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Kröteneidechse bis Krotonöl (Bd. 6, Sp. 742)
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Artikelverweis Kröteneidechse (Phrynosoma Wiegm.), Eidechsengattung aus der Gruppe der Dickzüngler (Crassilingues) und der Familie der Leguane (Iguanidae), Tiere mit plumpem Leib, kurzem, am Grunde dickem Schwanz, ungleichartiger, bei einzelnen Arten stachliger Beschuppung und knöchernen Dornen am Hinterrande des Kopfes. Von den zwölf Arten in Nordamerika und Mexiko ist die K. (Tapayaxin, P. cornutum Wiegm., s. Tafel Meyers »Eidechsen II«, Fig. 4) 12 cm lang, am Vorderkopf rötlichbraun, am Hinterkopf braungelb, dunkel gefleckt, oberseits schmutziggelb, dunkel gefleckt, unterseits heller, am Kopf und Körper mit vielen großen, stumpfen, braunen Stacheln. Sie bewohnt sonnige sandige Teile der mexikanischen Hochebene und ist nur bei größerer Bodenwärme leicht beweglich. Abends vergräbt sie sich in den Sand, auf dem sie ohnehin schwer sichtbar ist. Sie nährt sich von Insekten und Spinnen und spritzt zu ihrer Verteidigung aus dem Auge einen Strahl blutroter Flüssigkeit aus, der im Auge des Menschen heftiges Brennen erzeugt.
 
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Kröteneier, volkstümliche Bezeichnung der versteinerten Terebratula cycloides in der Triasformation.
 
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Krötenfrösche, s. Meyers Frösche, S. 172.
 
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Krötenkopf, s. Hemicephalus.
 
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Krötenköpfe, s. Meyers Krötensteine.
 
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Krötenkraut, s. Chenopodium.
 
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Krötenmaul, eine meist bei Schimmeln vorkommende ungewöhnliche Färbung um den Mund, wobei dunkelgraue Flecke mit fleischfarbenen gemischt sind (s. Meyers Abzeichen). Eine ähnliche Färbung der Augenlider heißt Krötenauge.
 
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Krötenmelde, s. Datura.
 
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Krötensteine (Bufoniten, Krötenköpfe), volkstümliche Bezeichnung für allerlei Versteinerungen, wie Fischzähne (s. Bufoniten) und die stachligen Gehäuse von Stachelhäutern oder von dem Armfüßer Productus in der Zechsteinformation, ferner für Gabbroblöcke mit gerunzelter, fleckiger Oberfläche. Der Krötenstein des Aberglaubens findet sich im Kopfe der Kröte, wird aber nur erhalten, wenn man diese im Ameisenhaufen zerfressen läßt; er heilt Wunden und zeigt Gift durch Schwitzen an. Versteinerungen von Seeigeln, deren strahlige Zeichnung die Bogen einer Krone bilden soll (daher Krötenkronen), werden bei den Spreewaldwenden als Heilmittel gegen Halskrankheiten (Halssteine), Augenleiden, Neuralgien etc. benutzt. Vgl. v. Schulenburg, Die Steine im Volksglauben des Spreewaldes (in der »Zeitschrift für Ethnologie«, 1880).
 
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Krōton (Croton), im Altertum Stadt auf der Ostküste Unteritaliens, Landschaft Chonia (später Bruttium), von Achäern 710 v. Chr. gegründet, war die blühendste der griechischen Städte in Italien und berühmt durch ihre Sorge um ein geregeltes Staatsleben sowie für geistige und körperliche Bildung. Die Ärzte von K. waren lange die ersten in Hellas. Hier herrschte und lehrte Pythagoras; einer seiner Schüler war Milon, der berühmte Athlet, unter dessen Führung das reiche und mächtige Sybaris gestürzt wurde (510). Allein infolge einer großen Niederlage, welche die Krotoniaten am Flusse Sagras von den Lokrern erlitten, und später durch Kriege mit Lukaniern, Bruttiern und den sizilischen Tyrannen kam es in Verfall. Hannibal diente die damals schon ziemlich entvölkerte Stadt als Waffenplatz; dann erhielt sie 194 römische Kolonisten, gelangte jedoch nicht wieder zur alten Blüte. K., jetzt Cotrone (s. d.), mit dürftigen Resten, ist ein Fundort der schönsten griechischen Münzen. Vgl. Grosser, Geschichte und Altertum der Stadt K. (Mind. 186667, 2 Tle.).
 
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Krotonöl (Oleum Crotonis), aus den Samen von Croton Tiglium in Indien und England durch Pressen oder Extrahieren mit Schwefelkohlenstoff gewonnenes fettes Öl, ist honiggelb bis gelbbraun, dickflüssig,

[Bd. 6, Sp. 743]


schmeckt ölig, brennend scharf, riecht ranzig, wird an der Luft dunkler und dickflüssiger, löst sich leicht in Äther, teilweise auch in Alkohol und besteht aus Glyzeriden der Stearin-, Palmitin-, Laurin-, Myristin-, Krotonol- und Ölsäure, der Ameisen-, Essig-, Isobutter-, Isovalerian- und Tiglinsäure. K. bewirkt in geringster Dosis heftige Diarrhöe, in größern Dosen schmerzvollen Tod; auf der Haut erzeugt es lebhafte Entzündung, Bläschen und Pustelbildung, weshalb man es auch zur Erzeugung eines starken, tief wirkenden Hautreizes anwendet (vgl. Baunscheidtismus). Innerlich dient es als eins der stärksten Abführmittel, das meist noch in äußerst geringer Dosis wirkt, wo die andern Mittel ohne Wirkung bleiben, auch bei Bleikolik und als Bandwurmmittel. Vgl. Hirschheydt, Über die Wirkung des Krotonöls (Dorpat 1886).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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