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Kulluk bis Kulmination (Bd. 6, Sp. 785 bis 786)
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Artikelverweis Kulluk (türk.), Hauptwache, auch kleines Grenzfort.
 
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Kulm (Kulmformation), untere Abteilung der Steinkohlenformation (s. d.) in der Schiefer- und Sandsteinfazies.
 
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Kulm (Kolm), abgerundeter Berggipfel, auch Name einzelner Berge, besonders in Thüringen, Sachsen und Bayern: 1) Lobensteiner K., Berg im Frankenwald, südwestlich von Lobenstein, 728 m hoch, mit Turm und schöner Rundsicht. 2) Saalfelder K., Berg nördlich von Saalfeld, rechts an der Saale, 486 m hoch, mit eisernem, 19 m hohem Turm und herrlicher Aussicht. 3) Rauher K., Berg im SW. des Fichtelgebirges, von diesem durch die Waldnab getrennt, bei Neustadt, 682 m hoch. 4) K. bei Mönchröden, Berg südlich vom Thüringer Wald, nordöstlich von Koburg, 462 m hoch. 5) S. Meyers Kolmberg.
 
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Kulm, Bistum in der preuß. Provinz Westpreußen, dessen Sprengel sich über das Gebiet zwischen Weichsel, Ossa und Drewenz erstreckte und das zunächst dem Erzbistum Riga, seit 1466 dem von Gnesen unterstellt war. Der Bischofssitz war ursprünglich Kulmsee, später Löbau, jetzt Pelplin (im Kreise Stargard). Das Bistum wurde 1245 vom Papst Innozenz IV. gestiftet und besteht noch. Vgl. »Urkundenbuch des Bistums K.«, bearbeitet von Wölky (Kulm 188487).
 
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Kulm, 1) Dorf in Böhmen, Bezirksh. Aussig, am Fuße des Erzgebirges, an der Staatsbahnlinie Bodenbach-Komotau, hat ein Schloß des Grafen Westphalen mit Park, Bierbrauerei, Eisengießerei, Braunkohlenbergbau und (1900) 1081 deutsche Einwohner. K. ist berühmt durch die hier 29. und 30. Aug. 1813 gelieferte Schlacht zwischen den Franzosen unter Vandamme und den verbündeten Preußen und Russen. Nach der Schlacht bei Dresden (26. u. 27. Aug.), in der die Verbündeten, Russen, Preußen und Österreicher, von Napoleon zurückgeschlagen worden waren, und auf die Kunde, daß der französische General Vandamme nach einem heftigen Kampfe gegen eine russische Heeresabteilung unter dem Herzog Eugen von Württemberg die Elbe 26. Aug. überschritten und Pirna am 27. besetzt habe, um den Verbündeten den Weg nach Böhmen auf der großen Straße nach Teplitz abzusperren, wollten diese den Rückzug über das Gebirge erzwingen. Indes in Erkenntnis der Gefahr, die der böhmischen Armee dadurch drohte, kehrte Eugen, durch die russischen Garden unter Jermolow auf 15,000 Mann verstärkt, am 28. auf die große Straße zurück und erreichte am Abend glücklich vor Vandamme Peterswalde. Hier wurden die Russen am 29. früh angegriffen und in den Teplitzer Talkessel auf K. zurückgeworfen. Sie sammelten sich aber bei Priesten wieder und behaupteten an diesem Tage ihre Stellung gegen die heftigen Angriffe Vandammes. Dieser, im Glauben, daß, wie früher befohlen war, Mortier und Saint-Cyr mit ihren Korps ihm folgten, erneuerte mit großer Energie am 30. den Angriff auf die Verbündeten, die sich inzwischen durch russische und österreichische Truppen auf 45,000 Mann vermehrt hatten, und die nun Barclay befehligte. Da erschien im Rücken der Franzosen das preußische Korps Kleists, das über den Kamm des Gebirges nach Nollendorf marschiert war. Gegen 10 Uhr vormittags griff es in den Kampf ein, die Russen und Österreicher eroberten K. und brachten die Franzosen in gänzliche Verwirrung, während alle Versuche derselben, nach Peterswalde durchzubrechen, von den Preußen zurückgeschlagen wurden. Die Niederlage war vollkommen; Vandamme mußte sich mit 10,000 Mann den Siegern ergeben. 5000 Franzosen waren gefallen, zahlreiche Geschütze, Trophäen und alle Bagage genommen. Drei Denkmäler bei Arbesau: ein preußisches (1817), ein österreichisches (1835) und ein russisches (1837), erinnern an den Sieg. Vgl. Aster, Die Kriegsereignisse im August 1813 und die Schlacht bei K. (Dresd. 1845); Helldorf, Zur Geschichte der Schlacht bei K. (Berl. 1856); v. Helfert, Die Schlacht bei K. (Wien 1863); Uhlig v. Uhlenau, Das Kriegsjahr 1813 mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei K. (Dresd. 1863).
   2) (Culm) Kreisstadt im preuß. Regbez. Marienwerder, 2 km von der Weichsel, auf dem hohen Rande der Niederung, noch von einer Stadtmauer aus dem 13. Jahrh. umgeben, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Kornatowo-K. und K.-Unislaw, hat 2 evangelische und 2 kath. Kirchen, Synagoge, ein altertümliches Rathaus, Gymnasium, Realschule, ein Kloster der Barmherzigen Schwestern, ein Denkmal des Kaisers Friedrich III., Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Eisengießerei mit Maschinenbau und Kesselschmiederei,

[Bd. 6, Sp. 786]


Faßreifenfabriken, Dampfschneidemühlen, Essigfabrikation, Bierbrauerei, Ziegeleien, Getreidehandel, Schiffahrt und (1900) mit der Garnison (ein Jägerbataillon Nr. 2 und eine Maschinengewehrabteilung Nr. 4) 11,079 Einw., davon 3530 Evangelische und 339 Juden. Das 1776 von Friedrich II. gegründete Kadettenhaus wurde 1. Okt. 1890 nach Köslin verlegt. K. ward vom Herzog Konrad von Masovien dem ersten Bischof von Preußen, Christian, geschenkt und von Friedrich II. 1226 dem Deutschen Ritterorden verliehen. Dieser legte 1232 die Stadt K. weiter unterhalb an der Weichsel an und gab ihr (und zugleich Thorn) in der Kulmischen Handfeste 1233 eine deutsche Städteordnung, die ein Vorbild für alle Städtegründungen im Ordensland wurde (vgl. Handfeste). 1244 wurde K. vom Herzog Swantepolk von Pomerellen belagert, indessen von den Frauen des Ortes erfolgreich verteidigt. Der Papst erlaubte dem Hochmeister 1387, in K. eine Universität zu gründen. K. wurde später Mitglied der Hansa, beteiligte sich dann an dem Aufstand gegen die Ordensherrschaft und wurde 1466 auf Grund des zweiten Friedens zu Thorn an Polen abgetreten, von dem es 1772 an Preußen kam. Das Kulmer Land, zwischen Weichsel, Drewenz und Ossa, bildet in seinem Hauptteil eine sehr fruchtbare, fast ebene Landschaft, die nur selten über 120 m ansteigt, mit zahlreichen Gütern. Vgl. Schultz, Geschichte der Stadt u. des Kreises K. (Danz. 1876) und Geschichte der Stadt K. im Mittelalter (das. 1888); Brauns, Geschichte des Kulmer Landes bis zum Thorner Frieden (2. Aufl., Thorn 1881).
 
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Kulmann, Elisabeth, deutsch-russ. Dichterin, geb. 5. Juli (a. St.) 1808 in St. Petersburg, gest. daselbst 19. Nov. (a. St.) 1825, entstammte einer deutschen, aus dem Elsaß nach Rußland eingewanderten Familie, zeichnete sich durch ein beispielloses Sprachtalent und große, von Goethe, Jean Paul u. a. warm anerkannte poetische Anlagen aus. Sie trat als Übersetzerin und Originaldichterin (in russischer, deutscher und italienischer Sprache) hervor. Ins Russische übersetzte sie Anakreon und Alfieris »Saul« und bearbeitete viele außereuropäische und orientalische Märchen in russischer Sprache, ins Deutsche übertrug sie Trauerspiele des russischen Dichters Oserow u. a. Die russische Akademie der Wissenschaften besorgte eine Ausgabe ihrer Werke (Petersb. 1833). Ihre »Sämtlichen Dichtungen« mit Biographie wurden von K. F. v. Großheinrich (8. Aufl., Frankf. a. M. 1857) herausgegeben; eine Auswahl erschien in Heidelberg 1875.
 
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Kulmbach (Culmbach), unmittelbare Stadt im bayr. Regbez. Oberfranken, am Weißen Main und an der Staatsbahnlinie München-Bamberg-Hof, 328 m ü. M., hat 3 evangelische und eine kath. Kirche, eine Real- und eine Präparandenschule, Waisenhaus, Museum, Amtsgericht, Bezirksamt, Berginspektion, Forstamt, Bezirksgremium, Reichsbanknebenstelle, Agentur der Bayrischen Notenbank, 15 Bierbrauereien (darunter 4 große Aktienbrauereien) mit einer jährlichen Ausfuhr von 800,000 hl, bedeutende Mälzereien und Böttchereien, mechanische Baumwollspinnerei (62,000 Spindeln), Leinwand-, Baumwollwaren- und Plüschfabrikation, mechanische Weberei, eine Zementwaren-, 2 Maschinen- und eine elektrotechnische Fabrik, Eisengießerei, Färberei, Gerberei, Ziegelbrennerei, Farbholzmühle, Trebertrockenanlage, 4 Kunstmühlen und (1900) 9428 meist evang. Einwohner. Östlich von K., auf einem 426 m hohen Felsen, die ehemalige Bergfestung Plassenburg, 13981603 Residenz der hohenzollernschen Markgrafen von K. (später von Bayreuth benannt), gehörte 17911806 zu Preußen, wurde dann von den Franzosen eingenommen und 1807 geschleift, jetzt Zuchthaus für männliche Sträflinge und Archiv für das Fürstentum Bayreuth. Die Herrschaft Plassenburg mit der Stadt K. gehörte anfangs den Herzogen von Meran, kam nach deren Aussterben (1248) an die Grafen von Orlamünde und ward 1338 an die Burggrafen von Nürnberg verkauft. Die Markgrafschaft Bayreuth, die 1486 nach der Teilung der fränkischen Fürstentümer entstand, wurde auch nach der zugehörigen Stadt K. benannt; deshalb spricht man, besonders im 16. Jahrh., auch von Markgrafen von Brandenburg-K. Vgl. Huther, K. und Umgebung (Kulmb. 1886); Stein, K. und die Plassenburg in alter und neuer Zeit (das. 1903); Chr. Meyer, Quellen zur Geschichte der Stadt K. (Münch. 1895).
 
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Kulmbach, Hans von, eigentlich Hans Süß, nach seinem Geburtsort in Franken Hans von K. genannt, Maler und Zeichner für den Holzschnitt, geb. um 1485, gest. 1522 in Nürnberg, war Schüler Jacopos de' Barbari in Nürnberg und arbeitete dann (noch 1518) in der Werkstatt und im Dienste Dürers, unter dessen Leitung er an Dürer gelangte Aufträge ausführte, soz. B. Christus in der Kelter (in der Stiftskirche zu Ansbach). Sein Hauptwerk ist der Tuchersche Altar in der St. Sebalduskirche zu Nürnberg, die Madonna auf dem Thron, daneben die heil. Katharina und Barbara, 1513 nach Dürers Zeichnung gemalt. Diesem Werk zunächst kommt eine figurenreiche Anbetung der Könige von 1511 (im Berliner Museum), die in der Charakteristik unter dem Einfluß Dürers steht, während die leuchtende Farbe auf Jacopo de' Barbari weist. Eine große Anzahl Bilder von ihm befindet sich in Krakau, unter andern eine Reihe von Szenen aus dem Leben der heil. Katharina in der dortigen Marienkirche. Vgl. Koelitz, Hans Süß von K. (Leipz. 1891).
 
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Külmet (Kilmit), früher Getreidemaß der russ. Ostseeprovinzen: in Esthland zu 12 Stoof = 14,124 Lit., in Riga zu 9 neuen Stoof = 11,48 L., anderthalbfach in Dorpat u. doppelt so groß sonst in Livland.
 
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Kulmformation, s. Meyers Kulm.
 
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Kulmination (neulat.), Erreichung des höchsten oder Gipfelpunktes (lat. culmen); speziell in der Astronomie der Durchgang eines Gestirns durch den Meridian. Die obere K. findet auf der nördlichen Halbkugel auf der Südseite des Pols statt, die untere auf der Nordseite, aber oberhalb des Horizonts nur bei den Zirkumpolarsternen. Die Kulminationshöhe, vermindert um die Äquatorhöhe, ist die Deklination des Sternes; der Unterschied der Kulminationszeiten zweier Sterne ist gleich ihrer Rektaszensionsdifferenz. Kulminieren, den höchsten Punkt erreichen, gipfeln.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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