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Küchm bis Kuckucksei (Bd. 6, Sp. 764 bis 765)
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Artikelverweis Küchm., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für F. Meyers Küchenmeister (s. d.).
 
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Kuči (spr. -tschi), tapferer Volksstamm im gebirgigen Südosten Montenegros im Kučiland, zwischen Moratscha und Cijewna (höchster Punkt der Kutschki Kom, 2488 m). Die 15,000 Köpfe starken K. zerfallen in die beiden Stämme K. Drekalovići und K. Krajna und waren ursprünglich albanesisch und katholisch, sprechen jetzt aber serbisch und sind griechisch-orthodox. Die nördliche Hälfte ihres Gebietes wurde schon 1849 mit Montenegro vereinigt, die südliche Hälfte 1880.
 
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Kücken (Küchel, Küchlein), junge Hühnervögel.
 
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Kücken, Friedrich Wilhelm, Komponist, geb. 16. Nov. 1810 in Bleckede bei Lüneburg, gest. 3. April 1882 in Schwerin, erhielt seine musikalische Ausbildung durch Lührß in Schwerin, sodann durch Birnbach in Berlin und zuletzt, nachdem er längst durch Lieder bekannt geworden, noch durch Sechter in Wien und Halévy in Paris und wurde 1851 zweiter, nach Lindpaintners Tod (1856) aber erster Kapellmeister in Stuttgart. Seit 1862 lebte er ohne öffentliches Amt in Schwerin. Durch eine große Zahl Lieder und Männerchöre in ansprechender Melodik erlangte K. große Popularität, doch haben seine Werke, unter denen sich auch zwei Opern, Kammermusikwerke u. a. finden, keinen Anspruch auf dauernde Beachtung.
 
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Kückenmühle, Idiotenanstalt, s. Meyers Nemitz.
 
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Kuckuck (Cuculus L.), Gattung der Klettervögel aus der Familie der Kuckucke (Cuculidae), schlank gebaute Vögel mit kleinem, sanft gebogenem, an der Basis breitem Schnabel, langen, spitzen Flügeln, langem, abgerundetem Schwanz und kurzen, paarzehigen, teilweise befiederten Füßen. Die 22 Arten der Gattung leben in der Alten Welt und in Australien; alle sind Wald- oder doch Baumvögel, die nordischen wandern, die südlichern streifen umher; sie sind unruhig, flüchtig, scheu, leben einsam, nähren sich fast ausschließlich von Kerbtieren, besonders von deren Larven, vor allem von haarigen Raupen, verschmähen aber auch kleine Wirbeltiere nicht und rauben Eier aus den Nestern. Sie brüten nicht selbst, sondern legen ihre Eier meist einzeln in die Nester andrer Vögel, aus denen sie dabei ein Ei entfernen, das öfters verschlungen wird. Die Erziehung eines Kuckucks derjenigen Arten, die ihre Eier in die Nester kleinerer Vögel legen, hat regelmäßig die Vernichtung der Brut der Pflegeeltern zur Folge. Von den zwei europäischen Arten ist unser K. (Gauch, C. canorus L., s. Tafel Meyers »Klettervögel I«, Fig. 6) 36 cm lang, 63 cm breit, oben aschgrau, auf der Unterseite grauweiß, Brust und Bauch mit schwärzlichen Querstreifen, auf dem Schwanz weiß gefleckt. Er bewohnt den Norden der Alten Welt, besonders höhere Breiten (bis 70°), geht östlich bis Japan, steigt im Gebirge bis zur Schneegrenze und wandert südlich bis zu den Sundainseln und Südwestafrika. Bei uns weilt er von Ende April bis Anfang September. Obwohl Baumvogel, findet er sich doch auch auf kahlen Strecken, die reich an kleinen Vögeln sind, am häufigsten in Mischwaldungen und wasserreichen Niederungen. Er behauptet ein großes Revier, ist stets in Bewegung, fliegt zierlich, schnell, falkenähnlich, bewegt sich aber auf dem Boden ungeschickt, schreit viel und ist ungemein gefräßig. Es gibt sehr viel mehr Männchen als Weibchen (5:1, nach andern 15:1). Das Weibchen durchfliegt die Reviere mehrerer Männchen, gibt sich jedem hin und lebt nie mit einem einzelnen in längerer Gemeinschaft; doch wird ihm das Revier, in dem es sein erstes Ei untergebracht hat, zur engern Heimat, in die es jährlich wie das Männchen zurückkehrt. Gegen andre Vögel verträglich, verfolgt der K. seinesgleichen mit blinder Wut, weil er in jedem einen Nebenbuhler sieht. Er selbst wird von den kleinen Vögeln, denen er seine Eier aufbürdet, beständig angefeindet. Man kennt ca. 70 Vogelarten, die gelegentlich Kuckuckseier ausbrüten; mit seltenen Ausnahmen werden aber nur die Nester von Insektenfressern, am häufigsten die der Schilfsänger, Stelzen, Grasmücken und Pieper, vom K. heimgesucht. Die Kuckuckseier wechseln in Größe zwischen Lerchen- und Taubeneiern und ebenso stark in der Färbung, dasselbe Weibchen legt aber immer gleiche Eier, die es vorwiegend bei Vögeln mit ähnlichem Gelege unterbringt (s. Tafel Meyers »Eier I«, Fig. 328 u. b). Wie es scheint, legt jedes Weibchen nur in die Nester ein und derselben Art, wahrscheinlich derjenigen, in deren Nest es aufgewachsen war, und nur im Notfall in die Nester andrer Vögel (wo dann das Kuckucksei durch abweichende Färbung auffällt), in jedes Nest nur ein Ei, und wenn sich bereits Eier des Pflegers in dem Neste befinden. In der Regel legt das Weibchen das Ei auf die Erde und trägt es mit dem Schnabel in das Nest. Die Bebrütung dauert 11 Tage, und das Kuckucksei kommt wegen seiner Größe in Nestern kleinerer Vögel fast immer zuerst aus, worauf das in der Nähe sich aufhaltende Kuckucksweibchen die noch nicht ausgekommenen Eier des Pflegevogels aus dem Nest hinauswirft. Nur wenn das Weibchen vorher seinen Tod gefunden hat, findet man ausgekommene eigne Junge mit dem K. in demselben Nest zusammen. Man nimmt an, daß das Weibchen nach je 68 Tagen ein Ei lege. Der junge K. wächst schnell, bedarf vieler Nahrung. Die Nestpflege beträgt in der Regel 19 Tage. Zur Erklärung der Gewohnheit des Kuckucks, seine Eier in fremde Nester zu legen, hat man auf die Kuhvögel (s. d.) verwiesen, die sich von Schmarotzern auf der Haut und im Pelz wandernder großer Säugetiere ernähren und deshalb nicht imstande sind, eigne Nester zu bauen, vielmehr ihre Eier ebenfalls andern Vögeln unterschieben müssen. Der K. dürfte ebenfalls mit den großen Säugern in Kommensalismus gelebt haben, die einst ausgedehnte Steppen Europas bewohnten, nach deren Verschwinden eine andre Ernährungsweise angenommen, die Gewohnheit aber, in fremde Nester zu legen, beibehalten haben. In Gefangenschaft wird der K. leicht zahm. In Italien und Griechenland erlegt man ihn auch für die Küche. In der Mythologie ist der K. der Vogel des Frühlings, der Verkünder der heißen Jahreszeit, der ersten Gewitter, oft auch ein phallisches Symbol; er sitzt auf dem Zepter der Hera, und sein Ruf galt als gutes Vorzeichen für Heiratslustige. Er ist auch der treulose Ehemann (cuculus der Römer), der Spötter, anderseits der Ehemann einer treulosen Frau (cuckold im Englischen, cocu im Französischen). Da niemand sieht, wie der K. verschwindet, so ist er unsterblich, er hat alles gesehen und weiß alles, daher prophezeit er die Lebensdauer. In sprichwörtlichen Redensarten (»zum K.«, »des Kuckucks werden« etc.) lebt er als altheidnischer Zaubervogel (für Teufel) fort. Vgl. Baldamus, Das Leben der

[Bd. 6, Sp. 765]


europäischen Kuckucke (Berl. 1892); Rey, Altes und Neues aus dem Haushalte des Kuckucks (Leipz. 1892). Der Häherkuckuck (Coccystes glandarius L.), 40 cm lang, mit großen weißen Flecken auf den Flügeldeckfedern und Armschwingen, bewohnt Südeuropa, Südwestasien und Afrika und ist auch in Deutschland erlegt worden. Er legt seine Eier in die Nester der Krähen und Elstern.
 
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Kuckuck, Kartengesellschaftsspiel mit Pikett- oder Whistkarte, je nach Zahl der Teilnehmer. Kartenwert: König, Dame etc. bis herab zum As. Jeder erhält ein Blatt; Vorhand und danach die andern erklären sich zufrieden oder fordern vom rechten Nachbar Befriedigung. In diesem Falle muß der Nachbar mit dem Fordernden tauschen; nur wenn er einen König hat, ruft er K.! und jener muß sich bescheiden. Der Geber wird durch das unterste oder, falls dies ein König, durch das nächstfolgende Blatt des Talons befriedigt. Hierauf deckt man die Blätter auf, und das oder die niedrigsten verlieren.
 
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Kuckucksbienen, s. Meyers Schmarotzerbienen.
 
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Kuckucksblume, soviel wie Knabenkraut, s. Meyers Orchis; auch soviel wie Lychnis flos cuculi oder Cardamine pratensis.
 
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Kuckucksblütler, s. Meyers Orchideen.
 
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Kuckucksei, volkstümlicher Ausdruck für ein fremdes Erzeugnis, etwas Untergeschobenes, weil der Kuckuck seine Eier zum Ausbrüten in fremde Nester legt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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