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Kuvelierung bis Kuyper (Bd. 6, Sp. 893 bis 894)
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Artikelverweis Kuvelierung, s. Meyers Bergbau (Grubenausbau), S. 667.
 
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Kuvert (franz. couvert), das Gedeck bei Tische; auch Briefumschlag (franz. nur: enveloppe); kuvertieren, einschlagen, einen Brief mit einem K. versehen.
 
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Kuvertmaschine (hierzu Tafel Meyers »Kuvertmaschinen«), mechanische Vorrichtung zur Anfertigung von Briefumschlägen. Ein Papierhändler Brewer in Brighton fertigte 1820 für die Badegesellschaft die ersten Briefumschläge, zu denen er das Papier nach Blechschablonen schnitt, und veranlaßte, als der Bedarf schnell wuchs, die Londoner Firma Dobbs u. Komp. zur Herstellung der Briefumschläge im großen. Die K., wie sie heute gebaut wird, ist auf eine Konstruktion von De la Rue (1845) zurückzuführen, die von Remond in Birmingham 1849 benutzt wurde. Die Kuvertfabrikation beruht ausschließlich auf der Anwendung von Kuvertmaschinen, sie beginnt mit dem Ausschlagen des Papiers mittels scharfschneidiger Ausschlageisen in der Form der auseinander gelegten Umschläge: ein Viereck mit vier Zipfeln oder Flügeln. Durch Umlegen und Ankleben der Flügel entsteht das geschlossene Kuvert, so daß die Aufgabe der K. darin besteht, die genannten Flügel mit einem Klebmittel (Gummi, Dextrin) zu versehen (Gummieren), darauf unter passendem Zusammenlegen zu falten und dann drei Flügel anzukleben. Zu dem Zwecke befindet sich in einer horizontalen Tischplatte der K. eine viereckige Öffnung (Form) von der Größe des Kuverts und über dieser Öffnung schwebend ein Stempel (Stößer) von gleicher Größe, der sich senkt und das ausgeschlagene, auf die Form gebrachte Papierstück in dieselbe hineindrückt. Neben diesem Stößer bewegt sich ein mit Filz belegter Stempel von der Form des einen Flügelrandes, der bei seiner Aufwärtsbewegung ausschwingt, von einer mit Dextrinlösung getränkten Walze Klebstoff aufnimmt, sodann auf den untergelegten Stoß zugeschnittener Kuvertpapiere niedergeht und unter Ausdrücken des Klebstoffes auf den einen Flügel das obere Blatt aufnimmt und auf die Form legt. Darauf wird das Blatt von dem sich senkenden Stößer in die Form gedrückt, deren Boden von einer unter Druck nachgiebigen Platte gebildet wird. Nachdem dies geschehen, hebt sich der Stößer, worauf sofort von vier Klappen an den Seiten der Form die Flügel, und zwar erst die zwei schmalen, darauf der gummierte und zuletzt der Verschlußflügel umgelegt und angepreßt werden. Die fertigen Kuverts gelangen durch Senkung der Formplatte unten aus der Form auf eine geneigte Abfuhrbahn. Das Gummieren des Verschlußflügels erfolgt gewöhnlich von der Hand und bevor das ausgeschlagene Papier zur

[Bd. 6, Sp. 894]


K. gelangt, mitunter auch mit dem fertigen Kuvert auf der Maschine, die dann mit einer eigenartigen Abführung mit Windflügeln zum Trocknen der gummierten Verschlußklappe versehen ist. Solche Maschinen baut Tellschow u. Komp. in Berlin.
   Bei diesen Maschinen werden die auf einer Stanzmaschine hergestellten und auf einer Gummiermaschine mit Klebstoff versehenen Kuvertausschnitte in Stapeln von 23000 Stück in einen Einlegekorb gebracht. Mittels einer Luftpumpe und eines auf- und abwärts sich bewegenden Saugers wird ein Blatt vom Stapel abgehoben, von einem Greiser gefaßt und über den Formatkasten (Falzapparat) gebracht. Durch bewegliche Anschlagkloben wird das Blatt genau über das im Formatkasten befindliche Loch (der Größe der zu fertigenden Kuverts entsprechend) ausgerichtet. Hierauf wird die Klebeklappe mit Klebstoff versehen. Der Oberstempel drückt dann das Blatt in das Loch des Formatkastens hinein bis auf eine am Grunde befindliche bewegliche Platte (Unterstempel), wodurch der erste Bruch des Kuverts erzielt wird. Nach dem Heraustreten des Oberstempels aus dem Formatkasten salzen die dort befindlichen Falzklappen das Kuvert fertig und kleben es zu. Das fertige Kuvert fällt jetzt aus dem Formatkasten heraus in den Sammelkasten, aus dem die Arbeiterin Bündel von 2530 entnimmt, um sie mit einer Schleife zu versehen. Eine bestimmte Anzahl dieser Bündel wird in einen Karton gelegt, der dann marktfertig ist. Die Maschine liefert in 10 Arbeitsstunden je nach der Größe des Kuverts 3035,000 Stück. Eine besondere Vorrichtung rückt die Maschine selbsttätig aus, falls im Fallapparat Ausschuß entsteht.
   Bei der Maschine Fig. 1 wird das ausgestanzte und gummierte Papier nicht durch Luftpumpe und Sauger, sondern durch vier ruckweise in einer Kreisbahn sich bewegende Gummierer b vom Stapel abgehoben. Diese Gummierer, welche die genaue Form der Klappen der Kuverts besitzen, senken sich, sobald sie genau über dem Papier im Einlegekorb a angelangt sind, und heben das oberste Blatt ab. Bei der nächsten Vierteldrehung wird das Blatt zur Falzvorrichtung getragen und abgelegt. Gleichzeitig hebt der nächste Gummierer das folgende Blatt ab etc. Der weitere Vorgang bis zur Fertigstellung des Kuverts ist derselbe wie bei der ersterwähnten Maschine, auch ist ein selbsttätiger Ausrücker vorhanden. Diese Maschine liefert in 10 Stunden 4550,000 Kuverts.
   Auf der Maschine Fig. 2 wird das Kuvert vollständig fertig hergestellt. a ist der Papiereinlegekorb, b sind die Gummierer. An jedem Arm sind zwei Stück angebracht, um gleichzeitig die Schluß- und Klebeklappe zu gummieren. g ist der Behälter für den Klebstoff. Wenn das Kuvert in der üblichen Weise im Falzapparat gefalzt und geklebt ist, wird es auf die endlose Trockenkette k geleitet, die 250 Kuverts faßt. Die gummierte und offen gebliebene Mundklappe ist nach einmaligem Umlauf der Kette trocken und das Kuvert fällt unten aus der Kette heraus in den Sammelkasten s. Diese Maschine liefert in 10 Arbeitsstunden 4550,000 Kuverts.
   Bei der oben erwähnten Gummiermaschine werden die ausgestanzten Blätter auf einen Einlegetisch gebracht und von mit Zähnen versehenen Rädern der Breite der betreffenden Gummierung entsprechend auseinander gestrichen. Sie werden dann von Bändern an den mit Klebstoff gefüllten Behälter geleitet, hier gummiert und dann von endlosen Leitgurten gefaßt und über einen großen Bogen geleitet, auf dem das Trocknen durch zugeleitete erwärmte Luft befördert wird. Eine Arbeiterin sammelt schließlich die Blätter auf einem Tisch und schichtet sie zu Stapeln auf. Diese Maschine gummiert in 10 Arbeitsstunden 250,000 Blätter. Vgl. Schubert, Die Papierverarbeitung, Bd. 2 (Berl. 1901).
 
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Kuverwasser, s. Meyers Köhrwasser.
 
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Küvette (franz. cuvette), s. Meyers Künette; bei Taschenuhren die innere Metallplatte, die das Werk verschließt und vor dem Eindringen von Staub etc. verwahrt; in der Zahnheilkunde eine halbrunde Rinne zur Aufnahme des Wachses, womit der Abdruck des Kiefers genommen wird, um danach die Modelle künstlicher Zähne herzustellen.
 
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Kuweit (Koweit), s. Kuëit.
 
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Kux (früher Kuckus, Kuches etc., v. böhm. kukus), ein bestimmter ideeller Anteil an dem einer Gewerkschaft gehörigen gemeinschaftlichen Bergwerkseigentum (s. Meyers Bergrecht, S. 681, und Ausbeute). Vgl. Heyden, Der K., kurze Darstellung der bergrechtlichen Bestimmungen für Gewerken (Essen 1880).
 
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Kuxberg, s. Meyers Elm (Elmwald).
 
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Kuxhaven (Cuxhaven), Stadt und Hafenort im Hamburger Amt Ritzebüttel, links an der Elbmündung, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Harburg-K. und Geestemünde-K., wurde 1873 aus den ehemaligen Flecken K. und Ritzebüttel gebildet, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, altes Schloß, einen großen neuen Hafen, Leuchtturm, Festungswerke, ein Semaphor (Wettersignal), Realschule, ein Staatskrankenhaus, Seebad, Lotsen- und Rettungsstation, Amtsgericht, Handelskammer, Nebenzollamt I, große Genossenschaftsmeierei, Konservenfabriken, Fischräucherei u. (1900) mit der Garnison (Matrosenartillerie) 6898 meist evang. Einwohner. K. gehört seit 1394 zur Stadt Hamburg. Vgl. Becker, K. und das Amt Ritzebüttel (Hamb. 1880).
 
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Kuxschein, s. Meyers Kux.
 
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Kuyper (spr. keuper), Abraham, niederländ. Staatsmann und Theolog, geb. 29. Okt. 1837 in Maassluis, studierte in Leiden Theologie, wurde Prediger und 1874 Mitglied der Zweiten Kammer, wo er mit Groen u. a. die antirevolutionäre Partei bildete. Bald aber trat er aus der Kammer aus und wurde der erste Publizist, nach Groens Tod auch der Führer der Partei, die er mit großem Geschick leitete. 1894 trat er von neuem in die Zweite Kammer ein. 1901 ward er Premier und Minister des Innern in dem von ihm gebildeten Ministerium der Koalition zwischen Calvinisten und Katholiken. Als solcher führte er mehrere Gesetze durch, vornehmlich eins zur Gleichstellung des freien und des Staatsunterrichts, und bekämpfte mit Erfolg im Frühjahr 1903 einen sozialdemokratisch-anarchistischen Staatsstreich. Als Theolog war er der Führer der streng calvinistischen Orthodoxie und trat mit seinen Anhängern in der niederländischen reformierten Kirche als »dolierende Kirche« auf (1886). 1880 errichtete er in Amsterdam die freie Universität, wo er Professor der Theologie wurde. Sein politisches Organ ist der »Standaard«, sein kirchliches der »Herout«. Er veröffentlichte: »Ons Program« (2. Aufl., Amsterd. 1880), die politische Grundlage seiner Partei, sowie zahlreiche Reden und Flugschriften und gab die Werke des polnischen Reformators Johann Laski heraus (Haag 1866). In deutscher Übersetzung erschien von ihm neben mehreren kleinen Schriften: »Reformation wider Revolution«, sechs Vorlesungen über den Calvinismus (Berl. 1904).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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