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Kollēge bis Kollegĭum (Bd. 6, Sp. 265)
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Artikelverweis Kollēge (lat. collega), Amtsgenosse, Titel, den sich Amts- und Berufsgenossen einander geben. Daher kollegialisch (sprachlich richtiger kollegial), soviel wie amtsbrüderlich, einträchtig.
 
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Kollegiālgerichte heißen diejenigen Gerichte, bei denen immer eine Mehrheit von Richtern, nicht ein Meyers Einzelrichter (s. d.) entscheidet. Vgl. Gericht und Gerichtsverfassung.
 
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Kollegialismus, s. Kollegialsystem.
 
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Kollegiālrecht, die von den Vertretern des Kollegialsystems (s. d.) als ursprüngliches Recht der evangelischen Kirche, dessen sie sich erst durch Übertragung an den Landesherrn entäußert habe, behauptete Zuständigkeit, ihre Verfassung sich selbst zu geben.
 
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Kollegiālsystem (Kollegialismus), diejenige Organisation der Behörden, vermöge deren zur Beschlußfassung eine Mehrheit von Mitgliedern erforderlich ist. In diesem Sinne spricht man z. B. von einem Richterkollegium. Das K. empfiehlt sich besonders der bessern Prüfung der Sache wegen für die Organisation der Gerichtsbehörden, daher denn auch für die wichtigern Sachen und namentlich für die Entscheidung von Rechtssachen in höherer Instanz Kollegialgerichte (Landgerichte, Schwurgerichte, Oberlandesgerichte, Reichsgericht) eingerichtet sind im Gegensatz zu den Einzelrichtern (Amtsgericht), die im Interesse einer raschen und weniger kostspieligen Erledigung bei einfachern Sachen vorzuziehen sind (s. Meyers Gericht, S. 634). Für die Verwaltung empfiehlt sich der Einheitlichkeit der Exekutive wegen das sogen. bureaukratische System, mit dem Vorbehalt jedoch, daß die Entscheidung auch von Verwaltungsrechtsstreitigkeiten stets Kollegialbehörden übertragen werden sollten. In der kirchenrechtlichen Terminologie versteht man unter K. (im Gegensatz zum sogen. Episkopal- und Territorialsystem) diejenige Theorie, welche die Kirche als eine vom Staat verschiedene, durch Vertrag gebildete, selbständige Vereinigung auffaßt, die durch stillschweigenden Willensakt die Ausübung der ihr zukommenden Vereinsgewalt an den Landesherrn übertragen habe. In Deutschland hat diese Theorie dauernde Bedeutung dadurch erlangt, daß sie zum erstenmal die heute zum Gemeingut gewordene Unterscheidung der Kirchenhoheitsrechte und der Kirchengewalt vollzogen hat. S. Meyers Kirchenpolitik, S. 50.
 
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Kollegiāltheorie, s. Kollegialsystem und Meyers Kirchenpolitik, S. 50.
 
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Kollegianten, s. Arminianer, S. 792.
 
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Kollegiāten (lat.), Stiftsgenossen.
 
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Kollegiātstifter, s. Meyers Stift.
 
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Kollegiatūren (lat., auch Collegia), Gebäude, die im Mittelalter unter Aussicht eines oder mehrerer bursarum magistri, die gewöhnlich Kleriker waren, Studierende der Universitäten bewohnten. Die Insassen speisten dort gemeinschaftlich und genossen Beihilfen an Geld, freien Gebrauch der nötigen Bücher etc. S. Kollegium.
 
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Kollegĭum (Kolleg, lat.), Gesamtheit mehrerer Personen von gleichem Amt und Beruf (Kollegen, collegae), besonders im Staatsleben; im alten Rom auch von gewissen Korporationen, Zünften etc. gebräuchlich. Im modernen Staatswesen heißt K. jede aus einer Mehrzahl von Personen bestehende Behörde, deren Mitglieder gleiches Stimmrecht haben. Insbesondere spricht man in diesem Sinne von Richterkollegien und Kollegialgerichten (s. Kollegialsystem). Vorzugsweise üblich ist ferner das Wort als Bezeichnung für die Lehrer einer mehrklassigen Lehranstalt, sofern sie als einheitlicher Körper auftreten (Lehrerkollegium). An den mittelalterlichen Universitäten nannte man Collegium (auch neulat. Collegiatura) eine Stiftung zum wohlfeilen und geordneten Zusammenleben von Lehrern, später auch von Lehrern und Schülern. Derartige Kollegien waren nach Analogie der Ordenshäuser eingerichtet, die um so näher lag, da die Gelehrten fast ausnahmslos Kleriker, wenigstens niederer Weihen, waren. Das Muster fast aller spätern war das C. Sorbonicum (s. Meyers Sorbonne) in Paris (1257), dem das C. Navarrēnum (1305) an Ruf und Einfluß nahekam. Solche Collegia entstanden an den französischen und englischen Universitäten so zahlreich und so reich ausgestattet, daß mehr und mehr in sie der Schwerpunkt des akademischen Lebens fiel. Daher in den Ländern romanischer und englischer Zunge Universitäten und andre hohe Schulen oft geradezu Collegia (Collège, Collegio, College, s. d.) heißen. Auch die jesuitischen Hochschulen entlehnten von diesem Muster Namen und Grundzüge der Einrichtung. Vgl. Kaufmann, Geschichte der deutschen Universitäten, Bd. 1, S. 291 ff. (Stuttg. 1888). Auf deutschen Universitäten werden wenigstens infolge jener inzwischen verschwundenen mittelalterlichen Einrichtung die Vorträge der Lehrer, zu denen die Studierenden sich versammeln, Kollegien genannt. Man unterscheidet unter diesen collegia publica (unentgeltliche Vorlesungen), privata (gegen Honorar) und collegia privatissima (Unterrichtsstunden im engern Kreis). S. auch die Artikel »Collegia pietatis« und »Helvetisches Kollegium«. Über die römischen Kollegien s. Collegia nationalia und Collegium Romanum. Bekannt ist die alte lateinische Rechtsregel: Tres faciunt collegium, »drei gehören zu einem K.«-H eiliges K., soviel wie Kardinalskollegium (s. Kardinal).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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