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Jura bis Jurançonwein (Bd. 6, Sp. 381 bis 388)
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Artikelverweis Jura, zentraleuropäisches Gebirgssystem, das von den Alpen durch die schweizerisch-schwäbische Hochebene

[Bd. 6, Sp. 382]


getrennt ist. Es erstreckt sich von Voiron nordwestlich von Grenoble in Frankreich auf etwa 700 km durch den Westen und Nordwesten der Schweiz über Schwaben und Bayern bis zum Fichtelgebirge. In dieser Ausdehnung ist der J. mehr ein geognostischer als orographisch einheitlicher Begriff. Denn wenn auch in dem weithin sich erstreckenden Gürtel dieselben Abteilungen der Juraformation herrschen, so ist doch in den beiden Strecken, in die man den J. einteilt, der Gebirgsbau wesentlich verschieden. In der Tat ist auch erst nach der Erkenntnis der Identität der geologischen Formationsglieder der Name J. auf diejenigen Gebirgsstrecken ausgedehnt worden, die nordöstlich vom Rheinwinkel (bei Basel) sich erstrecken.
   Der J. zerfällt in zwei Hauptteile: 1) den französisch-schweizerischen J. (Mons Jurassus, vom keltischen Jor oder Joria = Wald) oder J. im engern und eigentlichen Sinn, ein Faltengebirge, das sich als nördliche und nordwestliche Abzweigung der Westalpen von Grenoble bis zur Lägern bei Zürich und in einer schmalen Zone von Tafelbergen bis zum Rhein bei Basel und Schaffhausen hinzieht; 2) den deutschen oder schwäbisch-fränkischen J. (s. unten, S. 383), der sich als Tafeljura vom Randen (Kanton Schaffhausen) bis zum Fichtelgebirge erstreckt.
   Der französisch-schweizerische Jura (s. Karte »Schweiz« und die »Geologische Karte der Alpen«) umfaßt ein vorherrschend aus Kalkstein bestehendes Gebiet, das im W. und N. etwa begrenzt wird durch die Orte Lons-le-Saunier, Dôle (Burgund), Montbéliard, Basel und Schaffhausen (Randen). Tektonisch zerfällt es wie der ganze J. in zwei scharf getrennte Teile: 1) den Ketten- oder Faltenjura, ein von Voiron bei Grenoble über Neuenburg zur Meyers Lägern (s. d.) bei Zürich hinziehendes, steileres, etwa 360 km langes und gegen das schweizerische Mittelland konkaves, nach NW. und N. über Lons-le-Saunier-Besançon, den Blauen und Hauenstein bei Basel hin konvexes Gebirge; 2) den Tafeljura oder Plateaujura, außerhalb dieses konvexen Bogens gegen die Saône, im Baselland, Aargau und dem Randen (Schaffhausen) aus Tafelbergen bestehend.
   Geologisches. Die Hauptmasse des Faltenjura, von dem hier allein die Rede ist, bilden die Glieder der Juraformation, Kalke, Mergel von Lias, Dogger und Malm; nur in den Nordketten und im äußersten Westen (Besançon, Salins) tritt insular die tiefere Trias mit Gips und Steinsalz führendem Keuper und Muschelkalk auf. Unter dem reich entwickelten obern oder weißen J. (Malm) lagern vom Bielersee nach W. Neokom, Urgon und Gault. Jüngere Kreide und Nummulitengesteine fehlen überall. Dagegen finden sich durch das ganze Gebirge als lokale Verwitterungsprodukte alttertiäre Bohnerze, ferner mitteltertiäre Meeres- und Süßwasserablagerungen als Teile der großen Molassedecke des schweizerischen Mittellandes. Darüber breiten sich, besonders in den Tälern, vorherrschend alpine erratische Schuttmassen der Eiszeiten aus, in Höhen von mehr als 1000 m nebst Ablagerungen lokaler Juragletscher.
   Da die Molasse die Muldentäler konkordant erfüllt, muß die Faltung postmiocän sein, und weil die ältesten Ablagerungen der Gletscherzeit (Deckenschotter) diskordant auf den Falten ruhen (vgl. Lägern), präglazial, d. h. im Pliocän, stattgefunden haben. Noch läßt das junge Faltengebirge deutlich eine Scharung von Mulden (Synklinalen) und Gewölben (Antiklinalen) erkennen, von welch letztern tektonisch zwischen Biel und Delle etwa 20 nachweisbar sind. Die Zahl der orographischen Ketten ist eine größere, weil viele Gewölbe zerrissen, in Antiklinaltäler und Kämme zerlegt worden sind. Im N., an der Grenze gegen den Tafeljura, etwa vom Paßwang (1207 m) südlich von Basel bis zur Lagern, stauten sich die Falten. Es kam zu Überschiebungen, zur Schuppenstruktur, die in zahlreichen Pultbergen zum Ausdruck kommt. Ein altes Antlitz zeigen die Freiberge (Franches-Montagnes) im Berner und Neuenburger J., eine durch Alpenflüsse präglazial zugehobelte Rumpfebene (Peneplain); später hob sich der ganze Südostrand des Kettenjura zu den höchsten Erhebungen, die der J. aufweist.
   Wie alle Kalkgebirge zeigt der J. eine ausgiebige unterirdische Entwässerung. Das Wasser versiegt in zahlreichen Spalten und Löchern (Entonnoirs, Emposieux, Fondrières), weitet Höhlen (grottes, baumes) aus, veranlaßt die Bildung von Dolinen (z. T. mit Seen, z. B. Lac de Taillères im Kanton Neuenburg) und tritt in Stromquellen (Sources vauclusiennes) zutage, wie die Aubonne, Venoge, Orbe, Doux, Loue, Serrières etc. Die Zahl der Bäche und Flüsse ist daher klein, z. B. Doubs, Ain, Loue, Areuse, Birs. Im Gegensatz zu den tektonisch und uniform angelegten, meist blinden Muldentälern, von denen einzelne relativ breit (Delémont, Val de Ruz), andre hoch gelegen sind (La Brévine, La Chaux-de-Fonds, Les Ponts, Jouxtal 1000 m), haben die oberirdischen Gewässer epigenetische und offenbar antezedente Täler herausgeschnitten, woraus sich die Bildung der bisweilen fast kraterförmigen Quertäler oder Clusen (z. B. Court-Moutier längs der Birs, Underverlier, St.-Sulpice u. a.) erklärt. Flankentälchen werden von Ruz durchflossen, und kleine Isoklinaltäler heißen heute noch im provenzalischen Dialekt Combes.
   Der südliche oder französisch-waadtländische J. enthält neben den niedrigsten südlichen Anfängen die höchsten Gipfelhöhen (Crêt de la Neige 1723 m, Mont Tendre in der Waadt 1680 m, Dôle 1678 m), weist aber den einfachsten Gebirgsbau und die ausgedehntesten Ketten und Längstäler (Jouxtal) auf. Im Kanton Neuenburg und in der Franche-Comté besitzt der J. seine größte Breite und Massenerhebung, während seine Gipfelhöhen um etwa 100 m hinter den südlichen zurückbleiben. Der Mont Chasseron erhebt sich zu 1611 m, die Tête de Rang zu 1423, der Chasseral oder Gestler zu 1609 m. Es liegen Môtiers im Val Travers 740, Le Locle 925, La Chaux-de-Fonds sogar 992 m hoch, während der Paß von Les Loges, zwischen diesem Ort und Neuenburg, 1286 m Höhe erreicht. Im nördlichen Teil, dem Berner, Baseler und Aargauer J., sind die Höhen immer noch bedeutend, darunter berühmte Aussichtspunkte: der Kurort Weißenstein (1284 m), die Hasenmatt (1449), die Röthifluh (1398 m), die Gislifluh (774 m). Es ist dies der verwickeltste und am tiefsten aufgerissene Teil des J. Der Gebirgsbau des J. macht ihn zu einer mächtigen Schutzmauer gegen sein westliches Nachbarland: die wenigen das Gebirge überschreitenden Straßen führen alle durch leicht zu verteidigende Felsengen (Cluses). Die Cluses von Balsthal, Moutier und die Pierre Pertuis verteidigen die Zugänge von N. und NW., die über Basel und Porrentruy in die innere Schweiz führen; durch die von Vuiteboeuf führt der Weg aus Burgund nach Grandson. Das Fort Les Rousses, das drei Straßen aus Burgund nach der Schweiz beherrscht, die durch das Jouxtal, die über den Paß von St.-Cergues nach Nyon und die durch das Dappental nach Genf

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führende, ist in französischen Händen, ebenso der durch das Fort L'Ecluse verteidigte Zugang auf der Lyon-Genfer Straße. Mehrere Eisenbahnen überschreiten jetzt den J.: im Paß von Jougne, im Val de Travers, Val aux Loges und im Mont Sagne, in der Pierre Pertuis, Solothurn-Weißenstein-Rausschlucht-Münster, in den Pässen von La Croix und Glovelier, im untern Hauenstein und im Bözberg sowie am Rhein entlang. Längs seines ganzen Ostfußes führt eine Eisenbahn nach Genf.
   Klimatisch kann man folgende Höhenregionen unterscheiden: 1) Zone des Acker- und Weinbaues (mit Nußbäumen, Buchsbaum, vereinzelt echten Kastanien) in 400500 m Höhe; 2) Buchenzone, 450900 m hoch; 3) Bergregion oder Zone des Tannenwaldes, 700 (900)-1300 m hoch, enthält unten vorherrschend Weißtanne, oben Rottanne, mit zahlreichen Torfmooren in den Synklinalen, und Weiden; 4) von 1300 m die oberste oder subalpine Region mit Baumgrenze in etwa 1400 m, zahlreichen »Sennbergen« und einer subalpinen bis alpinen Flora (Edelweiß an der Dôle). In den Hochtälern (9001000 m) mit großen Schneemassen, spätem Frühling, kühlen Sommertagen und sonnenreichen Wintern, in denen das Thermometer bis -40° fällt, werden noch Roggen, Hafer, Gerste, Kartoffeln und etwas Gemüse gepflanzt. Die Kargheit des Bodens und Ungunst des Klimas über der Ackerbauzone bedingte eine relativ geringe Siedelung und Armut der Bevölkerung, die im schweizerischen Anteil im NO. Deutsch, im übrigen großen Teil Französisch spricht und mit Ausnahme des Gebietes des ehemaligen Bistums Basel verherrschend zur reformierten Kirche gehört.
   Die einst weitverbreitete Eisenindustrie hat fremder Konkurrenz weichen müssen, und nur wenige Eisenwerke verhütten noch das tertiäre Bohnerz des J. in der Schweiz, so im Birstal (s. Meyers Delémont). Von Salinen sind nur am Westfuß in Frankreich die alten von Salins und Lons-le-Saunier und die schweizerischen »Rheinsalinen« (s. Meyers Rheinfelden und Meyers Schweizerhalle) zu bemerken. Im Val Travers und zu Seyssel (an der Rhone) gibt es Asphaltgruben. Unter den Industriezweigen ist vor allem die Fabrikation von Uhren und Spieldosen ausgedehnt, mit Zentren in La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Ste.-Croix, Moutier, Biel. Vgl. Thurmann, Esquisses orographiques de la chaîne du J., Teil 1: Porrentruy (Bern 1852); »Livret-guide géologique dans le J. et les Alpes de la Suisse« (Internationaler geologischer Kongreß, Lausanne 1894).
 
Artikelverweis 
Jura, franz. Departement, aus dem südlichen Teil der Franche-Comté gebildet, wird vom südlichen Teil des französisch-schweizerischen Jura durchzogen und ist danach benannt, grenzt östlich an die Schweiz (Kanton Waadt), nordöstlich an das Depart. Doubs, nördlich an Obersaône, westlich an Côte d'Or und Saône-et-Loire, südlich an Ain u. hat ein Areal von 5054 qkm (91,8 QM.) mit (1901) 261,288 Einw. (51 auf 1 qkm). Das Departement zerfällt in vier Arrondissements (Dôle, Lons-le-Saunier, Poligny, St.-Claude) und hat Lons-le-Saunier zur Hauptstadt. Vgl. Ogérien, Histoire naturelle du. J. (Lons-le-Saunier 18631865, 3 Bde.); Melcot, Le Jura. Dictionnaire historique, géographique et statistique (das. 1885).
 
Artikelverweis 
Jura, deutscher, Scheidegebirge zwischen der schwäbisch-bayrischen Hochebene und dem schwäbisch-fränkischen Terrassenland, bildet die nordöstliche Fortsetzung des französisch-schweizerischen Jura (s. S. 382), beginnt in der Gegend der Aaremündung rechts vom Rhein, steht hier mit dem Schwarzwald in Verbindung und zieht sich als Plateau mit nahezu horizontaler Schichtenlagerung in einer Länge von etwa 435 km zuerst bis an das Nördlinger Becken (Ries) und an die Wörnitz als schwäbischer Jura nach NO. und dann als fränkischer Jura im allgemeinen von S. nach N. bis an den Main.
   Der schwäbische Jura, 210 km lang, zwischen Rhein und Donau 1520, dann 3540 km breit, besteht aus den Bergen des Klettgaues und Hegaues, der Schwäbischen Alb, dem Albuch und Härdtsfeld (s. Karte »Württemberg«). Die Berge des Klettgaues bleiben in ihrem Hauptteil, dem ausgedehnten Meyers Hohen Randen (s. d.), zwischen Donau und Rhein im Kanton Schaffhausen und erreichen eine Höhe von 927 m. Die Berge des Hegaues, östlich davon, sind ein Gebiet vulkanischer Kegelberge, von denen die Basaltkegel des Hohenhöwen (846 m), des Neuhöwen (867 m) im Rande des Jura oder auf der Höhe desselben, der Basaltkegel des Hohenstoffeln (846 m) und mehrere Phonolithkegel (Hohentwiel 689 m, Mägdeberg 666 m, Hohenkrähen 645 m) aus den Tertiärschichten der vorgelagerten Ebene des alten Hegaues hervortreten.
   Die Schwäbische Alb, zwischen dem Durchbruchtal der Donau und dem Nördlinger Becken (Ries), fällt an der Nordseite steil gegen Neckar und Rems zu ab, während die Südseite allmählich gegen die Donau zu sich senkt und in die oberschwäbische Hochebene übergeht. Die Albhochfläche ist ein wellenförmiges Tafelland mit sanft gewölbten Kuppen. Man unterscheidet drei große Gruppen:
   Die südwestliche Alb, der höchste und durch Täler sehr gegliederte Teil, von der Baar bis zur Eyach reichend. Teilgebiete dieser sind: die Baaralb, durch das Tal Tuttlingen-Spaichingen vom Hauptteil der Alb getrennt, mit dem Lupfen (976 m) und Hohenkarpfen (909 m); der Heuberg mit dem höchsten Punkt des deutschen Jura, dem Lemberg (1015 m), Oberhohenberg (1011 m), Plettenberg (1002 m), Dreifaltigkeitsberg (983 m) und den gewaltigen Lochenbergen sowie einigen über 900 m hoch gelegenen Dörfern (Böttingen, Bubsheim); die Hardt, östlich vom vorigen, eine Gebirgsplatte von fast gleicher Höhe mit dem höchstgelegenen Dorfe der Alb, Heinstetten (914 m).
   Die mittlere Alb, der eigentliche Höhlenjura und breiteste Teil des deutschen Jura, vom Eyach- bis zum Filstal reichend, von deren höchsten Kuppen man oft schöne Aussichten auf die Alpen hat, und die wieder in einzelne Teile zerfällt. Auf der Nordseite (Neckarseite) die Hohenzollernalb, zwischen den Quertälern der Eyach und Starzel, mit der »Burg« bei Tailfingen (974 m) und dem Hohenzollern (856 m) bei Hechingen; das Heufeld (Köbele 901 m, Kornbühl 887 m); die Tübinger Alb (Bolberg 881 m, Roßberg 869 m); die Reutlinger Alb (Wackerstein 823 m, Schloß Lichtenstein 817 m [Glanzpunkt der Alb], Achalm 701 m, die Nebelhöhle bei Oberhausen und die Karlshöhle bei Erpfingen); die Hintere Alb, zwischen Echaz und Erms (Grüner Fels 803 m, Höhe von St. Johann 784 m); die Vordere Alb, zwischen Erms und Lauter (Hohenneussen 743 m); die Rauhe Alb, zwischen Erms u. Wiesensteig (Römerstein 884 m, Teck bei Owen 775 m, das ehemals vulkanische Randecker Maar); daran südlich anschließend die Münsinger Alb mit dem württembergischen Truppenübungsplatz Hardt (Achenbuch 861 m). An der Südseite (Donauseite) die Zwiefalter Alb, zwischen Lauchert und Großer Lauter (Augstberg 849 m), das Teutschbuch,

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zwischen Biber und Zwiefalter Ach, das Landgericht und die Lutherischen Berge, beide letztern zwischen Großer Lauter und Schmiech, die Blaubeurer Alb, zwischen Schmiech und Kleiner Lauter, das Hochsträß, zwischen Blau und Donau, und nordöstlich die Ulmer Alb.
   Die dritte und niederste Gruppe ist die Ostalb, von der Fils bis zum Nördlinger Becken (Ries) sich erstreckend. Ihre einzelnen Teile sind: zwischen Fils und Rems die Kaiserberge (Stuifen 767 m, Hohenrechberg 707 m, Hohenstaufen 684 m) und das Rehgebirge; an der Nordseite weiter der Albuch, zwischen letztern beiden und dem obern Kocher (Bernhardus 775 m, Volkmarsberg 743 m, Rosenstein 721 m); das Härdtsfeld, vom obern Kocher und der Brenz bis zum Ries (Wellerstein 727 m, Braunenberg 685 m, Ipf 668 m). An der Südseite der Ostalp liegen die Stubersheimer Alb, die Niedere Alb und die Heidenheimer Alb (Charlottenhöhle bei Hürben, größte Höhle der Alb, 510 m lang), von der Geislinger Steig und dem Lonetal bis zur Brenz.
   Reizende Täler mit üppiger Vegetation und vorzüglichem Obstbau befinden sich zwischen den sehr verzweigten, oft 200300 m (relativ) senkrecht abfallenden Höhen des Nordrandes, dem eine Reihe von Bergkegeln, teils isoliert, teils durch schmale Grate mit dem Hauptteil verbunden, meist schöne Ruinen tragend, vorgelagert sind. Die Südseite ist, weil allmählich zur Donau fallend, einförmiger. Die zwischen Nord- und Südseite liegende Hochfläche der Schwäbischen Alb ist nicht, wie vielfach irrtümlich verbreitet, ödes, unfruchtbares Land, eine »Rauhe Al b«, sondern zum großen Teil gut angebautes Ackerland und zählt zu den Kornkammern Württembergs, zum andern Teil ist sie Waldgebiet und Schafweide.
   Ein sehr großer Übelstand war der Wassermangel in fast sämtlichen auf der Alb liegenden Orten. Die Bewohner waren auf das in Zisternen oder in mit Lehm ausgeschlagenen Vertiefungen (Hühlen) aufgesammelte Wasser ihrer Dachtraufen angewiesen, das indessen bei längerm Stehen in den trocknen Monaten September, Oktober und Januar ekelerregend, ungesund und kaum zu genießen war. Zwar versorgte man sich in dieser Zeit möglichst durch Wasserzufuhr aus den Tälern, doch war das wegen der steil aufsteigenden Wege sehr beschwerlich, unter allen Umständen aber kostspielig. Auf Befehl der württembergischen Regierung arbeitete der Oberbaurat v. Ehmann in Stuttgart 1867 ein Projekt zur Wasserversorgung der Alb aus, und 1870 wurde mit der Ausführung desselben begonnen. Mit Benutzung der Wasserkraft der in den Tälern fließenden Bäche wurden in verschiedenen Gegenden des Nordwest- und Südostrandes Pumpstationen errichtet, die das Wasser aus diesen in Hochreservoirs führen; von ihnen aus werden die einzelnen 14 Leitungen gespeist, die 217 Orte auf einer Fläche von 2600 qkm (etwa 43 QM.) mit etwa 74,000 Einw. mit gutem Wasser versorgen. Neue Anschlüsse stehen bevor (Steinlachtal). Die Kosten des Baues betrugen etwa 9,5 Mill. Mk. (vgl. v. Ehmann, Die Versorgung der wasserarmen Alb, Stuttg. 1881). Die Tiefregion bis ungefähr 400 m aufwärts besteht fast ausschließlich aus Kulturland; in den Wäldern herrscht die Buche vor, neben zahlreichen andern Laubhölzern, besonders der Eiche; Fichte und Tanne sind selten. Die untere Bergregion, bis 950 m reichend, ist besonders charakterisiert durch die in fast reinen Beständen vorherrschenden Buchenwälder, in denen auch verhältnismäßig häufig der Bergahorn auftritt; montane Pflanzengenossenschaften sind reich vertreten und im größten Teil des Gebietes Relikten von alpinen und voralpinen Genossenschaften. In der obern Bergregion, von 950 m an, herrscht der Nadelwald mit Fichte und Tanne vor, und die alpine und voralpine Reliktenflora ist stark vertreten. Vgl. G. Schwab, Die Schwäbische Alb (2. Aufl. von Paulus, Stuttg. 1878); F. Vogt, Die Schwäbische Alb (das. 1854); Frölich, Die Schwäbische Alb (das. 1872); Engel, Die Schwabenalb und ihr geologischer Aufbau (2. Aufl., Tübing. 1905); Reiseführer von Hochstetter (Stuttg. 1896), Engel (Ulm 1900), Wais (Stuttg. 1903), Ströhmfeld (das. 1904) und »Europäische Wanderbilder«, Nr. 223 u. 229233 (Zürich); »Blätter des schwäbischen Albvereins« (Tübingen, seit 1881); Gradmann, Das Pflanzenleben der Schwäbischen Alb (2. Aufl., das. 1900); die »Generalkarte der Schwäbischen Alb«, herausgegeben vom königlich württembergischen statistischen Landesamt, 1: 150,000 (bisher 11 Blätter, Stuttg. 18941904); »Umgebungskarte der Schwäbischen Alb«, desgleichen, 1: 50,000 in 21 Blättern (bisher 10 Blätter, das. 18911904).
   Der fränkische Jura (s. Karte »Bayern, nördlicher Teil«) zieht sich in einer Länge von 225 km und einer mittlern Breite von 3540 km durch Bayern hin, zuerst bis in die Gegend von Regensburg nach O., nachher bis zur Eisenbahnlinie Hersbruck-Amberg nach N., zuletzt nach NW. Der östliche Zug wird auf der Südseite noch von der Donau begleitet und von der Altmühl durchbrochen. Seine bedeutendsten Höhen steigen aus dem braunen Jura nördlich vom Nördlinger Ries (Hesselberg 689 m) an der Wörnitz hervor; östlich davon erstreckt sich der Hahnenkamm (im Dürrenberg 647 m) fast bis zur Altmühl, wo im weißen Jura bei Solnhofen die an wohlerhaltenen Versteinerungen reichen, berühmten lithographischen Steine gebrochen werden. Der mittlere Zug erreicht im Friedelberg westlich von Amberg noch eine Höhe von 677 m, ist auf seiner Westseite, wo der Ludwigskanal durch ein ansehnliches Tal im Lias und Keuper zieht, sehr zerklüftet und wird im O. durch das vorzugsweise mit Kreidebildungen angefüllte Becken von Bodenwöhr von dem kristallinischen Gestein des Böhmisch-Bayrischen Waldgebirges getrennt. Der letzte Zug endlich, Fränkische Schweiz genannt, der sich von der Eisenbahnlinie Nürnberg-Amberg fast nordwestlich bis an den Main bei Lichtenfels und in seinen Lias- und Doggerbildungen nach N. hin noch über diesen Fluß hinaus bis in die Gegend von Koburg zieht, ist der interessanteste Teil des fränkischen Jura. Auf beiden Seiten, sowohl gegen die Keuperebene an der Regnitz als auch gegen die Keupermulde von Bayreuth (auf der Scheide gegen das Fichtelgebirge), sind die Steilhöhen des weißen Jura (Staffelberg über Staffelstein 539 m, Kordigast nahe dem Main 535 m) von braunem Jura und Lias eingefaßt; auf der Platte selbst ist der Kalvarienberg (642 m) bei Thurndorf der höchste Gipfel. Die tief eingegrabenen Täler der Pegnitz und Wiesent durchziehen die Fränkische Schweiz, die ihren Ruf den in den Dolomiten des weißen Jura sich zahlreich findenden Höhlen verdankt. Die berühmtesten dieser Höhlen sind die Rosenmüllershöhle bei Muggendorf, die Gailenreuther Höhle nicht weit von Gößweinstein und die Sophienhöhle bei Rabenstein. Schöne Versteinerungen aus dem Jura sind zu Schloß Meyers Banz (s. d.), auf einer Doggerhöhe rechts vom Main, aufgestellt. In der

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Vegetation ist die Hauptformation der Buchenwald; er bedeckt alle Hänge und ist nur auf der Hochfläche häufiger mit Nadelhölzern untermengt; dagegen herrschen auf dem von S. nach N. verlaufenden Teil, südwärts noch über die Altmühl herübergreifend, Kiefer und Fichte fast ausschließlich; erst gegen die Wiesent hin in der Fränkischen Schweiz gewinnt die Buche wieder die Oberhand. Die südlichen Halden und Felsgehänge sind von dürrer Steppenheide bedeckt, während die Nordseite eine Bergwaldflora beherbergt; auf der Hochfläche wechseln üppige Fruchtfelder mit magern, steinübersäten Äckern. Die alpinen und voralpinen Genossenschaften, die noch im schwäbischen Jura eine Rolle spielen. sind hier nur durch Draba aizoides und Arabis alpina vertreten, während die pontischen Arten hier viel reicher entwickelt sind als dort. Vgl. Gümbel, Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Kassel 1891); L. v. Aminon, Kleiner geologischer Führer durch einige Teile der Fränkischen Alb (Münch. 1899); Neischl, Die Höhlen der fränkischen Schweiz (Nürnb. 1904); Kollbach, Wanderungen durch die deutschen Gebirge, Bd. 3 (Bonn 1899); »Führer durch die fränkische Schweiz« von Brückner (Wunsiedel 1904), Bläsing (5. Aufl., Erlang. 1903) und Raw (Nürnb. 1901).
   Geologisches, Kultur. Zusammengesetzt ist der Jura aus den verschiedenen Abteilungen der Juraformation; aus oberm oder weißem Jura (Malm) besteht die breite Hochfläche, die allmählich längs der südöstlichen Seite sich zu den Tertiär- und Diluvialbildungen der Donauebene senkt, während sie mit hohem und zerklüftetem Steilrand auf der entgegengesetzten Seite abfällt, hier sowie im N. mit mittlerm oder braunem Jura (Dogger, bei Aalen reich an guten Brauneisensteinen) eingefaßt ist, dem wieder unterer oder schwarzer Jura (Lias) im flachen Hügelland vorlagert. Zahlreiche (über 120) Durchbrüche von basaltischen Gesteinen, meist von sehr geringer Ausdehnung, sind bezeichnend für das Gebiet der Schwäbischen Alb in der Umgebung von Urach und für das Nördlinger Ries. Als Wasserscheide ist der Jura nur in seinem höchsten Teil, der Schwäbischen Alb, zwischen Donau und Neckar, wichtig. Die größern Flüsse (Donau, Wörnitz, Altmühl) durchbrechen ihn; die kleinern entstehen oft hart an dem einen Rande, durchströmen alsdann in tiefen Tälern fast die ganze Breite und treten auf der andern Seite aus (Pegnitz, Wiesent). Burgruinen in Menge schmücken die Ränder, vorzüglich die oft halbinselartig hervortretenden Steilabfälle der Nordseite in Württemberg. Die Höhe nimmt von SW. nach NO. ab. In Württemberg gibt es noch zahlreiche Dörfer in der Meereshöhe von 900,800 und 700 m, in Bayern sind die über 600 m hoch gelegenen schon sehr vereinzelt. Der württembergische Anteil hat zum großen Teil trefflichen, wenn auch steinigen Ackerboden, auch blüht die Viehzucht; Schafe werden besonders auf der Alb im S. von Kirchheim im Sommer geweidet, dauerhafte Pferde in der Münsinger Hardt gezogen. Zahlreich sind die Straßen; ebenso durchschneiden mehrere Eisenbahnen den Jura, darunter die Linien Tübingen-Sigmaringen, Reutlingen-Klein-Engstingen-Münsingen-Schelklingen u. Klein-Engstingen-Gammertingen-Sigmaringen, Stuttgart-Ulm, Nürnberg-Regensburg, Nürnberg-Amberg, Nürnberg-Bayreuth etc. Vgl. Fricker, Pässe und Straßen der Schwäbischen Alb (Tübing. 1902) und die Literatur bei Artikel »Juraformation«.
 
Artikelverweis 
Jura, fränkischer und schwäbischer, s. Meyers Jura, deutscher.
 
Artikelverweis 
Jura, oberschlesischer, s. Meyers Märkisch-schlesischer Landrücken.
 
Artikelverweis 
Jura, Schweizer, s. Meyers Jura, S. 382 f.
 
Artikelverweis 
Juraformation (hierzu die Tafeln Meyers »Juraformation I-III«; so 1821 von Keferstein nach dem Juragebirge genannt, oft bloß Jura, Oolithgebirge), die zweite der drei mesozoischen Formationen, die ihre Stellung zwischen der ältern Triasformation und der jüngern Kreideformation einnimmt (vgl. die Textbeilage zum Artikel »Geologische Formation«). Die J. ist besonders gut entwickelt in dem Grenzgebirge (Jura) zwischen Schweiz und Frankreich, das bei Schaffhausen den Rhein überschreitet, als Schwäbische Alb Württemberg durchzieht, östlich bis Regensburg sich erstreckt und, scharf nach N. biegend, sich als Fränkische Schweiz bis gegen Koburg hin verfolgen läßt. Zusammenhängende Juraterritorien besitzt Deutschland ferner im NW. (zwischen der holländischen Grenze und Halberstadt, zumal in der Weserkette mit der Porta westfalica), im O. in Oberschlesien an der polnischen Grenze und im westlichen Lothringen. Vereinzelte Juravorkommnisse kennt man im Rheintal am Abhang des Schwarzwaldes und der Vogesen, dann von Eisenach, Gotha etc.; auch an der Odermündung (bei Kammin und Kolberg), bei Dobbertin in Mecklenburg, ferner bei Thorn und Inowrazlaw liegen Jurasedimente in geringer Ausdehnung zutage, bei Hermsdorf unweit Berlin sowie bei Königsberg und Memel sind solche durch Bohrlöcher in der Tiefe nachgewiesen. Am nördlichen und südlichen Rande der Alpen zieht sich ein Band von Gesteinen der J. hin, während in den Karpathen einzelne Partien klippenartig aus dem jüngern Karpathensandstein aufragen. Im O. Europas hat Rußland bei Moskau, im Stromgebiete der Wolga (Wolgastufe), in der Krim und im Kaukasus Juragebiete aufzuweisen, im W. Frankreich zwei, ein südliches, an die zentrale Granitzone angelehntes, und ein nördliches, zu dem auch die Juraschichten in Lothringen gehören; das letztere läßt sich, freilich z. T. von jüngern Schichten bedeckt, bis in die Nähe des Kanals verfolgen und findet jenseit desselben im englischen Jura seine Fortsetzung. Über die Parallelisierung des nordamerikanischen und des australischen Jura mit dem europäischen sind die Akten noch nicht geschlossen; um so besser konnte eine Übereinstimmung mit der J. Afrikas, Südamerikas und Asiens (Ostasien und südliches Sibirien) nachgewiesen werden. Vgl. auch Tafel Meyers »Geologische Formationen V«.
   Von Gesteinen beteiligen sich an der Zusammensetzung der J. hervorragend Kalksteine, oft von oolithischer Struktur und organogen (namentlich Scyphien- und Korallenkalke), sehr häufig mit Dolomiten eng verknüpft und wie diese durch groteske Bergformen und durch zahlreiche Höhlenbildungen (z. B. in der Fränkischen Schweiz und Schwäbischen Alb) ausgezeichnet. Ferner treten Tone, Schiefertone, Mergel (letztere oft schieferig und mit vieler organischer Substanz gemengt, sogen. Brandschiefer, mitunter in den eigentümlichen Formen des Tutenmergels), oolithische Eisenerze und Sandsteine auf, während gröbere Trümmergesteine fast gänzlich fehlen. Eruptivgesteine der Jurazeit sind nur spärlich bekannt. An der Westküste Schottlands, zumal auf der Insel Skye, setzen (vgl Gang, Textfig. 3) basaltähnliche Gesteine durch Lias- und Doggerschichten hindurch und überlagern sie, werden aber ihrerseits von Malmgesteinen überdeckt; ihre Eruptionszeit fiel also mitten in die Juraperiode. Von der Insel Skye werden auch von Graniten und Quarzporphyren, und aus den Pyrenäen

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und aus den Rocky Mountains Nordamerikas von Graniten und Syeniten ganz ähnliche Lagerungsverhältnisse beschrieben.
   Die Lagerung der Schichten ist im allgemeinen sehr regelmäßig und nur selten durch Verwerfungen und Faltungen bis zur Überkippung gestört (Alpen, Juragebirge. Harz). Was ihre Gliederung an langt, so läßt sich zunächst überall eine Dreiteilung nachweisen in (von unten nach oben) Lias, Dogger und Malm (in Schwaben nach den dort den einzelnen Etagen vorwiegend zukommenden Farben: schwarzer, brauner und weißer Jura genannt). Weiter teilt man in Schwaben nach Quenstedts Vorgang jede der drei Unterformationen in sechs Etagen, je mit den sechs ersten Buchstaben (Alpha bis Zeta) des griechischen Alphabets bezeichnet. Einzelne dieser Etagen sind auch in andern Ländern nachweisbar. Speziell im Lias bilden (von unten nach oben) die Schichten mit Gryphaea arcuata (Gryphiten-, Gryphäen- oder Arcuatenkalk), diejenigen mit Ammonites planorbis (A. psilonotus), mit A. angulatus (Angulatusschichten), mit A. Bucklandi und andern Ammoniten aus der Gruppe der Arieten (Arietenkalke), sämtlich zum schwäbischen Alpha gehörig, und die Tone mit Ammonites Turneri (Beta), ferner diejenigen mit Terebratula numismalis (Numismalismergel, Gamma) sowie die mit Ammonites amaltheus oder A. margaritatus (Amaltheentone, Delta), und die Posidonienschiefer samt den Schichten mit A. jurensis (Epsilon und Zeta) vortreffliche Horizonte zur Parallelisierung, während in der alpinen Entwickelung namentlich die roten Ammonitenkalke von Adneth (Adnether Kalke), die Hierlatzschichten und die Algäuer Schiefer (Fleckenmergel, d. h. dunkelgraue, dünnschichtige Mergel mit Flecken, die von Fucoïden herrühren) dem Lias entsprechen. Ähnlich wichtige Rollen als geologische Horizonte wie die eben genannten liasischen Schichten spielen im Dogger die Schichten mit A. torulosus und A. opalinus (Opalinustone, Alpha), die Sandsteine und Eisenoolithe mit A. Murchisonae und Pecten personatus (Personalenschichten, Beta), die Kalke und Tone, unten mit A. Sowerbyi (Gamma), oben mit A. Humphriesianus und A. coronatus (Coronatenschichten, Delta), die Tone, oft an Dentalien (Zahnschnecken) reich (Dentalientone), und Eisenoolithe mit A. Parkinsoni und A. macrocephalus (Epsilon) und mit A. ornatus (Ornatustone, Zeta, in England als Kelloway schon dem Malm zugezählt). Die Franzosen unterscheiden Toarcien supérieur (etwa Alpha und Beta), Bajocien (Gamma), Bathonien (ungefähr Delta und Epsilon) und Callovien (Kelloway). Wegen der häufigen Entwickelung von oolithischen Kalksteinen bezeichnen die Engländer Dogger und Malm überhaupt als Oolite; der Lower oder Bath-Oolite (Bath) entspricht dem Dogger, der wieder in Inferior Oolite und Great Oolite (Großoolith, Hauptrogenstein, Hauptoolith der deutschen Geologen) und in den Cornbrash mit Kelloway zerfällt. In den Alpen gehören besonders die Makrokephalenschichten des Salzkammergutes, die Brachiopodenkalke von Vils in Nordtirol, die Klausschichten der Nordalpen und die Posidonomyengesteine der Südalpen zum Dogger, während der Aptychenschiefer und der sogen. Hochgebirgskalk vorzugsweise dem Malm entsprechen. Der Malm zerfällt in Oxford (Middle Oolite), dem schwäbischen Alpha (Kalkbänke mit mächtigen Tonzwischenlagen, Terebratula impressa einschließend) entsprechend, in Corallien (Korallenkalk, Korallenoolith, Coralrag), in Schwaben als Beta und Gamma bezeichnete tonige Kalkbänke, ferner in Kimmeridge (Delta und Epsilon in Schwaben) und in Portland (Upper Oolite, Zeta), zu welch letzterm oft die Purbeckschichten (vgl. Wealdenformation) zugezogen werden. Dabei sind in fast allen Etagen von Beta bis Zeta verschiedene Fazies entwickelt, so daß die gleichalterigen Schichten bald als wohlgeschichtete Kalke mit Ammoniten oder Brachiopoden, bald als Schwamm- (Spongiten-) oder Scyphienkalke oder als Korallenkalke (Madreporenkalke), bald als Dolomite auftreten. Zum schwäbischen Zeta werden auch die sogen. Krebsscherenkalke und die durch ihre Versteinerungseinschlüsse weltberühmten Schiefer von Nusplingen in Württemberg und Solnhofen in Bayern gerechnet. Reich an der eigentümlich gestalteten Bivalve Diceras arietinum (Tafel II, Fig. 9) sind die dem obersten Oxford angehörigen Diceratenkalke Frankreichs und der Schweiz. Den Schichtenkomplex des sogen. Tithon in den Alpen, der früher oft zur Kreide gestellt wurde, rechnet man jetzt allgemein zum obersten Malm. Es sind plattige, rote, marmorartige Kalksteine (Diphyenkalke), reich an Terebratula diphya (Tafel II, Fig. 4), und hellgefärbte dickbankige Kalksteine, die sogen. Stramberger Schichten.
   Unter den technisch wichtigen Gesteinen, die den Schichten der J. eingelagert sind, sind neben den Kalksteinen, die als Baumaterial und zur Zementfabrikation dienen, in erster Linie die Eisenerze zu erwähnen, die als Oolithe, Toneisensteine und Sphärosiderite in verschiedenen Etagen des Lias und des Dogger (Württemberg, Lothringen, Luxemburg, Wesergebirge, Oberschlesien, Cleveland) vorkommen und dem Abbau unterliegen. Die von organischen Substanzen erfüllten Posidonienschiefer werden als sogen. Ölschiefer der Destillation unterworfen (Reutlingen in Württemberg), Asphalt wird aus Malmgesteinen (Limmer bei Hannover) gewonnen. Steinkohle, im Lias ein gelagert, ist im allgemeinen nur von geringer Bedeutung, aber doch bauwürdig bei Fünfkirchen in Ungarn sowie in Persien und China. An die dichte, dreh- und polierbare Kohle, den Gagat, die in kleinen Schmitzen im Lias vorkommt, hat sich in England und Württemberg eine Industrie zur Herstellung von Schmuckgegenständen geknüpft. Die vorzüglichsten lithographischen Steine, die französischen Steine (von Cirin, Verdun etc.), die englischen (von Portland) und die schweizerischen (von Solothurn), auch die amerikanischen weit übertreffend, liefern die oberjurassischen Plattenkalke von Solnhofen in der Fränkischen Alb und von Nusplingen in Württemberg. Unter den in den Juraschichten eingeschlossenen Resten sind pflanzliche Organismen selten. Fucus-Arten (im Lias), Cykadeenblätter (im Lias und Malm), Koniferenhölzer, verkalkt und verkieselt (im Lias), tragen zum großen Teil den Charakter eingeschwemmten Materials, und nur an wenigen Stellen (Karpathen, Persien, China etc.) sind die Pflanzenreste in Form von Kohlenflözen angehäuft. Um so zahlreicher und mannigfaltiger sind die Tierformen, von denen die drei Tafeln eine kleine Auswahl bieten. Spongien, von denen die Tafel I in Fig. 3 Scyphia reticulata darstellt, und riffbauende Korallen, wie Thamnastraea prolifera, Astraea helianthoides, Thecosmilia trichotoma und Arten von Montlivaultia (Tafel I,

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Fig. 2, 4, 7 u. 5) setzen große, mächtige Gesteinsmassen (Schwamm- oder Spongiten-, auch Scyphienkalke) fast ausschließlich zusammen; ebenso sind Brachiopoden für manche Niveaus sehr charakteristisch, z. B. Terebratula numismalis (Tafel II, Fig. 6) für den mittlern Lias (Numismalismergel), Rhynchonella varians (Tafel II, Fig. 18) für den obern Dogger und T. diphya (Tafel II, Fig. 4) für das Tithon. Von den Zweischalern sind Gryphaea arcuata (Tafel II, Fig. 8) für den untern Lias, Trigonia navis und Nucula Hammeri (Tafel II, Fig. 5 u. 10) für den untern Dogger, Diceras arietinum (Tafel II, Fig. 9) für den sogen. Diceratenkalk Frankreichs und der Schweiz (oberes Oxford) und Exogyra virgula (Tafel II, Fig. 16) für den Kimmeridge vorzügliche Leitmuscheln. Während die Schnecken nach Arten- und Individuenzahl in der J. eine nur bescheidene Vertretung. finden, ist die Ordnung der Kephalopoden in einer großen Mannigfaltigkeit entwickelt. So zählt das Genus Ammonites, von dem die Tafel II in den Fig. 1,7,3 u. 12 die Spezies A. Bucklandi und A. Amaltheus (oder margaritatus) aus dem Lias sowie A. Humphriesianus und A. macrocephalus aus dem Dogger darstellt, nach vielen Hunderten von Arten; sie sind oft, weil auf einzelne Schichten oder doch wenig mächtige Schichtenkomplexe beschränkt, ganz vorzügliche Leitfossilien. Massenhaft finden sich in manchen Schichten auch die Gehäusedeckel der Ammoniten, die als Aptychen (Aptychus lamellosus, Tafel II, Fig. 11) bezeichnet werden. Sehr charakteristisch für die Juraformation sind auch die Belemniten (Tafel II, Fig. 13,14 u. 2, und Artikel »Belemniten«), von denen gewöhnlich nur die Scheide (bei Belemnites giganteus aus dem Dogger 0,5 m und darüber groß), bisweilen mit noch eingeschlossener Alveole erhalten ist, während die Schulpe fast immer zerstört ist. Mit Ausnahme des in der alpinen Trias auftretenden Aulacoceras, der zudem von einem Teil der Paläontologen für einen Orthoceras gehalten wird, sind die Belemniten nicht älter als die Juraperiode, und ihr Auftreten ist zur Abgrenzung gegen ältere Formationen um so wertvoller, als sie sich schon in den untersten Liasschichten in großer Individuenzahl einstellen. Von Krinoiden bringt die Tafel I in den Fig. 912 Reste von Pentacrinus, zumal von P. briaroides, der besonders im Lias vorkommt, und von dem durch seine Kelchbildung ausgezeichneten Apiocrinus Roissyanus aus dem Oxford. Derselben Etage entstammen die ebenda in den Fig. 8,6 u. 1 gegebenen Seeigel, von denen bei Hemicidaris crenularis und Echinobrissus scutatus der Körper, bei Cidaris florigemma ein Stachel zur Darstellung kam. Reste von Insekten haben sich nur in den äußerst feinkörnigen, homogenen lithographischen Schiefern von Solnhofen (oberer Malm) erhalten, soz. B. Libellen, oft mit dem zartesten Netzwerk der Flügel. Hier finden sich auch Krustazeenlarven und Krebse, so der langschwänzige Krebs Eryon arctiformis (Tafel II, Fig. 17) und zahlreiche Fische. Kleine Schalenkrebse, besonders Cypris-Arten (Tafel II, Fig. 5) sind in den obersten, hier zur Meyers Wealdenformation (s. d.) gezogenen Purbeckschichten sehr häufig. Die Fische sind fast durchweg homozerke Ganoiden; unter diesen ist sehr verbreitet die Gattung Lepidotus (Tafel III, Fig. 10), auch Gyrodus und Microdon, von denen sich besonders häufig Zähne, teils einzeln, teils reihenförmig auf dem Unterkiefer angeordnet (Tafel III, Fig. 6), finden. Die andern Abbildungen der Tafel III sind hauptsächlich den z. T. gigantischen Formen der Saurier gewidmet und zwar zunächst dem langhalsigen Plesiosaurus (Fig. 9) und dem kurzhalsigen Ichthyosaurus (Fig. 12, 3, 8, 5, 4 zeigen den Kopf mit dem Knochenring des Auges, Zahn, Ruderfuß und Exkremente, sogen. Koprolithen), beides Meeressaurier, neben denen aber auch gleichzeitig solche (Mystriosaurus etc.) auftreten, die als echte Amphibien zugleich zum Leben auf dem Land organisiert waren. Entstammen diese Saurier dem Lias (und zwar die schwäbischen von Boll, Holzmaden etc. den Posidonienschiefern, die englischen von Lyme Regis einer tiefern Lage, dem untern Lias), so liegen die Reste des Flugsauriers Pterodactylus (Tafel III, Fig. 11) sowie diejenigen des ältesten Vogels, Archaeopteryx (Tafel III, Fig. 7, vgl. Art. »Archaeopteryx«), wieder in den Solnhofener Schiefern. Endlich gibt die Tafel III in den Fig. 1 u. 2 noch die Unterkiefer von einem Beuteltier (Phascolotherium) und einer verwandten Form. Sie entstammen den englischen, zum Great Oolite (Dogger) gerechneten, an Säugetierresten reichen Stonesfieldschichten, werden also von den deutschen Funden in der rätischen Stufe (s. Meyers Triasformation) an Alter übertroffen.
   Während der Jurazeit machen sich in den Faunen bereits klimatische Unterschiede geltend; man unterscheidet daher verschiedene Meeresregionen oder Provinzen, nämlich die mediterrane oder alpine Juraprovinz, welche die Alpen- und Karpathenländer, Italien, Spanien und die Balkanhalbinsel, ferner die Krim, Kleinasien, Vorderindien, Afrika, Mexiko und Peru umfaßt, sodann die mitteleuropäische Provinz, zu der Deutschland, Frankreich und England, aber auch das nördliche Kaukasien, Japan und Kalifornien gehören, und die boreale oder russische Provinz mit dem nördlichen und mittlern Rußland, Nowaja Semlja, Sibirien, Spitzbergen, Grönland und dem nordwestlichen Nordamerika. Vgl. Tafel Meyers »Geologische Formationen V«.
   Vgl. Römer, Versteinerungen des norddeutschen Oolithengebirges (Hannov. 1836, Nachtrag 1839); Quenstedt, Der Jura (Tübing. 1858); Oppel, Die J. Englands, Frankreichs und des südwestlichen Deutschland (Stuttg. 185658); Waagen, Der Jura in Franken, Schwaben und der Schweiz (Münch. 1864); Neumayr, Über klimatische Zonen während der Jura- und Kreidezeit (Wien 1883); Engel, Geognostischer Wegweiser durch Württemberg (2. Aufl., Stuttg. 1896). Vgl. auch Credner, Elemente der Geologie (9. Aufl., Leipz. 1903) und die Literatur bei Artikel »Jura, deutscher« (S. 384 u. 385).
 
Artikelverweis 
Juragewässerkorrektion, die von der schweizerischen Eidgenossenschaft und den Kantonen Bern, Solothurn, Freiburg, Neuenburg und Waadt durchgeführte Entsumpfung der zwischen dem Neuenburger, Bieler und Murtner See, der Broye, Zihl (Thièle) und Aare ausgebreiteten Ebene des Bern er Seelandes. Noch zur Römerzeit ein fruchtbares Gebiet, muß das Gelände, wahrscheinlich durch die Wirkung des von der Emme in die Aare vorgeschobenen Schuttkegels, versumpft, vielleicht eine Zeitlang zum förmlichen See geworden sein. Das Übel hat seine Ursache sowohl in der Aare, namentlich in deren Zuflüssen Saane und Sense, als in den eigentlichen »Juragewässern«. Erstere, die als Rinnsale eines bedeutenden Berggebiets direkt, ohne sich in Seebecken zu läutern, in das Flachland hinausstürzen, veranlaßten von Aarberg abwärts umfangreiche Überschwemmungen, so daß infolge der Geschiebeablagerung ein sehr unregelmäßiges, für die Anwohner

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immer gefährlicher werdendes Flußbett sich bildete. Anderseits führten die Juraflüsse Orbe und Broye bei Hochwasser dem Neuenburger und Murtensee viel mehr Wasser zu, als die Abflüsse, die untere Broye und die mittlere Zihl, zu fassen vermochten; ebensowenig reichte der Abfluß des Bieler Sees, die untere Zihl, für die Wassermasse aus. Die Hochwasser der Flüsse bedrohten über 2000 Hektar Land mit Verheerung, und die Wasserstände der Seen veranlaßten die Versumpfung von gegen 16,000 Hektar. Die Anstrengungen, das Übel zu beseitigen, datieren von 1670 an; doch abgesehen von dem 2,2 km langen Kanal, durch den 1824 die Suze in den Bieler See geleitet wurde, blieb es bei Projekten. Erst 1842 trat La Nicca, Oberingenieur des Kantons Graubünden, mit dem Plan hervor, nach Erfahrungen am Thuner- und Walensee durch einen Kanal Aarberg-Hagneck die Aare in den Bieler See zu führen, dem vereinigten Abfluß Aare-Zihl einen neuen und erweiterten Kanal bis Büren zu geben und im Sinne früherer Vorschläge auch die untere Broye und die mittlere Zihl zu korrigieren. Eine Vermessung des Inundationsgebiets (1847) ergab ein Areal von 24,488,6 Hektar beteiligten oder zu gewinnenden Bodens. Erst 1867 begann der Bund die Korrektion nach La Niccas Plan, der jedoch dahin abgeändert war, daß, um allzu große Schwankungen im Wasserstande des Bieler Sees zu vermeiden, von Aarberg aus nur die normale Aare in den Bieler See geleitet, bei Hochwassern jedoch der Überschuß im alten Aarebett direkt weitergeführt werde. Zu den Kosten des gesamten Unternehmens, die auf 14 Mill. Frank für die Entsumpfungsarbeiten, 1 Mill. für Hafen- und Uferbauten geschätzt wurden, trug der Bund ein Drittel bei. Die Unterhaltung der hergestellten Arbeiten fällt den Kantonen zu. Die Arbeiten an dem 8,9 km langen Aare-Zihlkanal Nidau-Meienried (bei Büren), im Dezember 1868 begonnen, waren bis 1883 im wesentlichen vollendet; die Fortsetzung von Meienried nach Büren (2,8 km lang) wurde erst 1882 in Angriff genommen Wegen verzögerter Expropriation begann die Ausführung des Aarberg-Hagneck-Kanals erst im April 1874, ebenso die obere Korrektion, während die Korrektion der Strecke Solothurn-Attisholz sich noch länger verzögert hat. Nach Vollendung des großen Einschnittes bei Hagneck war die Kanallinie Aarberg-Hagneck bis 1879 offen gelegt und ist in den folgenden Jahren noch vertieft worden; die Korrektion der Broye und Zihl sowie die Entsumpfung des Seelandes, für die Schneider sich bleibende Verdienste erworben, hat die drei Seespiegel auf folgende Mittelstände gesenkt: Murtensee von 434 auf 433 m. Neuenburger See von 433,7 auf 432,7, Bieler See von 432,5 auf 432 m. Im ganzen wurden 31,6 qkm neues Land gewonnen. Vgl. Schneider, Das Seeland der Westschweiz und die Korrektionen seiner Gewässer (Bern 1881), und die Jahresberichte der J. (Biel 1868 ff.).
 
Artikelverweis 
Jurāken, Volksstamm, s. Samojeden.
 
Artikelverweis 
Juramentum (lat.), Eid; j. obedientiae, der Eid, vermöge dessen sich der katholische Geistliche gegenüber den Kirchenobern zum Gehorsam verpflichtet. j. editionis, Editionseid (s. Meyers Edition); j. in litem. Meyers Schätzungseid (s. d.); j. manifestationis, Manifestationseid (s. Meyers Offenbarungseid); j. calumniae, Kalumnieneid (s. Meyers Gefährdeeid); j. necessarium, notwendiger. j. purgatorium, Reinigungs-, j. promissorium, promissorischer Eid (s. Meyers Eid, S. 432).
 
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Jurançonwein (spr. schürangßóng-), s. Meyers Pau.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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