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Juba bis Jubilār (Bd. 6, Sp. 324 bis 325)
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Artikelverweis Juba, Fluß in Afrika, s. Meyers Dschubb.
 
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Juba, König von Numidien, Sohn Hiempsals II., eines Urenkels des Masinissa, stand im Kampf zwischen Cäsar und Pompejus auf der Seite des letztern, der seinen von Marius verjagten Vater wieder eingesetzt hatte. Als Cäsars Legat Gajus Scribonius Curio 49 v. Chr. mit 2 Legionen und 500 Reitern in Afrika gelandet war, wurde er von J. in einen Hinterhalt gelockt und mit dem größten Teil seiner Truppen niedergemacht. Nach der Niederlage der Pompejaner bei Thapsos (46) machte er seinem Leben freiwillig ein Ende. Sein Land ward von Cäsar größtenteils in eine römische Provinz verwandelt. Sein Sohn Juba II. ward nach dem Sturz seines Vaters von Cäsar nach Rom gebracht und daselbst erzogen, später von Oktavian wieder mit einem Teil seines väterlichen Reiches belehnt und mit Kleopatra Selena, der Tochter des Marcus Antonius und der Kleopatra, vermählt; seinen Sohn nannte er Ptolemäus. Er hatte sich in Rom eine gründliche wissenschaftliche Bildung erworben und beteiligte sich als (griechischer) Schriftsteller namentlich auf dem Gebiete der Geographie und Geschichte. Die Fragmente seiner Schriften sind in Müllers »Fragmenta histor. graecorum« (Bd. 3, Par. 1849) abgedruckt. Vgl. H. Peter, Über den Wert der historischen Schriftstellerei von König J. II. von Mauretanien (Meißen 1879).
 
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Juba, röm. Grammatiker, aus Mauretanien, um 200 n. Chr., verfaßte ein umfangreiches metrisches Handbuch im Anschluß an die griechischen Metriker, namentlich Heliodor, dessen Theorie durch ihn bei den spätern römischen Metrikern die herrschende wurde. Vgl. Hense, De J. artigrapho (Leipz. 1875); Wentzel, De J. metrico (Oppeln 1881).
 
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Jubāēa Gay, Gattung der Palmen, mit der einzigen Art J. spectabilis H. B. (Cocos chilensis Mol., Coquito, s. Tafel Meyers »Palmen IV«, Fig. 1). Diese zierliche Palme mit hohem, dickem, von Blattstielresten schuppigem Stamm, gefiederten Blättern, monözischen, dunkelgelben Blüten und einsamiger, lang zugespitzter Frucht ist die südlichste Palme der Westküste Amerikas (3135° südl. Br.) und wird in Chile und andern Gegenden Südamerikas kultiviert. Aus dem Saft gefällter Stämme bereitet man Palmenhonig. Die Früchte dienen zur Verfertigung von Konfitüren, die kugelförmigen Samen den Kindern als Spielzeug, die muldenförmigen Scheiden als Kinderwiegen, die Blätter zu Flechtwerk. Man kultiviert die Pflanze auch in unsern Gewächshäusern.
 
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Jubal, nach 1. Mos. 4 einer der drei Söhne des Meyers Lamech (s. d.), der Erfinder der Musik, Stammvater aller Tonkünstler.
 
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Jubarte, s. Meyers Finnfische.
 
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Jubbulpore, ind. Stadt, s. Meyers Dschabalpur.
 
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Jubeljahr (lat. Annus jubilaei oder Jubilaeum, eigentlich Jobeljahr, v. hebr. jobel, Art Horn oder Posaune; in Luthers Übersetzung [3. Mos. 25,8ff.] Halljahr, Erlaßjahr), bei den Hebräern nach siebenmal sieben Meyers Sabbatjahren (s. d.) jedes 50. Jahr, das am 10. Tischri (am Versöhnungstag) unter Posaunenschall in Palästina verkündigt ward. Während desselben mußte alle Feldarbeit ruhen, die hebräischen Knechte wurden frei, veräußerte Grundstücke (Häuser in ummauerten Städten und dem Heiligtum gelobte Äcker ausgenommen) kamen ohne Kaufschilling wieder an den ursprünglichen Besitzer oder seine rechtmäßigen Erben zurück, und alle Schulden wurden erlassen. Der Hauptzweck dieser Einrichtung war, die von Moses beabsichtigte Gleichheit unter den Güterbesitzern zu erhalten und eine soziale Wiedergeburt des Staates zu bewirken.
   Das J. (Jubiläum) in der römisch-katholischen Kirche ist aus der immer mehr wachsenden Neigung der Gläubigen, nach Rom zu den Gräbern der Apostel zu wallfahrten, entstanden. Die um die Jahrhundertwende 1300 besonders gesteigerte Wallfahrtssucht benutzte Papst Bonifatius VIII., um den Pilgern, wenn sie 15, den Einheimischen, wenn sie 30 Tage lang die Basiliken der Apostelfürsten Petrus und Paulus besuchten, vollkommenen Meyers Ablaß (s. d.) zu verheißen und alle 100 Jahre Wiederholung in Aussicht zu stellen. Der große Erfolg, welcher der päpstlichen Kasse und der Stadt Rom zugute kam, veranlaßte schon Clemens VI., diese Frist auf 50 Jahre, Urban VI., sie auf 33 Jahre herabzusetzen. Durch Paul II. wurde sie auf 25 Jahre festgesetzt. So wurde das J. 1350, 1390, 1423, 1450, 1475, 1500 etc. gefeiert. Zu den genannten Kirchen waren inzwischen die Lateranbasilika und Santa Maria Maggiore hinzugekommen. Nachdem bis 1825 die Jubiläen regelmäßig gehalten worden waren, entstand eine Pause bis 1900, wo Leo XIII. das J. mit besonderm Pomp gefeiert hat. Die Feier beginnt am Christabend. Der Papst läßt die bisher vermauerte heilige Pforte (Jubelpforte, Goldene Pforte) der Peterskirche unter mannigfachen Zeremonien (s. Meyers Hammer, S. 702) öffnen, und Papst und Klerus ziehen in feierlicher Prozession in die Kirche. Am 24 Dez. des folgenden Jahres wird die Pforte unter entsprechenden Zeremonien wieder vermauert. Drei Kardinäle als Legaten des Papstes vollziehen den gleichen Ritus in den andern Kirchen. Von den Jubiläen sind die außerordentlichen Jubiläumsablässe (indulgentiae ad instar jubilaei, plenariae in forma jubilaei) zu unterscheiden, welche die Päpste bei besondern, das allgemeine Wohl der Kirche betreffenden Anlässen ausschreiben und die auch in der Heimat gewonnen werden können. Solche Jubiläen fanden unter Leo XIII. 1879, 1881 und 1886 statt. Vgl. A. de Waal, Das heilige Jahr in Rom (Münster 1900); F. X. Kraus, Das Anno Santo (in seinen »Essays«, zweite Sammlung 1901).
 
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Jubelklippen, s. Meyers Klippen.
 
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Jubiläen, Buch der (auch Leptogenesis, d. h. Kleine Genesis, genannt), eine mit Ausschmückungen in der Manier der Meyers Haggada (s. d.) versehene Reproduktion von 1. Mos. 1 bis 2. Mos. 12, die, genau in das Schema der Jubelperioden (s. Meyers Sabbatjahr) eingegliedert, wahrscheinlich im letzten vorchristlichen Jahrhundert oder früher, jedenfalls noch zur Zeit des bestehenden Tempels, hebräisch geschrieben wurde, aber nur in äthiopischer und lateinischer Übersetzung sich erhalten hat. Ausgaben veranstalteten Dillmann (Kiel u. Lond. 1859) und Charles (Oxf. 1895; engl. Übers., Lond. 1902), eine deutsche Übersetzung Littmann in den »Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Bd. 2 (Tüb. 1900). Vgl. Rönsch, Das Buch der J. oder die Kleine Genesis (Leipz. 1874); Singer, Das Buch der J. oder die Leptogenesis (Stuhlweißenburg 1898).

[Bd. 6, Sp. 325]



 
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Jubilār, s. Meyers Jubiläum.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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