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Krstić bis Kruft (Bd. 6, Sp. 743 bis 744)
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Artikelverweis Krstić (spr. krstitch), Nikola, serb. Staatsmann, geb. 5. Okt. 1829 in Vácz bei Budapest, gest. 24. Jan. 1902 in Šabac, lebte 184849 als Journalist in Südungarn, studierte 184954 die Rechte in Budapest, wo er die philosophische und die juristische Doktorwürde erwarb, wurde im März 1853 Professor am serbischen Gymnasium in Neusatz, im Oktober am Lyzeum (jetzt Hochschule) in Belgrad, 1862 Sektionschef im Ministerium des Innern, 1865 Mitglied und 1875 Präsident des Kassationsgerichtshofs, gehörte 187375 der Skupschtina und 188494 dem obersten Verwaltungshof (Državni Savet) an. Er wurde öfters zu besondern Aufträgen verwendet, war Mitglied zahlreicher Ausschüsse und auch schriftstellerisch vielfach tätig.
 
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Kru (Kroo), Negervolk von Kap Palmas, dessen Name aus Entstellung des Stammesnamens Krao oder aus dem englischen Crew-men (Mannschaft) entstanden ist, von stattlichem Körperbau und sehr dunkler Farbe. Arbeitsam, intelligent, wenn auch nicht immer ehrlich, verdingen sie sich an der ganzen Küste von Nordwestafrika als Matrosen und Bootführer oder in den Faktoreien (sie haben auch an der Kongo-Eisenbahn und am Panamakanal gearbeitet), kehren aber stets in die Heimat zurück. Den Basa und Glebo verwandt, werden sie auf etwa 40,000 Köpfe geschätzt. Die Sprache der K. nebst den Dialekten Glebo und Basa, dargestellt von Christaller (»Zeitschrift für afrikanische Sprachen«, Bd. 3, Berl. 1890), ist nach Lepsius mit den benachbarten Mandenegersprachen näher, mit dem großen südafrikanischen Bantusprachstamm (s. Meyers Bantu) entfernter verwandt.
 
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Kruciferen, Krucifix etc., s. Kruziferen etc.
 
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Krücke, ein Stab mit kurzem, ein- oder zweiarmigem Querstab an dem einen Ende. Bekannt sind die Krücken an Stöcken, Schirmstäben und für Gebrechliche; außerdem dienen Krücken verschiedener Form in der Technik zum Rühren (Durchkrücken), zum Aufhängen, zum Ausbreiten breiiger Stoffe etc.
 
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Krückenkreuz, s. Meyers Kreuz, S. 646, Fig. 12.
 
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Krückenpumpe, s. Meyers Pumpen.
 
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Krückenschnitt, in der Heraldik die Teilung des Feldes, die mit Kreuzchen ohne obern Arm besetzt ist.
 
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Krud (lat.), roh, grob; Krudität, roher Zustand; etwas Unverdauliches, auch Unverdaulichkeit, Magenbeschwerde; Derbheit, Roheit.
 
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Krüdĕner, 1) Barbara Juliane von, bekannte Pietistin und Schriftstellerin, geb. 11. Nov. 1764 in Riga, gest. 25. Dez. 1824 in Karasu-Bazar, erhielt erst im Haus ihres Vaters, des livländischen Gutsbesitzers und russischen Geheimrats v. Vietinghoff, sodann in Paris, wo ihre Eltern für einige Zeit wohnten, eine vielseitige Erziehung, entwickelte aber auch früh bei großer Lebendigkeit des Geistes und Herzens alle Künste weltläufiger Koketterie. Sie wurde 1782 mit dem 34 Jahre alten, bereits von zwei Frauen geschiedenen Freiherrn Burchard v. K., einem tüchtigen Beamten, vermählt, dem sie erst nach Venedig, dann (1786) nach Kopenhagen, wohin er als russischer Gesandter ging, folgte. 1789 unternahm sie ohne ihren Gatten eine Reise nach Frankreich, ließ sich dort von

[Bd. 6, Sp. 744]


einem jungen Offizier, Grafen Frègeville, verführen und verbrachte die nächsten Jahre, von ihrem Manne getrennt, aber nicht geschieden, auf Reisen, kehrte aber 1800, als er in Berlin Gesandter war, zu ihm zurück, um ihn aber bereits 1801 wieder zu verlassen. Sie verweilte hierauf in Coppet bei Frau v. Staël und in Paris, wo sie besonders mit Chateaubriand und Bernardin de Saint-Pierre verkehrte und die Nachricht vom Tod ihres Mannes (14. Juni 1802) erhielt. Hier veröffentlichte sie auch einen Roman in Briefen: »Valérie« (Par. 1803, 2 Bde.; neu hrsg. von Sainte-Beuve, 1855, zuletzt 1898; deutsch, Leipz. 1804 u. Hamb. 1805), eine Wertheriade, in der sie eigne Erlebnisse aus ihrer in Venedig verbrachten Zeit romantisch aufputzte. 1804 wurde die Vierzigjährige teils durch Einflüsse der Herrnhuter, teils durch solche der süddeutschen Chiliasten einer phantastischen Religiosität zugeführt, die fortan ihr Wesen ganz beherrschte und mehr und mehr in Mystik und Zauberglauben ausartete. 1806 begab sie sich nach dem Norden Deutschlands, wo sie im Februar 1807 nach der Schlacht bei Preußisch-Eylau Außerordentliches in der Fürsorge für die Verwundeten leistete. Anfang 1808 erfuhr sie in Karlsruhe den Einfluß Jung-Stillings (s. Meyers Jung 2), der sie mit Swedenborgs Ideen bekannt machte, und wurde einige Monate später im Elsaß durch den Pfarrer Fontaines und die Seherin Marie Gottlieb in Kummer, mit denen sie nun jahrelang in Beziehung blieb, vollends ihres Urteils beraubt. Fortan hielt sie in Württemberg, in der Schweiz und im Elsaß etc. zahlreiche Versammlungen der Erweckten und Frommen ab. Mehr und mehr den politischen Ereignissen sich zuwendend, stellte sie Napoleon als den Apollyon der Apokalypse, Alexander von Rußland als den Erretter hin. Unter dem Titel: »Le camp de vertus« (Par. 1814) beschrieb sie ein von den russischen Heeren gefeiertes Fest und erging sich durchaus in den chiliastischen Lieblingsideen ihrer Kreise. Endlich gelang es ihr, 4. Juni 1815, zu dem Kaiser Alexander Zutritt zu erhalten, und sie gewann bald nicht unerheblichen, aber doch nicht lange andauernden Einfluß auf ihn. Durch sie und den Mesmerianer Bergasse wurde Alexander zu dem als »Heilige Allianz« bekannten Vertrag angeregt, an dessen Redaktion K. jedoch wahrscheinlich keinen Anteil hatte. Nach Wiederherstellung der politischen Ruhe begab sie sich 1815 in die Schweiz, hielt hier von neuem pietistische Konventikel und öffentliche Bußpredigten, spendete dabei reiche Wohltaten an Arme und Notleidende, erregte aber schließlich die Besorgnis der Behörden und wurde 1817 aus der Schweiz ausgewiesen (vgl. »Züricher Taschenbuch«, neue Folge, Bd. 13). Gleiches Schicksal hatte sie nun in mehreren deutschen Staaten, bis sie 1818 unter polizeilicher Begleitung von Leipzig aus über die russische Grenze gebracht wurde. Von ihrem frühern Verehrer, dem Kaiser Alexander I., in Schranken gehalten, lebte sie anfangs auf ihrem Gut Kosse in Livland und begab sich später (1824) mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn in die Krim, wo sie in der von der Fürstin Golyzin angelegten pietistischen Kolonie Karasu-Bazar starb. Vgl. Eynard, Vie de Madame de K. (Par. 1849, 2 Bde.); Capefigue, La baronne de K. et l'empereur Alexandre I (das. 1866); »Frau v. K., ein Zeitgemälde« (Bern 1868); Lacroix, Madame de K., ses lettres et ses ouvrages inédits (Par. 1880, 3. Aufl. 1881); Clarence Ford, Life and letters of Madame de K. (Lond. 1893); Turquan, La baronne de K. (Par. 1900), und vor allem E. Mühlenbeck, Étude sur les origines de la Sainte-Alliance (das. 1888).
   2) Nikolaus Pawlowitsch, Baron, russ. General, geb. 1811 in Esthland, gest. 17. Febr. 1891 in Moskau, trat 1828 in das Ingenieurkorps, ward 1849 Oberquartiermeister des Grenadierkorps, 1859 Kommandeur des wolhynischen Leibgarderegiments, an dessen Spitze er am polnischen Insurrektionskrieg teilnahm. 1877 kommandierte er das 9. Armeekorps der Donauarmee. K. eroberte 16. Juli Nikopoli, erlitt aber 30. Juli beim zweiten, vom Großfürsten Nikolaus befohlenen Angriff auf Plewna, nachdem 20. Juli bereits eine Division seines Korps unter General Schilder-Schuldner eine empfindliche Schlappe erhalten, durch Osman Pascha eine blutige Niederlage. Nach der Übergabe Plewnas ward er seines Kommandos enthoben und zum Adlatus des Militärgouverneurs in Warschau, 1887 zum Mitgliede des Alexander-Komitees für Verwundete ernannt.
 
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Krudität, s. Meyers Krud.
 
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Kruft, Dorf im preuß. Regbez. Koblenz, Kreis Mayen, an der Staatsbahnlinie Andernach-Mayen, hat eine kath. Kirche, Schwemmstein- und Tonwarenfabrikation, Tuffbrüche und (1900) 2067 Einw. In der Nähe ein erloschener Vulkan (Kruster Ofen) und der Meyers Laacher See (s. d.).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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