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Junghans bis Jung-lu (Bd. 6, Sp. 373 bis 374)
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Artikelverweis Junghans, Sophie, Schriftstellerin, geb. 3. Dez. 1845 in Kassel als Tochter des kurfürstlichen Hofrats Justus J., erhielt eine reiche Bildung, die durch einen mehrjährigen Aufenthalt in Berlin, England, Italien vertieft und erweitert wurde, verheiratete sich 1877 mit Joseph Schuhmann, Professor am Technischen Institut in Rom, lebte aber seit 1878 wieder in Kassel und Wiesbaden, gegenwärtig in Gotha. Nachdem sie bereits einen Band »Gedichte« (Kassel 1869) sowie die Novellensammlungen: »Verflossene Stunden« (Leipz. 1871) und »Freudvoll und leidvoll« (Jena 1873, 2 Bde.) veröffentlicht hatte, begründete sie mit den durch Energie des Stils und der Charakteristik ausgezeichneten Romanen: »Käthe, Geschichte eines modernen Mädchens« (Leipz. 1876, 2 Bde.) und »Hans Eckberg«, eine Sittenschilderung aus dem Dreißigjährigen Kriege (das. 1878, 2 Bde.), ihren Ruf. Später folgten: »Orsanna und andre Erzählungen« (1880, 2 Bde.), »Die Erbin wider Willen« (1881), »Die Schwiegertochter« (1882), »Hella Jasmund und andre Erzählungen« (1883), »Neue Novellen« (1883), »Unter der Ehrenpforte«, Novellen (1891), »Lore Fay« (1897) und eine Reihe von Romanen: »Die Gäste der Madame Santines« (1884, 2 Bde.); »Helldunkel« (1885, 2 Bde.); »Die Amerikanerin« (1886); »Spiegelungen« (1887, u Bde.); »Der Bergrat« (1888, 4 Bde.); »Ein Rätsel« (1889, 2 Bde.); »Zwei Brüder« (1889, 3 Bde.); »Eine Versuchung« (1890); »Zu rechter Zeit« (1893, 3 Bde.); »Schwertlilie« (1893); »Die Brautschau« (1892); »Geschieden« (1895, 2 Bde.); »Um das Glück« (1896, 2 Bde.); »Ein Kaufmann« (1898); »Gehen oder Bleiben« (1899); »Junge Leiden« (1900); »Hymen« (1902).
 
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Jungholz, im Bezirk Reutte in Tirol gelegene Gemeinde (1890: 204 Einw.), deren Flurgemarkung rings von bayrischem Gebiet umschlossen, deshalb durch Vertrag vom 3. Mai 1868 dem bayrischen Zollsystem angeschlossen und demzufolge in die Zollgrenze des Deutschen Reiches mit hineingezogen ist.
 
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Junghuhn, Franz Wilhelm, Naturforscher, geb. 26. Okt. 1812 in Mansfeld, gest. 20. April 1864 in Lembang bei Bandong in den Preanger Regentschaften (Java), studierte in Halle und Berlin Medizin, Botanik und Geologie und trat dann als Kompagniechirurg in die preußische Armee. Infolge eines Duells zu 20jähriger Gefangenschaft verurteilt, entfloh er nach 20monatiger Hast auf Ehrenbreitstein nach Algier, wo er in der Fremdenlegion eine Anstellung als Sanitätsoffizier erhielt. In einem Gefecht verwundet, nahm er seinen Abschied und schiffte sich 1835 als Gesundheitsoffizier nach Batavia ein. Von hier aus bereiste er verschiedene Teile Javas. 1840 nach Padang auf Sumatra versetzt, erforschte er die Länder der Batta und führte dann eine topographische Aufnahme eines großen Teiles Javas und 184648 eine geologische Untersuchung der Insel aus. 184955 war er auf Urlaub in Holland und wurde dann Direktor der Chinakultur auf Java. Er schrieb: »Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innere Bauart« (holländ., Amsterd. 185054, 4 Bde.; deutsch von Haßkarl, Leipz. 1854, 3 Bde.), das Hauptwerk über die Naturverhältnisse jenes Tropenlandes, dazu 11 Landschaftsansichten von Java (Leipz. 1853) und eine »Kaart van het eiland Java« (Amsterd. 1855). Die Beschreibung und Abbildungen der zahlreichen von J. aufgefundenen fossilen Tiere haben Herklots, die der fossilen Pflanzen Göppert, die Bearbeitung von Junghuhns Herbarium Miquel, de Briefe, Bentham Molkenboer, Haßkarl u. a. unter dem Titel: »Plantae Junghuhnianae« (Leiden 1851) unternommen. Ferner schrieb er: »Topographische und naturwissenschaftliche Reisen durch Java«, herausgegeben von Nees v. Esenbeck (Magdeb. 1845); »Die Battaländer auf Sumatra« (Berl. 1847; holländ., Leiden 1847, 2 Bde.); »Rückreise von Java nach Europa« (deutsch von Haßkarl, Leipz. 1852); »Licht- und Schattenbilder aus den Binnenlanden von Java« (holländ., Leiden 1854; 4. Aufl., Amsterd. 1866). Vgl. Kroon, Levensschets van Fr. W. J. (Amsterd. 1864).
 
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Jungieren (lat.), verbinden, vereinigen.
 
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Jungingen, Name zweier Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen: 1) Konrad von J. (Konrad III.), ward 30. Nov. 1393 zum Hochmeister erwählt, vertrieb die Vitalienbrüder 1398 von Gotland, erwarb 1402 die Neumark und hielt den Frieden mit Polen und Litauen aufrecht. Den Staat verwaltete er vortrefflich, schützte und förderte den Handel und gab wohltätige Gesetze. Er starb 30. März 1407.
   2) Ulrich von, Bruder des vorigen, ward unter dessen Herrschaft Ordensmarschall und 26. Juni 1407 sein Nachfolger als Hochmeister. Er führte eine wohlwollende, segensreiche Regierung, erklärte wegen der Aufreizungen Witolts von Litauen 1409 an Polen und Litauen den Krieg, befehligte das Ordensheer in der Schlacht bei Tannenberg (15. Juli 1410), unterlag und fiel.
 
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Jungĭus, s. Meyers Jung 1).
 
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Jüngken, Johann Christian, Mediziner, geb. 12. Juni 1794 in Burg bei Magdeburg, gest. 9. Sept. 1875 in Hannover, habilitierte sich 1818 an der Berliner Universität, wurde 1834 Professor der Chirurgie und Augenheilkunde sowie Direktor der ophthalmiatrischen Klinik und später der chirurgischen Abteilung der königlichen Charité in Berlin und trat 1868 in den Ruhestand. J. hatte bis auf Albrecht v. Gräfe und vor der Erfindung des Augenspiegels durch Helmholtz einen außerordentlichen Ruf als Augenarzt und zählt zu den Gründern der wissenschaftlichen Pflege der Augenheilkunde. Er schrieb: »Die Lehre von den Augenoperationen« (Berl. 1829); »Die Lehre von den Augenkrankheiten« (das. 1832, 3. Aufl. 1842) und »Augendiätetik« (das. 1870).
 
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Jungles (spr. dschöngls), soviel wie Dschangeln.
 
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Jüngling, s. Meyers Alter.
 
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Jünglingsvereine nennt man auf evangelischer Seite freie Vereinigungen auf Grund christlicher und vaterländischer Gesinnung, die, namentlich in größern Städten, einzeln stehenden jungen Männern, besonders des Arbeiter-, Handwerker- und Kaufmannsstandes, die Möglichkeit anständiger und anregender Verwendung ihrer freien Zeit bieten. Der erste derartige Verein entstand, soweit bekannt, 1768 in Basel, begründet vom dortigen Pfarrer Meyenrock; fast gleichzeitig folgten später seinem Vorbilde der Verein des Pastors Döring in Elberfeld (1816) und der des Küfermeisters Engelmann in Stuttgart (1817), diesen wieder die J. in Bremen (1834 durch Pastor Mallet)

[Bd. 6, Sp. 374]


und Frankfurt a. M. (1835). Besonders in Rheinland und Westfalen fand die Jünglingsvereinssache kräftige Förderung durch angesehene Geistliche (wie Krummacher in Elberfeld). Die deutschen J. haben sich zu landschaftlich abgegrenzten Bündnissen zusammengeschlossen, von denen der älteste und größte Bund der 1848 gegründete Westdeutsche (Vorort Barmen) ist; neben ihm bestehen zurzeit: der Ostdeutsche (Vorort Berlin), der Norddeutsche (Hamburg), der Sächsische (Dresden), der Südostdeutsche oder Schlesische (Breslau), der Thüringische (Weimar), der Süddeutsche (Stuttgart), der Oberrheinische (Karlsruhe), der Elsaß-Lothringische Bund (Straßburg) und der Bayrische Bund (Nürnberg). Die Gesamtzahl der J. in Deutschland, die ihre 7. Nationalkonferenz 1904 in Stuttgart abhielten, betrug in jenem Jahre: 1996 mit über 108,000 Mitgliedern, dazu 520 nicht eingegliederte Vereine mit etwa 7000 Mitgliedern. Die Mitglieder tragen als Abzeichen einen schwarz-weiß-roten Schild mit goldenem Kreuz und dem Wahlspruche Psalm 119,9. Die J. sind auch in andern Ländern, besonders in der Schweiz, in Holland, England und Nordamerika verbreitet und begründeten 1855 in Paris einen Weltbund, der unter Wahrung der nationalen und kirchlichen Eigenart der einzelnen Länder von dem Internationalen Zentralkomitee in Genf geleitet wird und jetzt 55 nationale Bündnisse mit rund 7000 Vereinen und 664,000 Mitgliedern umfaßt. Alle vier Jahre findet eine Weltkonferenz statt. In England und Amerika nennen sich die Vereine Young men's Christian Associations, nach deren Muster zuerst in Berlin (1883), dann auch in andern Großstädten Christliche Vereine junger Männer begründet wurden, die in stattlichen Häusern außer christlicher Anregung Vorträge, Geselligkeit, Unterhaltung für Jünglinge aller Stände bieten. Zu einer internationalen Organisation mit ca. 64,000 Gemeinschaften und rund 4 Mill. Mitgliedern (beiderlei Geschlechts) gehört auch der Jugendbund für entschiedenes Christentum, der 1904 in Deutschland 220 Gemeinschaften mit über 5000 Mitgliedern zählte. Ähnliche Ziele verfolgt der christliche Soldatenbund mit seinen Soldatenheimen und die Kellnermission, die in Frankfurt a. M., Berlin u. a. O. Kellnerheime errichtet hat. Daß die J. gerade in der Gegenwart einem wirklichen Bedürfnis entsprechen, bedarf im Hinblick auf ihre Entwickelungsgeschichte keines Beweises. Mit Recht wird jedoch von erfahrener Seite darauf gedrungen, daß Leiter von Jünglingsvereinen, um das Hauptziel: Heranbildung christlicher Persönlichkeiten, zu erreichen, sich vor einseitiger Hervorkehrung entweder der religiösen oder der belehrenden oder der geselligen Seite hüten müssen. Vielfach bilden die J. nur Zweige der evangelischen Vereine für Meyers Innere Mission (s. d.) und finden dann räumliche Unterkunft in den Vereinshäusern dieser Gesellschaften oder den von diesen unterhaltenen »Herbergen zur Heimat« (s. Meyers Herberge). Vgl. K. Krummacher, Die evangelischen J. (2. Aufl., Köln 1894); Tiesmeyer, Die Praxis des Jünglingsvereins (2. Aufl., Bremen 1896); Hennig, J. (in Schäfers »Evangelischem Volkslexikon«, Bielef. 1900); Schäfer, Jünglings-, Gesellen- und Arbeitervereine (in der »Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche«, Bd. 9, Leipz. 1901); v. Hassell, Die christlichen Vereine junger Männer in Deutschland (Stuttg. 1898); Dietrich, Geschichte des ältesten evangelischen Männer- und Jünglingsvereins in Berlin (Berl. 1901). Zeitschriften: »Der Leuchtturm« (Elberfeld); »Der Bundesbote« (Berlin); »Sächsischer Jünglings-Bote« (Dresden); »Des Jünglings Freund« (Stuttgart); »Der Jünglingsverein« (Berlin) u. a. Den Jünglingsvereinen nahe verwandt sind die von Kolping 1846 begründeten katholischen Meyers Gesellenvereine (s. d.).
 
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Jung-lu, chines. General, s. Meyers Yung-lu.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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