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Kutsch Behar bis Kütschük Kainardschi (Bd. 6, Sp. 891 bis 892)
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Artikelverweis Kutsch Behar (Kotsch Behar, engl. Kuch Behar oder Cooch Behar), Vasallenstaat in der britisch-ind. Provinz Bengalen, ganz von britischem Gebiet umschlossen, 3385 qkm mit (1901) 566,974 Einw. (397,946 Hindu, 168,236 Mohammedaner, 143 Christen). Das am Fuß des Himalaja gelegene Gebiet wird von zahlreichen, zum Teil für Boote fahrbaren Flüssen durchzogen und erzeugt besonders Reis, dann Weizen, Jute, Tabak u. a. zur Ausfuhr, während Salz, Zucker, Kurzwaren eingeführt werden. Die einzige nennenswerte Industrie ist die Anfertigung grober Seiden- und Jutestoffe. Die Bevölkerung besteht meist aus Kotsch oder Radbansi, stark mit Assamesen und Gebirgsvölkern vermischt; die Sprache ist das Bengali. K. wird von der Nordbengalbahn berührt, die vom Ganges zum Himalaja führt. Die gleichnamige Hauptstadt am Torschafluß hat (1901) 10,458 Einw. (etwa 7000 Hindu, 3000 Mohammedaner).
 
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Kutsche (v. ungar. kocsi, spr. kotschi, d. h. aus Kocs, einem Dorf bei Raab), ein im 15. Jahrh. aufgekommener Wagen zur Personenbeförderung, mit Kutschkasten, der mittels Federn auf dem Unterwagen ruht, und festem oder zurückschlagbarem Verdeck. Aus der K. haben sich zahlreiche Wagenformen, wie die Berline, Kalesche, der Landauer, die Droschken u. a., entwickelt. In der Gaunersprache die Leine, mittels der die Gefangenen von einem Zellenfenster zum andern einen Kassiber (s. d.) befördern.
 
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Kutscher, der Leiter eines Wagens, s. Meyers Fahrkunst. Vgl. Meinert, Merkbuch für Herrschaftskutscher und Pferdebesitzer (Berl. 1898); Prinz Reuß j. L., Heinrich XXVIII., Der korrekte K. (3. Aufl., das. 1904); Schönbeck, Dienstanweisung für herrschaftliche K. (Leipz. 1903). Auch Spottname ganz leichten, ordinären Weißweins (wie ihn die Kutscher trinken), am Rhein und an der Mosel der gewöhnliche Wein, der in der Kneipe vom Faß getrunken wird.
 
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Kutschi, Volksstamm, s. Kuči.
 
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Kutsching, Stadt auf Borneo, s. Sarawak.
 
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Kutschinotsu, Hafen in der japan. Provinz Hizen, an der Westküste von Kiusiu, mit 7000 Einw., seit 1889 dem Fremdhandel eröffnet.
 
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Kutschkelied, bekanntes Soldatenlied aus dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71, das mit dem Reim eines Liedes aus den Befreiungskriegen (1814): »Was kraucht dort in dem Busch herum? Ich glaub', es ist Napolium!« beginnt und von Gotthelf Hoffmann, einem Soldaten der 4. Kompanie des 6. Grenadierregiments (Posen), »Füsilier August Kutschke« als Dichter genannt, 4. Aug. 1870 bei Queichheim in der Nähe von Weißenburg verfaßt wurde. Hoffmann, geb. 11. Nov. 1844 in See bei Niesky, führte nach dem Kriege, in dem er mehrere Wunden davontrug, zunächst ein abenteuerliches Leben und wurde dann Stationsassistent der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn in Breslau, wo er 1895 »Kutschkes ausgewählte Gedichte« und später »Allerlei aus Krieg und Frieden«, Erzählungen und Gedichte (Bresl. 1905) veröffentlichte. Lange Zeit hindurch galt statt seiner der Präpositus (Superintendent) H. Alex. Pistorius zu Basedow im Mecklenburgischen (181177) als Verfasser des Kutschkeliedes, doch hat dieser das Hoffmannsche Gedicht nur überarbeitet. Vgl. Grieben, Das K. vor dem Untersuchungsrichter (Berl. 1872);

[Bd. 6, Sp. 892]


Unbescheid, Die Kriegspoesie von 1870/71 und das K. (in der »Zeitschrift für den deutschen Unterricht«, Bd. 9 [1895], S. 309 ff.). In humoristischer Weise führt Ehrenthal in dem Schriftchen »Das K. auf der Seelenwanderung« (1.7. Aufl., Leipz. 1871) den Ursprung des Gedichts bis ins graue Altertum zurück.
 
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Kutschker, Johann Baptist, Erzbischof von Wien, geb. 11. April 1810 zu Wiese in Österreichisch-Schlesien als Sohn eines Webers, gest. 27. Jan. 1881 in Wien, studierte in Troppau, Olmütz und Wien Theologie, wurde 1833 zum Priester geweiht, erhielt 1835 die Professur der Moraltheologie in Olmütz, ward 1852 Hofburgpfarrer in Wien und trat 1854 als Rat in das Ministerium für Kultus und Unterricht. Kardinal Rauscher ernannte ihn zum Generalvikar und wählte ihn zu seinem Weihbischof, worauf K. 7. April 1862 in Rom zum Bischof von Karrhä in part. inf. präkonisiert wurde. 1874 wurde ihm die Geheimrats würde verliehen, im Januar 1876 ward er nach Rauschers Tode zum Erzbischof von Wien und 22. Juni 1877 zum Kardinal ernannt. Er schrieb unter anderm: »Die gemischten Ehen« (Wien 1838); »Die Lehre vom Schadenersatz oder von der Restitution« (Olmütz 1851); »Das Eherecht der katholischen Kirche« (Wien 1856 bis 1857, 5 Bde.).
 
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Kutschöng (Gutschen, mongol. Sontschi), Stadt in der chines. Dsungarei, östlich von Urumtschi, an der Straße von Kuldscha nach Barkul, Stapelplatz für den russisch-chinesischen Grenzverkehr.
 
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Kütschük (türk.), in zusammengesetzten Ortsnamen oft vorkommend, bedeutet »klein« (Gegensatz: Böjük oder Ulu, »groß«).
 
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Kütschük Kainardschi (Küčük-Kainardža), Dorf im Fürstentum Bulgarien, 23 km südöstlich von Silistria. Hier 21. Juli 1774 Friedensschluß zwischen Rußland und der Türkei, durch den ersteres Asow und einen Teil der Krim erhielt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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