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Kollaboration bis Kollaterāl (Bd. 6, Sp. 263 bis 264)
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Artikelverweis Kollaboration (lat.), das Zusammenarbeiten.
 
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Kollaborātor (lat., »Mitarbeiter«), früher Titel für Hilfsgeistliche und Hilfslehrer an höhern Schulen; Kollaboratur, das Amt eines Kollaborators.
 
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Kollagēn (leimgebende Substanz), die Grundsubstanz der Gewebe, die für den Organismus der Wirbeltiere im allgemeinen das Gerüst bilden, also der knöchernen, knorpeligen und häutigen Teile des innern Skeletts, ferner der Haut und Schleimhäute, der Röhrenwände aller Kanäle, der Sehnen, Bänder, Kapseln, Bindegewebsscheiden etc. Sie bilden der Ausdehnung und Menge nach den beträchtlichsten Teil des Wirbeltierkörpers, während sie bei den Wirbellosen meist durch Chitin, Zellulose oder Spongin ersetzt werden. Die leimgebenden Materien bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel, wie die Eiweißkörper; sie sind unlöslich in kaltem Wasser, verwandeln sich aber beim anhaltenden Kochen mit Wasser mehr oder weniger leicht in Glutin, Leim (daher der Name), während eingelagerte gelbe oder elastische Fasern und zellige Elemente ungelöst bleiben. Die Leimbildung ist als hydrolytische Spaltung des Kollagens aufzufassen. Man unterscheidet das K. des gewöhnlichen Bindegewebes, das in Pepsinsalzsäure sehr leicht, in Trypsin dagegen nicht löslich ist. Der aus den Kollagenfibrillen entstandene Leim ist in Pepsin und Trypsin gut löslich. Das K. der Sehnen verhält sich ähnlich, doch zeigen sich erhebliche Unterschiede in dem Grade der Verdaulichkeit zwischen den verschiedenen Tierarten. Die Grundsubstanz des Knorpels hielt man früher für einen einheitlichen Körper (Chondrogen), der sich beim Kochen in Chondrin (Knorpelleim) verwandeln sollte. Das Chondrogen ist aber ein Gemenge von K. mit Chondromukoid, Chondroitinschwefelsäure und einem Albumoid. Beim Kochen mit Wasser unter Druck entstehen Glutin, Mukoid und Chondroitinschwefelsäure. Letztere verhindert die Fällung durch Tannin, das Glutinlösung fällt. Knorpelleim ist eine lösliche Verbindung von Glutin mit chondroitinschwefelsaurem Alkali. Das K. der entkalkten Knochen (Ossein) wird von Pepsin so leicht gelöst wie andres K., doch wird es auch bei Gegenwart der Kalksalze der Knochen von den Verdauungsorganen des Hundes zum großen Teil verdaut. Die organische Grundsubstanz der Fischschuppen besteht aus K. und einem Albumoid (Ichthylepidin); ihr K. wird sehr leicht in Glutin verwandelt. Die leimgebenden Materien sind von Bedeutung für die Ernährung: das Fleisch unsrer Haussäugetiere enthält davon durchschnittlich 1/33, das Kalbfleisch sogar 1/20 seines Gewichts, und wenn dieselben auch schwerer verdaulich sind als Eiweiß, so unterliegen sie doch zum Teil einer Umwandlung und müssen als Nahrungsstoffe betrachtet werden. In der Technik benutzt man die leimgebenden Materien zur Darstellung von Leim; auf ihrer Verbindungsfähigkeit mit Gerbsäure zu einer schwer verweslichen Substanz beruht die Gerberei, während die Abfälle auf kohlensaures Ammoniak verarbeitet und zu Dünger benutzt werden.
 
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Kollānöl, ein Konservierungsmittel für Leder, das von Olsen in Stockholm aus einer Substanz hergestellt wird, die man in den Tropen durch Anzapfen von Bäumen gewinnt. Diese Substanz, über deren Abstammung nichts Näheres bekannt ist, ist bei 30° halbflüssig, bei 0° hart wie Glas, bei der Destillation liefert sie Wasser und dann das K. Dies besteht aus hochsiedenden Kohlenwasserstoffen aus der Gruppe der Terpene mit wenig sauerstoffhaltigen Beimengungen, enthält aber kein Fett. Es löst sich leicht in Äther und Schwefelkohlenstoff, sehr wenig aber in Alkohol.
 
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Kollaps (lat. collapsus, das »Zusammenfallen«), Verfall, in der Medizin das Zusammenfallen elastischer Teile, z. B. der Lungen, wenn diese durch Eindringen von Luft in den Brustraum aus ihrer Spannung gelöst werden; ferner das plötzliche »Zusammenklappen«, der plötzliche Kräfteverfall, z. B. nach großen Blutverlusten, bei fieberhaften Krankheiten etc. Beim K. sehen die Kranken eingefallen und bleich aus, ihre Gesichtszüge sind entstellt, ihre Augen tiefliegend, ausdruckslos. Die Haut ist dabei bald trocken, bald mit Schweiß bedeckt. Antlitz, Hände und Füße fühlen sich leichenkalt an. Der Puls ist klein, kaum fühlbar, sehr beschleunigt, zuweilen aussetzend. Der Herzstoß ist

[Bd. 6, Sp. 264]


schwach, die Atmung oberflächlich, oft kaum merklich, manchmal allerdings auch beschleunigt. Die Stimme ist schwach und klanglos; die Kranken liegen ruhig da, alle ihre Bewegungen sind äußerst kraftlos. Das Bewußtsein ist bald vollständig erhalten, bald getrübt. Die Dauer eines Kollapses beträgt bald nur einige Minuten bis wenige Stunden, bald mehrere Tage. Ursachen des Kollapses sind am häufigsten Schwächezustände des Herzens, oder, namentlich bei schweren Infektionskrankheiten, Lähmung des Gefäßnervenzentrums, so daß eine Erschlaffung aller Gefäße und tiefe Blutdrucksenkung entsteht. Im allgemeinen ist der K. eine gefürchtete Erscheinung, häufig geht er allerdings wieder vorüber, in andern Fällen ist er der unmittelbare Vorläufer des Todes. Die Behandlung besteht in der Darreichung von Reizmitteln: kräftiger Wein, starker Kaffee, Kampfer, Äthereinspritzungen unter die Haut, äußerlich Senfteige und Einreibungen mit Senfspiritus.
 
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Kollapsdelirĭen, s. Delirium.
 
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Kollār (lat. collare), Halseisen,-Band,-Kragen.
 
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Kollár, 1) Jan, tschech. Dichter und Altertumsforscher, geb. 29. Juli 1793 zu Mossocz im ungarischen Komitat Thurocz, gest. 24. Jan. 1852 in Wien, studierte 181215 auf dem Lyzeum in Preßburg und seit 1816 in Jena Theologie und wurde 1819 slowakischer Prediger der neubegründeten evangelischen Gemeinde in Pest. Als Dichter trat er zuerst auf mit einer Sammlung kleinerer Gedichte, »Básně« (Prag 1821), die später vermehrt und teilweise umgearbeitet u. d. T.: »Slávy Dcera« (»Tochter der Slawa«, 3. Aufl., Pest 1832, 2 Tle., wovon der letztere die »Auslegung« [»Výklad«] enthält; Pest 1845; Wien 1852; Prag 1862 u. ö.) erschienen, ein berühmt gewordenes Werk, worin er seinem Schmerz über das Verdrängtwerden seines Stammes durch die deutsche Kultur Ausdruck gab. Dann folgte die verdienstvolle Sammlung slowakischer Volkslieder: »Národnie zpěvanky« (2. Aufl., Ofen 183435, 2 Tle.). Von seinen übrigen Werken nennen wir: »Über die Namen und Altertümer des slowakischen Volkes etc.« (»Rozpravy o jmenách etc.«, Ofen 1830), ferner »Cestopis« (eine Reisebeschreibung durch Oberitalien, Tirol und Bayern, Pest 1843; Prag 1863), namentlich aber sein zuerst tschechisch, dann deutsch geschriebenes Werk »Über die literarische Wechselseitigkeit zwischen den Stämmen und Mundarten der slawischen Nation« (das. 1837; 2. [tschech.] Aufl., das. 1853). Als darauf die Sprachenkämpfe in Ungarn begannen, scharte sich die ganze slowakische Jugend um den berühmten Dichter und Schriftsteller, obschon dieser selbst sich gegen jegliche panslawistische Tendenz verwahrte. 1849 wurde er zum ordentlichen Professor der Archäologie an der Universität in Wien ernannt. Nach seinem Tod erschien noch das archäologische Werk »Staroitalia slavjanská« (»Das slawische Altitalien«, Wien 1853; neue Aufl., Prag 1863). Seine gesammelten Werke (mit der Autobiographie des Dichters) erschienen in 4 Bänden (Prag 186263; 2. Aufl., das. 1868, beide unvollständig).
   2) Vinzenz, Zoolog, s. Koll
 
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Kollargōl (Argentum colloidale), kolloidales, in Wasser lösliches Silber, ein von Credé angegebenes Präparat, das mit Wasser eine braune undurchsichtige Flüssigkeit bildet und, namentlich in Salbenform, aber auch innerlich und als Einspritzung in die Venen, als kräftiges bakterientötendes Mittel angewendet wird. Man gibt es namentlich bei septischen (Wundinfektion, Kindbettfieber) und andern Infektionskrankheiten, Rose, Phlegmone, Scharlach, Diphtherie, auch bei Tieren bei Phlegmone, Rotz, Druse, bösartigem Katarrhalfieber. Milzbrand etc.
 
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Kollas, s. Meyers Kühlkrüge.
 
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Kollaterāl (lat.), seitlich.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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