Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kulleh bis Kulmann (Bd. 6, Sp. 785 bis 786)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kulleh (Kolleh, Kula), Ölmaß im nordwestlichen Afrika, auch für Milch, Essig etc.: in Tanger zu 28 Artal = 24,035 Lit. oder an Gewicht = 21,32 kg, sonst in Marokko kleiner, in Algerien früher = 162/3 L., in Tunis 1/2 Mettar = 10,08 L.
 
Artikelverweis 
Kullen (Kullaberg), Berggruppe im schwed. Län Malmöhus, die den sogen. Schonenschen Bergrücken fortsetzt und den äußersten Teil der westlichsten, zwischen dem Öresund und der Skelder- oder Kullabucht vorspringenden Landspitze bildet. Der Rücken des K. ist uneben durch mehrere abgetrennte kleinere Höhen, deren höchster Gipfel 188 m über das Kattegat sich erhebt, aus rötlichem, gneisartigem Granit besteht und den Seefahrern weit sichtbar ist. Auf dem äußersten Felsen, der sich nordwestlich in das Meer erstreckt, ist ein Leuchtturm (Kullafyr) erbaut. Am Fuß des Berges liegen mehrere Fischerdörfer mit Seebädern.
 
Artikelverweis 
Kullge (Hohe K.), s. Meyers Katzbachgebirge.
 
Artikelverweis 
Kullmann, Eduard, bekannt durch sein Attentat auf den Fürsten Bismarck, geb. 14. Juli 1853 in Neustadt-Magdeburg, gest. 16. März 1892 im Zuchthaus zu Amberg, Böttchergeselle von Beruf, trat in Salzwedel in einen katholischen Gesellenverein, beschloß, roh und gewalttätig, auch durch Flugblätter und Vorträge aufgereizt, Bismarck als Urheber des Kulturkampfes zu ermorden, und schoß 13. Juli 1874 in Kissingen mit einer Pistole nach ihm, verwundete ihn aber nur leicht. K. wurde zu 14 Jahren Zuchthaus und wegen Unbotmäßigkeit vor Ablauf dieser Strafe von neuem verurteilt.
 
Artikelverweis 
Küllstedt, Dorf im preuß. Regbez. Erfurt, Landkreis Mühlhausen, auf dem Eichsfeld, an der Staatsbahnlinie Treysa-Leinefelde, hat eine kath. Kirche, Weberei für Flanell, halbwollene und wollene Kleiderstoffe, Strumpfstrickerei und (1900) 2136 Einw.
 
Artikelverweis 
Kulluk (türk.), Hauptwache, auch kleines Grenzfort.
 
Artikelverweis 
Kulm (Kulmformation), untere Abteilung der Steinkohlenformation (s. d.) in der Schiefer- und Sandsteinfazies.
 
Artikelverweis 
Kulm (Kolm), abgerundeter Berggipfel, auch Name einzelner Berge, besonders in Thüringen, Sachsen und Bayern: 1) Lobensteiner K., Berg im Frankenwald, südwestlich von Lobenstein, 728 m hoch, mit Turm und schöner Rundsicht. 2) Saalfelder K., Berg nördlich von Saalfeld, rechts an der Saale, 486 m hoch, mit eisernem, 19 m hohem Turm und herrlicher Aussicht. 3) Rauher K., Berg im SW. des Fichtelgebirges, von diesem durch die Waldnab getrennt, bei Neustadt, 682 m hoch. 4) K. bei Mönchröden, Berg südlich vom Thüringer Wald, nordöstlich von Koburg, 462 m hoch. 5) S. Meyers Kolmberg.
 
Artikelverweis 
Kulm, Bistum in der preuß. Provinz Westpreußen, dessen Sprengel sich über das Gebiet zwischen Weichsel, Ossa und Drewenz erstreckte und das zunächst dem Erzbistum Riga, seit 1466 dem von Gnesen unterstellt war. Der Bischofssitz war ursprünglich Kulmsee, später Löbau, jetzt Pelplin (im Kreise Stargard). Das Bistum wurde 1245 vom Papst Innozenz IV. gestiftet und besteht noch. Vgl. »Urkundenbuch des Bistums K.«, bearbeitet von Wölky (Kulm 188487).
 
Artikelverweis 
Kulm, 1) Dorf in Böhmen, Bezirksh. Aussig, am Fuße des Erzgebirges, an der Staatsbahnlinie Bodenbach-Komotau, hat ein Schloß des Grafen Westphalen mit Park, Bierbrauerei, Eisengießerei, Braunkohlenbergbau und (1900) 1081 deutsche Einwohner. K. ist berühmt durch die hier 29. und 30. Aug. 1813 gelieferte Schlacht zwischen den Franzosen unter Vandamme und den verbündeten Preußen und Russen. Nach der Schlacht bei Dresden (26. u. 27. Aug.), in der die Verbündeten, Russen, Preußen und Österreicher, von Napoleon zurückgeschlagen worden waren, und auf die Kunde, daß der französische General Vandamme nach einem heftigen Kampfe gegen eine russische Heeresabteilung unter dem Herzog Eugen von Württemberg die Elbe 26. Aug. überschritten und Pirna am 27. besetzt habe, um den Verbündeten den Weg nach Böhmen auf der großen Straße nach Teplitz abzusperren, wollten diese den Rückzug über das Gebirge erzwingen. Indes in Erkenntnis der Gefahr, die der böhmischen Armee dadurch drohte, kehrte Eugen, durch die russischen Garden unter Jermolow auf 15,000 Mann verstärkt, am 28. auf die große Straße zurück und erreichte am Abend glücklich vor Vandamme Peterswalde. Hier wurden die Russen am 29. früh angegriffen und in den Teplitzer Talkessel auf K. zurückgeworfen. Sie sammelten sich aber bei Priesten wieder und behaupteten an diesem Tage ihre Stellung gegen die heftigen Angriffe Vandammes. Dieser, im Glauben, daß, wie früher befohlen war, Mortier und Saint-Cyr mit ihren Korps ihm folgten, erneuerte mit großer Energie am 30. den Angriff auf die Verbündeten, die sich inzwischen durch russische und österreichische Truppen auf 45,000 Mann vermehrt hatten, und die nun Barclay befehligte. Da erschien im Rücken der Franzosen das preußische Korps Kleists, das über den Kamm des Gebirges nach Nollendorf marschiert war. Gegen 10 Uhr vormittags griff es in den Kampf ein, die Russen und Österreicher eroberten K. und brachten die Franzosen in gänzliche Verwirrung, während alle Versuche derselben, nach Peterswalde durchzubrechen, von den Preußen zurückgeschlagen wurden. Die Niederlage war vollkommen; Vandamme mußte sich mit 10,000 Mann den Siegern ergeben. 5000 Franzosen waren gefallen, zahlreiche Geschütze, Trophäen und alle Bagage genommen. Drei Denkmäler bei Arbesau: ein preußisches (1817), ein österreichisches (1835) und ein russisches (1837), erinnern an den Sieg. Vgl. Aster, Die Kriegsereignisse im August 1813 und die Schlacht bei K. (Dresd. 1845); Helldorf, Zur Geschichte der Schlacht bei K. (Berl. 1856); v. Helfert, Die Schlacht bei K. (Wien 1863); Uhlig v. Uhlenau, Das Kriegsjahr 1813 mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei K. (Dresd. 1863).
   2) (Culm) Kreisstadt im preuß. Regbez. Marienwerder, 2 km von der Weichsel, auf dem hohen Rande der Niederung, noch von einer Stadtmauer aus dem 13. Jahrh. umgeben, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Kornatowo-K. und K.-Unislaw, hat 2 evangelische und 2 kath. Kirchen, Synagoge, ein altertümliches Rathaus, Gymnasium, Realschule, ein Kloster der Barmherzigen Schwestern, ein Denkmal des Kaisers Friedrich III., Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Eisengießerei mit Maschinenbau und Kesselschmiederei,

[Bd. 6, Sp. 786]


Faßreifenfabriken, Dampfschneidemühlen, Essigfabrikation, Bierbrauerei, Ziegeleien, Getreidehandel, Schiffahrt und (1900) mit der Garnison (ein Jägerbataillon Nr. 2 und eine Maschinengewehrabteilung Nr. 4) 11,079 Einw., davon 3530 Evangelische und 339 Juden. Das 1776 von Friedrich II. gegründete Kadettenhaus wurde 1. Okt. 1890 nach Köslin verlegt. K. ward vom Herzog Konrad von Masovien dem ersten Bischof von Preußen, Christian, geschenkt und von Friedrich II. 1226 dem Deutschen Ritterorden verliehen. Dieser legte 1232 die Stadt K. weiter unterhalb an der Weichsel an und gab ihr (und zugleich Thorn) in der Kulmischen Handfeste 1233 eine deutsche Städteordnung, die ein Vorbild für alle Städtegründungen im Ordensland wurde (vgl. Handfeste). 1244 wurde K. vom Herzog Swantepolk von Pomerellen belagert, indessen von den Frauen des Ortes erfolgreich verteidigt. Der Papst erlaubte dem Hochmeister 1387, in K. eine Universität zu gründen. K. wurde später Mitglied der Hansa, beteiligte sich dann an dem Aufstand gegen die Ordensherrschaft und wurde 1466 auf Grund des zweiten Friedens zu Thorn an Polen abgetreten, von dem es 1772 an Preußen kam. Das Kulmer Land, zwischen Weichsel, Drewenz und Ossa, bildet in seinem Hauptteil eine sehr fruchtbare, fast ebene Landschaft, die nur selten über 120 m ansteigt, mit zahlreichen Gütern. Vgl. Schultz, Geschichte der Stadt u. des Kreises K. (Danz. 1876) und Geschichte der Stadt K. im Mittelalter (das. 1888); Brauns, Geschichte des Kulmer Landes bis zum Thorner Frieden (2. Aufl., Thorn 1881).
 
Artikelverweis 
Kulmann, Elisabeth, deutsch-russ. Dichterin, geb. 5. Juli (a. St.) 1808 in St. Petersburg, gest. daselbst 19. Nov. (a. St.) 1825, entstammte einer deutschen, aus dem Elsaß nach Rußland eingewanderten Familie, zeichnete sich durch ein beispielloses Sprachtalent und große, von Goethe, Jean Paul u. a. warm anerkannte poetische Anlagen aus. Sie trat als Übersetzerin und Originaldichterin (in russischer, deutscher und italienischer Sprache) hervor. Ins Russische übersetzte sie Anakreon und Alfieris »Saul« und bearbeitete viele außereuropäische und orientalische Märchen in russischer Sprache, ins Deutsche übertrug sie Trauerspiele des russischen Dichters Oserow u. a. Die russische Akademie der Wissenschaften besorgte eine Ausgabe ihrer Werke (Petersb. 1833). Ihre »Sämtlichen Dichtungen« mit Biographie wurden von K. F. v. Großheinrich (8. Aufl., Frankf. a. M. 1857) herausgegeben; eine Auswahl erschien in Heidelberg 1875.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer