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Kolloxylīn bis Kolmnitz (Bd. 6, Sp. 271 bis 273)
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Artikelverweis Kolloxylīn (griech.), s. Kollodium.
 
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Kolludieren (lat.), unter Einer Decke spielen, im geheimen Einverständnis sein und handeln; sich einer Meyers Kollusion (s. d.) schuldig machen.
 
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Kollund, Dorf im preuß. Regbez. Schleswig, Landkreis Flensburg, an der Flensburger Föhrde, hat ein Seebad und (1900) 669 Einw.
 
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Kollusion (lat., »das Zusammenspielen«), im allgemeinen jede auf rechtswidrige Täuschung Dritter gerichtete Verabredung, im Strafprozeß insbes. eine Verabredung des Angeschuldigten mit Zeugen oder Mitschuldigen, durch welche die Erforschung der Wahrheit gehindert werden soll. In der deutschen Praxis pflegte man wegen zu besorgender Kollusionen Untersuchungshaft (Kollusionshaft) eintreten zu lassen, was dem englischen und französischen Strafprozeß

[Bd. 6, Sp. 272]


fremd, von der deutschen Strafprozeßordnung (§ 112) aber beibehalten worden ist. Diese gestattet die Untersuchungshaft, wenn gegen den Angeschuldigten dringende Verdachtsgründe vorhanden sind und er entweder der Flucht verdächtig ist, oder Tatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, daß er Spuren der Tat vernichten, oder daß er Zeugen oder Mitschuldige zu einer falschen Aussage oder Zeugen dazu verleiten werde, sich der Zeugnispflicht zu entziehen. Vgl. auch § 75 und 80 der österreichischen Strafprozeßordnung. Kollusorisch, auf K. abzielend oder beruhend.
 
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Kollūthos, griech. Dichter, aus Lykopolis in Ägypten, dichtete um 500 n. Chr. ein dürftiges Epos: »Raub der Helena«, nach den kyklischen Dichtern (hrsg. von Lennep, Leeuwarden 1747; wiederholt von Schäfer, Leipz. 1825; Abel, das. 1880; Weinberger, das. 1896; übersetzt von Passow, Güstrow 1829).
 
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Kollyba (russ.), soviel wie Meyers Kolibak (s. d.).
 
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Kolmar (Colmar), 1) Hauptstadt des deutschen Bezirks Oberelsaß, an der Lauch und dem Logelbach (einem aus der Fecht abgeleiteten Kanal) und unweit der Ill, die mit dem Rhein-Rhonekanal durch einen Zweigkanal, der in ein Hafenbecken einmündet, in Verbindung steht, 193 m ü. M., ist eine alte Stadt mit engen, winkligen Straßen. Die ehemaligen Festungswerke bilden jetzt zum Teil schöne Promenaden. Ein neuer Stadtteil hat sich am Bahnhof entwickelt; dort befindet sich auch das schöne Gebäude des Bezirkspräsidiums (ehemalige Präfektur) und das Marsfeld mit Anlagen. Sonst sind zu nennen: das Münster oder die kath. Pfarrkirche zu St. Martin (aus dem 13. und 14. Jahrh.) mit zwei Türmen, von denen einer unvollendet ist, einem schönen Portal und dem berühmten Bild: Maria im Rosenhag, von M. Schongauer, der in K. gelebt hat; die evang. Pfarrkirche (Barfüßerkirche aus dem 15. Jahrh.), das ehemalige Dominikanerkloster (»Unterlinden«, 123289 erbaut) mit Sammlungen, die ehemalige Dominikanerkirche, das Kaufhaus aus dem 15. Jahrh., die Synagoge etc. K. besitzt Denkmäler des Generals Rapp, des Admirals Bruat, des Dichters Pfeffel und des Physikers Hirn (sämtlich in K. geboren), Schongauers, des Stadtschultheißen Rösselmann und Lazarus Schwendis sowie ein Winzerdenkmal. Die Bevölkerung beläuft sich (1900) mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 171, ein Jägerbataillon Nr. 84, eine Maschinengewehrabteilung Nr. 14, ein Dragonerregiment Nr. 14 und eine Eskadron Jäger zu Pferde Nr. 14) auf 36,844 Seelen, davon 10,861 Evangelische und 1204 Juden. Die Industrie ist bedeutend. K. hat Woll- und Baumwollspinnerei und-Weberei, Seidenspinnerei, Jute-, Tuch-, Packtuch-, Nähfaden-, Stärkemehl-, Kartoffelzucker-, Teigwaren-, Wagen- und Maschinenfabrikation, Gießerei, Bleicherei, Bierbrauerei, Weinbau etc. Den Handel unterstützen eine Handelskammer und eine Reichsbanknebenstelle. Für den Eisenbahnverkehr ist die Stadt Knotenpunkt der Linien Straßburg-Basel, K.-Metzeral, K.-Breisach u. a. An öffentlichen Anstalten befinden sich dort: ein Lyzeum (Gymnasium) mit Realschule, eine Präparandenanstalt, Rabbinerschule, landwirtschaftliche Winterschule, landwirtschaftliche Versuchsstation, Weinbauschule, Hebammenlehranstalt, Waisenhaus, Mädchenrettungshaus etc. K. ist Sitz eines Bezirkspräsidiums, einer Kreisdirektion, eines Oberlandesgerichts für Elsaß-Lothringen, eines Landgerichts, einer Forstdirektion mit zwei Oberförstereien sowie des Kommandos der 39. Division und der 82. Infanteriebrigade. Die städtischen Behörden zählen 3 Magistratsmitglieder und 24 Stadtverordnete. Zu K. gehört der 3 km westlich gelegene Fabrikort Logelbach mit Baumwollspinnerei, -Zwirnerei und-Weberei. Der Landgerichtsbezirk K. umfaßt die 15 Amtsgerichte zu Barr, Ensisheim, Gebweiler, Kaysersberg, K., Markirch, Markolsheim, Münster i. E., Neubreisach, Rappoltsweiler, Rufach, Schlettstadt, Schnierlach, Sulz i. Oberelsaß und Weiler. K. ist wahrscheinlich das Columbarium der Römer. Es wird zuerst in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Ludwig des Frommen von 823 genannt. 833 lagerten die Söhne Ludwigs des Frommen in der Ebene zwischen K., Türkheim und Sigolsheim und verführten das Heer des Vaters (Lügenfeld). Karl III. hielt in K. 884 einen Reichstag ab. 1220 erhielt K. durch den Landvogt Wölflin Stadtrechte und Mauern, und 1226 ward es Reichsstadt. Das Stadtrecht, das Rudolf von Habsburg 1278 K. erteilte, wurde dann Muster für viele andre Städte. Seit 1347 fanden die Zünfte im Rate Vertretung und verdrängten im 17. Jahrh. die adligen Geschlechter völlig daraus. 1255 trat K. in den rheinischen Städtebund und nahm an der Verteidigung des Elsaß gegen fremde Einfälle sowie 1476 und 1477 an den Schlachten gegen Karl den Kühnen tapfern Anteil Die Protestanten erhielten 1575 freie Religionsübung, die ihnen Kaiser Ferdinand II. 1629 wieder zu nehmen suchte. 1632 fiel K. in die Hände der Schweden, 1635 in die der Franzosen, die es 1649 nach dem Westfälischen Frieden räumten, 1673 aber aufs neue besetzten, die Festungswerke schleifen ließen und K. 1680 durch die Réunionskammern mit Frankreich vereinigten, bei dem es fortan bis 1871 verblieb. Seit 1698 ist K. der Gerichtshauptort für das Elsaß. Vgl. »Annalen und Chronik von K.« (deutsch von Pabst-Wattenbach, in den »Geschichtsschreibern der deutschen Vorzeit«, 2. Aufl., Leipz. 1897); Hunkler, Geschichte der Stadt K. (Kolm. 1838); Sand, Geschichte der Stadt K. (das. 1854); Rathgeber, K. und Ludwig XIV. (Stuttg. 1873) und K. und die Schreckenszeit (das. 1873); Rocholl, Die Einführung der Reformation in K. (Kolm. 1875); Billing, Kleine Chronik der Stadt K. (das. 1891); Hund, K. vor und während seiner Entwickelung zur Reichsstadt (Straßb. 1899); »K. und die Hochvogesen« (Kolm. 1900); Waltz, Bibliographie de la ville de Colmar (Mülhausen 1902).
   2) (K. in Posen, bis 1877 Chodziesen) Kreisstadt im preuß. Regbez. Bromberg, an 3 Seen und an der Staatsbahnlinie Posen-Neustettin, 63 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Amtsgericht, Porzellan- und Steingutfabrikation, Wagenbau, Maschinenfabrikation, Ziegeleien und (1900) 5025 meist kath. Einwohner. K. ist 1434 gegründet.
 
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Kolmården (spr. -mor--), bewaldeter Höhenzug in den schwedischen Läns Södermanland und Örebro, schließt sich an der Nordspitze des Wettersees an die Berge von Tiveden an und bildete ehemals die Grenze der Landschaften Svealand und Gotland. Er enthält reiche Bodenschätze, wie silberhaltiges Blei, Eisen, Kupfer, Nickel und grünstreifigen Marmor.
 
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Kolmation (v. ital. colmata, »Damm«, Trübwässerung, Aufschlämmung), allmähliche Erhöhung des Bodens durch die im Flußwasser schwebenden Sinkstoffe, die kunstgerecht aufgeleitetes Wasser

[Bd. 6, Sp. 273]


absetzt. Durch die abgelagerten fruchtbaren Schlickteile, die man als Oberkrume gewinnt, wird kahler Geröllboden verbessert und der Boden mit der Zeit erhöht. Bedingung für die Ausführung einer K. ist, daß das verwendete Wasser hinreichende Sinkstoffmengen mit sich führt. Vornehmlich sind die Hochwasser und vor allen die der Gebirgsflüsse zu K. geeignet. Das zu kolmatierende Gelände wird mit Deichen umgeben, die das aufgeleitete Wasser zusammenhalten; das Zu- und Ablassen erfolgt durch Kolmationsschleusen. Die Erfindung der K. pflegt man dem Physiker Toricelli zuzuschreiben, und Italien besitzt die ältesten, ausgedehntesten und erfolgreichsten Trübwässerungsanlagen. In beschränkterm Maße finden sie sich auch im südlichen Frankreich. Die Ausführung erfolgt zumeist durch den Staat, um ein ungesundes und ertragloses Gelände zu verbessern. Die Erfolge sind namentlich in den Sumpfgebieten Val di Chiana, den Maremmen von Toskana, ferner an dem Fluß Var, an der Durance und Isère, überaus günstig gewesen. Vgl. Perels, Handbuch des landwirtschaftlichen Wasserbaues (2. Aufl., Berl. 1884).
 
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Kolmberg (Kollm), isolierte Berggruppe (Grauwacke) in der sächs. Kreish. Leipzig. westlich von Oschatz, 314 m hoch, mit Aussichtsturm (Albertsturm).
 
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Kolmnitz (Colmnitz), Landgemeinde in der sächs. Kreish. Dresden, Amtsh. Freiberg, mit Station Klingenberg-K. Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Dresden-Chemnitz und Klingenberg-K.-Frauenstein, hat eine evang. Kirche, eine Stuhlfabrik, Dampfsägewerk und (1900) 2171 Einw.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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