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Krustenriffe bis Krynica (Bd. 6, Sp. 753 bis 755)
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Artikelverweis Krustenriffe, s. Meyers Koralleninseln, S. 478.
 
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Krustentiere (Crustacea), s. Meyers Krebstiere.
 
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Krustieren (lat.), mit einer Kruste überziehen.
 
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Krustische Instrumente, s. Meyers Schlaginstrumente.
 
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Kruzifēren (Cruciferae, Kreuzblütler), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Rhöadinen, Kräuter oder seltener Halbsträucher mit bisweilen rübenartig verdickter Pfahlwurzel. Die nebenblattlosen Blätter sind wechselständig, häufig fiederspaltig, leierförmig, auch mehrfach gefiedert, oft mit herz- oder pfeilförmiger Basis sitzend. Die Blüten stehen in endständigen Trauben ohne Deckblätter und haben zwei gekreuzte Paare von freien Kelchblättern. Die vier langgenagelten, meist weiß, gelb oder violett gefärbten Blumenblätter stehen kreuzweise mit den vier Kelchblättern abwechselnd. Von den sechs meist freien Staubblättern (s. Abbildung) stehen zwei kleinere den beiden seitlichen Kelchblättern gegenüber, die andern paarweise vorn und hinten. Auf dem Blütenboden befinden sich nektarabsondernde Drüsenhöcker an der Basis der Staub- und Blumenblätter. Der oberständige, einfache Fruchtknoten wird aus zwei rechts und links stehenden Karpellen gebildet und trägt einen einfachen Griffel mit zwei Narbenlappen. Die Scheidewand im Fruchtknoten ist von vorn nach hinten gerichtet und entsteht durch Wucherung des Placentargewebes; da, wo sie in die Fruchtknotenwand übergeht, sind die Samenanlagen in jedem Fach in Längsreihen angeheftet. Die Früchte sind meist Schoten; sie springen mit zwei Längsklappen, nämlich den ursprünglichen Fruchtblättern, von untenher auf, wobei die Placenten und die zwischen ihnen ausgespannte häutige Scheidewand als Rahmen (replum) stehen bleiben. Die Kapsel ist entweder länger als breit (Schote, siliqua), oder ebenso breit, oder breiter als lang (Schötchen, silicula). Einige

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K. bilden in den Fächern Querscheidewände, an denen die reife Frucht der Quere nach in mehrere übereinander stehende, nußartig geschlossene, oft einsamige Glieder auseinander bricht (Gliederschote, Gliedernuß, lomentum). Diese können weniggliederig, ja selbst eingliederig sein und im letztern Fall nußartig und einsamig auftreten. Die Samen haben meist kein Nährgewebe, der Keimling hat blattartige, ziemlich große, an fettem Öl reiche Kotyledonen und ist in der Weise gekrümmt, daß das Würzelchen dem Rücken (Notorhizeae) oder der Bauchseite (Orthoploceae) oder der Seitenkante (Pleurorhizeae) der beiden auseinander liegenden Keimblätter anliegt; letztere sind bisweilen nicht flach, sondern einfach (Spirolobeae) oder mehrfach (Diplecolobeae) gekrümmt. Die K. bilden eine einheitliche Familie, die gegen 1200 Arten enthält und vorwiegend in der nördlichen gemäßigten und kalten Zone verbreitet ist. Wichtigste Unterfamilien sind a) Sinapeae (Lepidium, Thlaspi, Cochlearia, Alliaria, Sisymbrium, Sinapis, Brassica, Raphanus, Nasturtium, Cardamine u. a.) und b) Hesperideae (Capsella, Camelina, Draba, Aralia, Erysimum, Cheiranthus, Alyssum, Berteroa, Hesperis, Matthiola u. a.) Die K. enthalten in allen Teilen schwefelhaltige ätherische Öle von scharfem Geruch und Geschmack. Einige Arten sind daher als antiskorbutische Heil- und Genußmittel sowie als kräftig blasenziehende Arzneien verwendbar. Andre liefern wirkliche Nahrungsmittel, wie namentlich der Kohl in seinen verschiedenen Varietäten. Die Samen von Raps, Rübsen u. a. geben fettes Öl und als Futtermittel verwendbare Preßrückstände (Rapskuchen); der Waid liefert einen blauen Farbstoff; Lack, Levkoje u. a. sind Zierpflanzen.
 
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Kruzifix (eigentlich der K., vom lat. crucifixus, »der Gekreuzigte«; holländ. Kruisbeeld, »Kreuzbild«), das Bild Christi am Kreuz, in Holz, Metall, Elfenbein etc. ausgeführt. Es trat erst seit dem 5. Jahrh. an Stelle des Kreuzes, das bis dahin das Symbol Christi gewesen war. Bis zum Ende des 9. Jahrh. wurde der Gekreuzigte lebend dargestellt. Man findet ihn sowohl mit einem schmalen Schurz als auch mit einem langen Gewand oder mit einer von den Hüften bis auf die Füße reichenden Tunika bekleidet. Im Mittelalter kommt nur der schmale Schurz vor. Auf den ältesten noch vorhandenen Kruzifixen (in einer syrischen Evangelienhandschrift vom Mönch Rabula und dem zu Monza aus dem 6. und Anfang des 7. Jahrh.) ist Christus mit vier Nägeln an Händen und Füßen dargestellt. Die byzantinischen Kruzifixe sind besonders an der starken Ausbiegung des Körpers kenntlich, die in geringerm Maß auch von deutschen und italienischen Künstlern nachgeahmt worden ist. Gegen das Ende des Mittelalters gewann die Kreuzigung mit gekreuzten Füßen (also im ganzen mit drei Nägeln) immer mehr Verbreitung. Man unterschied Altarkreuze und Vortragkreuze. Erstere waren mit einem Fuß, letztere unten mit einer eisernen Spitze versehen, um auf Stangen gesteckt zu werden, da sie bei den Prozessionen vorausgetragen wurden (s. Meyers Abbildungen 13). Bisweilen wurden zu den Vortragkreuzen Füße gearbeitet, so daß sie auch als Altarkreuze verwendet werden konnten (s. Tafel Meyers »Goldschmiedekunst«, Fig. 10). Als

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vornehmster Altarschmuck erhielt das K. frühzeitig eine kostbare Ausstattung. Wenn es aus Metall (Gold, Silber, Bronze, Kupfer) gefertigt war, wurde es mit Email, mit (meist antiken) Gemmen, Kameen, Edelsteinen, Bergkristallen, Filigran etc. verziert. Die künstlerisch bedeutendsten Kruzifixe gehören der romanischen und der gotischen Epoche an. Der gotische Stil erhielt sich für Kruzifixe noch in der Renaissancezeit (s. Tafel Meyers »Goldschmiedekunst«, Fig. 6). Die spätere Kunst legte ein Hauptgewicht auf die naturalistische Durchbildung des Leichnams Christi. Vgl. E. Dobbert, Zur Entstehungsgeschichte des K. (im »Jahrbuch der königlich preußischen Kunstsammlungen«, Bd. 1, Berl. 1880); M. Rosenberg, Das Kreuz von St. Trudpert (Freiburg i. Br. 1894), und die Literatur beim Art. »Kreuz«, S. 646.
 
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Kruzifloren, s. Rhöadinen.
 
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Krylów, Stadt, s. Nowogeorgiewsk 2).
 
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Krylów, Iwan Andrejewitsch, berühmter russ. Fabeldichter, geb. 13. (2.) Febr. 1768 in Moskau, gest. 21. (9.) Nov. 1844 in Petersburg, Sohn eines armen Subalternoffiziers, schrieb schon in seinem 15. Jahre die Oper »Kofejnica« (»Die Kaffeeprophetin«), wurde 1781 Unterkanzlist in einer Kreisstadt, Ende d. J. Kanzlist in Twer, erhielt 1782 eine Anstellung in der Finanzkammer zu Petersburg, 1788 im Kabinett der Kaiserin, nahm jedoch 1790 seinen Abschied. Er gab darauf nacheinander drei Zeitschriften heraus: »Die Geisterpost« (seit 1789), den »Zuschauer« (seit 1792) und statt des letztern im folgenden Jahre den »Petersburger Merkur«, der aber ebenfalls bald wieder einging. Trotz ihres kurzen Bestehens nahmen diese Zeitschriften in der Journalistik jener Zeit einen hervorragenden Platz ein; K. bekundete darin ein großes satirisches Talent, seine Beobachtungsgabe und sprachliche Meisterschaft. Daneben schrieb er Oden, Episteln, Tragödien (»Kleopatra«, 1785; »Philomele«, 1786), eine komische Oper (»Die verrückte Familie«, 1793) und Lustspiele (»Die Schelme« und »Der Dichter im Vorzimmer«, 1794), alles in französischem Geschmack, ohne weitere Bedeutung. 17971801 lebte er auf dem Gute des Fürsten S. Golizyn in der Ukraine und war, als dieser dann als Militärgouverneur nach Riga kam, bis 1803 daselbst sein Sekretär. 1806 wandte er sich über Moskau wieder nach Petersburg, wo er im folgenden Jahre die beliebtesten seiner Lustspiele: »Das Modemagazin« und »Eine Lehre für Töchter«, sowie die Zauberoper »Ilja der Held« schrieb und auf die Bühne brachte und sich dann der Dichtungsgattung zuwandte, die sein eigenstes Feld war: der Fabel. Die erste Ausgabe seiner Fabeln (23) erschien 1809, eine zweite (von 21 neuen) 1811, in welchem Jahre die Petersburger Akademie ihn zu ihrem Mitglied ernannte; die letzte von ihm besorgte Sammlung (1843) enthält 197 Fabeln (26. Aufl., Petersb. 1891). 1812 erhielt K. eine Anstellung als Gehilfe an der kaiserlichen Bibliothek, ein Amt, das er bis vier Jahre vor seinem Tode bekleidete. 1885 wurde ihm im Sommergarten in Petersburg ein Denkmal errichtet. Seine Fabeln sind durch den darin vorherrschenden echt russischen Sinn, durch Laune, Natürlichkeit, Witz und Gutmütigkeit das beliebteste russische Volksbuch geworden, das bis heute in immer neuen Auflagen erscheint. Eine Prachtausgabe derselben besorgte Graf Orlow (Par. 1825), der zugleich eine französische und italienische Übersetzung beigefügt wurde. Deutsche Übersetzungen lieferten Torney (Mitau 1842), Löwe (Leipz. 1874) und Frau v. Gernet (das. 1881). Eine Sammlung von Krylows »Sämtlichen Werken« erschien Petersburg 1847 und 1859, mit Biographie von Pletnew; von den Kommentaren zu den Fabeln sind hervorzuheben die »Bibliographischen und historischen Anmerkungen zu den Fabeln Krylows« von W. Kenewitsch (Petersb. 1868, 2. Aufl. 1878). Von den »Abhandlungen der Abteilung für russische Sprache und Literatur« der Akademie der Wissenschaften in Petersburg ist K. der ganze 6. Band gewidmet.
 
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Krym, Halbinsel, soviel wie Krim.
 
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Krynica (spr. -níza), Dorf in Galizien, Bezirksh. Neu-Sandez, 590 m ü. M., in einem Tal der Karpathen, 11 km nordöstlich von der Station Muszyna-K. der Staatsbahnlinie Tarnów-Orló gelegen, hat Mineralquellen (kalkhaltige, kohlensäurereiche Eisensäuerlinge; Hauptquelle 0,029 Eisenoxydul, 1,389 kohlensaurer Kalk, 2,451 freie Kohlensäure in 1 Lit.), die zum Baden und Trinken benutzt werden; auch werden Gas-, Moor-, Salz-, elektrische und andre Bäder verabreicht; es hat ferner zwei Badehäuser, ein Kurhaus, Parkanlagen und (1900) 2450 polnische und ruthen. Einwohner. 1900 war K. von 5882 Kurgästen besucht. Vgl. Zieleniewski, Der Kurort K. (Wien 1868) und Statistisch-medizinische Darstellung des Kurorts K. (Krakau 1881).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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