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Joujou bis Journal des Débats (Bd. 6, Sp. 319 bis 320)
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Artikelverweis Joujou (franz., spr. schūschú), ein in Deutschland Rollrädchen genanntes Spielzeug aus zwei dünnen Holzscheiben (etwa 6 cm im Durchmesser), die in der Mitte durch einen 0,5 cm langen Zylinder verbunden sind. An diesem ist eine etwa 1 m lange Schnur befestigt, durch deren Schleife am andern Ende man den Zeigefinger steckt. Ist die Schnur aufgewickelt, und läßt man das J. fallen, so kann man, ehe es ganz abgelaufen, durch ein geschicktes Nachlassen der Schnur und einen kleinen Ruck bewirken, daß es sich selbst wieder aufwickelt. In diesem Auf- und Abrollen besteht das Spiel. Benndorf hat ein griechisches Vasenbild veröffentlicht, auf dem ein Knabe mit dem J. spielt. Lemarque brachte es 1790 aus Ostindien nach Paris, woselbst es in den Händen der Incroyables das vornehmste Straßen- und Fensterspielzeug bildete; dieselbe Rolle spielte es später in deutschen Großstädten.
 
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Joujougold (spr. schūschú-), s. Meyers Goldlegierungen.
 
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Joule (spr. dschaūl), Einheit der elektrischen Arbeit = 1 Voltcoulomb oder 1 Voltamperesekunde, s. Meyers Elektrische Maßeinheiten, S. 642.
 
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Joule (spr. dschaul oder dschūl), James Prescott, Physiker, geb. 24. Dez. 1818 in Salford, gest. 11. Okt. 1889 in Sale, lebte als Brauer in Salford und war der experimentelle Begründer der mechanischen Wärmetheorie; in seiner 1843 erschienenen Experimentaluntersuchung über erwärmende Wirkungen der Magnetelektrizität leitete er zum erstenmal aus seinen Versuchen den-Arbeitswert der Wärmeeinheit ab und sprach die Überzeugung aus, »daß man immer, wo man eine mechanische Kraft aufwendet, ein genaues Äquivalent an Wärme erhält«. Um diesen Satz, der im Grunde nichts andres als das ein Jahr vorher von R. Mayer ausgesprochene Prinzip von der Erhaltung der Kraft ist, zu beweisen, maß er die bei dem Durchtritt von Wasser durch enge Röhren, die bei der Kompression der Luft und die bei der Reibung fester und flüssiger Körper durch die aufgewandte Arbeit erzeugte Wärme und fand, daß stets die gleiche Arbeit erforderlich ist. um eine Wärmeeinheit zu erzeugen. Im Mittel ergibt sich aus seinen Versuchen die Arbeit von 425 Meterkilogramm als das Äquivalent der Wärme, die 1 kg Wasser um 1° erwärmt. Andre Arbeiten von J., z. T. mit William Thomson unternommen, beziehen sich auf die neuere Gastheorie. Auch untersuchte er die Wirkung des Magnetismus auf die Ausdehnung von Stahl und Eisen, erfand ein Instrument zur genauen Messung elektrischer Ströme und entdeckte das Gesetz der Erwärmung der Körper, durch die ein galvanischer Strom fließt (Joulesches Gesetz). Seine Arbeiten über das mechanische Wärmeäquivalent (»Discoveries of the laws of the evolution ot heat by electricity« und »Discovery of the mechanical equivalent of heat«) erschienen in deutscher Übersetzung von Spengel (Braunschw. 1872). Gesammelt erschienen »Scientific papers of James Prescott J.« (Lond. 188487, 2 Bde.).
 
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Joulesches Gesetz, s. Energie, S. 777.
 
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Jour (franz., spr. schūr), Tag. J. fixe (Jourfix), Empfangstag, d. h. ein bestimmter Wochentag, an dem man, ohne Einladungen zu erlassen, regelmäßig Gäste empfängt (in Frankreich gebraucht man in diesem Sinne J. allein). Vgl. Du jour. Über die Bezeichnung J. in der Telegraphie s. Meyers Artikel »J« (S. 120).
 
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Jourd., bei Tiernamen Abkürzung für Jourdan, franz. Zoolog und Paläontolog.
 
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Jourdan (spr. schurdāng), Jean Baptiste, Graf, Marschall von Frankreich, geb. 29. April 1762 in Limoges, gest. 13. Nov. 1833, trat in seinem 16. Jahr in die Armee und nahm an den Feldzügen in Nordamerika teil. Nach Beginn der Revolution ward er wegen seiner Kriegserfahrung 1791 Bataillonschef in der Nordarmee, machte unter Dumouriez 1792 und 1793 den Feldzug in den Niederlanden mit, tat sich hier so hervor, daß er 30. Juli 1793 zum Divisionsgeneral befördert wurde, und schlug die Österreicher bei Wattignies (15. und 16. Okt.). Im Frühling 1794 wieder zum Oberbefehlshaber der Moselarmee, dann der Maas- und Sambrearmee ernannt, erfocht er 26. Juni den Sieg bei Fleurus, trieb die Österreicher nach einigen glücklichen Treffen an der Ourthe und Roer über den Rhein zurück (Oktober 1794), nahm 7. Juni 1795 die Festung Luxemburg, überschritt 6. Sept. den Rhein, wurde aber 11. Okt. bei Höchst von Clerfait geschlagen und genötigt, auf das linke Rheinufer zurückzugehen. 1796 drang er gegen seinen Willen, auf gemessenen Befehl des Direktoriums, zur Oberpfalz vor, wurde aber bei Amberg 24. Aug. und besonders bei Würzburg 3. Sept. vom Erzherzog Karl geschlagen und zog sich unter großen Verlusten nach Düsseldorf zurück. Er legte nun sein Kommando nieder. Die Vorwürfe, die ihm dieser Rückzug einbrachte, suchte er später in den »Mémoires pour servir à l'histoire de la campagne de 1796« (Par. 1819) zu widerlegen. Im März 1797 ward er in den Rat der Fünfhundert gewählt, wo er sich zu den Jakobinern hielt. 1799 erhielt er den Oberbefehl über die Donauarmee, wurde indes durch die doppelte Übermacht des Erzherzogs Karl 21. März bei Ostrach, 25. März bei Stockach geschlagen und deshalb abgesetzt. Sein Verfahren in diesem Feldzug suchte seine Schrift »Précis des opérations de l'armée du Danube sous les ordres du général J.« (Par. 1799) zu rechtfertigen. 1800 wurde er vom Ersten Konsul mit der Verwaltung Piemonts betraut. 1803 trat er in den Senat. Kaiser Napoleon I. erhob ihn 1804 in den Grafenstand, ernannte ihn zum Marschall und verlieh ihm Sitz und Stimme im Staatsrat, aber nie ein selbständiges Kommando. 1808 ging er als Generalstabschef des Königs Joseph nach Spanien, welche Stelle er mit einer Unterbrechung (180912) bis 1814 innehatte. 1816 erhielt er die 7. Militärdivision und 1819 von Ludwig XVIII. die Pairswürde. Der Julirevolution wendete er sich mit Begeisterung zu, übernahm auf einige Tage das Ministerium des Auswärtigen und ward 11. Aug. 1830 Gouverneur der Invaliden. Er war ein tapferer, ehrlicher Soldat, aber gänzlich ungebildet und zum Feldherrn völlig unbefähigt. Er hinterließ »Mémoires militaires. Guerre d'Espagne« (hrsg. von Grouchy, Par. 1899).
 
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Jourfix, s. Meyers Jour.
 
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Journal (franz., spr. schurnáll, »Tagebuch«), im allgemeinen soviel wie Zeitschrift, Zeitung, namentlich eine täglich erscheinende (s. Meyers Journalismus). In der kaufmännischen Buchführung ist J. soviel wie Monatssammelbuch oder Memorial (s. Meyers Buchhaltung, S. 539), ein Vorbuch, in das die Geschäftsvorfälle in chronologischer Reihenfolge eingetragen und aus dem die einzelnen Posten dann in die Kontenbücher übertragen werden. Über Schiffsjournal s. d.

[Bd. 6, Sp. 320]



 
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Journal des Débats (spr. schurnáll dä debá, vollständig J. d. D. politiques et littéraires), eine der ältesten Pariser Tageszeitungen, die 1789 zur Berichterstattung über die Sitzungen des Nationalkonvents gegründet wurde. 1800 ging sie in den Besitz von L. F. Bertin dem ältern (s. Meyers Bertin 3) über, der sie bis zu seinem Tode (1841) leitete und ihr durch Heranziehung der hervorragendsten Schriftsteller seiner Zeit ein vornehmes literarisches Gepräge gab. Bis 1871 wurde das J., das noch jetzt im Besitz von Mitgliedern der Familie Bertin ist, von den Brüdern Armand und Eduard Bertin (s. Meyers Bertin 5) geleitet. Gegenwärtiger Leiter ist De Nalèche. Das J. erscheint täglich zweimal und vertritt eine gemäßigt-republikanische Richtung. Vgl. die Jubiläumsschrift »Le livre du centenaire du J.« (Par. 1889).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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