Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kristalloptischer Universalapparat bis Kristalltierchen (Bd. 6, Sp. 716 bis 718)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kristalloptischer Universalapparat, eine von Groth 1871 vorgeschlagene und neuerdings von Leiß völlig umkonstruierte Kombination der wichtigsten Instrumente zum Studium der physikalischen, geometrischen und optischen Eigenschaften der Kristalle. Der

[Bd. 6, Sp. 717]


Apparat kann Verwendung finden: 1) als Goniometer zur Messung der Flächenwinkel von Kristallen mit spiegelnden Flächen, 2) als Spektrometer zur Bestimmung der Brechungsverhältnisse isotroper und doppeltbrechender Substanzen, 3) als Polarisationsapparat für paralleles u. konvergentes Licht und 4) als Instrument zur Ermittelung des Winkels der optischen Achsen. Goniometer und Spektrometer (Fig. 1). Zwei auf einem gemeinsamen Grundgestell montierte Säulen S und S, tragen einen horizontal gestellten, um eine zentrale Vertikalachse drehbaren Teilkreis. Die Achse trägt an ihrem obern Ende den Kristallträger K, der aus zwei gekreuzten Schlittenpaaren besteht, wovon das untere mit Planschlitten zur Zentrierung des Kristalls, das obere mit Zylinderschlitten zur Justierung des Kristalls oder Prismas dient. Zur Messung unter verschiedenen Inzidenzwinkeln und für den spektrometrischen Gebrauch kann die Alhidade (Nonienkreis) mit dem daran befestigten Beobachtungsfernrohr F gedreht und fixiert werden. In den Kollimator F1 können je nach Bedarf verschiedene Signale oder Spalte eingesetzt werden. Zu einem sogen. Theodolitgoniometer, bei dem die Winkelmessung nach der Methode der Bestimmung der relativen Lage der Sternörter nach Länge und Breite erfolgt (s. Goniometer), kann das Instrument leicht durch Hinzufügung eines von Stöber konstruierten Attributs (dem Vertikalkreis) ergänzt werden, der an Stelle des Kristallträgers K gebracht wird.
   Der Polarisationsapparat für paralleles und konvergentes Licht (Fig. 2) dient zur Bestimmung der Schwingungsrichtungen und der optischen Achsenebene in doppeltbrechenden Kristallen (s. Meyers Kristalloptik), zur Ermittelung des Charakters der Doppelbrechung und zur Bestimmung des Betrags der Drehung bei zirkularpolarisierenden Substanzen. Die in die Hülfe g orientiert einsteckbare Röhre f enthält außer einem Nicolschen Prisma (dem Polarisator) an ihrem obern Ende einen Satz von Linsen L, dessen letztes oberes Glied mit der Ebene des Tisches T, auf den die Präparate aufgelegt werden, abschließt. Das durch Zahn und Trieb verschiebbare Beobachtungsrohr ist an seinem untern Ende mit einem gleichartigen Linsensatz (L1) versehen, während sich in einem besondern Auszug A das analysierende Nicol und das Okular befindet. In dieser Zusammenstellung dient das Instrument für Beobachtungen im konvergenten Licht (Konoskop); soll dasselbe dagegen für Untersuchungen im parallelen Lichte dienen (Orthoskop), so müssen die Linsensätze L und L1 durch Abschrauben von ihren Röhren f und A entfernt werden, oder man verschiebt das Beobachtungsrohr soweit wie möglich nach oben, so daß man mit demselben wesentlich nur die mit der optischen Achse des Instruments parallel verlaufenden Strahlen auffängt.
   Bei dem Achsenwinkelapparat (Fig. 3) wird der Zentrier- und Justierapparat K an das untere Ende des in vertikaler Richtung verstellbaren Stabes d mittels der Schraube c geklemmt. Das gewöhnliche Kristalltischchen wird durch eine Pinzette P, die zum Festhalten der Kristallplättchen dient, ersetzt. Als optische Teile werden diejenigen des vorbeschriebenen Polarisationsinstruments benutzt; ihre Verschiebung geschieht durch besondere bei A und A1 in die Säulen S und S1 eingesetzte Hülsen mit genauer orientierter Führung. Auf das in der Höhe verschiebbare Tischchen T können ein dem Apparat beigegebener Erhitzungsapparat oder ein Ölgefäß ausgesetzt werden. Vgl. Groth, Physikalische Kristallographie (4. Aufl., Leipz. 1905); Liebisch, Grundriß der physikalischen Kristallographie

[Bd. 6, Sp. 718]


(das. 1896); Leiß, Die optischen Instrumente der Firma R. Fueß (das. 1899); A. Becker, Kristalloptik (Stuttg. 1903).
 
Artikelverweis 
Kristallpalast, s. Meyers Sydenham.
 
Artikelverweis 
Kristallponceau (Neukoccin) C20H12N2O7S2Na2 oder C10H7N. NC10H4. OH(SO3Na)2, roter Azofarbstoff, entsteht aus salzsaurem Diazonaphthalin und β Naphtholdisulfosäure, kommt als Natriumsalz in braunroten, goldglänzenden Kristallen in den Handel, ist in Wasser löslich und dient zum Färben von Wolle.
 
Artikelverweis 
Kristallporphyr, Gestein, s. Meyers Porphyr.
 
Artikelverweis 
Kristallreihe, s. Meyers Kristall, S. 702.
 
Artikelverweis 
Kristallsandstein, Sandstein, in dem die Quarzkörner stark glitzernde Kristallflächen haben, entweder infolge eines Neuabsatzes von Kieselsäure, durch den ein Ausheilen der Quarzkörner zu ebenflächig begrenzten Kristallen stattgefunden hat, oder infolge einer Anätzung der Quarzkörner, wobei glatte, spiegelnde Ätzflächen (Facetten) entstanden sind.
 
Artikelverweis 
Kristallschauen (Kristallomantie, Beryllomantie), der Katoptromantie (s. d.) verwandte Wahrsagungsart, wobei ein Kristall statt des Spiegels diente.
 
Artikelverweis 
Kristallschläuche, s. Meyers Absonderung (im Pflanzenreich), S. 55.
 
Artikelverweis 
Kristallsoda, s. Meyers Soda.
 
Artikelverweis 
Kristallsystem, s. Meyers Kristall. S. 701.
 
Artikelverweis 
Kristalltierchen, soviel wie Rädertiere.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer