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Kratzdistel bis Kratzertransporteur (Bd. 6, Sp. 600 bis 601)
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Artikelverweis Kratzdistel, Pflanzengattung, s. Cirsium
 
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Kratze, soviel wie Weberkarde, s. Dipsacus.
 
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Krätze (der Krätz), in der Metallurgie, s. Meyers Gekrätz; auch die graue Haut, die sich auf geschmolzenem Letternmetall bildet und aus Metalloxyden besteht.
 
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Krätze (lat. Scabies, von scabĕre, »kratzen«), Hautkrankheit, die von der Einwanderung einer Milbe, Sarcoptes (Acarus) scabiei (s. Meyers Milben), herrührt. Schon von den Arabern wird ein Tierchen bei der K. als Syrones erwähnt, aus dem 12. Jahrh. und später liegen Zeugnisse über diesen Syrones oder Seuren vor und über die Kunst, denselben aus der Haut zu entfernen, »seuren graben«. Trotzdem galt noch bis in das 19. Jahrh. die K. als eine Krankheit des Blutes und der Säfte, bei der der Milbe nur die Rolle einer

[Bd. 6, Sp. 601]


Trägerin des Krankheitsgiftes zugeschrieben ward, oder bei der sich gar die Milben aus den verdorbenen Säften bilden sollten. Erst in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Männchen und Weibchen beobachtet und abgebildet und die Krankheit lediglich als eine Reizwirkung derselben dargestellt. Lieblingssitz sind die Hautflächen zwischen den Fingern, die Beugeflächen am Hand-, Ellbogen- und Kniegelenk, am Hodensack. Mit Hilfe einer Lupe erkennt man in der Haut die Milbengänge, die davon herrühren, daß die Milben und namentlich die erwachsenen weiblichen Tierchen sich unter die Oberhaut eingraben und unter derselben fortkriechen, um hier ihre Eier abzulegen und Nahrung zu suchen. Diese Gänge sind 1 mm bis mehrere Zentimeter lang und verlaufen meist gerade, zuweilen auch geschlängelt etc. An ihrem Ende erkennt man die Milbe als ein seines Pünktchen. Außerdem finden sich stets Spuren des stattgehabten Kratzens, Rötung, Quaddeln oder nässende Wunden, die das heftige Jucken noch vermehren. Die Übertragung geschieht unmittelbar von Mensch zu Mensch, durch Kleidungsstücke, welche die Milben enthalten, auch durch Tiere, von denen z. B. Pferde, Schafe, Katzen, Kaninchen, Kamele und Elefanten mit Rande- oder Krätzmilben behaftet gefunden werden. Man heilt die K. durch Mittel, welche die Milbe töten (Einreibungen mit grüner Seife, besser mit Perubalsam oder Styrax). Der Kranke erhält ein warmes Bad und reibt dann morgens, mittags und abends, im ganzen vier- bis sechsmal, den ganzen Körper ein mit Ausnahme des Kopfes. Das Jucken verschwindet sehr schnell, und es wird keine Reizung der Haut hervorgerufen. Eine sorgfältige Reinigung der Kleider, der Bettüberzüge, der Wäsche etc., teils durch Waschen, am besten aber durch Erhitzen im Desinfektor (in strömendem Wasserdampf) ist notwendig. Die K., früher stark in der Bevölkerung verbreitet und in den stehenden Heeren anscheinend unausrottbar, ist geradezu selten geworden, so daß z. B. in der deutschen Armee die K. nur noch sporadisch vorkommt. Über die K. bei Haustieren s. Meyers Räude. Vgl. Hebra, Über Diagnose, Ätiologie und Therapie der K. (Wien 1844), Gerlach, K. und Räude (Berl. 1857); Fürstenberg, Die Krätzmilben der Menschen und Tiere (Leipz. 1861); Gudden, Beitrag zur Lehre von der Scabies (2. Aufl., Würzburg 1363).
 
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Kratzen, s. Meyers Spinnen.
 
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Kratzen (franz. Gresson), ein Gipfel der Meyers Vogesen (s. d.).
 
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Kratzenstoff, siebenfach übereinander geklebtes Baumwollgewebe als Ersatz für Leder, in das mittels Maschinen seine Drahthäkchen eingestochen werden; er dient zum Bezug der Krempelmaschinen in Streichgarn- und Baumwollspinnereien.
 
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Kratzer (Hakenwürmer, Acanthocephali), eine Gruppe der Würmer, die früher mit den Meyers Fadenwürmern (s. d.) vereinigt wurde. Darm und Mund fehlen ihnen, so daß sie ähnlich den Bandwürmern sich durch die Haut hindurch von dem Darmsaft der Tiere, in denen sie als Schmarotzer leben, ernähren. Der Name kommt von dem mit Widerhaken besetzten Rüssel, der am Vorderende liegt, ausgestreckt und eingestülpt werden kann und zur Befestigung des Tieres in der Darmwand seines Wirtes dient. Nervensystem und Exkretionssystem sind sehr einfach. Die Männchen haben hinten eine ausstülpbare Tasche zum Umfassen der Geschlechtsteile der Weibchen; der weibliche Geschlechtsapparat ist sehr kompliziert. Die aus den Eiern hervorgegangenen Jungen bewohnen die Leibeshöhle kleiner Krebse oder Insektenlarven und werden erst, wenn sie zugleich mit ihren Wirten in den Darm von Fischen, Wasservögeln etc. gelangen, geschlechtsreif. Die mehrere hundert Arten K. (bis vor kurzem alle zur Gattung Echinorhynchus Müll. gestellt, neuerdings aber auf drei Gattungen verteilt) leben im Darm von Wirbeltieren, oft zu vielen beisammen. Im Dünndarm des Schweines lebt E. gigas Goeze (Riesenkratzer), bis zu 0,5 m lang, der in der Jugend in Engerlingen und Maikäfern vorkommt, unter Umständen epidemisch auftritt und sich auch gelegentlich in den Menschen verirrt; von andern Arten leben die Jugendformen in Fischen, Flohkrebsen etc.
 
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Krätzer, bei Vorderladewaffen ein an den Ladestock anzuschraubendes pfropfenzieherartiges Instrument zum Herausziehen von Patronen.
 
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Krätzer, saurer, geringer Wein.
 
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Kratzertransporteur, s. Meyers Horizontaltransport, S. 553.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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