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Karl-Johansvärn bis Karlsbader Beschlüsse (Bd. 6, Sp. 653 bis 656)
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Artikelverweis Karl-Johansvärn, Stadt, s. Meyers Horten.
 
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Karlmann, 1) Majordomus, Sohn Karl Martells und der Chrotrudis, älterer Bruder Pippins des Kleinen, teilte sich nach seines Vaters Tode (741) mit Pippin in die Verwaltung des fränkischen Reiches und erhielt Austrasien, Alemannien und Thüringen, legte aber 747 seine Gewalt zugunsten seines Sohnes Drogo nieder. Er gründete auf dem Berg Soracte bei Rom zu Ehren des heil. Silvester ein Kloster und zog sich darauf in das Benediktinerkloster auf dem Monte Cassino zurück. Als Pippin 754, dem Rufe Stephans III. folgend, nach Italien zog, befand sich K. auf dem Wege nach Gallien, um auf Bitten König Aistulfs den gegen die Langobarden gerichteten Zug zu hintertreiben. Er fand den Bruder nicht mehr und begab sich in ein Kloster zu Vienne, wo er 17. Aug. 754 am Fieber starb. Seine Söhne wurden von Pippin einem Kloster übergeben.
   2) König der Franken, geb. 751, gest. 4. Dez. 771 in Samoussy, Pippins des Kleinen jüngerer Sohn, ward 754 nebst seinem Bruder Karl d. Gr. von Stephan III. zum König von Franken gesalbt und erhielt nach des Vaters Tod bei der Teilung mit Karl (768) Burgund, Provence, Septimanien, Elsaß, Alemannien und das östliche Aquitanien. Bevor zwischen beiden Brüdern ein offener Zwist ausbrach, starb K. und ward in Reims begraben. Da die fränkischen Großen mit Übergehung seiner Söhne sein Reich Karl d. Gr. übertrugen, flüchtete Karlmanns Witwe Gerberga (Giberga) nach Italien zu König Desiderius, der durch den Versuch, den Papst zur Salbung von Karlmanns

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Söhnen zu zwingen, einen Krieg mit Karl d. Gr. heraufbeschwor. Nach der Eroberung des Langobardenreichs 774 endeten Gerberga und ihre Kinder in einem Kloster.
   3) Ostfränkischer König, geb. um 828, gest. 22. Sept. 880 in Ötting, Ludwigs des Deutschen und der Hemma ältester Sohn, erhielt 856 die Verwaltung der bayrischen Marken, empörte sich 861 im Einverständnis mit dem Herzog Rastislaw von Mähren gegen den Vater, unterwarf sich 862, empfing aber seine Herrschaft erst 865 zurück. 869874 kämpfte er zum Teil erfolgreich gegen Mähren, nahm 870 Rastislaw gefangen, mußte sich aber infolge der Einsprüche Swatopluks, des Neffen des Genannten, mit der Oberherrschaft über Mähren begnügen (874). Von seinem Oheim, Kaiser Ludwig II., 872 zum Erben bestimmt, erwarb er Italien erst im September 877, nachdem er Karl den Kahlen aus der Lombardei vertrieben hatte. Inzwischen hatte er nach des Vaters Tod durch die Teilung im Ries (im November 876) Bayern mit seinen Marken als Königreich empfangen. Seine Ehe mit einer Tochter des böhmischen Markgrafen Ernst war kinderlos; doch wurde ihm von Liutswinda ein unehelicher Sohn, Arnulf, geboren. Seit jenem Zuge nach Italien war Karlmanns kräftiger Körper von Siechtum befallen, und da Arnulf illegitim war, übertrug K. 879 seinen Brüdern Ludwig dem Jüngern und Karl dem Dicken die Nachfolge in Bayern und Italien.
 
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Karlmeinet, s. Meyers Karlssage.
 
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Karlócza (spr. kárlōza), Stadt, s. Meyers Karlowitz.
 
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Karloskōp, s. Kaleidoskop, S. 454.
 
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Karlovac (spr. -watz), Stadt, s. Meyers Karlstadt 2).
 
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Karlovci, Stadt, s. Meyers Karlowitz.
 
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Karlowa, 1) Otto, Rechtslehrer, geb. 11. Febr. 1836 in Bückeburg, gest. 4. Jan. 1904 in Heidelberg, trat 1859 als Auditor bei der Bückeburger Justizkanzlei in die juristische Praxis, erwarb 1861 in Bonn die juristische Doktorwürde und habilitierte sich darauf in der juristischen Fakultät daselbst. 1867 ward er ordentlicher Professor in Greifswald und 1872 Professor des römischen Rechts und des Zivilprozesses in Heidelberg. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: »Beiträge zur Geschichte des römischen Zivilprozesses« (Bonn 1865); »Die Formen der römischen Ehe und Manus« (das. 1868); »Der römische Zivilprozeß zur Zeit der Legisaktionen« (Berl. 1872); »Das Rechtsgeschäft und seine Wirkung« (das. 1877); »Über die Rezeption des römischen Rechts in Deutschland mit besonderer Rücksicht auf Kurpfalz« (Heidelb. 1878); »Intra pomoerium und extra pomoerium, ein Beitrag zum römischen Staatsrecht« (das. 1896); besonders aber seine leider unvollendet gebliebene »Römische Rechtsgeschichte« (Bd. 1, Leipz. 1855; 2. Bd., 1. Teil in 3 Abt., 18921901).
   2) Theodor Rudolf Ferdinand, Seemann, geb. 30. Aug. 1844 in Braunschweig, besuchte seit 1866 die Hamburger Navigationsschule und trat 1871 in den Dienst der Hamburg-Amerika-Linie. Er nahm Franklins Untersuchungen über die Beruhigung der Wellen durch Öl wieder auf und veröffentlichte seine Beobachtungen in der vom Nautischen Verein in Hamburg preisgekrönten Schrift: »Die Verwendung von Öl zur Beruhigung der Wellen« (Hamb. 1888).
 
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Karlowitz (kroat. Karlovci, serb. Karlovec, magyar. Karlócza, spr. kárlōza), selbständige Stadt im kroatisch-slawon. Komitat Syrmien, am rechten Donauufer, am nordöstlichen Fuß der Fruska Gora und an der Bahnlinie Budapest-Semlin-Belgrad, ist Sitz des griechisch-orientalisch-serbischen Erzbischofs und Patriarchen der Serben samt Domkapitel, hat eine griechische Kathedrale, eine römisch-kath. Kirche, ein erzbischöfliches Palais und (1901) 5643 meist kroatische und serbische (griechisch-orientalische und römisch-katholische) Einwohner, die Fischfang, Vieh-, insbes. Schweinezucht, Handel und hervorragenden Weinbau (Karlowitzer Ausbruch, Rotwein) treiben. K., das ein theologisches Seminar, Obergymnasium, Lyzeum und Bezirksgericht besitzt, gewann seine Bedeutung seit der Serbeneinwanderung nach Ungarn, insbes. als Residenz des serbischen Patriarchen, und ist Sitz der serbischen Kirchenkongresse. 184849 war es ein Hauptherd des serbischen Aufstandes gegen Ungarn. Historisch berühmt ist die Stadt durch den Karlowitzer Frieden, der am 26. Jan. 1699 (auf einer Anhöhe, wo jetzt die Kirche Maria Fried steht) zwischen Österreich, Rußland, Polen und Venedig einerseits und der Pforte anderseits abgeschlossen wurde. Rußland blieb im Besitz von Asow und dem dazu gehörigen Gebiet; Polen erhielt Kamenez, Podolien und die Ukraine zurück und trat dagegen seine Eroberungen in der Moldau ab; Österreich erhielt Siebenbürgen und die Landschaft Bácska zwischen Theiß und Donau, während die Pforte im Besitz der Festung Temesvar und des Banats verbleiben sollte; Ungarns Grenze wurde gegen S. durch eine Linie von dem Ausfluß der Maros bis an die Mündung der Unna in die Save bestimmt. Venedig behielt Morea bis an den Isthmus, Santa Maura und Ägina, gab aber Lepanto, Prevesa u. a. an die Pforte zurück; in Dalmatien behielt es sechs eroberte Festungen, ebenso im Archipel die Inseln, die es vor dem Kriege besessen hatte. Dieser Friedensschluß gab Österreich fast alles zurück, was die Pforte seit 1526 erobert hatte, und bildete später meist die Grundlage der Verträge zwischen Österreich und der Türkei (s. die »Karten zur Geschichte Österreich-Ungarns«). Am 15. Mai 1848 erklärten sich die aufständischen Serben hier für unabhängig. Seit den 1860 er Jahren werden die Kongresse der griechisch-orientalischen Kirche in K. abgehalten. Vgl. J. Acsády, Geschichte des Friedensschlusses von K. (ungar., in den Abhandlungen der Ungarischen Akademie, 1899); M. R. Popović, Der Friede von K. (Leipz. 1893); D. Kaufmann, Israel Conegliano und seine Verdienste um die Republik Venedig (Budap. 1895, ungar.).
 
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Karlsbad, Stadt in Böhmen, 379 m ü. M., an der Tepl unfern ihrer Mündung in die Eger, in einem engen, romantischen, von bewaldeten Bergen umschlossenen Tal, an den Linien Prag-Eger der Buschtěhrader Eisenbahn, Marienbad-K. und K.-Johanngeorgenstadt der Staatsbahnen gelegen, ist einer der berühmtesten Kurorte Europas und Sitz einer Bezirkshauptmannschaft sowie eines Bezirksgerichts. Die schönste Straße ist die mit Kaufläden besetzte Alte Wiese, am linken Ufer der Tepl, oberhalb in die Puppschen Anlagen (mit dem Denkmal Goethes von Donndorf) auslaufend; ihr gegenüber am rechten Flußufer liegt die Neue Wiese. Schöne Gartenanlagen sind außerdem der Stadtpark und der Stadtgarten mit dem Denkmal Kaiser Karls IV. Die Stadt hat eine katholische, eine evangelische, eine anglikanische

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und eine russische Kirche sowie eine Synagoge; sie enthält ferner an bemerkenswerten Gebäuden die Mühlbrunnkolonnade, im korinthischen Stil von Zitek 1878 erbaut, die Sprudelkolonnade, einen leichten Eisenbau (1879), das Kurhaus, das Militärbadehaus, das großartige Kaiserbad (1895 eröffnet), das neue Stadttheater, das Postgebäude, die Sparkasse, das Obergymnasium und zählt (1900) 14,637 deutsche Einwohner. Die rege Gewerbtätigkeit erstreckt sich auf Sprudelsteinverarbeitung, Nadlerei, Herstellung von Likör (Karlsbader Bitter), Zuckerwaren (Karlsbader Oblaten) etc. Auch bildet K. einen Mittelpunkt der Porzellanfabrikation; in der Umgebung wird vorzügliche Kaolinerde gewonnen und bestehen 15 Porzellanfabriken. Außerdem wird in K., namentlich während der Saison, lebhafter Handel mit Porzellan- und Glaswaren, Spitzen und Stickereien betrieben. Die Stadt hat ein Elektrizitätswerk, eine Straßenbahn und einen Pferderennplatz.
   Die 19 Thermen von K. sind heiße alkalische Glaubersalzquellen und brechen aus einer Spalte im Granit hervor, die sie teilweise mit Sprudelstein ausgefüllt haben. Die älteste und wichtigste Quelle ist der Sprudel, am rechten Ufer der Tepl, mitten in der Stadt. Er hat eine Temperatur von 72,5° und springt stoßweise in Mannsdicke 4 m hoch empor; die Wassermenge, die er liefert, beträgt 25 bis 30 hl in der Minute. Die andern Quellen, an Temperatur wie an Ergiebigkeit geringer, sind: der Bernhardsbrunnen mit 64°, die Franz-Josephsquelle mit 65°, der Neubrunnen mit 55,4°, die Felsenquelle mit 58° und der Schloßbrunnen auf dem Schloßberg mit 52,4°, der Mühlbrunnen mit 51°, der Theresienbrunnen mit 55°, der Marktbrunnen mit 54°, der Kaiserbrunnen mit 47,5° und die Elisabethquelle mit 40°. Das Wasser schmeckt schwach salzig und säuerlich. Über die Analyse des Sprudels, Mühl-, Markt- und Schloßbrunnens vgl. die Tabelle »Mineralwässer«, II.
   Das Wasser der Quellen setzt an der Luft unter Verlust von Kohlensäure kohlensauren Kalk (Sprudelstein) ab, der zu allerlei Gegenständen verarbeitet wird. Die Karlsbader Quellen werden vornehmlich zu Trinkkuren benutzt, die in manchen Fällen durch Bäder (auch Moorbäder) unterstützt werden. Man braucht die Kurmittel bei chronischem Magenkatarrh und Dyspepsie, Magengeschwür, chronischem Darmkatarrh, Hämorrhoiden, Katarrh der Gallenwege, Gallensteinen, Leberhyperämie, Fettsucht, Krampfzufällen im Bereich der Unterleibsorgane, Gicht, Rheumatismus, Diabetes, Skrofulose, Frauenkrankheiten, Harngries. Außer den Thermalquellen sind auch mehrere kalte Mineralquellen in der Umgebung von K. bemerkenswert, als: der Rote Säuerling

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bei Drahowitz, der Cambridgesäuerling bei der Cambridgesäule links an der Tepl und der Säuerling bei der Dorotheenau (Sauerbrunn, 12,5°) sowie eine 1853 unweit des Einflusses der Tepl in die Eger aufgefundene Eisenquelle von 10°. Die Wässer sämtlich er Quellen werden seit 1843 auch versandt (1903: 2,5 Mill. Flaschen). Man gewinnt aus dem Wasser durch Verdampfung das Karlsbader Salz, das kristallisiert und als Pulver hergestellt wird, ferner werden Pastillen und Seife in den Handel gebracht. Die Zahl der Kurgäste Karlsbads betrug 1903: 54,000. Das Klima von K. ist das von Mitteldeutschland, vorherrschend sind Nord- und Westwinde; erstere bedingen oft plötzlichen Temperaturwechsel, auch sind die Temperaturabfälle am Morgen und Abend erheblich. Die relative Luftfeuchtigkeit hält sich in mittlerer Höhe, Niederschläge sind häufig.
   Die anmutige Umgebung von K. (s. das Textkärtchen, S. 655) ist durch schöne Anlagen zugänglich gemacht; schöne Aussichten bieten namentlich der Hirschensprung (498 m), die Franz Joseph-Höhe (510 m), der Dreikreuzberg (554 m), die König Otto-Höhe (599 m), das Ewige Leben (636 m) mit der Stephaniewarte, der Aberg (609 m) mit Aussichtsturm. Zu den besuchtesten Punkten gehören ferner südlich der Posthof, der Kaiserpark und Pirkenhammer (Dorf mit Porzellanfabrik und 1639 Einw.), südwestlich Aich (Dorf mit Schloß, Porzellanfabrik, Bierbrauerei und 1911 Einw.) und die Hans Heiling-Felsen, südöstlich der Markt Engelhaus mit malerischer, auf 713 m hohem Klingsteinfelsen gelegener Burgruine und 953 Einw., östlich Meyers Gießhübl-Sauerbrunn (s. d.), nordöstlich Meyers Dallwitz (s. d.). Nordwestlich von K. liegen das Dorf Donitz mit Glas-, Porzellan- und Strickwarenfabrik, Sägewerk und 3649 Einw., dann die Stadt Fischern mit Kaolinschlämmerei, Porzellanfabrik, Bierbrauerei und 8234 Einw.
   Geschichte. Die älteste Urkunde über K. datiert von 1325. Man kennt von ihr zwar nur den Titel: »König Johanns Privilegium oder Breve testatum und Lehenbrief über den Tiergarten sub anno 1325«; doch stellt es sich hiernach als bloße Sage heraus, daß K. von Karl IV. auf einer Hirschjagd 1347 entdeckt worden sei. Dagegen ließ dieser Kaiser nach vollendeter glücklicher Heilung seiner bei Crécy erhaltenen Wunden 1358 ein festes Schloß bei der Quelle erbauen, und der um dasselbe bald entstehende Ort Namens Vary (Sprudel) erhielt bereits 1370 städtische Rechte. Kaiser Joseph I. erhob K. zur königlichen Freistadt. Schon 1531 hatte Graf Albrecht Schl ik das erste Armenhospital in K. erbaut; 1711 entstand ein Kurhaus auf der Alten Wiese; 1762 ließ Maria Theresia das Bade- und Trinkhaus am Mühlbrunnen ausführen, und 1812 wurde aus einer Schenkung des Grafen Kinsky das Badehaus und Hospital für arme Kurgäste am Spitalbrunnen errichtet. Bis 1520 wurde in K. nur gebadet; um diese Zeit erst ward das Wasser auf Anraten eines Dr. Payer auch zu Trinkkuren verwendet. Ebenso hat dieser Arzt die erste medizinische Abhandlung über K. 1522 drucken lassen. Unter seinen größten Wohltätern nennt K. den schottischen Lord Jakob Ogilvi, Grafen von Findlater, der K. mehr als 20 mal besuchte und jeden Besuch mit Anlegung eines Gebäudes, einer Straße, eines Spazierganges etc. bezeichnete. Goethe hat K. 12mal vesucht (vgl. Hlawacek, »Goethe in K.«, 2. Aufl., Karlsbad 1883). In späterer Zeit gründete dort der Dichter und Erzbischof Ladislaus Pyrker ein Hospital für arme Offiziere. 1819 kam es hier auf einer Ministerkonferenz zu den reaktionären Karlsbader Meyers Beschlüssen (s. d.). In den letzten 40 Jahren erhob sich K. zum Weltkurort ersten Ranges. Vgl. Hochstetter, K., seine geognostischen Verhältnisse und seine Quellen (Karlsb. 1856); Hlawacek, K. in geschichtlicher, medizinischer und topographischer Beziehung (14. Aufl., das. 1884); Kraus, Ärztlicher Rat für den Kurgebrauch in K. (9. Aufl., das. 1882); Fleckles, Der Karlsbader Kurgast (3. Aufl., das. 1886); Sorger, Die wichtigsten Punkte der Diätetik während einer Karlsbader Kur (9. Aufl., das. 1884); Jaworski, Wirkungen des Karlsbader Thermalwassers (Leipz. 1885); Stephanides des, K., seine Thermen und übrigen Heilfaktoren (2. Aufl., Karlsb. 1889); Cartellieri, K., die Stadt und ihre Umgebung, der Kurort und seine Heilmittel (das. 1888); Hertzka, K. in Böhmen für Ärzte und Kurgäste (2. Aufl., Wien 1894); Ruff, Die Karlsbader Diät (Karlsb. 1894); Friedenthal, Der Kurort K., topographisch und medizinisch dargestellt (Wien 1895); Schnée, K. als Terrainkurort (das. 1900); Prökl, Geschichte der k. Stadt K., historisch, statistisch und topographisch dargestellt (Karlsb. 1883); Löw, Chronik von K. (das. 1874).
 
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Karlsbader Beschlüsse, die nach den Attentaten auf Meyers Kotzebue (s. d.) und Meyers Ibell (s. d.) 23. März und 1. Juli 1819 von dem zu Karlsbad abgehaltenen deutschen Ministerkongreß (Karlsbader Konferenzen 6.31. Aug. 1819) verabredeten und 20. Sept. vom deutschen Bundestag angenommenen Beschlüsse. Ihr Zweck war, der Revolution vorzubeugen, und deshalb wurde die Freiheit der Universitäten (Überwachung der Lehrer, der Disziplin und der Studierenden durch besondere Kuratoren) und der Presse (strenge Zensur aller nicht über 20 Bogen starken Schriften) beschränkt. Zugleich wurde Artikel 13 der Bundesakte, die in jedem Bundesstaat eine Verfassung forderte (Aufrechterhaltung des monarchischen Prinzips), eingeschränkt und zur Untersuchung »des Ursprungs und der mannigfachen Verzweigungen der gegen die bestehende Verfassung und innere Ruhe sowohl des ganzen Bundes als einzelner Bundesstaaten gerichteten revolutionären Umtriebe und demagogischen Verbindungen« eine Zentral-Untersuchungskommission eingesetzt. Die Folge war die sogen. Demagogenverfolgung, die sich bemühte, den nationalen Aufschwung und die nach den Freiheitskriegen lebendige politische Betätigung des Volkes zu beseitigen. Am 2. April 1848 hob der Bundestag, vom Vorparlament genötigt, diese wie alle andern Ausnahmebeschlüsse wieder auf. Vgl. Ägidi, Aus dem Jahr 1819 (2. Aufl., Hamb. 1861).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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