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Jotapata bis Jouffroy (Bd. 6, Sp. 317 bis 318)
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Artikelverweis Jotapata, Festung in Meyers Galiläa (s. d.).
 
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Jōten (altnord. jotnar; Einzahl jotunn, d. h. »Fresser«, auch Thursen, altnord. thursar), in der nord. Mythologie ungeheure Riesen und Zauberer, die, über die Kräfte der Natur gebietend, in ihrem Reich Jotunheim, das sich rings um den Rand der Erde erstreckt. in finstern Höhlen und Felsenschluchten wohnten und in ewiger Feindschaft mit den Asen lebten. Ursprünglich sind die Thursen trotzige, finstere Sturm- und Wetterriesen; daher auch ihre Beziehung zu Reif und Eis und die Gegnerschaft des Donnerers Thor, der sie stets bekämpft, um den Himmel vor ihrem titanischen Andrang zu schützen. Ihre Töchter sind oft von wunderbarer Schönheit, die nicht selten die lichten Götter, die Asen, verlockt, sich mit ihnen zu vermählen.
 
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Jotham, 1) Sohn des Richters Gideon, entging nach Richt. 9 dem Blutbade, das sein Halbbruder Abimelech den übrigen Gideonssöhnen bereitet hatte. Er trat dem Brudermörder, den man in Sichem zum Könige gewählt hatte, in einer am Berge Gerisim gehaltenen Rede, der berühmt gewordenen Parabel »Von den Bäumen, die da gingen, einen König über sich zu salben«, entgegen.
   2) König von Juda (758742, nach andrer Chronologie 750734 v. Chr.), Sohn und Nachfolger Usias, regierte in theokratischem Sinne, sorgte für die

[Bd. 6, Sp. 318]


äußere Sicherheit des Landes durch Anlegung fester Plätze sowie durch ein kriegstüchtiges Heer und überwand die Ammoniter. In die Regierungszeit Jothams fällt die Tätigkeit des Meyers Jesaias (s. d.).
 
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Jotschou, chines. Stadt, s. Meyers Yotschou.
 
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Jotunfjelde (»Riesengebirge«, Jotunheim), Gebirgsstrecken im westlichen Norwegen, im O. und N. vom Gudbrandstal, im S. vom Valdrestal und im W. vom Sognefjord begrenzt, bestehen aus mehreren Ketten zackiger Berge, wesentlich Gabbroformationen, mit einem Areal von ca. 2480 qkm (45 QM.) und bilden die höchste und wildeste Gebirgspartie Norwegens. Sie wurden erst 1820 von Keilhau und Chr. Boeck entdeckt. Schneehörner und Gletscher, Felsplateaus, schöne Seen (Gjende, Bygdin und Tyin) und Alpenbäche bilden hier eine wunderbare Landschaft, und die Täler gehen nicht tiefer als bis 970 m. Zu den Jötunfjelden gehören: der Galdhöpig (2560 m, höchster Berg Norwegens und Nordeuropas), das Horunger Gebirge mit den Skagestölstinder (2354 m) und mehrere Schreckhörner. Sie bilden ein Hauptziel der Touristen.
 
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Jotunheim, s. Joten und Jötunfjelde.
 
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Jouan (spr. schuáng), Golf von, s. Meyers Cannes.
 
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Jouarre (spr. schuár'), Flecken im franz. Depart. Seine-et-Marne, Arrond. Meaux, hat eine Kirche (15. Jahrh.) mit Krypte, die Grabmäler aus dem 8. bis 13. Jahrh. enthält, Mühlsteinbrüche und (1901) 1323 (als Gemeinde 2319) Einw.
 
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Joubert (spr. schubǟr), Barthélemy Catherine, franz. Feldherr. geb. 14. April 1769 in Pont-de-Vaux (Ain), gest. 15. Aug. 1799, trat 1791 als Freiwilliger in ein Infanteriebataillon bei der Rheinarmee und avancierte 1792 zum Leutnant. 1794 als Generaladjutant zur italienischen Armee beordert, avancierte er 1795 nach der Schlacht bei Loano zum Brigadegeneral. Im italienischen Feldzug von 1796 erwarb er sich durch seine Tapferkeit und Geschicklichkeit die Achtung Bonapartes und ward 1797 zum Divisionsgeneral erhoben. An der Spitze von drei Divisionen brach er (20. März) in Tirol ein und drang unter fortwährenden Gefechten bis zum Eingang des Pustertals vor, durch das er Bonaparte mit dem Hauptheer die Hand reichte. Im Oktober 1798 erhielt er an Brunes Stelle das Oberkommando der italienischen Armee. Er nahm Turin und die übrigen festen Plätze in Piemont und zwang den König von Sardinien zur Abdankung, als das Direktorium ihm Halt gebot. Ergrimmt darüber, ließ er sich von Sieyès' Partei gewinnen, die mit Hilfe eines populären Generals das Direktorium zu stürzen suchte und seine Ernennung zum Kommandanten von Paris durchsetzte (Juni 1799). Doch sollte er sich zuvörderst noch mehr Kriegsruhm erwerben und ward daher abermals mit dem Oberbefehl über die Armee in Oberitalien betraut. Bei Novi wurde er aber 15. Aug. plötzlich von der ganzen russisch-österreichischen Armee unter Suworow angegriffen. stürzte sich in das Tirailleurgefecht und fiel durch eine feindliche Kugel. Sein Leichnam ward nach Toulon gebracht und in dem Fort Lamalgue beigesetzt, das seitdem »Fort J.« hieß. Vgl. Chevrier, Le général J., d'après sa correspondance (2. Aufl., Par. 1884).
 
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Joubert (spr. jaubert), Petrus Jacobus, Burengeneral, geb. 20. Jan. 1831 in Cango, gest. 27. März 1900 in Pretoria, Sprößling einer im 17. Jahrh. in das Kapland eingewanderten Hugenottenfamilie, zeichnete sich zuerst im Kriege mit England 188182 aus und besiegte den General Colley bei Majuba Hill. Bei der Wahl eines Präsidenten der Südafrikanischen Republik 1893 u. 1898 unterlag er Krüger, wurde aber zum Vizepräsidenten gewählt und zum Generalkommandanten ernannt. Am 1. Jan. 1896 überwältigte er bei Krügersdorp die Freischar des Dr. Jameson. Er leitete darauf die Rüstungen der Republik für den erwarteten Krieg mit England, trat aber persönlich für die Erleichterung der Bürgerrechtsverleihung ein. Als die Beziehungen zu England gespannter wurden, richtete J. 1899 an die Königin Viktoria eine »ernste Vorstellung und historische Erinnerung mit Bezug auf die gegenwärtige Krisis« (in deutscher Übersetzung, Wiesb. 1899). Beim Ausbruch des Krieges 1899 ward er an die Spitze der Streitkräfte der Südafrikanischen und der Oranjerepublik gestellt, nützte jedoch die anfangs errungenen Erfolge nicht aus.
 
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Jouffroy (spr. schūfrŭá), 1) Théodore Simon, franz. Publizist und Philosoph, geb. 7. Juli 1796 in Pontets im Jura, gest. 1. März 1842, widmete sich auf der Normalschule in Paris unter Cousins Leitung dem Studium der Philosophie und erhielt nach der Julirevolution eine Anstellung in der genannten Anstalt als Lehrer der Philosophie. 1832 wurde er am Collège de France Nachfolger Thurots, welche Stelle er 1837 wieder niederlegte, und 1833 Mitglied der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften, später auch Mitglied des Universitätsrates. Als Schüler Cousins hat er in dessen Geiste, aber doch selbständig gearbeitet, indem er den psychologischen Standpunkt stets beibehielt. Besonders berücksichtigte er die schottische Philosophie, veröffentlichte eine französische Bearbeitung der »Outlines of moral philosophy« von Dugald Stewart (Par. 1826, 3. Aufl. 1841) und der sämtlichen Werke von Thomas Reid (das. 1836, 6 Bde.), beide mit vorzüglichen Einleitungen. Außerdem erschienen von ihm »Mélanges philosophiques« (1833, 7. Aufl. 1901; neue Folge 1842, 4. Aufl. 1883), eine Auswahl seiner wichtigsten Artikel aus dem »Globe«. Von seinen an der Sorbonne gehaltenen Vorlesungen erschienen der »Cours de droit naturel« (183342, 4. Aufl. 1866) und »Cours d'esthetique« (1843 von Damiron herausgegeben, 4. Aufl. 1883) im Druck. Sein Briefwechsel wurde von A. Lair herausgegeben: »Correspondance de Théodore J.« (Par. 1901). Vgl. Tissot, Théodore J., sa vie et ses écrits (das. 1875); Ollé-Laprune, Théodore J. (das. 1899).
   2) François, franz. Bildhauer, geb. 1. Febr. 1806 in Dijon, gest. 26. Juni 1882 in Laval, wurde in Paris Schüler Rameys, erhielt 1832 den römischen Preis und vollendete 1835 in Rom den neapolitanischen Hirten auf einem Grab, der in Paris ausgestellt wurde. Von seinen spätern Werken sind zu nennen: die Verfluchung des Kain (1838), eine Statuette von Lamartine, ein junges Mädchen, das der Venus ihr erstes Geheimnis anvertraut (1839, im Luxembourg), die Enttäuschung (1840), Frühling und Herbst (1845), die Träumerei (1848), die Verlassenheit (1853), Christus und die Apostel an der Fassade von St.-Augustin, die Statuen der Strafe und des Schutzes am Justizpalast und der lyrischen Poesie an der Neuen Oper in Paris (1867). Er war Professor an der Ecole des beaux-arts.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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