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Juften bis Jugendliche Arbeiter (Bd. 6, Sp. 352 bis 353)
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Artikelverweis Juften (russ., fälschlich Juchten), lohgares Leder, das früher ausschließlich in Rußland dargestellt wurde, ist stark, geschmeidig, riecht eigentümlich, wird von Insekten nicht angegriffen und bietet dem Wasser großen Widerstand. Zur Darstellung werden gute Häute von jungem Rindvieh enthaart, gereinigt, in einem Sauerbad geschwellt und mit Weiden- oder Pappelrinde gegerbt, dann, um sie geschmeidiger zu machen, zwei Tage in einen Brei aus Roggenmehl, Salz und lauem Wasser gelegt, gewaschen und getrocknet. Die besten Häute werden zu weißem J. bestimmt und nur noch auf der Narbenseite mit Birkenteeröl (Juchtenöl) oder Seehundstran eingerieben und dann getrocknet, die übrigen werden rot oder schwarz gefärbt und dann ebenfalls eingefettet. Teerleder erhält doppelt soviel Fett wie der übrige J. Nach dem Trocknen wird das Leder gewalkt, gefalzt, gekrispelt und auf der Narbenseite nochmals mit Seehundstran und Talg eingerieben. Je nach der Verwendung wird das J. schließlich geglättet oder chagriniert. Das weiße Leder dient zu Armeezwecken, rotes namentlich zu Portefeuillearbeiten, schwarzes zu Pferdegeschirren und Schuhwerk. Den Geruch verdankt das J. dem Birkenteeröl. Das beste J. kommt aus der Gegend von Nowgorod und aus Südrußland, aber auch außerhalb Rußlands wird die Ware aus Rinder- und Roßhäuten in vortrefflicher Qualität hergestellt, und häufig wird gewöhnliches rotes Leder parfümiert, so daß es wie J. riecht.
 
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Jug, Fluß im russ. Gouv. Wologda, entspringt in einem sumpfigen Wald im Kreis Nikolsk, fließt in nördlicher Richtung und vereinigt sich bei Welikij Ustjug mit der Suchona zur Meyers Dwina (s. d.). Es ist ein reißender Strom von sehr geschlängeltem Lauf in einem verwilderten Bett, 463 km lang und bis 160 m breit. Die Schiffahrt auf ihm ist unbedeutend.
 
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Juga (sanskrit.), soviel wie Weltalter, deren im Brahmanismus ähnlich wie bei den alten Griechen und Römern vier angenommen werden: Kritajuga, das Zeitalter, in dem die Gerechtigkeit herrschte und alle Pflichten treulich erfüllt wurden; Trêtâjuga, in dem die Gerechtigkeit um ein Viertel abnahm und die Opfer begannen; Dvâparajuga, in dem von der ursprünglichen Gerechtigkeit nur noch die Hälfte übrig war und das mit Andachtsübungen und Opferzeremonien beschäftigte Volk sehr leidenschaftlich wurde, und Kalijuga, das jetzige Zeitalter, in dem die Gerechtigkeit sich immer mehr mindert, die Vorschriften der Vedas nicht mehr befolgt werden und Sünden, Unglücksfälle etc. überhandnehmen. Vgl. Roth, Über den Mythus von den fünf Menschengeschlechtern bei Hesiod (Tübing. 1860); Hopkins, Religions of India, S. 418 ff. (Boston u. Lond 1895).
 
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Juge (franz., spr. schǖsch'), Richter; J. de paix, Friedensrichter; J. consulaire (früher: J. et consul), Handelsrichter, Mitglied eines Handelsgerichts.
 
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Jugend, s. Meyers Alter.
 
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Jugend, eine 1896 von Georg Meyers Hirth (s. d.) begründete und herausgegebene, in München erscheinende, illustrierte Wochenschrift, die in modernem Geiste Fragen der Kunst und des öffentlichen Lebens in Wort und Bild behandelt, daneben aber auch von den Tagesfragen unabhängige literarische und künstlerische Beiträge ernsten und humoristisch-satirischen Inhalts veröffentlicht. Redakteure sind F. v. Ostini, S. Sinzheimer, A. Matthaei und F. Langheinrich.
 
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Jugendbund für entschiedenes Christentum, s. Meyers Jünglingsvereine.
 
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Jugenddramen, s. Meyers Kinderschauspiele und Meyers Schuldramen.
 
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Jugendfürsorge. Immer mehr dringt in der Gegenwart die Überzeugung durch, daß eine der wichtigsten sozialen und nationalen Aufgaben Schutz und Pflege der unter ungünstigen Umständen aufwachsenden und leiblich wie seelisch gefährdeten unmündigen Jugend ist. Gesetzgebung und Verwaltung in Staat

[Bd. 6, Sp. 353]


und Gemeinde (Waisenpflege, Fürsorge- und Zwangserziehung, Schulhygiene, Hilfsschulen, Schutz der Jugend gegen gewerbliche Ausbeutung etc.) begegnen sich auf diesem Gebiet mit immer regerer Vereinstätigkeit (Rettungshäuser, Ferienkolonien, Kinderheilstätten, Kinderhorte, Schülerreisen u. a.) und literarischer Vertretung. Bei der großen, stets zunehmenden Mannigfaltigkeit der Aufgaben und dem entsprechend der einzelnen Unternehmungen muß jedoch auf zusammenfassende Übersicht aller unter diesen Gesichtspunkt fallenden Bestrebungen verzichtet und auf die einzelnen Artikel verwiesen werden. S. besonders auch Jugendliche Verbrecher. Vgl. die Zeitschrift »Jugendfürsorge. Zentralorgan für die gesamten Interessen der J.« (hrsg. von Pagel, Berl., seit 1900); Reicher, Die Fürsorge für die verwahrloste Jugend (bisher 3 Tle., Wien 1904).
 
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Jugendhorte, s. Meyers Kinderhorte.
 
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Jugendliche Arbeiter, im weitern Sinne Kinder und nicht völlig erwachsene junge Personen, die mit Lohnarbeit beschäftigt sind, im engern Sinne junge Leute von 1416 Jahren. So wenigstens nach der deutschen Gewerbeordnung, § 135, während in andern Staaten die Altersgrenzen vielfach anders bestimmt sind. Zum Schutze der jugendlichen Arbeiter gegen übermäßige Anstrengung und deren schlimme Folgen sind in den meisten Industrieländern besondere Vorschriften über Art und Dauer der Beschäftigung erlassen worden (s. Meyers Fabrikgesetzgebung). Nach der deutschen Berufszählung von 1895 wird die Zahl der beschäftigten jungen Leute von 1416 Jahren auf 1,131,499 = 5,44 Proz. aller Erwerbstätigen angegeben, von denen 549,698 auf Landwirtschaft, Tierzucht und Gärtnerei, 2539 auf Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei, 466,555 auf Industrie, Bergbau und Bauwesen, 78,566 auf Handel und Verkehr, einschließlich Gast- und Schankwirtschaft, 19,995 auf häusliche Dienstleistungen und wechselnde Lohnarbeit, 14,146 auf öffentlichen Dienst entfallen. Die Zahl dieser sungen Leute in Fabriken und diesen gleichstehenden Anlagen hat betragen: 1884: 134,282, 1890: 214,282, 1896: 239,548, 1900: 334,847, zeigt also ein starkes Anwachsen. Vgl. Kinderarbeit.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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