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Kubus bis Kuchenmuschel (Bd. 6, Sp. 762 bis 763)
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Artikelverweis Kubus (lat. Cubus, Würfel), in der Geometrie soviel wie Hexaeder oder Sechsflächner, einer der fünf regelmäßigen Körper (vgl. Polyeder); in der Arithmetik soviel wie Kubikzahl (Körperzahl), d. h. die dritte Potenz einer Zahl, weil der Inhalt eines Würfels gleich der dritten Potenz der Seitenlänge ist; ist also letztere 5 dm (Dezimeter), so ist der Inhalt des K. 5. 5. 5 = 125 cdm (Kubikdezimeter oder Liter). Umgekehrt heißt 5 die Kubikwurzel aus 125 (s. Meyers Wurzel). Ein K., dessen Seite die Längeneinheit ist, dient als Raum- oder Volumeinheit (vgl. Kubik). Über Verdoppelung des Würfels s. Meyers Delisches Problem.
 
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Kučajna (spr. kutsch-), Dorf im Königreich Serbien, Kreis Poscharewatz, 30 km von der Donaustation Weliko-Gradischtje, mit 848 Einw.; dabei der Bergort Majdan-K. mit 284 Einw. Die schon im Mittelalter benutzten Gold- und Silbergruben wurden 1863 wieder eröffnet und 1873 von einer Gesellschaft englischer Kapitalisten übernommen.
 
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Küche, der zur Bereitung der Speisen bestimmte Raum eines Gebäudes. In kleinern, nur von einer Familie bewohnten Häusern wird sie nach englischer Sitte oft in das Souterrain verlegt, von wo allerlei bei der Bereitung der Speisen sich entwickelnde Gerüche weniger leicht in die Wohnräume gelangen. In der Regel steht die K. mit Speisekammer, Spülküche, Anrichteraum und Küchenstube für den Aufenthalt der Dienstboten in Verbindung. Eine gut angelegte K. muß hell, geräumig, im Sommer kühl (also nach N. oder NO. gelegen), vom Vorplatz aus zugänglich, gut ventiliert und feuersicher sein; sie erhält deshalb einen guten Rauchabzug und einen wenigstens in der Nähe der Feuerstelle mit Tonplatten belegten oder mit Blech überzogenen hölzernen Fußboden oder einen Fußboden aus nicht wasserdurchlässigen (Mettlacher) Fliesen, die sich am leichtesten und gründlichsten reinigen lassen. Die Wände der Küchen werden, um abgewaschen werden zu können, am besten mit Ölfarbe gestrichen oder mit glasierten Platten oder Mettlacher Fliesen bekleidet. Sehr bequem ist die Zuleitung von Wasser zur K., sei es aus einem natürlichen Wasserlauf, aus einem unter dem Dach des Hauses aufgestellten Reservoir oder aus einer Wasserleitung, sowie ein Gußstein zum Ableiten des unreinen Wassers mit Wasserverschluß, um das Eindringen

[Bd. 6, Sp. 763]


übelriechender Gase aus dem Abflußkanal zu vermeiden. Die neuern Küchen in größern Städten enthalten auch Abwaschtische mit Zuleitung von kaltem und warmem Wasser. Über Kochherde und Kochmaschinen s. d. Als Heizmaterial benutzt man Holz, Torf, Braun- und Steinkohlen, Koks oder Grude, in neuerer Zeit mehr und mehr Gas, auch wohl Elektrizität. In größern Städten kocht man jetzt vielfach mit Gas, das vor dem Ausströmen mit so viel Luft gemischt wird, daß es nicht rußt.
   Außer dem Ort, in dem gekocht wird, bedeutet K. auch das Produkt der Kochkunst (z. B. gute K., soviel wie gut zubereitete Speisen). Man bezeichnet damit aber auch den Charakter der zubereiteten Speisen, die Art und Weise dieser Zubereitung in den verschiedenen Ländern und unterscheidet französische, englische, italienische, russische, deutsche K. etc. Die französische K. ist die berühmteste und am weitesten verbreitet; fast auf der ganzen Welt und namentlich in allen Hotels der Großstädte genießt man Speisen, die auf französische Art zubereitet sind. Die charakteristischen Merkmale dieser K. bilden: die Sorgfalt bei der Zubereitung, die Leichtigkeit und der Wohlgeschmack der Speisen selbst, der Wert, den man auf seine Saucen legt, der Grundsatz, daß nur das beste Material zur Verwendung gelangen soll, und endlich das Überwiegen der Vor- und Zwischenspeisen (hors d'œuvres, entrées, relevées, entremets). Die echte französische K. ist die beste der Welt und hat nach und nach einen ganz wesentlichen Einfluß ausgeübt auf die Küchen der andern Länder. Die englische K. bevorzugt das Solide und Kräftige; große Stücke Fleisch (Roastbeef, Schinken), in Wasser gekochtes Gemüse und Pie (Pudding). Namentlich wird in den Häusern des Mittelstandes viel kaltes Fleisch auch zum Mittagstisch genossen. Zum Fleisch werden sehr scharfe Reizmittel gegeben: Pickles, scharfe Pfeffersaucen (die sogen. englischen Saucen) und andre Würzen. Beim Kochen werden Fleisch und die andern Speisen wenig gesalzen; man fügt das Salz und zwar in großen Quantitäten erst beim Essen hinzu. Daß der Engländer liebe, das Fleisch halbroh zu genießen, ist Aberglaube, entstanden durch den Mißbrauch, den man mit der sogen. »englischen K.« auf dem Kontinent getrieben hat. Rind- und Hammelfleisch sollen rasch und saftig gebraten sein und beim Anschneiden eine leicht rötliche Färbung zeigen. Dagegen verlangt auch der Engländer, daß Kalb- und Schweinefleisch, Geflügel und Wild richtig durchgebraten werden. Die alte englische K. verschwindet auch in England mehr und mehr; sie ist durch französische Einflüsse und Köche ganz wesentlich beeinflußt worden. Eine deutsche K. im eigentlichen Sinne des Wortes gibt es nicht; unsre moderne K. hat von den ausländischen Küchen mehr entlehnt als die K. irgend einer andern Nation. Dabei ist oft der Geist des Originals verloren gegangen und nur die verschwommene, geschmacklose Nachahmung der Form geblieben. Die K. Norddeutschlands lehnt sich sehr an England an. Das Fleisch wird meist gebraten genossen. Sehr beliebt sind Fische, Gemüse, auch Hülsenfrüchte und Kartoffeln. Die mitteldeutsche K. ist die schlechteste; bei ihr dominiert die Suppe und da wieder die Wassersuppe oder Suppe aus Bier, Milch, Obst etc. Fleisch wird am häufigsten gekocht, oft ausgekocht. Ferner findet das Innere der Tiere mehr als in andern Gegenden Verwendung: Gekröse, Kaldaunen, Kuttelflecke, Schöpsbutten, Bröschen, Euter etc. Gut zubereitet sind in der Regel die Gemüse, besser als in Frankreich. Die süddeutsche K. zeichnet sich aus durch gute Suppen, vortreffliches Rindfleisch und durch schmackhaftes Backwerk. Das Fleisch wird sehr viel gebacken und paniert gegessen: Kalb-, Lämmerfleisch, Geflügel und Fische. Kalbfleisch ist in verschiedener Zubereitung sehr beliebt, Hammelfleisch dagegen sehr selten, Schweinebraten häufiger. Das Gemüse wird vernachlässigt, Kartoffeln sind weniger beliebt. Anstatt mit Butter wird viel mit Schweinefett (Schmalz) und Öl gebraten und gebacken. Das Hauptgewicht wird aber auf die Mehlspeisen gelegt, in deren Zubereitung Ausgezeichnetes geleistet wird. Vgl. Kochkunst.
 
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Kuchen, Dorf im württemberg. Donaukreis, Oberamt Geislingen, an der Fils und der Staatsbahnlinie Bretten-Friedrichshafen, hat eine evang. Kirche, bedeutende Baumwollspinnerei und-Weberei und (1900) 1992 Einw.
 
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Küchenabfälle (Küchenreste), s. Meyers Kjökkenmöddinge. Vgl. auch Müll.
 
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Küchenelster, s. Meyers Mandelkrähe.
 
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Küchenkerbel (Gartenkerbel), s. Meyers Anthriscus.
 
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Küchenkräuter, in der Küche benutzte Gewürzpflanzen.
 
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Küchenlatein (Latinitas culinaria), barbarisches Latein, insbes. das verderbte, mit vielen der Landessprache entnommenen Wortstämmen und Redensarten vermischte Mönchslatein des Mittelalters im Gegensatz zu dem Latein der antiken Autoren. Das berühmteste Denkmal des Küchenlateins sind die »Epistolae obscurorum virorum« (s. d.), worin es in witzigster Weise satirisch verwendet ist.
 
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Küchenmeister, Friedrich, Mediziner, geb. 22. Jan. 1821 in Buchheim bei Lausigk, gest. 13. April 1890 in Dresden, studierte seit 1840 in Leipzig und Prag und ließ sich 1846 in Zittau als Arzt nieder, von wo er 1859 nach Dresden übersiedelte. K. hat sich große Verdienste um die Kenntnis der Eingeweidewürmer erworben. 1852 publizierte er seine »Versuche über die Metamorphose der Finnen in Bandwürmer«, 1853 die »Entdeckung über die Umwandlung der sechshakigen Brut gewisser Bandwürmer in Blasenbandwürmer«; auch unterschied er die großen menschlichen Bandwürmer, beschrieb 1853 das Männchen der Krätzmilbe und beteiligte sich lebhaft an der Trichinenfrage. Er prüfte auch die Wirksamkeit der Wurmmittel, erkannte 1850 die tödliche Wirkung des Perubalsams auf Krätzmilben und machte Untersuchungen über die Löslichkeit der diphtheritischen Häute, durch die das Kalkwasser zu einem Volksmittel wurde. Auch beteiligte er sich an der Agitation für Feuerbestattung und wurde einer der Hauptbegründer des Krematoriums in Gotha. Er schrieb: »Über Cestoden« (Zittau 1853); »Die Parasiten des Menschen« (Leipz. 1855; 2. Aufl. mit Zürn, 187881; engl. 1857); »Die therapeutische Anwendung des kalten Wassers bei fieberhaften Krankheiten« (Berl. 1869); »Handbuch der Lehre von der Verbreitung der Cholera« (Stuttg. 1872); »Dr. M. Luthers Krankengeschichte« (Leipz. 1881); »Die angeborne, vollständige seitliche Verlagerung der Eingeweide des Menschen« (das. 1883); auch mehrere Schriften über Feuerbestattung, besonders »Die Totenbestattungen der Bibel und die Feuerbestattung« (Stuttg. 1893).
 
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Kuchenmuschel, s. Meyers Austern, S. 163.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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