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Journalisten- und Schriftstellertag bis Jovellanos (Bd. 6, Sp. 320 bis 321)
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Artikelverweis Journalisten- und Schriftstellertag, Allgemeiner deutscher, eine seit 1892 auf Anregung der deutschen Schriftstellergenossenschaft (s. Meyers Schriftstellervereine) jährlich stattfindende Zusammenkunft deutscher Schriftsteller und Journalisten, bei der über geistige und materielle Berufs- und Standesinteressen beraten wird. Der erste J. (1892 in Dresden) beschloß die Ausarbeitung eines Verlags- und Urheberrechts durch einen aus Rechtskundigen, Schriftstellern und Verlegern gleichmäßig zusammengesetzten Ausschuß. Auf dem J. von 1893 in München wurde die Errichtung einer Pensionsanstalt nach den vom Münchener Ausschuß ausgearbeiteten Statuten genehmigt (s. Meyers Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller). Auf dem J. in Heidelberg (1895) wurde der Verband deutscher Journalisten- u. Schriftstellervereine begründet, der gegenwärtig (1905) 27 Vereinigungen mit 2000 Mitgliedern umfaßt.
 
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Journalistenvereine, s. Meyers Schriftstellervereine.
 
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Journalistikum (franz.-lat.), Leseverein, Lesezirkel für Zeitschriften; Vorlesung über Journalistik etc.
 
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Journal officiel (spr. schurnall ossißjéll), der franz. »Staatsanzeiger«, 1869 durch Rouher ins Leben gerufen und an die Stelle des »Moniteur« (s. d.) getreten, veröffentlicht außer allen amtlichen Ankündigungen und Mitteilungen, Gesetzen, Verordnungen und Ernennungen namentlich auch die Drucksachen und die stenographischen Protokolle der Sitzungen des Senats und der Deputiertenkammer. Wöchentlich erscheint eine Nummer des J. in Plakatform als »Edition des communes«, die, einen Auszug des Wichtigsten enthaltend, an den Türen der Mairien angeschlagen wird.
 
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Jouvenet (spr. schuw'nä), Jean, franz. Maler, geb. 1644 in Rouen, gest. 1717 in Paris, Sohn und Schüler von Laurent J., bildete sich seit seinem 17. Jahr in Paris unter dem Einfluß von Poussin weiter aus und erzielte seinen ersten Erfolg durch ein Gemälde: Christus heilt den Lahmen. 1674 wurde er durch das Gemälde: Esther und Ahasverus Mitglied, 1681 Professor und 1707 Rektor der Pariser Akademie. Seine religiösen Gemälde, die der Richtung von Poussin und Lebrun angehören, sind in Zeichnung und Farbe manieriert. Die bedeutendsten sind: die zwölf Apostel (Invalidenkirche in Paris), Kreuzabnahme (im Louvre), das Magnifikat (Notre-Dame in Paris), Christus am Ölberg (Kathedrale in Orléans).
 
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Joux, Fort de (spr. fōr dö schū), s. Meyers Pontarlier.
 
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Joux, Val de (spr. wall dö schū), waldreiches, 15 km langes, hohes Muldental des Jura im schweizerischen Kanton Waadt, vom französischen Gebiet durch den Mont Risoux getrennt, von der Orbe durchflossen, die zwei Seen bildet, den Lac de J., 1003 m ü. M., 8,65 qkm groß, bis 34 m tief, und den Lac Brenet, 79 Hektar, bis 2010 tief. Letzterer ist mit dem Lac de J. durch eine schmale Wasserrinne verbunden, hat in seinen Trichterlöchern (entonnoirs) einen unterirdischen Abfluß gegen das Tal von Vallorbe und tritt 2,5 km nördlicher und 230 m tiefer als zweite Quelle der Orbe wieder zutage. Der unmittelbar westlich vom Lac de J. gelegene ganz kleine Dolinensee Ter soll 16 m tief sein. Von den drei Gemeinden des Tales ist Le Chénit mit (1900) 3803 meist evang. Einwohnern die volkreichste; Hauptort des Tales ist Le Sentier (1026 m ü. M.). Das Tal, dessen Bewohner Viehzucht und Uhrenindustrie betreiben, wird von der Lokalbahn Vollorbe-Le Sentier durchzogen. Von Touristen und Sommerfrischlern gern besucht wird Le Brassus (1040 m). Vgl. S. Aubert, La Flore de la Vallée de Joux, mit reicher Literatur, im Bulletin de la Société vaudoise des sciences naturelles XXXVI (Lauf. 1901).
 
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Jouy (spr. schui), eigentlich Victor Joseph Etienne, genannt de J., franz. Schriftsteller, geb. 1764 in Jouy bei Versailles, gest. 4. Sept. 1846 in Paris, wandte sich zuerst der militärischen Laufbahn zu, reiste dann in Südamerika und focht später in Ostindien unter Tippu Sahib, den er 1813 in einer Tragödie behandelte. Ins Vaterland zurückgekehrt, machte er die ersten Revolutionskriege mit, flüchtete, der Verräterei beschuldigt und dafür zum Tode verurteilt, 1794 nach der Schweiz, kehrte nach dem Sturz Robespierres nach Paris zurück, gab 1797 die militärische Laufbahn auf und widmete sich der Literatur. Zuerst eifriger Parteigänger der Restauration, trat er bald in die liberale Partei über, war während der Julirevolution Maire von Paris, dann Bibliothekar des Louvre. Seit 1815 war er Mitglied der Akademie. Bekannt sind seine zum Teil trefflichen Operntexte: »La Vestale« (1807) und »Ferdinand Cortez« (1809), beide von Spontini komponiert; »Les Amazones« (1812), von Méhul, »Les Abencérages« (1813), von

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Cherubini, »Guillaume Tell« (1829), von Rossini komponiert. Seine Tragödie »Sylla« (1824) hatte großen Erfolg; weniger seine übrigen Lustspiele, Vaudevilles, Tragödien etc. Er war als Verehrer Boileaus ein eifriger Klassizist und Gegner der Romantik. Von seinen prosaischen Schriften ist die berühmteste: »L'hermite de la Chaussée d'Antin, etc.« (Par. 181214, 5 Bde.), eine geistvolle Schilderung französischer Sitten aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, während die weitern, unter dem Titel »L'Hermite, etc.« veröffentlichten Sittenschilderungen an Ungenauigkeiten und mangelhaftem Stile leiden. Seine »Œuvres complètes« veröffentlichte er selbst (Par. 182328, 27 Bde.).
 
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Jovanović (spr. jowānowitsch), 1) Stephan, Freiherr von, österreich. General, geb. 5. Jan. 1828 in Pazariste im Ottocaner Bezirk der frühern Militärgrenze, gest. 8. Dez. 1885 in Zara, südslawischer Abkunft, trat 1845 in die Armee, machte 184849 die Feldzüge in Italien mit, wurde 1852 zum Hauptmann befördert und in einer militärisch-diplomatischen Mission nach Cattaro und später in das Hauptquartier Omer Paschas gesandt. Als Adjutant im Stabe des Generals Rodich in Süddalmatien und als Generalkonsul in Bosnien 186165 erwarb er sich genaue Kenntnis der geographischen, ethnographischen und politisch-sozialen Verhältnisse jener Länder. 1865 als Oberst in die Armee zurückgetreten, zeichnete er sich 1866 im Kriege gegen Italien aus und befehligte 1869 beim Aufstand in den Bocche di Cattaro, wo er verwundet wurde, eine Brigade. Er blieb darauf im südlichen Dalmatien stationiert, ward 1875 Freiherr, 1876 Feldmarschalleutnant und 1877 Kommandeur der 18. Division in Spalato. Während des Feldzugs zur Okkupation Bosniens und der Herzegowina ward er mit der Besetzung der letztern beauftragt, die er fast ohne Verluste in wenigen Tagen ausführte, worauf er den Oberbefehl in der Herzegowina erhielt. 1882 nach der Unterdrückung des Aufstandes in der Krivoscie wurde er Landeskommandierender und Statthalter in Dalmatien.
   2) Wladimir, serb. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 28. Sept. 1833 in Schabatz, studierte in Wien und Berlin, ward 1856 Professor der Nationalökonomie an der landwirtschaftlichen Akademie in Topschider, beteiligte sich 1858 an der Vertreibung des Fürsten Alexander, ward von Milosch zum Sekretär im Finanzministerium und zum Redakteur des Amtsblattes ernannt, aber seiner radikalen Tendenzen wegen bald entlassen und lebte nun im Auslande, wo er zu Genf 186466 die serbisch-französische Zeitung »Sloboda-La Liberté« herausgab. Nachdem er darauf kurze Zeit Professor an der Belgrader Hochschule gewesen, schloß er sich der Omladina an und ward Mitredakteur des »Zastava«. Der Teilnahme an der Ermordung des Fürsten Michael (1868) angeklagt, aber freigesprochen, begab er sich wieder ins Ausland und kehrte erst 1872 nach Serbien zurück, wo er Mitglied der Skupschtina wurde. Beim Ausbruch des serbisch-türkischen Krieges zum Finanzminister ernannt, brachte er die nötige Anleihe zustande und führte die Prägung serbischer Goldmünzen nach französischem System ein. Nachdem er Ende 1879 seine Entlassung genommen, wurde er Präsident des Rechnungshofes, dann im Juni 1880 wieder Finanzminister, trat aber noch im Oktober d. J. mit Ristić zurück. Später ward er Mitglied des Staatsrats. Außer nationalökonomischen und politischen Schriften in serbischer Sprache (darunter Übersetzungen von Werken St. Mills u. Roschers) schrieb J.: »Les Serbes et la mission de la Serbie dans l'Europe d'Orient« (Par. 1870); »The emancipation and unity of the Serbian nation« (Genf 1873) u. a. - Ein Sohn von ihm, Ljumbomir, wirkt als Professor für serbische Literatur an der Belgrader Hochschule.
   3) Jovan, mit dem Beinamen Zmaj, wohl der hervorragendste der modernen serbischen Dichter, geb. 24. Nov. 1833 in Neusatz, gest. 14. Juni 1904 in Kamenica, studierte in Pest, Prag und Wien Staats- und Rechtswissenschaften und wurde 1861 Stadtnotar in Neusatz. Aus Mangel an Neigung für die juristische Laufbahn legte er sein Amt noch in demselben Jahre nieder, gab 186162 die belletristische Zeitschrift »Javor« (»Ahorn«) heraus, wurde 1863 Vorsteher des Tökölyschen Instituts in Pest, studierte nebenbei, einem Lieblingswunsche folgend, an der dortigen Universität 6 Jahre Medizin und ließ sich dann 1870 in seiner Vaterstadt als praktischer Arzt nieder. Als solcher lebte er dann in verschiedenen Städten Österreich-Ungarns und darauf in Belgrad, von wo er schließlich nach Wien übersiedelte. J. schrieb dichterische Beiträge, meist lyrischen Inhalts, für verschiedene Zeitschriften, gründete 1864 das humoristischsatirische Journal »Zmaj« (»Drache«), das außerordentlich beliebt und dessen Titel alsbald der ständige Beiname des Dichters wurde. 1865 schrieb er den auf serbischen Bühnen stets mit Erfolg aufgeführten Schwank »Saran« (2. Ausg., Neusatz 1882). Während des russisch-türkischen Krieges von 187778 gab er eine »Ilustrovana ratna kronika« (»Illustrierte Kriegszeitung«) heraus, 1878 gründete er das humoristische Blatt »Starmali« (»Zwerg«) und 1880 die Kinderzeitung »Neven«. Von seinen zahlreichen Dichtungen ist besonders hervorzuheben die Sammlung seiner durch den Tod seiner Frau und seiner einzigen Tochter veranlaßten Gedichte »Djulići uveoci« (»Welke Rosen«, 1872) und von seinen Übertragungen fremder Gedichte die Übersetzung von Bodenstedts »Liedern des Mirza Schaffy« (1871). Eine Sammlung seiner Dichtungen erschien 1880 in Neusatz, eine Auswahl (in kroatischer Schrift), herausgegeben von M. Šrepel (Agram 1887), beide Ausgaben mit Jovanovićs Biographie.
 
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Jovellanisten, s. Meyers Geheimbünde, S. 460.
 
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Jovellanos (spr. chowelljānos), Gaspar Melchor de, span. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 5. Jan. 1744 zu Gijon in Asturien, gest. 27. Nov. 1811 in Viloga, war für den geistlichen Stand bestimmt, trat aber 1767 in den Justizdienst und ward Mitglied der spanischen Akademien und von Karl III. zum Staatsrat ernannt. Er war für die geistige und materielle Hebung seines Vaterlandes mit Eifer, Einsicht und Erfolg tätig; allein unter der Regierung des beschränkten Karl IV. zog ihm seine Opposition 1790 Verbannung nach Asturien zu, wo er für die Wohlfahrt des Landes unermüdlich tätig war. 1797 ward er von Godoy zum Minister der Justiz ernannt; allein schon 1798 zog er sich wieder nach Gijon zurück, wurde aber auf Antrieb Godoys 1802 in das Staatsgefängnis zu Bellver gebracht. Nachdem er 1808 beim Einfall der Franzosen seine Freiheit wiedererlangt hatte, zog er sich in seine Vaterstadt zurück, wies Joseph Bonapartes Anerbietungen zurück, ward ein eifriges Mitglied der Zentraljunta und war für die Erhebung des Volkes gegen die Fremdherrschaft bis zu seinem Tod unermüdlich tätig. Sein Trauerspiel »El Pelayo« (1799) behandelt die Geschichte des Gotenhelden, der sich gegen die Mauren behauptete. Eine

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Sammlung seiner Werke besorgten Cañedo (Madr. 183032, 7 Bde.; 2. Aufl., Barcel. 1839, 8 Bde.) und Nocedal (Bd. 46 u. 50 der »Biblioteca de autores españoles«, Madr. 185859), eine Auswahl in 3 Bänden erschien in Barcelona 18841887. Vgl. Cean-Bermudez, Memorias para la vida del Señor D. Gasp. Melch. de J. (Madr. 1814); Somoza, Las amarguras de J. (Gijon 1889).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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