Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Krinolin bis Krīsis (Bd. 6, Sp. 700)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Krinolin (franz.), Gewebe zu Damenunterkleidern aus stark gezwirnter Baumwollkette und Roßhaar- (crin-) Einschlag; daher Krinoline ein daraus verfertigter Frauenunterrock; dann: Bügel-, Meyers Reifrock (s. d.), wodurch die Kleider bauschig vom Leibe abstehen. Angeblich eine Erfindung der Kaiserin Eugenie von Frankreich, die bald aus der Mode verschwand; später wurde sie durch die Tournüre ersetzt, die sich aber auch nicht lange erhielt.
 
Artikelverweis 
Kriophóros, Beiname des »widdertragenden« Hermes.
 
Artikelverweis 
Krippe (Praesepe), Sternhaufen im Meyers Krebs (s. d.).
 
Artikelverweis 
Krippe (franz. Crèche, ital. Presepio), ursprünglich wohl soviel wie Hürde, Stall, wie noch jetzt der erhöhte Futtertrog für Pferde etc. so bezeichnet wird (s. Meyers Stall); dann übertragen die bildliche Darstellung der Geburt Christi im Stall zu Bethlehem mit den Figuren der Maria und des Joseph, der anbetenden Hirten, mit Ochs und Esel, meist in Holz geschnitzt oder aus Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen Ländern verbreitet und drang aus den Kirchen auch in die Familie ein. Anfangs ebenso ausschließlich konfessionelles Kennzeichen der Katholiken wie bei den Protestanten der Christbaum, fängt in neuester Zeit die K. an, sich zur Unterhaltung der Kinder auch in protestantischen Kreisen einzubürgern, während umgekehrt der Christbaum auch bei den Katholiken mehr und mehr Eingang findet. Über die engere Darstellung des Stalles in Bethlehem sind die Krippen allmählich zu umfangreichen Bildwerken mit Hunderten von Figuren in weiten Landschaften mit kunstvollen Bauten hinausgewachsen, die zum Teil wegen ihrer phantasievollen Komposition und ihrer Ausführung auch von künstlerischer Bedeutung sind. Eine reiche Sammlung von Krippen (von Schmederer) besitzt das bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager, Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. (Crèche) bezeichnet man außerdem Warteanstalten für kleine Kinder armer Mütter (s. Meyers Kleinkinderschulen). Im Wasserbau heißt K. ein zum Schutz von Ufern oder Brückenpfeilern dienendes, aus eingetriebenen Pflöcken und Ruten bestehendes Flechtwerk; auch die Meyers Bühnen (s. d.) werden an manchen Orten Krippen oder Kribben genannt.
 
Artikelverweis 
Krippen, Dorf in der sächs. Kreish. Dresden, Amtsh. Pirna, in der Sächsischen Schweiz, an der Mündung des Krippenbaches in die Elbe und an der Staatsbahnlinie Dresden-Bodenbach, 130 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Steinbrüche, Steinsägerei, Parkettfabrik, Bierbrauerei, Dampfschiffahrt und (1900) 1360 Einw. Schräg gegenüber am rechten Elbufer liegt Meyers Schandau (s. d.).
 
Artikelverweis 
Krippensetzen, s. Meyers Koppen.
 
Artikelverweis 
Kris, Dolch der Malaien, mit 3040 cm langer, gekrümmter oder schlangenartig gewundener (geflammter) zweischneidiger Klinge und hölzernem oder elfenbeinernem, oft kunstvoll geschmücktem Griff. Malaiische Sagen berichten, die berühmtesten Krisklingen seien von überirdischen Wesen in der Glut mit bloßer Hand geformt. S. Tafel Meyers »Malaiische Kultur II«, Fig. 15,18 und 19.
 
Artikelverweis 
Krisa, im Altertum Stadt in Phokis, südwestlich von dem ihr untertänigen Delphi, erhob von den nach Delphi ziehenden Pilgern schweren Zoll. Infolgedessen wurde K. und seine Hafenstadt Kirrha von den Amphiktyonen im ersten Heiligen Kriege (596586 v. Chr.) zerstört, seine Einwohner als Sklaven verkauft und sein Gebiet dem pythischen Apollon geweiht. Ruinen beim heutigen Chrysó.
 
Artikelverweis 
Krischna (»der Schwarze«), in seiner ältern Gestalt, die im »Mahâbhârata« noch durchscheint, der Nationalheld des indischen Volkes der Jâdava, die im Epos als Verbündete der Pândava auftreten. Er war Pflegesohn eines Kuhhirten und heißt als solcher Govinda; das Hirtenleben Krischnas wird in späterer Zeit mit erotischen Erlebnissen ausgefüllt, wie sie z. B. in dem »Gîtagovinda« des Meyers Dschajadeva (s. d.) vorgeführt werden. Die ältere Sage erzählt dagegen von zahlreichen Heldentaten Krischnas. Als die Brahmanen den Kultus des Meyers Vischnu (s. d.) verbreiteten, wurde K. zu einer Inkarnation desselben. K. ist auch ein andrer Name des Flusses Meyers Kistna (s. d.) in Vorderindien.
 
Artikelverweis 
Krisenversicherung wird zuweilen die bis jetzt freilich noch nicht praktisch gewordene Versicherung Erwerbsfähiger (Arbeiter) gegen Meyers Arbeitslosigkeit (s. d.) genannt.
 
Artikelverweis 
Krīsis (griech., Krise, »Urteil, Entscheidung«), der Ausgang einer Krankheit in Genesung, wenn er rasch und vollständig geschieht, während eine allmähliche Beseitigung einer Krankheit Lysis genannt wird. Zum Begriff der K. gehört aber noch, daß der Ausgang in Genesung von einer gesteigerten Tätigkeit der Absonderungsorgane und einer merklichen Vermehrung der Produkte derselben, vor allem des Schweißes und des Harns, begleitet sei. Zu der alten Krisenlehre gehört auch noch die Lehre von den kritischen Tagen. Schon Hippokrates nahm an, daß gewisse Krankheiten nur an bestimmten Tagen (am 5., 7., 9., 11. Tag) sich entscheiden; Galen hat diese Ansicht auf die Nachwelt überliefert, und heutzutage noch ist der Glaube daran im Publikum gang und gäbe. Alle diese Annahmen haben sich jedoch als unrichtig erwiesen, und man versteht gegenwärtig unter K. nur das plötzliche, meist unter reichlichem Schweiß erfolgende Aufhören des Fiebers, das dann alle andern Erscheinungen hinreichend erklärt, und mit dem auch die größte Gefahr beseitigt zu sein pflegt. Zu den fieberhaften Krankheiten, die mit einer K. abschließen, gehören die Lungenentzündung und die Malaria. Im volkswirtschaftlichen Sinne bezeichnet man mit Krisen starke Störungen im Verlauf von Produktion und Verkehr, insbes. im Gleichgewicht zwischen Bedarf und Erzeugung (s. Meyers Handelskrisen).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer