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Krung-Kao bis Krüppel (Bd. 6, Sp. 750 bis 751)
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Artikelverweis Krung-Kao, s. Meyers Ajuthja.
 
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Krupa, Festung und Bezirksort in Bosnien (Kreis Bihač), an der Unna, mit (1895) 2863 griechisch-orthodoxen Einwohnern, gehörte früher den Rhodiserrittern, dann dem Grafen von Zrinyi und ist durch die 1524 hier erfolgte Niederlage der Türken, die es 1565 eroberten, bekannt.
 
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Krupanj, Flecken im Königreich Serbien, Kreis Podrinje, am Flüßchen Tschadjawitza, Sitz des Radjewaer Bezirkshauptmanns, mit 880 Einw. Die Gegend um K. ist reich an silberhaltigen Antimon- und Bleierzen. Das 1871 errichtete Hüttenwerk hat sich bisher wenig rentiert.
 
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Krupbohne, s. Meyers Bohne.
 
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Krüper, Vogel, s. Meyers Baumläufer.
 
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Kruperbse, s. Meyers Erbse.
 
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Krupp, s. Diphtherie. K. bei Haustieren, s. Meyers Bräune.
 
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Krupp, Alfred, Industrieller, geb. 26. April 1812 in Essen, gest. daselbst 14. Juli 1887. Sein Vater Friedrich K. (geb. 1787) betrieb in Essen ein Hammerwerk und eine kleine Gußstahlfabrik ohne geschäftliche Erfolge. Nach dem Tode des Begründers 8. Okt. 1826 führte seine Witwe in Gemeinschaft mit ihren Söhnen die Fabrik weiter fort, bis Alfred K. das Geschäft 1848 auf eigne Rechnung übernahm. Er schickte 1847 den ersten gezogenen Dreipfünder, ein Vorderladungsgeschütz, nach Berlin und stellte 1851 in London den größten Tiegelguß, hoch polierte harte Walzen und eine Sechspfünder-Mantelkanone mit Gußstahlrohr aus. K. lieferte fortan hauptsächlich Achsen, Wagenfedern und Radbandagen, nach Einführung der gezogenen Hinterlader stellte er für diese ein vorzügliches Material her, konstruierte 1865 den Rundkeilverschluß, verbesserte den Aufbau der Rohre, die Führung der Geschosse und lieferte auch neue Hohlgeschosse, neue Zünder und verbesserte Laffetenkonstruktionen. Das Kruppsche System bildet gegenwärtig die Grundlage der deutschen, österreichisch-ungarischen, italienischen u. russischen Feldartillerie, und in Deutschland ist die gesamte Ausrüstung der Feld-, Festungs-, Schiffs- und Küstenartillerie mit Geschützrohren aus der Kruppschen Fabrik hervorgegangen. Bis 1902 lieferte K. an mehr als 30 Staaten etwa 40,000 Kanonen. Aus dem größern Teil des hergestellten Tiegelgußstahls fabrizierte er aber schwere Kurbelwellen und seit der Einführung des Bessemer- und Siemens-Martinverfahrens auch Schienen und andres Eisenbahnmaterial, Kessel- und Schiffsbleche etc. Die Produktion in diesen Artikeln betrug 1893 etwa 230,000 Ton. Die Hauptspezialität aber blieb stets die Herstellung großer Tiegelgußstahlblöcke (bis zum Gewicht von 85,000 kg). Im Interesse der Fabrikation erwarb die Firma Kohlenzechen, Eisensteingruben und

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bedeutende Konzessionen vorzüglicher Eisenerzlager bei Bilbao in Spanien und erbaute zum Transport der dortigen Erze vier Dampfer. Ferner wurde 1886 das Stahlwerk Asthöwer u. Komp. in Annen erworben. Nach dem Tode Alfred Krupps, dem in Essen zwei Denkmäler und 1899 in Charlottenburg ein Bronzestandbild (von Herter) errichtet wurden (sein Bildnis s. die Porträttafel »Techniker II«), gingen die Werke auf seinen einzigen Sohn, Friedrich Alfred K., geb. 17. Febr. 1854, gest. 22. Nov. 1902 in seiner Villa Hügel bei Essen, über. Dieser erweiterte die Werke sehr bedeutend, erwarb 1893 das Grusonwerk bei Magdeburg und 1902 die bereits seit 1896 auf seine Rechnung übernommene Schiffs- und Maschinenbau-Aktiengesellschaft Germania, die in der Folge von Tegel nach Kiel verlegt wurde. Friedrich Alfred K. war Mitglied des preußischen Herrenhauses und des Staatsrates, 189398 gehörte er dem Reichstag an. Nach seinem Tod errichtete ihm der Kaiser 1904 ein Bronzestandbild (von Haverkamp) in Kiel. 1903 wurden die Werke laut Testamentsbestimmung in eine Aktiengesellschaft verwandelt, deren Aktien sich sämtlich im Besitz der Familie K. befinden. Zu den Werken der Firma (Fried. Krupp) gehören zurzeit die Gußstahlfabrik in Essen mit einem Schießplatz in Meppen, das Stahlwerk in Annen, das Grusonwerk in Buckau, die Germaniawerft in Kiel, das Hüttenwerk in Rheinhausen am Niederrhein mit sechs Hochöfen, drei weitere Hochofenanlagen bei Duisburg, Neuwied und Engers, eine Hütte bei Sayn mit Maschinenfabrik und Eisengießerei, Kohlenzechen, eine große Anzahl von Eisensteingruben in Deutschland, darunter zehn Tiefbauanlagen mit vollständiger maschineller Einrichtung, eine Reederei in Rotterdam mit Seedampfern, auch ist die Firma an mehreren andern Kohlenzechen und an Eisensteingruben bei Bilbao beteiligt. Am 1. April 1904 wurden auf den Kruppschen Werken 45,289 Personen (einschließlich 4190 Beamte) beschäftigt, davon in der Gußstahlfabrik Essen 25,041, auf den Kohlenzechen 7877, auf den Hüttenwerken etc. 6231, im Grusonwerk 3329, auf der Germaniawerft 2811. Die Gesamtzahl der zum Bereich der Gußstahlfabrik gehörigen Familienwohnungen für Arbeiter betrug 4342. Im ersten Geschäftsjahr wurden erzielt bei 160 Mill. Mk. Grundkapital 17,290,188 Mk. Betriebsüberschuß, 284,796 Mk. an Zinsen und 2,587,800 Mk. verschiedene Einnahmen, d. h. zusammen 20,16 Mill. Mk. Davon gehen ab an Steuern 3,236,119 Mk., für Arbeiterversicherung 2,124,527 Mk. und für Wohlfahrtsausgaben 3,239,369 Mk., so daß ein Gewinn verbleibt von insgesamt 11,562,769 Mk. Von diesem werden 5 Proz. der gesetzlichen Rücklage, 600,000 Mk. der Sonderrücklage, 500,000 Mk. der Arbeiterpensionskasse überwiesen und 6 Proz. Dividende auf das Kapital von 160 Mill. Mk. ausgeschüttet. Vgl. außer den kleinern biographischen Schriften über Alfred K. von V. Niemeyer (Essen 1887), Blencke (Leipz. 1898) und Frobenius (Dresd. 1898): Bädeker, Alfred K. und die Entwickelung der Gußstahlfabrik zu Essen (Essen 1888); Köpper, Das Gußstahlwerk F. K. und seine Entstehung (das. 1898); Kley, Bei K., sozialpolitische Reiseskizze (Leipz. 1899); »Friedrich Alfred K. und sein Werk« (Braunschw. 1904) und die von der Firma Fried. Krupp herausgegebenen »Statistischen Angaben« (1905).
 
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Kruppade (franz. croupade), in der Reitkunst ein Schulsprung »über der Erde«. Der Rücken des Pferdes bleibt dabei wagerecht; die vier Füße werden stark unter den Leib gezogen, ohne daß die hintern Hufsohlen zu sehen sind. Das Pferd hat den Boden mit den vier Füßen zugleich wieder zu erreichen. Vgl. Tafel Meyers »Reitkunst«, Fig. 9.
 
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Kruppe (Gruppe, franz. croupe), bei Pferden der aus Becken und Kreuzbein mit den dazugehörigen Weichteilen (Kruppenmuskeln) gebildete Körperteil. Man unterscheidet verschiedene Kruppenformen. Die K. soll vor allem lang und breit sein (Mächtigkeit der Kruppenmuskeln). Eine schöne K. soll sich vom vordern Kreuzbeinende ab nach dem Schweif und den Seiten schwach senken. Eine kurze und nach hinten stark abgeschrägte K. ist besonders ungünstig. Überbaut nennt man ein Pferd, wenn der höchste Punkt der K. höher liegt als der des Widerristes; beide Punkte sollen etwa gleich hoch sein.
 
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Krüppel, ein anormaler Mensch, dessen Gebrechen letztlich in Stellungs- und Gestaltsabweichung des Knochengerüstes besteht. Die meisten K. verkamen früher völlig durch Nichtausbildung und Nichtgebrauch ihrer geringen Kräfte, Verbitterung und Versumpfung, bei schlechter Behandlung oder zuweilen Verzärtelung, nicht selten auch dadurch, daß sie aus ihrem Elend eine Erwerbsquelle machten in Jahrmarktsbuden etc. Erst spät begann die systematische Fürsorge für K. Johann Edler v. Kurz in München begründete die zeitlich erste Krüppelfürsorgeanstalt in München 1832, Pastor Knudsen in Kopenhagen die sachlich höchststehende und zugleich die, welche am meisten Propaganda für die Sache gemacht, 1872 in Kopenhagen. In Deutschland bestehen jetzt reichlich 20 Anstalten mit über 1600 Plätzen: München (1832), Stuttgart, Ludwigsburg, Nowawes bei Potsdam (1886), Obersontheim (Württemberg), Reichenberg (Württemberg), Reutlingen, Cracau bei Magdeburg (1899), Kirchrode bei Hannover, Ketschendorf bei Fürstenwalde, Kreuznach, Dresden, Niederlößnitz, Stettin, Angerburg, Stellingen bei Altona, Rothenburg (Schlesien), Alt-Colziglow (Pommern), Bischofswerder (Westpreußen), Rostock, Marklissa, Blankenburg (Thüringen). Außer Deutschland ist die Fürsorge in den skandinavischen Ländern am besten und vielfach vorbildlich entwickelt. Alle deutschen haben sich zu einer zweijährigen Wanderkonferenz seit 1901 verbunden. Eine Krüppelanstalt hat eine dreifache Aufgabe: 1) Heilung oder Besserung der leiblichen Gebrechen durch Orthopädie, Chirurgie, Massage, Turnen, Hygiene, Bandagen, Protesen, Pflege. 2) Leibliche und geistige Erziehung nach den Grundsätzen der Pädagogik und Didaktik in ihrer Anwendung auf die besondern Verhältnisse. Dahin gehört vorbereitender Arbeits- und Handfertigkeitsunterricht schon während der Schuljahre. 3) Arbeitserlernung zum spätern Broterwerb. Solche Arbeiten sind für weibliche Zöglinge: Kleidermachen, Weißnähen, Putzmachen, Stricken etc. und häusliche Verrichtungen; für die männlichen: Schneiderei, Schuhmacherei, Schlosserei, Bandagenarbeit, Tischlerei, Buchbinderei; auch Ausbildung für Bureaus; daneben werden viele kleinere Arbeiten gelernt, als Stuhlflechten, Bürstenmachen etc., möglichst solche Arbeiten, die mehr Geschick als Kraft erfordern. Die Anstalten sind also Erziehungs- und Ausbildungsstätten, nicht Siechenhäuser, in denen die Gebrechlichen zeitlebens verpflegt werden. Nach einer begründeten Schätzung gibt es gegenwärtig in Deutschland unter 57 Mill. Einw. 320,000 K., darunter 67,000 Kinder. Von ihnen erhalten Tausende keinen Unterricht und reisen zum Proletariat heran. Daraus ist ersichtlich, wieviel für diese Unglücklichen getan werden muß. Es gibt nur eine Staatsanstalt

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(München), die übrigen sind Privat-, resp. meist Vereinsanstalten. Ob ihre Verstaatlichung zu erstreben ist, mag zweifelhaft sein, aber neben der Neugründung einiger ist der Ausbau der meisten notwendig, wozu staatliche Zuschüsse gegeben werden sollten. Damit hat man in Skandinavien die besten Resultate erzielt. Auch sollte man, wie bei den Blinden, Taubstummen, Idioten und Epileptischen, die öffentliche Versorgungs-, resp. Erziehungspflicht gesetzlich festlegen. Die meisten Anstalten werden durch die Kostgelder (ca. 400 Mk. im Jahr) sowie durch Liebesgaben erhalten. Besondere Anstalten für die Ausbildung Erwachsener sollten begründet werden, denn die gemeinsame Ausbildung von Kindern und Erwachsenen in denselben Anstalten unterliegt gewichtigen Bedenken. Auch besondere Siechenabteilungen sollten den Krüppelheimen für Kinder und für Erwachsene angegliedert werden. Vgl. Vulpius, Das Krüppelheim (Heidelb. 1902); Zabel, Mecklenburgs Krüppelfürsorge (Rostock 1903); Krukenburg, Über Anstaltsfürsorge für K. (Langensalza 1903); Kägi, Zur Krüppelpflege (Basel 1903); Rosenfeld, Krüppelschulen (Nürnb. 1904); »Jahrbuch der Krüppelfürsorge« (hrsg. von Schäfer, Hamb., seit 1900).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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