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Krōton bis Kru (Bd. 6, Sp. 742 bis 743)
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Artikelverweis Krōton (Croton), im Altertum Stadt auf der Ostküste Unteritaliens, Landschaft Chonia (später Bruttium), von Achäern 710 v. Chr. gegründet, war die blühendste der griechischen Städte in Italien und berühmt durch ihre Sorge um ein geregeltes Staatsleben sowie für geistige und körperliche Bildung. Die Ärzte von K. waren lange die ersten in Hellas. Hier herrschte und lehrte Pythagoras; einer seiner Schüler war Milon, der berühmte Athlet, unter dessen Führung das reiche und mächtige Sybaris gestürzt wurde (510). Allein infolge einer großen Niederlage, welche die Krotoniaten am Flusse Sagras von den Lokrern erlitten, und später durch Kriege mit Lukaniern, Bruttiern und den sizilischen Tyrannen kam es in Verfall. Hannibal diente die damals schon ziemlich entvölkerte Stadt als Waffenplatz; dann erhielt sie 194 römische Kolonisten, gelangte jedoch nicht wieder zur alten Blüte. K., jetzt Cotrone (s. d.), mit dürftigen Resten, ist ein Fundort der schönsten griechischen Münzen. Vgl. Grosser, Geschichte und Altertum der Stadt K. (Mind. 186667, 2 Tle.).
 
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Krotonöl (Oleum Crotonis), aus den Samen von Croton Tiglium in Indien und England durch Pressen oder Extrahieren mit Schwefelkohlenstoff gewonnenes fettes Öl, ist honiggelb bis gelbbraun, dickflüssig,

[Bd. 6, Sp. 743]


schmeckt ölig, brennend scharf, riecht ranzig, wird an der Luft dunkler und dickflüssiger, löst sich leicht in Äther, teilweise auch in Alkohol und besteht aus Glyzeriden der Stearin-, Palmitin-, Laurin-, Myristin-, Krotonol- und Ölsäure, der Ameisen-, Essig-, Isobutter-, Isovalerian- und Tiglinsäure. K. bewirkt in geringster Dosis heftige Diarrhöe, in größern Dosen schmerzvollen Tod; auf der Haut erzeugt es lebhafte Entzündung, Bläschen und Pustelbildung, weshalb man es auch zur Erzeugung eines starken, tief wirkenden Hautreizes anwendet (vgl. Baunscheidtismus). Innerlich dient es als eins der stärksten Abführmittel, das meist noch in äußerst geringer Dosis wirkt, wo die andern Mittel ohne Wirkung bleiben, auch bei Bleikolik und als Bandwurmmittel. Vgl. Hirschheydt, Über die Wirkung des Krotonöls (Dorpat 1886).
 
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Krotonsame (Purgierkörner), s. Meyers Croton.
 
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Krotoschin (Krotoszyn), Kreisstadt im preuß. Regbez. Posen, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Öls-Gnesen und Lissa-Skalmierzyce sowie der Kleinbahn K.-Pleschen, 132 m ü. M., hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, Synagoge, Gymnasium, Präparandenanstalt, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Eisengießerei und Maschinenfabrik, Dampfbrauerei, 3 Dampfziegeleien, 4 Dampfsägewerke, Molkerei und (1900) mit der Garnison (ein Füsilierregiment Nr. 37) 12,373 Einw., davon 5084 Evangelische und 670 Juden. Dabei das gleichnamige Schloß, Hauptort des Mediatfürstentums K. des Fürsten von Thurn und Taxis, das 1819 gebildet ward und in diesem Kreis 13,796, im Kreis Adelnau 10,224 Hektar (darunter im ganzen 11,300 Hektar Waldungen) umfaßt. K. ist Geburtsort des polnischen Insurgentenführers Langiewicz und des Dichters Roquette.
 
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Krottendorf (Crottendorf), Landgemeinde und Luftkurort in der sächs. Kreish. Chemnitz, Amtsh. Annaberg, im Tal der Zschopau, an der Staatsbahnlinie Waltersdorf-Ober-K., 652 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Oberförsterei, bedeutende Posamentenfabrikation, Metallwaren-, Fensterbeschlag-, Schatullen-, Zementwaren- und Holzstoffabriken, ein Emaillier- und ein Kalkwerk, einen Marmorbruch und (1900) 4567 Einw.
 
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Krotzen, s. Meyers Grotzen.
 
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Kroumir, Völkerschaft, s. Meyers Krumir.
 
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Kroup (Krupp), s. Diphtherie, S. 35, und Bräune.
 
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Kroyer, Peter Severin, dän. Maler, geb. 24. Juni 1851 in Stavanger, machte seine Studien in Kopenhagen auf der Akademie, besonders bei Vermehren, und setzte sie dann bei Bonnat in Paris fort, der einen großen Einfluß auf ihn gewann. Nach Reisen durch Spanien und Italien ließ er sich in Kopenhagen nieder, wo er sich bald als Bildnismaler eine angesehene Stellung errang, neben Einzelbildnissen aber auch Gruppenbildnisse in genrehafter Auffassung und bei höchst effektvoller Beleuchtung, Genrebilder aus dem Volksleben und Landschaften in der Art der modernen Freilichtmalerei malte. Von seinen Gruppenbildnissen und genrehaften Gruppenbildern sind die hervorragendsten: Streichquartett im Atelier (1886, in der Nationalgalerie zu Christiania), eine Komiteesitzung für die französische Ausstellung in Kopenhagen (1888, mit Bildnissen französischer Künstler), Soirée in der Glyptothek in Ny Karlsberg, Rast auf der Jagd und eine Sitzung der königlichen Akademie der Wissenschaften. Unter seinen Bildnissen sind besonders das seiner Gattin, von einem Hunde begleitet, am Meeresstrand, ein Meisterwerk der Hellmalerei, und das des Dichters Holger Drachmann hervorzuheben. Die Motive zu seinen Landschaften und Genrebildern entnimmt er meist dem Strande von Skagen und dem dortigen Fischerleben. Eine Landschaft: am Nordseestrande von Skagen, befindet sich in der Neuen Pinakothek zu München. K. besitzt die große Medaille der Berliner Kunstausstellung und die erste Medaille der Münchener Ausstellung.
 
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Krstić (spr. krstitch), Nikola, serb. Staatsmann, geb. 5. Okt. 1829 in Vácz bei Budapest, gest. 24. Jan. 1902 in Šabac, lebte 184849 als Journalist in Südungarn, studierte 184954 die Rechte in Budapest, wo er die philosophische und die juristische Doktorwürde erwarb, wurde im März 1853 Professor am serbischen Gymnasium in Neusatz, im Oktober am Lyzeum (jetzt Hochschule) in Belgrad, 1862 Sektionschef im Ministerium des Innern, 1865 Mitglied und 1875 Präsident des Kassationsgerichtshofs, gehörte 187375 der Skupschtina und 188494 dem obersten Verwaltungshof (Državni Savet) an. Er wurde öfters zu besondern Aufträgen verwendet, war Mitglied zahlreicher Ausschüsse und auch schriftstellerisch vielfach tätig.
 
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Kru (Kroo), Negervolk von Kap Palmas, dessen Name aus Entstellung des Stammesnamens Krao oder aus dem englischen Crew-men (Mannschaft) entstanden ist, von stattlichem Körperbau und sehr dunkler Farbe. Arbeitsam, intelligent, wenn auch nicht immer ehrlich, verdingen sie sich an der ganzen Küste von Nordwestafrika als Matrosen und Bootführer oder in den Faktoreien (sie haben auch an der Kongo-Eisenbahn und am Panamakanal gearbeitet), kehren aber stets in die Heimat zurück. Den Basa und Glebo verwandt, werden sie auf etwa 40,000 Köpfe geschätzt. Die Sprache der K. nebst den Dialekten Glebo und Basa, dargestellt von Christaller (»Zeitschrift für afrikanische Sprachen«, Bd. 3, Berl. 1890), ist nach Lepsius mit den benachbarten Mandenegersprachen näher, mit dem großen südafrikanischen Bantusprachstamm (s. Meyers Bantu) entfernter verwandt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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