Der K. ist das eigentliche Rückgrat des asiatischen Kontinents und entspricht der von den Alten angenommenen Gebirgsmasse, welche die Alte Welt annähernd im Breitengrade von Rhodos (36° nördl. Br.) durchziehen sollte. Er ist auch das älteste Gebirge Asiens. Im W., nahe dem Karakorum, besteht er fast ausschließlich aus Syenitgneis, Glimmerschiefer, quarzitischen und chloritischen Schichten, mit Einlagerung von Nephrit; auch im weitern Verlauf scheinen die ältesten Gesteine zu überwiegen, zu denen im Altyntag und Nanschan nördlich des Kuku-Nor noch eine mächtige Ablagerung paläozoischer Gesteine tritt. Im östlichen K. überwiegen wieder archaische Gebilde. Jüngere Ablagerungen fehlen ganz; schon deshalb ist der K. älter als sämtliche Randgebirge Zentralasiens, namentlich als der Himalaja und Tiënschan; nur im SW. von Chotan tritt Kreide auf, vermutlich jedoch nur angelagert. Die Faltung des K. fällt schon in das Silur, an den spätern Faltungen scheint er nur wenig teilgenommen zu haben. Auch im Äußern zeigt er deutliche Spuren hohen Alters, denn die Formen sind ausgeglichen, tiefe Täler außer den Flußrinnen der Quellflüsse des Tarim gibt es nicht; Kammhöhe, Gipfelhöhe und Paßhöhe weichen nur wenig voneinander ab.
   Läßt man die Kaschgarische Kette außer Betracht, so stellt sich der westliche K. als eine gewaltige Mauer von 6000 m Kammhöhe und mit 67006800 m hohen Gipfeln dar, unter denen der 6820 m hohe Pik K 17 der indischen Landesvermessung unter 77°10' östl. L. als der höchste gilt, während die meisten Pässe 5200, ja bis 5800 m hoch sind. Der Nordabhang ist überall steil und nur durch die Ansammlung ungeheurer Schuttmassen gemildert. Nach S., nach der tibetischen Seite, findet ein nur geringer Abfall statt, mit Ausnahme des westlichen Abschnittes gegen die Tiefschluchten des obern Jarkand (Baskem) und des Karakasch. Vom 82.° entfaltet der K. eine große Reihe von Parallelketten. Zwischen Schatschou am Nordrand und den Quellen des Yangtsekiang entwickelt er sich zu einem 800 km breiten Faltungsgebirge von typisch zentralasiatischer Ausbildung, starker Nivellierung, erheblicher Schutteinhüllung und geringen Höhenunterschieden der einzelnen aufragenden Ketten und den dazwischen eingesenkten Hochebenen. In dem noch sehr wenig bekannten, 160 km langen Kerijagebirge, zwischen dem Kerijadurchbruch und dem Lob-Nor, reichen Gletscher bis 4700 m herab. Bergwiesen kommen in Höhe von 27004000 m vor, an

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seinem Ostende steht der 6700 m hohe Zar-Befreier. Weiter bildet bis zum 54.° der Altyn- oder Ustuntag den gewaltigen Nordwall des K., dem sich nach S. eine große Zahl von parallelen Kettengebirgen bedeutender Meereshöhe (Arkatag-Kokoschili, Dupleixgebirge, Tanglakette u. a.) anreihen. Im nördlichen Teile liegen selbst die Täler selten unter 5000 m, die Gipfel erreichen über 7000 m (7360 m im Arkatag). Das teilweise vergletscherte Tanglagebirge (3233° nördl. Br.) ist die Wiege der mächtigsten Ströme (Salwen, Mekong, Yangtsekiang). Das Kokoschili- und seine Fortsetzung, das Bayankaragebirge, scheidet das Quellgebiet des Yangtsekiang von dem des Hwangho, einer seenbedeckten Hochebene von 4270 m ü. M. Die dritte große Hauptkette, das gewaltige Marco Polo-Gebirge, das sich nach W. als Prschewalskijkette bis 86° fortsetzt und einen Ast als Kolumbuskette zum 6000 m hohen Kreml entsendet, besteht aus Geröll mit hellgrünem, tonhaltigem Schiefer und erreicht im Schapka Monomacha 5900, im Dschengri 6000 m. Am Nordrand der Marco Polo-Kette breitet sich die Landschaft Tsaidam aus, die im N. begrenzt wird von der vierten und fünften Kwenlunkette, dem Altyntag im W. und dem Dschachar und Kuku-Nor-Gebirge im O. Der mauergleich aufsteigende, trostlos unfruchtbare Altyntag erreicht 40004300 m und hat Pässe von 30004000 m; der Dschacharzug ist 4960, das plumpe Kuku-Nor-Gebirge 45005000 m hoch, letzteres stürzt steil zum Kuku-Nor ab. Als letzte Hochebenen zwischen den Kwenlunzügen sind zu nennen die Syrtynebene (2880 m) im S. des Altyntag an seinem östlichsten Ende und die wellige, völlig wüste, 3040 m hohe Mulde des Kuku-Nor. Die nördlichste Kette des K. zweigt mit dem Humboldt-Gebirge unter 95° östl. L. vom Altyntag ab und bildet einen flachen Bogen, der sich bis gegen Lantschoufu erstreckt. Der sich im N. angliedernde Nanschan, der steil gegen die von Oasen bedeckte, an 1500 m hohe Senke von Sutschou und Kantschou abstürzt, hat namentlich in seinem östlichen Teil bereits andre morphologische Beeinflussungen erfahren. Im östlichen K. verändert sich der Charakter des Gesamtgebirges. Vom 106. Meridian setzt es sich in zwei hohen Ketten fort, die zum Meyers Tsinlingschan (s. d.) verschmelzen und mauerartig weit nach Meyers China (s. d., S. 34) hineinstreichen. Der Tsinlingschan setzt sich im Funiuschan bis 113° und wahrscheinlich noch im bogenförmig gekrümmten Hwaigebirge bis gegen den Unterlauf des Yangtsekiang fort. Vgl. H. v. Schlagintweit, Reisen in Indien und Hochasien (Jena 186980, 4 Bde.); v. Richthofen, China, Bd. 1 u. 2 (Berl. 1877 u. 1882); Wegener, Orographie des K. (in der »Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin«, 1891); Bogdanowitsch, Arbeiten der tibetanischen Expedition unter Pjewtzow, Bd. 2 (russ., Petersb. 1892); v. Lóczy, Geologische Beobachtungen (in den »Wissenschaftlichen Ergebnissen der Széchenyischen Reise in Ostasien 18771880«; deutsche Ausg., Wien 1893); Sueß, Das Antlitz der Erde, Bd. 3 (das. 1891); S. Hedin, Durch Asiens Wüsten, Bd. 2 (deutsch, Leipz. 1899) und Im Herzen von Asien (deutsch, das. 1903).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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