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Kröseleisen bis Kröteneier (Bd. 6, Sp. 741 bis 742)
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Artikelverweis Kröseleisen, s. Meyers Fügeeisen.
 
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Krosigk, Gebhard von, preuß. General, geb. 18. Jan. 1835 in Hohen-Erxleben bei Bernburg, gest. 29. Mai 1904 in Bischofferode bei Ellrich am Harz, ward 1855 Leutnant im 10. Husarenregiment, besuchte 186062 die Militärreitschule in Schwedt, wirkte dort auch 186568 als Lehrer, war im Krieg von 1866 Rittmeister und Adjutant beim Kommando des Kavalleriekorps der 1. Armee, wurde 1868 persönlicher Adjutant des Prinzen Friedrich Karl, in dessen Gefolge er als Major am deutsch-französischen Kriege 1870/71 teilnahm, 1875 Oberstleutnant und Kommandeur des Gardehusarenregiments, 1879 Oberst, 1883 Kommandeur der 3. Garde-Kavalleriebrigade und 1884 Chef des Militärreitinstituts in Hannover. Seit 1888 Generalleutnant, befehligte er bei verschiedenen Manövern die Kavalleriedivisionen, wurde 1893 General der Kavallerie und Inspekteur der 1. Kavallerieinspektion, erhielt auch den Vorsitz in der Kavalleriekommission und nahm 1898 den Abschied.
 
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Krosno, Stadt in Galizien, am Wislok und an der Staatsbahnlinie Stróze-Neu-Zagorz, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine gotische Pfarrkirche, zwei Klöster, Schloßruinen, eine Realschule, Lehrerbildungsanstalt, Landeswebeschule, starke Weberei und (1900) 4410 poln. Einwohner.
 
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Krösos (Kroisos, Crösus), letzter König von Lydien, aus der Dynastie der Mermnaden, war Statthalter von Mysien, bis er 563 v. Chr. seinem Vater Alyattes auf dem Thron folgte. Er eroberte Ephesos, zwang die übrigen kleinasiatischen Griechen zur Zinspflicht, unterwarf Phrygien, Bithynien und dehnte seine Herrschaft östlich bis an den Fluß Halys aus. Die Schätze, die er in seiner glänzenden Hauptstadt Sardes aufhäufte, wurden sprichwörtlich. In dieser Zeit des Glücks soll nach Herodots Erzählung, deren Sagenhaftigkeit schon die chronologischen Schwierigkeiten beweisen, Solon den K. besucht, aber jenen Schätzen einen so geringen Wert beigemessen haben, daß er, statt ihren Besitzer für den glücklichsten der Sterblichen zu erklären, das Los des sonst unbekannten Atheners Tellos und des Brüderpaares Kleobis und Biton dem des reichen Königs weit vorzog, weil kein Mensch vor seinem Tode glücklich zu preisen sei. Durch den Sturz des ihm verschwägerten medischen Königs Astyages (553 oder 550) auch für seine Herrschaft besorgt gemacht, beschloß K., der ihm von Kyros drohenden Gefahr durch einen Angriff zuvorzukommen, und verband sich mit Nabunaid von Babylon und Amasis von Ägypten. Das Orakel zu Delphi, über den Ausgang des Unternehmens befragt, antwortete, wenn K. über den Fluß Halys gehe, werde ein großes Reich zugrunde gehen. Den Doppelsinn dieser Antwort übersehend, überschritt er den Halys und lieferte den Persern bei Pteria 547 eine unentschiedene Schlacht. K. zog sich nach Sardes zurück, entließ seine Hilfstruppen und gedachte während des Winters neue Rüstungen zu machen. Plötzlich aber fiel Kyros in sein Reich ein und warf durch eine List K. samt seiner lydischen Reiterei nach Sardes zurück. Nach 14tägiger Belagerung fiel die Stadt 546, und K. selbst wurde gefangen. Herodot erzählt: Zum Feuertode verurteilt, entsann sich K. auf dem Scheiterhaufen der warnenden Worte des griechischen Weisen und rief dreimal dessen Namen. Auf des Kyros Erkundigung, was er damit meine, erzählte er ihm den Grund und machte damit einen solchen Eindruck auf den Sieger, daß dieser ihn begnadigte. Da aber die Flamme nicht sogleich zu dämpfen war, so flehte K. Apollon um Rettung an, worauf ein heftiger Platzregen das Feuer löschte. Diese Erzählung indes sowie die des Ktesias, K. habe nach der Eroberung der Stadt im Tempel des Apollon Rettung gesucht und sei dort durch dessen Hilfe dreimal aus den Händen der Perser befreit worden, und nachdem ihm der Gott in der königlichen Burg zum viertenmal Beistand geleistet, habe ihn Kyros als einen Schützling der Götter begnadigt, sind griechische Sagen. Kyros behandelte K., wie andre unterworfene Könige, großmütig und räumte ihm als Ratgeber an seinem Hof eine ehrenvolle Stelle ein, die K. auch unter Kambyses behauptete.
 
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Krossen (K. an der Oder, Crossen), Kreisstadt im preuß. Regbez. Frankfurt, an der Mündung des Bober in die Oder und der Staatsbahnlinie Bentschen-Kottbus, 39 m ü. M., hat eine 156 m lange Oderbrücke, 3 evangelische und eine kath. Kirche, ein altes Schloß, ein Realprogymnasium, eine Wein- und Obstbauschule, Molkereischule, Erziehungsanstalt für verwahrloste Mädchen (Marienstift), Amtsgericht, Hauptsteueramt, Messingwaren-, Kupferröhren-, Tuch- und Pflaumenmusfabrikation, Obst- und Weinbau, Wein- und Fischhandel, Schiffahrt und (1900) mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr. 52) 7369 Einw., davon 401 Katholiken und 112 Juden. K., schon 1005 gegründet, früh als Oderübergang bedeutend, erhielt 1232 deutsches Stadtrecht, war dann Hauptort eines niederschlesischen Fürstentums, das 1482 als Pfand und 1537 bleibend an Brandenburg kam, und wurde 1633 von kaiserlichen Truppen erobert und geplündert. Am 14. Mai 1886 wurde die Stadt von einem verheerenden Wirbelsturm arg heimgesucht. Vgl. v. Obstfelder, Chronik der Stadt K. (Krossen 1895); Lüddecke, Bilder aus dem Krossener Odergau (das. 1902); Bruchmüller, Zwischen Sumpf und Sand (Berl. 1904).
 
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Krosstensgrus (Krosstenslera), schwed. Bezeichnung für Geschiebemergel, s. Diluvium, S. 11.
 
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Krotălon (griech., »Klapper«), ein schon den alten Ägyptern bekanntes Klapperinstrument, das von den Griechen und Römern beim Tanz gebraucht wurde. Es bestand aus zwei Stücken gespaltenen Rohres oder aus zwei Stücken Blech, die wie die Kastagnetten miteinander verbunden waren und geschlagen wurden.
 
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Kröten (Bufonidae Gthr.), Amphibienfamilie aus der Ordnung der Frösche (Anura), plump gebaute Tiere mit warziger, drüsenreicher Haut, zahnlosen Kiefern, gleichlangen Beinen, vierzehigen Vorder- und fünfzehigen Hinterfüßen. Hinter dem oft verdeckten Trommelfell finden sich meist Drüsen, die, wie die Haut, ein gewöhnlich weißes, oft widerwärtig riechendes Sekret absondern, das auf zarter Haut Brennen und Entzündung hervorruft. Dies Sekret sondern die K. ab, wenn sie angegriffen werden, es dient ihnen als Schutzwaffe (vgl. Hautgifte). Bei der Verfolgung

[Bd. 6, Sp. 742]


spritzen sie auch Harn aus, der aber völlig unschädlich ist. K. finden sich in allen Erdteilen, sie leben während der Laichzeit im Wasser, verbergen sich am Tage an dunkeln, feuchten Orten und suchen nachts Würmer, Insekten, Schnecken, die größern Arten auch kleinere Wirbeltiere. Sie springen nicht weit, laufen aber oft recht hurtig, schwimmen indes schlecht. Bei der Begattung gehen die Eier meist in Schnüren ab. Die K. haben ein sehr zähes Leben und können es an einem feuchten Ort bei dürftiger Nahrung jahrelang fristen; sie halten auch bei völligem Abschluß von Nahrung und Luft monatelang aus, aber die Erzählungen von K., die jahrhundertelang in Gestein eingeschlossen ihr Leben gefristet haben sollen, beruhen auf Täuschung oder Betrug. Die gemeine Kröte (Erdkröte, Feldkröte, Lork, Bufo vulgaris, Laar.), 812 cm lang, mit halben Schwimmhäuten an den Hinterfüßen, ist düster rotgrau oder rotbraun, auch grünlich bis schwarz, dunkel gefleckt, auf der Unterseite hellgrau, beim Weibchen dunkel gefleckt, mit feuerroter Iris, findet sich in ganz Europa und Mittelasien in Gebüsch, auf Feldern, Wiesen, in Kellern, Höhlen etc., besonders auch unter Pflanzen (Salbei, Schierling), gräbt sich selbst eine Höhlung und überwintert vom Oktober bis März und April in trocknen Löchern. Sie fängt Insekten, Würmer, Schnecken und kleine Lurche durch geschicktes Herausschleudern ihrer klebrigen Zunge und ist sehr gefräßig. Zur Paarungszeit im April schreit das Männchen Tag und Nacht; die Vereinigung mit dem Weibchen dauert 810 Tage, und es werden 810 Eierschnüre mit vielen hundert Eiern abgesetzt. Nach etwa 20 Tagen verlassen die Larven den Schleim, und Ende Juni steigen die jungen K. aus Land, werden aber erst im fünften Jahre fortpflanzungsfähig. Sie erreichen ein sehr hohes Alter. Die Häßlichkeit der K. hat ihnen viele Vorurteile erweckt, und sie werden verfolgt, obwohl sie sehr nützliche Tiere sind. Gärtner hegen K. in Gärten, weil sie viele schädliche Schnecken etc. vertilgen. Früher benutzte man die K. auch medizinisch. Die Kreuzkröte (Rohrkröte, Hausunke, B. calamita Laur., s. Tafel Meyers »Frösche II«, Fig. 4), 67 cm lang, ohne Schwimmhäute, olivengrün mit warzenlosem, hellgelbem Längsstreifen über die Rückenmitte, unten weißlichgrau, auf den Schenkeln und Bauchseiten dunkler gefleckt, mit rötlichen, in der Mitte weiß gepunkteten Warzen und grünlichgrauen Augen, findet sich in Westeuropa, Deutschland, Schweden und geht östlich bis zum Weichselgebiet, fehlt in Italien. Sie führt dieselbe Lebensweise wie die vorige, ist aber geschickter, lebendiger und klettert an steilen Flächen in die Höhe. Nachts besucht sie besonders mit Rohr und Binsen bewachsene Bäche (daher der Name Rohrkröte). Das Männchen besitzt eine Schallblase und schreit bei einbrechender Dämmerung, besonders zur Paarungszeit. Angegriffen, scheidet sie aus ihren Drüsen eine weiße, schäumende, stinkende Flüssigkeit aus. Sie laicht im April und Mai, die Larven kriechen am sechsten oder achten Tag aus und durchlaufen die Metamorphose in ca. elf Wochen. Im vierten oder fünften Jahr ist die Kreuzkröte fortpflanzungsfähig; sie erreicht ein hohes Alter u. ist ebenso nützlich wie die vorige.
 
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Krötenauge, s. Meyers Krötenmaul.
 
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Kröteneidechse (Phrynosoma Wiegm.), Eidechsengattung aus der Gruppe der Dickzüngler (Crassilingues) und der Familie der Leguane (Iguanidae), Tiere mit plumpem Leib, kurzem, am Grunde dickem Schwanz, ungleichartiger, bei einzelnen Arten stachliger Beschuppung und knöchernen Dornen am Hinterrande des Kopfes. Von den zwölf Arten in Nordamerika und Mexiko ist die K. (Tapayaxin, P. cornutum Wiegm., s. Tafel Meyers »Eidechsen II«, Fig. 4) 12 cm lang, am Vorderkopf rötlichbraun, am Hinterkopf braungelb, dunkel gefleckt, oberseits schmutziggelb, dunkel gefleckt, unterseits heller, am Kopf und Körper mit vielen großen, stumpfen, braunen Stacheln. Sie bewohnt sonnige sandige Teile der mexikanischen Hochebene und ist nur bei größerer Bodenwärme leicht beweglich. Abends vergräbt sie sich in den Sand, auf dem sie ohnehin schwer sichtbar ist. Sie nährt sich von Insekten und Spinnen und spritzt zu ihrer Verteidigung aus dem Auge einen Strahl blutroter Flüssigkeit aus, der im Auge des Menschen heftiges Brennen erzeugt.
 
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Kröteneier, volkstümliche Bezeichnung der versteinerten Terebratula cycloides in der Triasformation.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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