Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Juan Fernandez bis Jubāēa (Bd. 6, Sp. 322 bis 324)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Juan Fernandez, kleine Inselgruppe im Stillen Ozean, zwischen 33 und 34° südl. Br., zur chilenischen Provinz Valparaiso gehörig, besteht aus drei zusammen 185 qkm großen Inseln. Die östliche, 95 qkm große Insel Mas á tierra, 560 km von der Küste von Chile entfernt, besteht aus vulkanischen, mit schöner Vegetation bedeckten Erhebungen, 22 km lang und fast 8 km breit, deren höchste der Cerro del Yunque (»Amboß«) 983 m erreicht. Die Küsten sind hafenlos, doch gewährt die Bai San Juan Bautista (mit Leuchtturm) an der Cumberlandbai der Nordküste einen erträglichen Ankerplatz. Das Klima ist gesund, mild-ozeanisch; die Regenzeit dauert von April bis September bei vorherrschend östlichen Winden. Durch zahlreiche Farne und Farnbäume nähert sich die Vegetation der neuseeländischen Flora, die Chontapalme

[Bd. 6, Sp. 323]


aber gehört zu einer Gattung der äquatorialen Anden. Ein Drittel der Flora ist endemisch. Die Tierwelt ist vertreten durch eingeführte, z. T. verwilderte Ziegen, Pferde, Esel, Rinder, Schweine, Hunde, Hühner, 20 südamerikanische Schnecken, einige Käfer, darunter 6 Laufkäfer, von denen drei Chile, drei der Inselgruppe eigentümlich sind. Von den Vögeln kommen ein Tyrann und ein Kolibri nur auf dieser Gruppe, ein zweiter Kolibri, eine Drossel und einige Raubvögel auch in Chile vor. Nur 1850 m vom Südwestende von Mas á tierra liegt die 5 qkm große Insel Santa Clara, nach dem Reichtum an Ziegen Goat Island genannt. Die dritte, 17 km lange, 4 km breite und 85 qkm große Insel Mas á fuera, 160 km westlicher, erhebt sich in einem Gipfel bis zu 1850 m, ist mit dichten Waldungen bedeckt und an Ziegen, Seehunden reicher als Mas a tierra, aber ohne irgend einen Ankerplatz. Auf den ursprünglich unbewohnten Inseln ließen sich schon im 17. Jahrh. zuzeiten europäische Seeleute nieder, darunter 1704 der Schotte Alex. Selkirk, dessen Schicksale später die Anregung zu »Robinson Crusoe« (s. Meyers Defoe) gaben. Im 18. Jahrh. legten die Spanier ein Fort auf der größern Insel an. Nachdem die chilenische Regierung die größte Insel zeitweilig als Deportationsort benutzt hatte, verpachtete sie die Gruppe 1855 an verschiedene Unternehmer. Die heutige Ansiedelung auf Mas a tierra zählt etwa 20 Einw. Vgl. B. V. Mackenna, Juan Fernandez (Santiago 1883); Ermel, Eine Reise nach der Robinson Crusoe-Insel (Hamb. 1889).
 
Artikelverweis 
Juan Godoi, Bergstadt, (1885) 1985 Einw., in der chilen. Provinz Atacama, 70 km südlich von Copiapó (Eisenbahn), unweit der reichen Silberminen von Chañarcillo.
 
Artikelverweis 
Juan Griēgo, Hafenort in Venezuela, s. Nueva Esparta.
 
Artikelverweis 
Juan Manuël, Infant von Kastilien, Kriegsmann und Schriftsteller, geb. 1282 in Escalona, gest. 1347, Neffe König Alfons' X. von Kastilien, wurde nach dem frühen Tode seines Vaters Pedro M. von seinem Vetter, König Sancho IV., erzogen, diente mit Auszeichnung gegen die Mauren und wurde 1310 vertrauter Rat Ferdinands IV. Während der Minderjährigkeit Alfons' XI. war er einer von dessen Vormündern, später dessen Statthalter in den Grenzbezirken gegen die Mauren, über die er 1327 den glänzenden Sieg bei Guadalhorce erfocht. Die Ermordung seines Großoheims, des Infanten Don Juan, auf Anstiften des Königs veranlaßte M. zu offener Empörung unter Beihilfe der Könige von Aragon und Granada. Der Krieg endete 1335 mit Manuels Niederlage und Flucht nach Aragonien. Unterhandlungen, die von hier aus angeknüpft wurden, führten endlich zu einer vollständigen Versöhnung. J. unterwarf sich dem König und leistete ihm bis zu seinem Tod ausgezeichnete Dienste. J. war einer der gebildetsten Männer seiner Zeit. Von 14 verschiedenen Werken, die er verfaßt hat, von denen aber ein großer Teil verloren gegangen, ist »El conde Lucanor« am bekanntesten geworden, eine geistvolle Sammlung von 50 Geschichten, Anekdoten und Gleichnissen meist morgenländischen Ursprungs (zuerst hrsg. von Argote de Molina, Sevilla 1575; neuere Ausg. von Adelb. Keller, Stuttg. 1839, und von Gayangos, 1869; deutsch von Eichendorff, Berl. 1840, 3 Bde.). Ein Jagdbuch von der Vogelbeize (»Libro de la caza«) liegt vor in kritischer Behandlung von G. Baist (Halle 1880) und von Gutierrez de la Vega (Madrid 1879). Beide bieten sichere Nachrichten über Leben und Werke. Weitere fünf didaktische Schriften enthält Band 51 der »Biblioteca de autores españoles«.
 
Artikelverweis 
Juan-schi-kai, chinesischer General und Staatsmann, s. Meyers Yuan-schi-kai.
 
Artikelverweis 
Juarez (spr. chuarés), 1) (früher El Paso del Norte) Stadt an der Nordgrenze des mexikan. Staates Chihuahua, Ausgangspunkt der mexikanischen Zentralbahn, von der nordamerikanischen Stadt El Paso durch den Rio Grande getrennt, über den zwei Brücken führen, hat enge, krumme Straßen, vorwiegend Lehm- (Adobe)-Häuser, lebhaften Verkehr und (1900) 8218 Einw. In der Nähe des Flusses, aus dem Bewässerungskanäle abgeleitet sind, liegen üppige Gärten und Weinpflanzungen. Die Stadt wurde 1630 von den Spaniern gegründet. 2) Distriktshauptort in der argentin. Provinz Buenos Aires, an der Bahn Buenos Aires-Bahia Blanca, mit (1890) 3000 Einw.
 
Artikelverweis 
Juarez (spr. chuarés), Carlo Benito, Präsident von Mexiko, geb. 21. März 1806 bei Ixtlan im Staat Oajaca, aus dem indianischen Stamm der Zapoteken, gest. 18. Juli 1872 in Mexiko, wuchs in dürftigen Verhältnissen auf, erhielt aber von einer reichen Familie, in deren Dienst er trat, die Mittel, in Mexiko die Rechte zu studieren. Er ward dann in Oajaca Advokat, 1846 Deputierter im Kongreß der Republik, war von 184852 Gouverneur von Oajaca und machte sich in dieser Stellung durch Anlegung neuer Straßen, Hebung des Volksunterrichts und zweckmäßige finanzielle Maßregeln sehr verdient. Nach Santa Annas Rückkehr 1853 verbannt, ging er nach New Orleans, kehrte jedoch schon 1855 in seine Heimat zurück, wo Alvarez Präsident geworden war, dessen Justizminister J. wurde. Als Alvarez im Dezember 1855 die Präsidentenwürde niederlegte, trat auch J. mit ab, ward aber von Meyers Comonfort (s. d.) zum Präsidenten des höchsten Gerichtshofes ernannt, und wurde, nach dessen Vertreibung 1858, der Bestimmung der Verfassung gemäß Präsident der Republik. Er schlug den Sitz der liberalen Regierung in Guanajuato auf und kehrte, nachdem er Miramon geschlagen, im Januar 1861 in die Hauptstadt zurück. J. schritt nun mit Energie zur Ausführung der Verfassung von 1857, namentlich der Bestimmungen über Einziehung des Kirchengutes, Aufhebung der Klöster, Verkündigung völliger Religionsfreiheit, und wurde 30. Juni vom Kongreß zum definitiven Präsidenten der Republik ernannt. Doch das Gesetz vom 17. Juli 1861, das die Auszahlung der an gewisse Ausländer zu entrichtenden Zinsen auf zwei Jahre aufhob, rief die Einmischung Spaniens, Englands und Frankreichs hervor, die am 18. Dez. Veracruz besetzten. J. lehnte ihre Forderungen nicht ab, sondern verständigte sich mit den beiden ersten Mächten, so daß Anfang April 1862 die Spanier und Engländer Mexiko räumten; nur Frankreich wies jede Verständigung ab und war entschlossen, J. zu stürzen und eine neue Regierung einzusetzen. Als die Franzosen nach Eroberung Pueblas 10. Juni 1863 in Mexiko einrückten, mußte J. nach Norden flüchten, und sein Anhang schmolz bedeutend zusammen. Dennoch lehnte er alles Verhandeln mit der Regierung Maximilians (s. d.) ab; und als die Vereinigten Staaten gegen die französische Einmischung Protest erhoben, konnte er im Mai 1866 nach Chihuahua zurückkehren, und 1867 nahmen seine Generale Mexiko und Queretaro ein, wo der Kaiser Maximilian ihnen in die Hände fiel. J. ließ letztern vor ein Kriegsgericht stellen und unterschrieb sein Todesurteil, das am 19. Juni 1867 vollstreckt wurde.

[Bd. 6, Sp. 324]


Das Amt des Präsidenten, das er nach Ablauf seiner Periode im November 1865 fortgeführt hatte, wurde ihm, nachdem er 15. Juni 1867 nach Mexiko zurückgekehrt, durch die Wahl vom 6. Okt. von neuem verliehen. Nachdem er unter großen Schwierigkeiten 16. Sept. 1871 wiederum zum Präsidenten ernannt worden war, brachen gefährliche Aufstände aus, deren Niederwerfung J. nicht mehr erlebte. Vgl. U. R. Burke, Life of Benito J. (Lond. 1894).
 
Artikelverweis 
Juba, Fluß in Afrika, s. Meyers Dschubb.
 
Artikelverweis 
Juba, König von Numidien, Sohn Hiempsals II., eines Urenkels des Masinissa, stand im Kampf zwischen Cäsar und Pompejus auf der Seite des letztern, der seinen von Marius verjagten Vater wieder eingesetzt hatte. Als Cäsars Legat Gajus Scribonius Curio 49 v. Chr. mit 2 Legionen und 500 Reitern in Afrika gelandet war, wurde er von J. in einen Hinterhalt gelockt und mit dem größten Teil seiner Truppen niedergemacht. Nach der Niederlage der Pompejaner bei Thapsos (46) machte er seinem Leben freiwillig ein Ende. Sein Land ward von Cäsar größtenteils in eine römische Provinz verwandelt. Sein Sohn Juba II. ward nach dem Sturz seines Vaters von Cäsar nach Rom gebracht und daselbst erzogen, später von Oktavian wieder mit einem Teil seines väterlichen Reiches belehnt und mit Kleopatra Selena, der Tochter des Marcus Antonius und der Kleopatra, vermählt; seinen Sohn nannte er Ptolemäus. Er hatte sich in Rom eine gründliche wissenschaftliche Bildung erworben und beteiligte sich als (griechischer) Schriftsteller namentlich auf dem Gebiete der Geographie und Geschichte. Die Fragmente seiner Schriften sind in Müllers »Fragmenta histor. graecorum« (Bd. 3, Par. 1849) abgedruckt. Vgl. H. Peter, Über den Wert der historischen Schriftstellerei von König J. II. von Mauretanien (Meißen 1879).
 
Artikelverweis 
Juba, röm. Grammatiker, aus Mauretanien, um 200 n. Chr., verfaßte ein umfangreiches metrisches Handbuch im Anschluß an die griechischen Metriker, namentlich Heliodor, dessen Theorie durch ihn bei den spätern römischen Metrikern die herrschende wurde. Vgl. Hense, De J. artigrapho (Leipz. 1875); Wentzel, De J. metrico (Oppeln 1881).
 
Artikelverweis 
Jubāēa Gay, Gattung der Palmen, mit der einzigen Art J. spectabilis H. B. (Cocos chilensis Mol., Coquito, s. Tafel Meyers »Palmen IV«, Fig. 1). Diese zierliche Palme mit hohem, dickem, von Blattstielresten schuppigem Stamm, gefiederten Blättern, monözischen, dunkelgelben Blüten und einsamiger, lang zugespitzter Frucht ist die südlichste Palme der Westküste Amerikas (3135° südl. Br.) und wird in Chile und andern Gegenden Südamerikas kultiviert. Aus dem Saft gefällter Stämme bereitet man Palmenhonig. Die Früchte dienen zur Verfertigung von Konfitüren, die kugelförmigen Samen den Kindern als Spielzeug, die muldenförmigen Scheiden als Kinderwiegen, die Blätter zu Flechtwerk. Man kultiviert die Pflanze auch in unsern Gewächshäusern.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer