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Krönlein bis Kronrat (Bd. 6, Sp. 735 bis 736)
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Artikelverweis Krönlein, Rudolf Ulrich, Mediziner, geb. 19. Febr. 1847 in Stein (Kanton Schaffhausen), studierte in Zürich und Bonn, wurde 1870 Assistenzarzt der chirurgischen Klinik in Zürich, 1874 Assistent an Langenbecks Klinik in Berlin, 1879 außerordentlicher Professor der Chirurgie und 1881 Professor und Direktor der chirurgischen Klinik in Zürich. Er schrieb: »Die offene Wundbehandlung« (Zürich 1872); »Beiträge zur Geschichte und Statistik der offenen und antiseptischen Wundbehandlung« (Berl. 1875); »Die Langenbecksche Klinik und Poliklinik« (das. 1877); »Die Lehre von den Luxationen« (in Billroth und Lückes »Deutscher Chirurgie«, Stuttg. 1882); »Über Wundbehandlung in alter und neuer Zeit« (Zürich 1886); »Verletzungen des Gehirns« (im »Handbuch der praktischen Chirurgie« von Bergmann, Bruns und Mikulicz, Stuttg. 1899, 2. Aufl. 1902).

[Bd. 6, Sp. 736]



 
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Kronleuchter, zwei- und mehrarmige, von der Decke herabhängende Leuchter, die ursprünglich in Kirchen seit dem romanischen Mittelalter Verwendung fanden und einen mit Lichtern besetzten Ring bildeten. Solche K. gibt es noch in vielen Kirchen des Mittelalters, z. B. im Münster zu Aachen und im Dom zu Hildesheim. Sie waren reich mit Bildwerk geziert, das zum Teil symbolische Bedeutung hatte (das himmlische Jerusalem mit seinen Toren). Später erhielt der K. in der Mitte einen Schaft, von welchem die Leuchterarme strahlenförmig ausgingen. K. werden aus edlen und unedlen Metallen (Fig. 1) sowie aus Kristallglas gefertigt (vgl. die Tafel Meyers »Glaskunstindustrie II«, Fig. 9 u. 10). In neuerer Zeit haben K., die mit Petroleum, Gas oder elektrischem Licht gespeist werden, sehr reiche und mannigfaltige Formen angenommen, wobei durch die Verbindung von Metall- und Glasglocken höchst malerische Wirkungen erzielt werden. K. für elektrisches Licht (Figur 2) weichen meist nicht viel von den Gaskronen ab; es ist noch keinem Künstler geglückt, K. zu entwerfen, die dem eigentümlichen Charakter des elektrischen Lichtes völlig entsprechen. Man hat deshalb in monumentalen Räumen von der Verwendung von Kronleuchtern für elektrisches Licht völlig abgesehen und dafür Lichtbündel auf verschiedene Teile der Decke verstreut.
 
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Kronoberg (Wexiö), Län in Südschweden (Gotland), grenzt im N. an das Län Jönköping, im O. an Kalmar, im S. an Blekinge und Skåne und im W. an Halland, umfaßt den südlichen niedrigern Teil des innern Hochlandes von Småland und hat 9997,1 qkm (181,6 QM.), wovon auf Gewässer und Sümpfe 1026 qkm entfallen, mit (1900) 159,124 Einw. (16 auf 1 qkm). K. ist in vier Gerichtsbezirke eingeteilt und hat Wexiö zur Hauptstadt. Den Namen führt es von dem jetzt in Ruinen liegenden Schloß K. am Helgasee bei Wexiö.
 
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Kronobersthofmeister, Kronoberstkämmerer etc., s. Meyers Erbämter.
 
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Kronos, im griech. Mythus Sohn des Uranos und der Gäa, der jüngste der Titanen, entmannte seinen Vater, bemächtigte sich der Herrschaft und vermählte sich mit seiner Schwester Rhea. Da ihm Gäa den Sturz durch eins seiner Kinder prophezeit hatte, so verschlang er diese (nämlich Hestia, Demeter, Hera, Pluton und Poseidon) gleich nach der Geburt. Nur Zeus, den jüngsten Sohn, rettete Rhea, indem ste dem K. statt dessen einen mit Windeln umwickelten Stein zum Verschlingen gab. Herangewachsen zwang Zeus unter Beihilfe der Meyers Metis (s. d.) mittels eines Trankes K., die verschlungenen Kinder wieder auszuspeien, und bewältigte ihn dann samt den übrigen Titanen im Bund mit seinen Brüdern. K. wurde entweder wie die andern Titanen im Tartaros eingekerkert oder herrschte mit Rhadamanthys auf der Insel der Seligen. Er tritt im Kultus wenig hervor. Zu Olympia beim Hain des Zeus befand sich der Kronoshügel, auf dem ihm geopfert ward; in Athen wurden ihm im Erntemonat Hekatombaion (Juli bis August) die heitern Kronia mit Bewirtung der Sklaven gefeiert. Dargestellt wurde K. als alter Mann mit über das Hinterhaupt gezogenem Gewand und einer Harpe (Sichel) in der Hand (Büste im Vatikan). Die Römer identifizierten ihn mit ihrem Meyers Saturnus (s. d.). Die Deutung des K. als Gottes der Zeit scheint die Verwechselung mit chronos (»Zeit«) veranlaßt zu haben.
 
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Kronpiment, s. Pimenta.
 
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Kronprinz, bei kaiserlichen und königlichen Häusern Titel desjenigen Nachkommen des Monarchen in gerader Linie, welcher der Thronerbe ist. Ist der präsumtive Nachfolger ein Seitenverwandter (Bruder, Neffe etc.), so führt er nicht den Titel K. In Preußen ist in solchen Fällen die amtliche Titulatur »Prinz von Preußen«. Seit 18. Jan. 1871 führt der preußische K. zugleich den Titel K. des Deutschen Reiches mit dem Ehrenprädikat »kaiserliche und königliche Hoheit«. In Belgien hat der K. den Titel »Herzog von Brabant«. In Großbritannien führt der K. (Prince royal) den Titel »Prinz von Wales«. Da in England aber auch die weibliche Linie eventuell zur Thronfolge berufen wird, so erhält die älteste Tochter des Throninhabers, wofern sie zugleich das älteste Kind desselben ist, den Titel Princess royal. In Griechenland ist der Titel des Kronprinzen »Herzog von Sparta«, in Italien »Prinz von Neapel«, in den Niederlanden »Prinz von Oranien-Nassau«. In Österreich führt der K. neben dem Titel »Erzherzog« folgenden Titel: »des Kaisertums Österreich K. und Thronfolger, königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen etc., kaiserliche königliche Hoheit«. Der Titel des Kronprinzen von Portugal ist »Herzog von Braganza«. In Rußland heißt der K. »Großfürst und Thronfolger«, auch Cäsarewitsch (s. d.). Der spanische K. führt den Titel »Prinz von Asturien«. In Japan heißt der K. Kwō-tai-shi (»Kaiserlicher Kronprinz«). In Frankreich unter den Bourbonen hieß der K. Meyers Dauphin (s. d.). Napoleon I. nannte seinen Sohn »König von Rom«. Während der Restauration hieß der K. wieder Dauphin, später wurde der Titel Prince royal gebräuchlich. Der Sohn Napoleons III. hieß Prince impérial. Vgl. Erbprinz.
 
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Kronprinzenkrone, s. Meyers Krone, S. 730.
 
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Kronprinz Rudolf-Land, s. Meyers Franz Joseph-Land.
 
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Kronrad, s. Meyers Zahnräder.
 
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Kronrat, in Preußen Bezeichnung für die Versammlung des Gesamt-Staatsministeriums (des

[Bd. 6, Sp. 737]


Ministerrats), wenn der König selbst in derselben den Vorsitz führt, in Bayern Staatsrat genannt.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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