Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kristallisationskraft bis Kristallographie (Bd. 6, Sp. 711 bis 712)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kristallisationskraft. Ein Kristall, der, auf dem Boden einer Glasschale liegend, wächst, hebt sich etwas, wenn auch nur wenig in die Höhe, so daß die Unterseite hohl wird. Auffälliger zeigt sich die Erscheinung bei Kristallisation auf Kieselsäuregallerte, die mit der betreffenden Lösung getränkt ist. Die Kristalle wachsen dann in Form von Säulchen oder langer Haare in die Luft hinaus, heben also ihr eignes Gewicht. Bei der Kristallisation in den Poren von Tongefäßen

[Bd. 6, Sp. 712]


kann die harte Tonmasse gesprengt werden. Im Winter beobachtet man häufig im Walde Erdschollen, die durch faseriges Eis auf der Unterseite emporgehoben wurden. Vermutlich sind alle diese Wirkungen bedingt durch die Adsorption von Flüssigkeitsschichten auf der Kristalloberfläche, also überhaupt nicht direkte Wirkungen der das Anhaften und die Parallelrichtung der neu herankommenden Kristallmoleküle bewirkenden molekularen Richtkraft. Sehr deutlich kommt aber letztere zur Geltung bei einigen enantiotropen und monotropen Umwandlungserscheinungen. Beispielsweise geht ein gerades Prisma der labilen Modifikation von Protokatechusäure unter relativ großer Kraftentwickelung in ein schiefes über, wobei die Verschiebungsrichtung während der Umwandlung sich ändern oder gar der Kristall sich gabelförmig spalten kann. Die Kraft ist groß genug, um kleine Hindernisse zu beseitigen oder den Kristall selbst aus seiner Lage zu bringen. Noch auffälliger zeigt die Erscheinung Paraazophenetol, das nach dem Erstarren infolge dieser Wirkung sich aufbläht und in ein loses Pulver zerfällt.
 
Artikelverweis 
Kristallīten, alle unorganischen Gebilde, in denen man eine regelmäßige Anordnung oder Gruppierung erkennt, und zwar vorwiegend solche, die, erst bei stärkerer Vergrößerung deutlich erkennbar, gleichsam ein Zwischenstadium zwischen dem amorphen und kristallinischen Zustand der Körper darstellen. K. finden sich besonders häufig in. künstlichen und natürlichen Gläsern oder Schlacken, die eine beginnende Meyers Entglasung (s. d.) zeigen, und können auch dadurch, daß man einer auskristallisierenden Lösung einen zähen, das Wachsen der Kristalle hindernden Stoff hinzufügt, erhalten werden. Da die K. wegen ihrer Kleinheit nur selten ihrer Substanz nach bestimmt werden können, unterscheidet man nach der Form der K. Globuliten, kleine kugelige Gebilde (Fig. 1), Margariten, perlschnurartig aneinander gereihte Globuliten (Fig. 2), Kumuliten, regellos zusammengeballte Globuliten (Fig. 3), Longuliten, zapfenförmige bis zylindrische Gebilde mit abgerundeter Oberfläche (Fig. 4), Belonite (Fig. 5), Ferrite, Trichite (Fig. 6) etc. Vgl. Tafel Meyers »Gesteine«, Fig. 2, 3 u. 4, sowie Vogelsang, Die Kristalliten (Bonn 1875); Behrens, Die Kristalliten, mikroskopische Studien über verzögerte Kristallbildung (Kiel 1874).
 
Artikelverweis 
Kristallkegel, Kristall-Linse, s. Meyers Auge, S. 104.
 
Artikelverweis 
Kristallkeller, s. Meyers Kristalldruse.
 
Artikelverweis 
Kristallmagnetismus, s. Meyers Magnetische Influenz.
 
Artikelverweis 
Kristallmehl, s. Meyers Kristallisation, S. 710.
 
Artikelverweis 
Kristallmessung, s. Goniometer.
 
Artikelverweis 
Kristallmodellierapparat, ein von Goldschmidt angegebener Apparat zur Herstellung von Kristallmodellen, beruht auf dem gleichen Prinzip wie das zweikreisige Goniometer. Er besteht (s. Abbildung) aus einem Vertikalkreis V und einem Horizontalkreis H, die eine Gradeinteilung tragen. An der Achse des Vertikalkreises wird das Werkstück W (Gips, Speckstein, Paraffin) angebracht. Auf dem Horizontalkreis gleitet in einem Schlitten S ein vertikal stehendes Messer M, das als Hobel wirkt und sich durch eine Schraube mit geteilter Trommel T nach dem Mittelpunkt von H verschieben läßt. Nach entsprechender Einstellung lassen sich die Flächen genau nach den am zweikreisigen Goniometer gemessenen Winkeln anschneiden. Vgl. Goldschmidt in der »Zeitschrift für Kristallographie«, Bd. 31, S. 223228 (1899).
 
Artikelverweis 
Kristallochemie, Lehre von den chemischen Eigenschaften der Kristalle, vgl. Kristall, S. 707 u. 708.
 
Artikelverweis 
Kristallogenīe (griech.), soviel wie Kristallbildung.
 
Artikelverweis 
Kristallographie (griech.), die Lehre von den Kristallen, s. Meyers Kristall, S. 701.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer