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Kruse bis Krustentiere (Bd. 6, Sp. 752 bis 753)
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Artikelverweis Kruse, 1) Friedrich Karl Hermann, Geschichtsforscher, geb. 21. Juli 1790 in Oldenburg, gest. 23. Aug. 1866 in Gohlis bei Leipzig, Sohn des 1827 als Professor der historischen Hilfswissenschaften zu Leipzig verstorbenen Karsten K., studierte in Leipzig, wurde 1816 Lehrer am Magdalenengymnasium in Breslau, 1821 Professor der alten und mittlern Geschichte und Geographie in Halle, ging 1828 als Vertreter der Geschichte nach Dorpat und zog sich 1853 nach Deutschland in den Ruhestand zurück. Er schrieb: »Budorgis, oder das alte Schlesien vor der Einführung der christlichen Religion« (Dresd. 1819); »Deutsche Altertümer« (Halle 182429, 3 Bde.); »Hellas, oder geographisch-antiquarische Darstellung des alten Griechenlands« (Leipz. 182527, 3 Bde.); »Anastasis der Waräger« (Reval 1841); »Nekrolivonika, oder Altertümer von Liv-, Esth- und Kurland« (Dorpat 1842); »Russische Altertümer« (das. 184445,2 Hefte); »Urgeschichte des esthnischen Volksstammes und der kaiserlich russischen Ostseeprovinzen« (Mosk. 1846); »Chronicon Nortmannorum« (Gotha 1851); »Historisch-biographisches Gedenkbuch auf alle Tage des Jahres« (2. Aufl., Leipz. 1866).
   2) Heinrich, dramat. Dichter, geb. 15. Dez. 1815 in Stralsund, gest. 13. Jan. 1902 in Bückeburg, studierte in Bonn und Berlin Philologie, verweilte dann einige Jahre im Ausland, namentlich in England, wurde 1844 Gymnasiallehrer in Minden, trat aber 1847 in die Redaktion der »Kölnischen Zeitung« ein Nachdem er 184849 Nachfolger von Gervinus in der Leitung der »Deutschen Zeitung« in Frankfurt a. M. gewesen, kehrte er zur »Kölnischen Zeitung« zurück, die er von 1855 an als Chefredakteur leitete und an der er auch beteiligt blieb, als er 1872 nach Berlin übersiedelte. Seit 1884 lebte er in Bückeburg. Als Dramatiker trat K. zuerst mit dem Trauerspiel »Die Gräfin« (Leipz. 1868, 4. Aufl. 1873) hervor, das den Schillerpreis erhielt; dann folgten die Tragödien: »Wullenwever« (1870, 4. Aufl. 1894), »König Erich« (1871, 2. Aufl. 1873), »Moritz von Sachsen« (1872), »Brutus« (1874, 2. Aufl. 1882), »Marino Faliero« (1876), »Das Mädchen von Byzanz« (1877, 2. Aufl. 1885), »Rosamunde« (1878), »Der Verbannte« (1879, 2. Aufl. 1881), »Raven Barnekow« (1880, 2. Aufl. 1889), »Witzlaw von Rügen« (1881), »Alexei« (1882), »Arabella Stuart« (1888), »Hans Waldmann« (1890), »Nero« (1895), »König Heinrich VII.« (1898, 2. Aufl. 1899), sämtlich in Leipzig erschienen. Außerdem hat er kleinere Dichtungen, namentlich humoristische »Fastnachtsspiele« (Leipz. 1887), »Sieben kleine Dramen« (das. 1893) und »Lustspiele« (das. 1899), sodann die prächtig frischen »Seegeschichten« (Stuttg. 1880, 2. Aufl. 1889; 2. Sammlung, das. 1889, und neue Folge, Leipz. 1900); »Die kleine Odyssee«, eine Seegeschichte (Leipz. 1892), und »Gedichte« (das. 1891, 2. Aufl. 1902), worin ausgezeichnete Elegien enthalten, veröffentlicht-K. neigt in seinen Dramen der realistischen Richtung zu; ihre Hauptvorzüge sind knapper dramatischer Stil, tüchtige Situationsmalerei in einzelnen Szenen und markige Charakteristik, die sich besonders glücklich auf humoristischem Gebiet bewegt. Vgl. F. H. Brandes, H. K. als Dramatiker (Hann. 1898); E. Lange, H. Kruses pommersche Dramen (Greifswald 1902).
 
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Krušedol (spr. kruschedol), Dorf im kroat.-slawonischen Komitat Syrmien, in der bewaldeten Fruska Gora gelegen, mit einem alten serbischen Kloster der Basilianer, in dem mehrere serbische Metropoliten und Äbte, ferner mehrere Fürstinnen aus dem Haus Obrenović (darunter König Milan) ruhen.
 
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Kruseler (Hulle), eine Haube der verheirateten Frauen des 14. u. 15. Jahrh., die, vorn mit mehreren

[Bd. 6, Sp. 753]


Reihen von Krausen garniert, bis auf die Schultern herabhing (s. Abbildung).
 
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Krusemarck, Friedrich Wilhelm Ludwig von, preuß. General, geb. 9. April 1767, gest. 25. April 1822 in Wien, war bis 1806 Adjutant des Feldmarschalls v. Möllendorf, ging 1805 mit diplomatischen Missionen nach Hannover und 1806 dreimal nach Petersburg, um dann ausschließlich in der Diplomatie Verwendung zu finden. 1807 nach London, 1809 nach Paris geschickt, um Napoleon wegen der von Preußen während des österreichischen Krieges befolgten Politik zu besänftigen, wurde K. General und 1810 an Brockhausens Stelle Gesandter in Paris. 1812 im diplomatischen Hauptquartier der Großen Armee in Wilna, ging er im Januar 1813 wieder nach Paris, um die Schwenkung der preußischen Politik zu maskieren, hielt sich im Feldzug 181314 im Hauptquartier des Kronprinzen von Schweden auf, dessen zweideutiges Benehmen ihm schwere Stunden bereitete. Seit Ende 1815 Gesandter in Wien, vertrat er 1821 Preußen auf dem Laibacher Kongreß. K. war zwar kein hervorragender Staatsmann, aber ein schmiegsamer Diplomat und stand daher zu den Männern der Aktionspartei in keinem guten Verhältnis.
 
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Krusenstjern, Adam Johann von (bei den Russen: Iwan Fedorowitsch), berühmter russischer Seemann, geb. 19. Nov. 1770 zu Haggud in Esthland, gest. 24. Aug. 1846 auf seinem Gut Aß daselbst, trat in das Seekadettenkorps in Kronstadt, nahm 1788 am Kriege gegen Schweden teil, diente 179399 in der englischen Flotte und veranlaßte durch eine Denkschrift über den ostindischen Handel den Kaiser Alexander I., ihm die Leitung einer Expedition nach der Nordwestküste von Amerika zu übertragen, die zugleich eine Gesandtschaft unter Resanow nach Japan geleiten sollte, um die unterbrochenen Handelsbeziehungen mit diesem Lande wieder anzuknüpfen. Letzterer Zweck wurde nicht erreicht, dagegen waren die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition, die 7. Aug. 1803 von Kronstadt absegelte und 19. Aug. 1806 dort wieder eintraf, sehr bedeutend. Von 18271842 war K. Direktor des Seekadettenkorps; 1841 wurde er Generaladmiral. Sein Erzstandbild (von Marozetti) steht seit 1876 vor dem Seekadettenhaus in Petersburg. Er veröffentlichte: »Reise um die Welt in den Jahren 18031806« (Petersb. 181012, 3 Bde., mit einem Atlas von 104 Tafeln, mehrfach übersetzt); »Beiträge zur Hydrographie der größern Ozeane« (Leipz. 1819); »Atlas de l'Océan Pacifique« (Petersb. 182427, 2 Bde., mit Supplementen); »Vocabulaire des langues de quelques peuples de l'Asie orientale et de la côte nord de l'Amérique« (das. 1813); »Recueil des mémoires hydrographiques« (das. 182427, 2 Bde.; Supplement 1835).
 
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Kruševac (spr. krúschewatz), Kreisstadt im Königreich Serbien, 4 km südlich von der Morawa und 2 km westlich von der Rasina, 174 m ü. M., mit Gymnasium und (1896) 6266 Einw. Im Mittelalter war K. serbische Königsstadt, in der bis 1389 der letzte Serbenzar Lazar residierte; Reste seiner Burg sind noch jetzt sichtbar. Auch die gut erhaltene Kirche, welche die Türken in eine Moschee umgewandelt haben, stammt aus jener Zeit. 1428 ward K. zum erstenmal von den Türken erobert und wurde erst 1833 an Serbien wieder abgetreten. In der Nähe das am 28. Juni 1904 enthüllte Denkmal für die in der Schlacht vom 15. Juni 1389 gefallenen Serben (s. Meyers Amselfeld). Der Kreis K. umfaßt 2710 qkm mit (1902) 144,068 Einw.
 
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Kruševo (Kruschewo), Stadt im türk. Wilajet Monastir, 48 km nördlich von Monastir, 1170 m ü. M., mit Festungsruine, 12 Kirchen, vielen Schmieden und Talgsiedereien und 6500 walach. Einwohnern.
 
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Krusteneidechse (Heloderma Wiegm.), Eidechsengattung aus der Gruppe der Spaltzüngler (Fissilingues) und der Familie der Krusteneidechsen (Helodermatidae), Tiere mit gedrungenem Leib, walzenförmigem, langem Schwanz, warzige Körner darstellenden Schuppen in Querreihen, in zwei kurze, glatte Spitzen sich teilender Zunge und wie bei den Schlangen gekrümmten, an der Wurzel etwas verdickten, deutlich gefurchten Zähnen. Von den zwei Arten in Mexiko und den südwestlichen Vereinigten Staaten ist das Gilatier (K., Gifteidechse, H. horridum Wiegm.) 60 cm lang, dunkel erdbraun, verschieden gelb bis rotbraun gefleckt, am Schwanz gelb geringelt. Es lebt in trocknen Gegenden, verbirgt sich am Tag in selbstgegrabenen Löchern, jagt nachts auf Insekten, Würmer etc. und frißt auch Aas. Wird es gereizt, so trieft ein weißlicher, klebriger Geifer, der von den Unterkieferdrüsen abgesondert wird, aus seinem Maul. Sein Biß tötet kleine Tiere in wenigen Minuten und wirkt auch auf Menschen stark giftig, selbst tödlich. Auch die zweite Art, H. suspectum Wiegm., in Texas, Arizona und New Mexico, ist giftig.
 
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Krustenflechten, Flechten mit krustenförmigem Thallus, s. Meyers Flechten, S. 669.
 
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Krustenriffe, s. Meyers Koralleninseln, S. 478.
 
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Krustentiere (Crustacea), s. Meyers Krebstiere.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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