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Kuhstar bis Kuka (Bd. 6, Sp. 780 bis 781)
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Artikelverweis Kuhstar, s. Meyers Kuhvogel.
 
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Kuhvogel (Kuhstar, Molothrus Sws.), Gattung der Sperlingsvögel aus der Familie der Stärlinge (Icteridae) und der Unterfamilie der Schwarzvögel (Quiscalinae), Vögel mit kurzem, konischem, fast geradem, sehr spitzem Schnabel, ziemlich langen, spitzen Flügeln, mittellangem, abgestutztem Schwanz und zierlichen, mittelhohen Füßen mit dünnen Zehen und wenig gebogenen Krallen. Die Kuhvögel leben als Herdenvögel in polyandrischen Gesellschaften, die dreimal soviel Männchen als Weibchen enthalten. Das Weibchen von M. bonariensis Gmel. in Südamerika soll in einem Sommer 60100 Eier legen. Diese sind sehr hartschalig, nach Farbe und Zeichnung nur bei demselben Weibchen gleich und werden in die Nester andrer Vögel, besonders kleiner Singvögel, gelegt, wobei sich viel Übereinstimmung mit den Gewohnheiten des Kuckucks zeigt. Die Kuhvögel legen aber bisweilen mehrere Eier in dasselbe Nest. Da die Kuhvögel auf dem Rücken des weidenden Viehes leben, um die Schmarotzer abzulesen, so sind sie an die Herden und ihr Wanderleben gebunden. Man hat hieraus die Entstehung des Instinktes, die Brutpflege andern Vögeln zu überlassen, abgeleitet. Einige Arten der Gattung, wie M. badius Vieill. in Argentinien, Paraguay und Bolivia, bauen eigne Nester und brüten selbst. Der gemeine K. (M. pecoris Sws., s. Tafel Meyers »Sperlingsvögel III«, Fig. 3), 19 cm lang, 30 cm breit, ist bräunlichschwarz mit rußbraunem Kopf und Hals, dunkelbraunem Auge, Fuß und Schnabel, findet sich weitverbreitet in Nordamerika, in den nördlichen Staaten von März bis Oktober, besonders an Sümpfen, auf Wiesen. Er legt seine verhältnismäßig kleinen, blaß blaugrauen, braun gefleckten und gestrichelten Eier einzeln in fremde Nester.
 
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Kuhweide, s. Meyers Koppelweide.
 
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Kuilenburg (spr. keulenbörch, Culenborg, Culemborg), Stadt in der niederländ. Provinz Geldern, an der Staatsbahnlinie Utrecht-Boxtel, am Lek (mit einer 1300 m langen Eisenbahnbrücke), hat ein gotisches Rathaus (von 1534), Fabrikation von Zigarren, Glas, Bändern und Stühlen, eine Dampfsägemühle, Handel, Schiffahrt und (1902) als Gemeinde 8280 Einw.
 
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Kuilu, 1) Fluß in Französisch-Kongo, entspringt als Niadi auf einem etwa 500 m hohen Scheidegebirge im NNW. vom Stanley Pool, durchbricht nach Aufnahme des Lalli bei Makabana in südwestlicher Richtung das aus altem Gestein bestehende Randgebirge terrassenförmig in schmalen Engpässen. Bei 600 km Länge ist der Fluß schiffbar vom Atlantischen Ozean bis Ngotu (etwa 60 km) für Dampfer und oberhalb der Katarakte von Matabana bis Stephanieville (200 km) für Boote. Doch besitzt Frankreich, dem 1884 die vom Kongostaat dort errichteten Stationen zugefallen sind, im K.-Niadi eine leidliche Zufahrtsstraße zum Stanley Pool, da nur ein schmaler Rücken die beiderseitigen Zuflüsse (Lukuni und Djue) trennt. Vgl. Voulgre, Le Loango et la vallée da Kouilou (Par. 1827). 2) Nebenfluß des Meyers Kuango (s. d.), auch Djuma genannt.
 
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Kuirenga, Hauptstadt der Meyers Wahehe (s. d.).
 
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Kujavĭen, ein vormals selbständiges und später mit Polen vereinigtes Fürstentum am linken Ufer der Weichsel, jetzt größtenteils zur preußischen Provinz Posen gehörig, mit der Hauptstadt Brzesc, hieß sonst auch Wladislawa, von der Hauptstadt Wladislaw, und enthält die frühern Woiwodschaften Inowladislaw und Brzesc. Von K. führte der Bischof zu Wladislaw den Titel eines Bischofs von K. und Pomerellen. Vgl. Pawinski, Geschichte des Landes K. (poln., Warsch. 1888); Borucki, Das Land K. (poln., das. 188386).
 
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Kujōn (franz. coyon od. couillon, ital. coglione), feiger, unmännlicher Schuft, ein seit dem 17. Jahrh. auch in Deutschland aufgenommenes romanisches Schimpfwort, das in Frankreich besonders auf den verhaßten Concini (s. Meyers Ancre) angewendet wurde, wie viele damalige Karikaturen zeigen, die das Schimpfwort coyon meist in dreifacher Wiederholung und mit ehrenrührigen Anspielungen trugen. Kujonieren, jemand niederträchtig behandeln.
 
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Kujundschik, Ort, s. Meyers Ninive.
 
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Kujundžić (spr. -dschitch), Milan, serb. Gelehrter, geb. 16. Febr. 1842 in Belgrad, gest. 26. Nov. 1895, studierte in Wien, München, Paris und Oxford Philosophie, war 187383 Professor an der Hochschule

[Bd. 6, Sp. 781]


in Belgrad, 188285 Präsident der Skupschtina, darauf außerordentlicher Gesandter in Rom, 18861887 Unterrichtsminister. Er schrieb einige philosophische Schriften (»Die Philosophie in Serbien«, 1868; »Über den Fortschritt der Menschheit«, 1871; »Die Lehre vom Gewissen«, 1872) und gab unter dem Pseudonym Aberdar zwei Bändchen lyrischer Gedichte heraus (Belgrad 1868 u. 1870); seit 1873 redigierte er den »Glasnik« (Zeitschrift der Serbischen gelehrten Gesellschaft).
 
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Kuka (Kukaua), halb zerfallene (nach Foureau) Hauptstadt des ehemaligen Negerreiches Meyers Bornu (s. d.) im Sudân, in einförmiger Sandgegend 7 km westlich vom Tsadsee, der es häufig überschwemmte, bestand aus zwei 1 km entfernten Städten, der östlichen (Billa Ghedibe), Sitz des Scheichs, des Hofes und der vornehmen Welt, und der westlichen, quadratisch gebauten (Billa Futebe) mit der Masse des Volkes und der Fremden. Die Straßen wurden meist von den nackten, grauen Mauern häßlicher, wenig widerstandsfähiger Häuser eingerahmt; doch zeigten sie früher (nach Nachtigal) heiteres und fröhliches Leben. Die Bewohner waren sehr betriebsam, so daß die Stadt 60,000, mit Vorstädten 100,000 Einw. (meist Kanuri) zählte, zu denen der lebhafte Handel, besonders an den Montagsmärkten (Sklaven, Pferde, Leder- und Baumwollwaren), noch etwa 10,000 Menschen brachte. K. wurde 1898 von Rabbeh (s. d.), einem frühern Sklaven des Ägypters Meyers Sobehr (s. d.), der Bornu unterworfen hatte, zerstört und dem Erdboden gleichgemacht; an seine Stelle trat Dikoa (30 km südlich vom Tsadsee), ein von den Herrschern Bornus wiederholt zur Residenz gewählter Ort. Im Frühjahr 1902 beschloß die britische Regierung, das Tsadseegebiet tatsächlich in Besitz zu nehmen, in K. einen Residenten einzusetzen und zwei Kompanien als dauernde Garnison dahin zu legen; auch wurde der damals durch Oberst Morland aus Dikoa nach Mongono zurückgeholte Dscherbai, ein Sohn des 1893 von Kiyari entthronten Abâ Hâschim und Sultan von Englisch-Bornu, der vor den Zeiten Rabbehs und Fad el- Meyers Allahs (s. d.) dort geboten hatte, veranlaßt, das verlassene K. von neuem als Residenz zu beziehen.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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