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Krapina bis Krappitz (Bd. 6, Sp. 596)
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Artikelverweis Krapina (K.-Teplitz, kroat. Krapinske-Toplice), berühmter Badeort im kroatisch-slawon. Komitat Warasdin, 152 m ü. M., in einem Kessel gelegen, unweit der Station Zabok der Zagorianer Bahn (Agram-Csakathurn), mit schon den Römern bekannten, bei Gicht und Rheuma besonders heilkräftigen Akratothermen (Aquae Jasae) von 43,1°. Vgl. Rak, Das Mineralbad K. (Wien 1876); Weingerl, Der Kurort K. (das. 1889). Der Markt K., Hauptort Zagoriens und Endstation der Nebenbahn Zabok-K., hat eine römisch-kath. Kirche im gotischen Stil aus dem 15. Jahrh., ein Franziskanerkloster, Ruinen der Burg K., ein Schwefelbergwerk, Bezirksgericht und (1901) als Gemeinde 6757 kroatische und römisch-kath. Einwohner.
 
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Krapíwna, Kreisstadt im russ. Gouv. Tula, an der Plawa, unfern ihrer Mündung in die Upa, mit 5 Kirchen, einer Stadtbank und (1897) 2873 Einw. Im Kreis K., der eine ansehnliche Mühlenindustrie hat, liegt das Gut Jasnaja Poljana des russischen Dichters Leo Tolstoi.
 
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Krapotkin (Kropotkin), Peter Alexejewitsch, Fürst, russ. Nihilist, geb. 9. Dez. 1842 in Moskau, aus uraltem Adelsgeschlecht, wurde im Pagenkorps erzogen, war 186367 Adjutant des Militärstatthalters von Transbaikalien und studierte 186872 in Petersburg Geographie und Geologie. Nach einer Reise in Belgien und der Schweiz wirkte er seit 1872 in Rußland im geheimen unter den Arbeitern für den Umsturz, ward als Teilnehmer an der Tschaykowskyschen Verschwörung 1874 verhaftet, entfloh aber 1876 nach England, von da nach Genf, wo er an die Spitze der sozialistischen und nihilistischen Agitation trat und seit 1879 das Anarchistenblatt »La Révolte« herausgab. 1881 deshalb aus Genf ausgewiesen, in Frankreich 1883 wegen anarchistischer Hetzerei zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, 1886 aber begnadigt, ging er nach London. Seine Beiträge zu der genannten Zeitschrift wurden von E. Reclus herausgegeben u. d. T.: »Paroles d'un révolté« (Par. 1885). Außerdem veröffentlichte K.: »Forschungen aus der Gletscherperiode« (russ., Petersb. 1876) und in Reclus' »Géographie universelle« den Artikel »Rußland«; »In Russian and French prisons« (Lond. 1887); »A la recherche du pain« (1892); »Memoirs of a revolutionist« (Lond. 1899, 2 Bde.; deutsch, 3. Aufl., Stuttg. 1903, 2 Bde.); »Ideals and realities in Russian literature« (Lond. 1905; deutsch, Leipz. 1905); in deutscher Übersetzung erschien noch: »Gegenseitige Hilfe in der Entwickelung« (Leipz. 1905). Vgl. Laurentius, Krapotkins Morallehre und deren Beziehungen zu Nietzsche (Dresd. 1896).
 
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Krapp, die Wurzel mehrerer Arten der Rubiazeengattung Rubia. Der europäische K. stammt größtenteils von der in Südeuropa heimischen Färberröte (R. tinctorum, s. Tafel Meyers »Farbpflanzen«, Fig. 2, mit Text) ab, die auch in Nordamerika und Australien kultiviert wird; R. peregrina liefert den levantischen K. und den K. der Provence, R. munjista den ostindischen; andre Arten werden in Westindien, Südamerika etc. kultiviert. K. enthält außer den gewöhnlichen Pflanzenbestandteilen (elsässischer K. bis 16 Proz. Zucker) Glykoside, die unter dem Einfluß eigentümlicher Fermente sich langsam in Zucker und Farbstoff zersetzen. Daher gewinnt der K. beim Aufbewahren. Die Ruberythrinsäure C26H28O14 spaltet sich unter Aufnahme der Elemente des Wassers in Alizarin C14H8O4 und Zucker, ein andres Glykosid liefert das Purpur in C14H8O5; außerdem enthält K. orangerotes Pseudopurpurin, gelbes Purpuroxanthin und Isalizarin. Bei der Anwendung des rohen Krapps wirken die neben den Farbstoffen vorkommenden Substanzen störend, und von dem Farbstoff bleibt die Hälfte, an Kalk und Magnesia gebunden, in der Wurzel zurück. Man benutzt daher Präparate, die den Farbstoff in reinerer und konzentrierterer Form enthalten. So wird der K. mit Wasser und etwas Schwefelsäure 1215 Stunden maceriert, dann abgepreßt, getrocknet und gemahlen (Krappblumen). Das Waschwasser ist zuckerreich, kann in Gärung versetzt werden und gibt dann bei der Destillation Spiritus (Krappspiritus). Die Krappblumen geben ein schöneres, solideres Violett, ein glänzendes Rosa, und der weiße Grund bleibt reiner, der Farbstoff aber wird ebenfalls nur zur Hälfte ausgenutzt. Zur Darstellung von Garancin extrahiert man gemahlenen K. mit kaltem Wasser, preßt, rührt ihn mit schwach verdünnter Schwefelsäure an, wäscht dann aus, trocknet und mahlt. 100 Teile dieses Präparats entsprechen 500 bis 600 Teilen K. Es gibt ziemlich lebhafte und glänzende Farben und ebenfalls reinern weißen Grund. Ähnliche Präparate sind: Garanceux, Pinkoffin (Alizarine commerciale), Krappkohle, Kolorin. Die Krappextrakte aus K., Garancin und Krappkohle besitzen das 2070fache Färbevermögen des Krapps, liefern im allgemeinen sehr echte Farben mit sehr schönem Weiß und dienen namentlich in der Zeugdruckerei. Hierher gehören Azale, Rochlederin etc., die aus fast reinem Alizarin bestehen. Der Krappbau hatte einst große Bedeutung, seitdem es aber Graebe und Liebermann 1868 gelang, das Alizarin aus Steinkohlenteer darzustellen, wird fast nur noch das künstliche Alizarin angewendet.
 
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Krappblumen, s. Meyers Krapp.
 
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Krappdruck, s. Meyers Zeugdruckerei.
 
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Krappelfassung, s. Meyers Edelsteine, S. 372.
 
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Krappe Sec, kurzer Seegang mit steilen Wellen.
 
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Krappextrakte, s. Meyers Krapp.
 
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Krappfarben, s. Meyers Kesselfarben und Meyers Zeugdruckerei.
 
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Krappitz, Stadt im preuß. Regbez. und Landkreis Oppeln, am Einfluß der Hotzenplotz in die Oder, an der Eisenbahn Neustadt in Oberschlesien-Gogolin, 158 m ü. M., hat eine massive Oderbrücke, eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Niederlassung der Grauen Schwestern, Amtsgericht, Teppichknüpferei, Holzschleiferei, Papier- und Zementdachsteinfabrikation, Kalksteinbrüche, Kalk- u. Ziegelbrennerei, Dampfmühlen, Schiffahrt und (1900) 2920 meist kath. Einwohner. Dabei Schloß und Herrschaft K. und nahe im Wald eine Forellenzuchtanstalt mit 38 Teichen. K. erhielt schon im 13. Jahrh. Stadtrecht.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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