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Juka bis Juli (Bd. 6, Sp. 359 bis 360)
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Artikelverweis Juka, bittere und süße, s. Meyers Manihot.
 
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Jukagīren, zu den Hyperboreern gehöriger Volksstamm im nordöstlichen Sibirien, an den Flüssen Jana, Indigirka, Alaseja, Kolima und am obern Anadyr, der spärliche Überrest eines Volkes, das sich selbst Andondomni (»Menschen«) nennt und vor dem Eindringen ihrer jetzigen Nachbarn, der Jakuten und Tungusen, in Nordostsibirien viel zahlreicher war, heute mit den 200 am Aniuy und obern Anadyr nomadisierenden Tschuwanzen nur noch 1000 Seelen zählt, früher aber auch die jetzt verschwundenen Omoken, Schelagen und Aniuylen umfaßte. Sie haben sich stark mit Russen und Tungusen vermischt. Hauptbeschäftigungen sind Fischfang, Renntier- und Gänsejagd, ihre Wohnungen im Sommer kegelförmige Hütten (Urus) aus dünnen Stangen, im Winter

[Bd. 6, Sp. 360]


kleine Häuschen aus behauenen Stämmen. Einziges Haustier ist der Hund, den sie zum Ziehen des Schlittens verwenden. Äußerlich zum Christentum bekehrt, sind die J. noch immer dem Schamanismus zugetan. Sie sprechen heute meist Tungusisch; die Sprache ihrer Väter ist nur noch wenigen geläufig. Letztere wurde von Schiefner behandelt (1859); sie steht gänzlich isoliert da, bezeichnet grammatische Beziehungen durch Suffixe und ist reich an eigentümlichen Kasusformen. S. die »Sprachenkarte«.
 
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Jukon, Fluß in Nordamerika, s. Meyers Yukon.
 
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Jukundität (lat.), Annehmlichkeit, Ergötzlichkeit.
 
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Julagalt, s. Meyers Brezel.
 
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Julapĭum (Julap, franz. u. engl. Julep, aus dem arab. dschulâb, »süßer Saft«), alte Arzneiform, eine Auflösung von Zucker in einem aromatischen Wasser, aber nicht so konzentriert wie Sirup; jetzt ein besonders aus Pfefferminze, Ananas etc. bereitetes kühlendes Getränk, das in England und Amerika beliebt ist.
 
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Jūlblock, s. Meyers Sonnenfestfeuer.
 
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Jūlfest (»fröhliches Fest«, v. altnord. jól; angels. geohhol; davon abgeleitet der Name des Festmonats: got. jiuleis, altnord. ýlir, angels. géola), das große Winterfest der heidnischen Germanen, ursprünglich wohl den Seelen der Verstorbenen geweiht, die nach dem Volksglauben um die Wintersonnenwende ihren Umzug hielten und an Schmaus und Gelage teilnahmen. Bei einigen Stämmen wurde es Ende Dezember, bei andern erst im Januar begangen und dauerte in der Regel zwölf Tage. Im Norden wurde an diesem Fest neben den seelischen Geistern auch den großen Göttern (besonders Thor und Freyr) geopfert und Erntesegen für das kommende Jahr erfleht. Ein alter Brauch war es, am J. einen großen Eber (das dem Freyr heilige Tier) in die Halle zu führen und auf dessen Haupt Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern Schwedisch-Pommern die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus geworfen wird), der Juleber oder Julbock, ein feines Gebäck, dem ein Eberkopf oben aufgedrückt ist, Julgrütze, Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Meyers Weihnachten). Vgl. Bilfinger, Das germanische J. (Stuttg. 1901).
 
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Jūlfeuer, s. Meyers Sonnenfestfeuer.
 
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Jülg, Bernhard, Sprachforscher, geb. 20. Aug. 1825 zu Ringelbach in Baden, gest. 14. Aug. 1886 in Innsbruck, studierte in Berlin und Heidelberg, wurde 1851 als außerordentlicher Professor der klassischen Philologie nach Lemberg, 1853 als ordentlicher Professor nach Krakau berufen und wirkte seit 1863 in gleicher Eigenschaft in Innsbruck. Besonders auf den Gebieten der vergleichenden Sprach- und Sagenforschung, wobei er neben dem Sanskrit auch die ostasiatischen Sprachen ins Auge faßte, hat er sich große Verdienste erworben. Unter seinen Schriften sind außer einer Neubearbeitung von J. S. Vaters »Literatur der Grammatiken, Lexika und Wörterbücher aller Sprachen der Erde« (Berl. 1847) hervorzuheben: »Die Märchen des Siddhi-Kür. Kalmückischer Text mit deutscher Übersetzung und einem kalmückisch-deutschen Wörterbuch« (Leipz. 1866); »Mongolische Märchensammlung«, mongolisch und deutsch (Innsbr. 1868); »Über Wesen und Aufgabe der Sprachwissenschaft« (das. 1868); »Die griechische Heldensage im Widerschein bei den Mongolen« (Leipz. 1869); »On the present state of Mongolian researches« (Lond. 1882).
 
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Juli (Julius), der siebente Monat unsers Jahres, war ursprünglich bei den Römern, die ihr Jahr mit dem März anfingen, der fünfte Monat und hieß daher Quintilis, bis er im Jahre 45 v. Chr. zu Ehren Julius Cäsars, der in diesem Monat geboren war, seinen Namen erhielt. In den germanischen Sprachen heißt der J. Heumonat, als die Zeit der Heuernte; im Altfranzösischen Juignet (»kleiner Juni«). Die Sonne tritt im J. aus dem Zeichen des Krebses in das des Löwen. Die Mitteltemperatur dieses Monats, der auf der nördlichen Halbkugel meist der wärmste Monat des Jahres ist, und der Niederschlag haben folgende Werte:

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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