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Kröcher bis Krojanke (Bd. 6, Sp. 726 bis 727)
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Artikelverweis Kröcher, Jordan von, preuß. Politiker, geb. 29. Mai 1846, studierte seit 1865 die Rechte, trat nach Ausbruch des Krieges 1866 beim 6. Ulanenregimentein, machte den Krieg von 1870/71 im 1. Gardedragonerregiment mit und wurde bei Vionville und Sedan verwundet. K. nahm 1875 den Abschied, um seine Güter Vinzelberg und Vogtsbrügge zu bewirtschaften, wurde kur- und neumärkischer Hauptritterschaftsdirektor, war 187983 konservatives Mitglied des Abgeordnetenhauses und ist es wieder seit 1888. Nach dem Rücktritt Köllers wurde er im Januar 1898 Präsident des Abgeordnetenhauses und ist es seitdem geblieben.
 
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Krocidismus (griech.), soviel wie Flockenlesen.
 
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Krocket (engl. croquet), ein aus England gekommenes, jetzt in seiner Heimat wie auch bei uns vom Meyers Lawn-Tennis (s. d.) verdrängtes Gesellschaftsspiel. Es gilt dabei, hölzerne Bälle mit hölzernen Hämmern (mallets) durch 810 Bogen zu treiben, mit einem Wendepflock in Berührung zu bringen, denselben Weg rückwärts zu verfolgen und schließlich den Standpflock zu treffen. Vgl. Lillie, Croquet, its history, rules, decrets (Lond. 1897); L. B. Williams, Croquet (das. 1899); Zettler, Die Bewegungsspiele (Wien 1893); Eberbach, Rasenspiele, Bd. 1 (Leipz. 1901).
 
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Krodo, angeblich ein Götze der alten Sachsen, soll als alter Mann, in der einen Hand ein Rad, in der andern ein Gefäß mit Früchten haltend und auf den Flossen eines Fisches stehend, dargestellt worden sein. Noch gegenwärtig zeigt man in der Vorhalle des Doms in Goslar den sogen. Krodoaltar (s. Abbildung), auf dem nach der Sage zur heidnischen Zeit K. auf dem Burgberg bei Harzburg verehrt worden sein soll. Das interessante, im romanischen Stil gehaltene Erzeugnis deutscher Metallbildnerei reicht indessen nicht über das 11. Jahrh. zurück. Es ist auch kein Altar, sondern ein Reliquienschrein. Vgl. Delius, Über den vermeinten Götzen K. (Halberst. 1827).
 
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Krogh, Gerhard Christoph von, dän. Militär, geb. 10. Okt. 1785 in Aastrup (Schleswig), gest. 12. April 1860 in Kopenhagen, war 1848 beim Ausbruch des schleswigschen Krieges Generalmajor und wurde im Juli Oberbefehlshaber der dänischen Armee. Im April 1849, nach der Niederlage in der Eckernförder Bucht, durch Meyers Bülow (s. d. 3) abgelöst, erhielt er im Juli 1850 abermals den Oberbefehl und avancierte infolge des Sieges bei Idstedt zum Generalleutnant. 1851 war er kommandierender General in Schleswig, 185257 in Holstein und Lauenburg.
 
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Kroh, Landenge und Stadt in Hinterindien, s. Meyers Krah.
 
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Krohn, 1) Julius Leopold Fredrik, finn. Literarhistoriker und Dichter, geb. 19. Mai 1835 in Wiborg, studierte seit 1853, wurde 1862 Dozent der finnischen Sprache und Literatur, 1875 Lektor, 1885 außerordentlicher Professor an der Universität Helsingfors und ertrank 28. Aug. 1888 beim Segeln in der Wiborger Bucht. K. ist der Begründer der neuern Kalewala-Forschung, die sich namentlich auf die reichen Sammlungen handschriftlicher Volksgedichte im Archiv der Finnischen Literaturgesellschaft stützt. Sein Hauptbestreben war, die ursprüngliche Gestaltung der uralten Volksrunen festzustellen. Hierbei fand er an A. Borenius und A. R. Niemi eifrige Mitarbeiter. Unter seinen Werken sind die »Finnische Literaturgeschichte«, deren erster Teil seine Kalewala-Forschungen enthält (188385, schwed. 1891; 2. Teil 1897, hrsg. von Kaarle Krohn), seine »Estländische Sprachlehre« (1872), »Lappisches Wörterbuch« (1885) und der »Götzendienst der alten Finnen« (1892) hervorzuheben. Als Dichter trat K. unter dem Pseudonym Suonio hervor.
   2) Kaarle Leopold, finn. Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 22. Mai 1863 in Helsingfors, seit 1888 Dozent, seit 1898 außerordentlicher Professor der finnischen und vergleichenden Volkskunde, bildete sich frühzeitig an seines Vaters folkloristischen Forschungen heran, gab dessen nachgelassene Schriften erweitert heraus und vervollkommte seine Methode, nach geographischen Merkmalen Entstehungszeit und-Ort der Gebilde des Volksgeistes festzustellen. Seine Hauptwerke sind die große Ausgabe der zum Teil von ihm selbst gesammelten Volkssagen (»Tiersagen«, 1886; »Königssagen«, 1893) und die deutsch erschienenen Studien: »Bär (Wolf) und Fuchs« (Helsingf. 1888), »Mann und Fuchs« (das. 1891). Seit 1901 redigiert er mit Professor E. N. Setälä die deutsche Zeitschrift »Finnisch-ugrische Forschungen«.
 
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Kröhnkīt, Mineral, wasserhaltiges Kupfernatriumsulfat, findet sich in faserigen und stängeligen Aggregaten, seltener in langsäuligen monoklinen Kristallen von blaßblauer Farbe, Härte 2,5, spez. Gew. 2, in der Wüste Atacama.
 
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Kroisīerstoß (spr. krŭa-), beim Stoßfechten ein Stoß unter gleichzeitigem Umgehen und Zurseitedrücken der Klinge des Gegners, s. Meyers Fechtkunst, S. 372.
 
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Kroisierte Stoffe (spr. krŭa-), soviel wie geköperte Stoffe, s. Meyers Gewebe, S. 777.

[Bd. 6, Sp. 727]



 
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Krojanke, Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Flatow, an der Glumia und der Staatsbahnlinie Schneidemühl-Güldenboden, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine alte Ritterburg, Gerberei, Holzindustrie, Produktenhandel und (1900) 3413 meist evang. Einwohner. K. erhielt 1709 Stadtrechte.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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