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Josīa bis Jostedalsbrä (Bd. 6, Sp. 316 bis 317)
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Artikelverweis Josīa (639608 v. Chr.), König von Juda, Sohn Amons. Im 18. Jahre seiner Regierung, die er unter schwierigen Verhältnissen als achtjähriger Knabe angetreten hatte, befahl er die Restaurierung des Tempels, wobei das Gesetzbuch Moses (2. Chr. 34,14) aufgefunden und verkündet wurde. Dies bewirkte eine religiöse Reform, schuf eine neue Blütezeit des Prophetismus (Jeremia, Zephanja u. a.) und stärkte das nationale Bewußtsein. Nachdem schon 626 das Reich von den Skythen verwüstet worden war, fiel 608 Necho II. von Ägypten in Juda ein. J. zog ihm mit einem Heer entgegen, fiel aber bei Megiddo.
 
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Josīas, Friedrich, Herzog zu Sachsen, berühmter kaiserlicher Feldherr, geb. 26. Dez. 1737 in Koburg, gest. daselbst 26. Febr. 1815, Sohn des Herzogs Josias Franz von Koburg, machte in österreichischen Diensten seit 1759 als Oberst eines Kürassierregiments den Siebenjährigen Krieg mit und war 1773 bereits Feldmarschalleutnant. Im Türkenkrieg von 1788 Befehlshaber eines Armeekorps unter Laudon, besetzte er die Moldau, eroberte Chotin, siegte mit Suworow bei Fokschany 1. Aug. 1789 und nahm, nachdem er noch bei Martinestie das türkische Hauptheer gänzlich geschlagen, den größten Teil der Walachei mit Bukarest ein, wofür er zum Feldmarschall ernannt wurde. Durch seine Siege bei Aldenhoven und Neerwinden im März 1793 brachte er Belgien wieder in österreichische Gewalt. In Frankreich eroberte er Condé, Valenciennes, Quesnoy und Landrecies, erlitt aber dann 26. Juni 1794 eine Niederlage bei Fleurus, worauf Thugut gegen J.' Willen die Niederlande räumen ließ. Er legte deswegen das Kommando, das Meyers Clerfait (s. d.) übernahm, nieder und zog sich nach Koburg zurück. Vgl. A. v. Witzleben, Prinz Friedrich J. von Koburg-Saalfeld, Herzog zu Sachsen (Berl. 1859, 3 Bde.).
 
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Jósika (spr. jōschika), adeliges ungar. (siebenbürgisches) Geschlecht, das im 17. Jahrh. in den Freiherrenstand erhoben wurde. Die bekanntesten Mitglieder sind: Gabriel II., Tafelrichter und konservativer Politiker, Begründer der Macht des Hauses (im 17. Jahrh.), erhielt die Baronie; Johann, seit 1819 Vizepräsident, dann Präsident des Guberniums, starb 1843. Sein Sohn Samuel, ein guter Redner und seit 1843 Führer der siebenbürgischen Regierungspartei auf den Landtagen, kam 1837 an die ungarische Hofkammer, wurde 1841 zum Gubernator erwählt, 1844 Vizepräses, 1846 Kanzler der siebenbürgischen Hofkanzlei, verlor aber beim Ausbruch der Revolution (1848) sein Amt; starb 26. März 1860 in Wien. Baron Samuel J. (junior) von Branyicska, geb. 23. Aug. 1848 in Salzburg, wurde 1893 zum Staatssekretär ernannt, stimmte als Präses des katholischen Status (der siebenbürgischen Kirche) für die Zivilehe und wirkte unter Bánffy als Minister am allerhöchsten Hoflager (18. Jan. 1895 bis 20. Jan. 1898).
 
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Jósika (spr. jōschika), Nikolaus, Baron, ungar. Romanschriftsteller, geb. 28. April 1794 zu Torda in Siebenbürgen, gest. 27. Febr. 1865 in Dresden, schlug die militärische Laufbahn ein, verließ 1818 den Dienst und wandte sich, nach wenig glücklichen Debüts in der Politik, von 1834 an ausschließlich der Literatur zu. Seine ersten literarischen Versuche erschienen 1834 u. d. T.: »Irány« (»Tendenz«) und »Vázlatok« (»Skizzen«). Neben politischen und belletristischen Beiträgen für Zeitungen und Sammelwerke hat J. dann bis zur Revolution von 1848 unter steigendem Beifall an 60 Bände Romane veröffentlicht, die von einem tiefen Studium des ungarischen Charakters und Volkslebens zeugen und in lebendigem Stil geschrieben sind. Als die bedeutendsten davon gelten: »Abafi« (1836, deutsch in Reclams Universal-Bibliothek); »Zrinyi a költő« (»Der Dichter Zrinyi«, 1843, 4 Bde.); »Az utólsó Báthory« (»Der letzte Bathory«, 2. Aufl. 1840, 3 Bde.); »A Csehek Magyarországban« (»Die Böhmen in Ungarn«, 2. Aufl. 1845, 4 Bde.); »Jósika István« (»Stephan Jósika«, 1847, 5 Bde.; deutsch, Leipz. 1851). 1841 wurde J. zum Präsidenten der Kisfaludy-Gesellschaft ernannt. An der Bewegung von 1848/49 beteiligte er sich lebhaft; er war nach der Katastrophe von Világos zur Flucht ins Ausland genötigt und nahm seinen Wohnsitz in Brüssel, wo er sich wieder schriftstellerischen Arbeiten widmete. Von den seitdem, z. T. anonym veröffentlichten Romanen sind beachtenswert: »Egy magyar család a forradalom alatt« (»Eine ungarische Familie während der Revolution«, Braunschw. 1851, 4 Bde.) und die deutsch abgefaßte »Familie Mailly« (Leipz. 1852, 2 Bde.). Wegen seiner revolutionären Tätigkeit ward J. im September 1851 mit Kossuth und 35 andern zu Pest in effigie gehängt, später jedoch begnadigt. Seit 1864 wohnte er in Dresden. Fast alle seine Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Von seinen »Memoiren« sind 4 Bände (Pest 1865) erschienen. Vgl. Szaak, Jósikas Leben und Werke (ungar., Pest 1891).
 
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Josippon, s. Joseph ben Gorion.
 
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Joslowitz (tschech. Jaroslavice), Marktflecken in Mähren, Bezirksh. Znaim, an der niederösterreichischen Grenze, nahe dem rechten Ufer der Thaya gelegen, hat ein Bezirksgericht, ein Schloß mit schönem Park, Weinbau, eine Dampfmühle und (1900) 2223 deutsche Einwohner.
 
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Josquin Deprés (oder des Prés, spr. schöskäng döpré oder dä pré, lat. Jodocus Pratensis oder a Prato), Komponist, geb. um 1450 im Hennegau (nach Fétis in Condé, nach andern in St.-Quentin oder Cambrai), gest. 27. Aug. 1521 als Kanonikus in Condé, erhielt seine Ausbildung in Paris durch Johann Okeghem, ist 1474 als Kapellsänger in Mailand, 148494 als päpstlicher Kapellsänger in Rom nachweisbar und war 1488 wahrscheinlich gleichzeitig mit Heinrich Isaak am Hofe zu Ferrara. J. gilt mit

[Bd. 6, Sp. 317]


Recht als der größte Meister der sogen. zweiten niederländischen Schule; bei ihm gipfeln die Künste kanonischer Faktur und meldet sich anderseits auch bereits der Übergang zur harmonischen Abklärung des Satzes an. Von seinen Kompositionen (Messen, Motetten, französischen Chansons) ist eine große Zahl in Sonderausgaben wie auch in den von Petrucci und andern Verlegern des 16. Jahrh. veröffentlichten Sammlungen enthalten; Neudrucke einzelner Werke finden sich in Commers »Collectio«, in den »Publikationen der Gesellschaft für Musikforschung« (6. Band) und andern Sammelwerken.
 
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Josselin (spr. schoss'läng), Stadt im franz. Depart. Morbihan, Arrond. Ploërmel, an der Oust und dem Kanal von Nantes nach Brest, hat ein schönes, im 15. Jahrh. von den Herzogen von Rohan erbautes Schloß, eine Kirche mit dem Grabdenkmal Oliviers von Clisson, ein Collège, Gerbereien, Mühlen und (1901) 2298 Einw.
 
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Joßhaus, Name der chinesischen Tempel, in denen den Göttern Joßstäbe (aromatische Pastillen) dargebracht werden.
 
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Jost, 1) Isaak Markus (Mordechai), jüd. Geschichtschreiber, geb. 22. Febr. 1793 in Bernburg, gest. 22. Nov. 1860 in Frankfurt a. M., widmete sich in Göttingen und Berlin dem Studium der Philologie, war hier von 182635 Schuldirektor und folgte dann einem Ruf als Oberlehrer an die jüdische Realschule (Philanthropin) in Frankfurt a. M. Seinen literarischen Ruf verdankt J. hauptsächlich seiner »Geschichte der Israeliten« (Berl. 182029, 9 Bde.), an die sich die »Neuere Geschichte der Israeliten von 1815 bis 1845« (das. 184647, 3 Bde.) als 10. Band anschließt, und seiner »Geschichte des Judentums und seiner Sekten« (Leipz. 185759, 3 Bde.). Außerdem veröffentlichte er eine »Allgemeine Geschichte des israelitischen Volkes« (Berl. 183132, 2 Bde.) und eine deutsche Übersetzung der »Mischna« mit Text und Kommentar (das. 183234, 6 Bde.), gab die »Israelitischen Annalen« (183941) und 184142 mit Creizenach die Zeitschrift »Zion« heraus und gehörte mit zu dem Vorstande des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur, für das er durch Begründung eines Jahrbuches (Leipz. 186069, 4 Bde.) und durch literarische Arbeiten tätig war. Vgl. Goldschmidts Nachruf im »Jahrbuch für die Geschichte der Juden«, Bd. 2 (Leipz. 1861); Zirndorf, Isaak Markus J. und seine Freunde (Cincinnati 1886).
   2) Guillaume, franz. Schulmann, geb. 2. Mai 1831 in Dorlisheim (Elsaß), wurde 1850 Volksschullehrer, 1851 Professor am Lehrerseminar in Straßburg, 1857 Schulinspektor in Weißenburg, 1871 in Nancy, 1877 in Paris. 1882 trat er als Generalinspektor des Volksschulwesens in das Ministerium des öffentlichen Unterrichts. Neben seiner Hauptfunktion erhielt er hier besonders die Aufgabe, das Erziehungswesen des Auslandes, namentlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zu studieren und das wichtige System der »Bourses de séjour à l'étranger« (in Deutschland, England, Italien, Spanien) zu verwalten. Die freundliche Art, in der er dabei zugleich Ausländern. namentlich deutschen Lehrern und Lehrerinnen, den Aufenthalt in Frankreich zum Studium des Französischen erleichterte, erwarb ihm den Dank beteiligter Kreise auch diesseit der Vogesen. 1900 organisierte er als Generalsekretär den internationalen Kongreß für Volksschulwesen in Paris. J. gab heraus: »Les Congrès des instituteurs allemands« (2. Aufl., Par. 1880); »Lectures pratiques. Éducation et enseignement. Leçons sur les choses usuelles (19. Aufl. 1903), instruction morale et civique« (10. Aufl. 1903); »Récits patriotiques, essai d'éducation morale et civique par le patriotisme« (2. Aufl. 1892); »Lectures courantes extraites des écrivains français« (3. Aufl. 1902, mit M. Cahen). Er leitet seit 1885 das von ihm begründete »Annuaire de l'enseignement primaire«.
 
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Jostedalsbrä, die größte Firnmasse des ganzen europäischen Kontinents, bedeckt in einer Länge von 90100 km das Plateau der norwegischen Vogteien Nordfjord, Söndfjord und Sogn, während er in die angrenzenden pittoresken Täler seine Ausläufer sendet. Unter diesen zeichnen sich der Bojabrä, die Suphellebrän, deren unterste Ränder nur 50 m ü. M. liegen, und die Gletscher von Tunsbergdal, Austerdal, Lodal und Brigsdal durch ihre großartige Naturschönheit aus. Der ganze J. hat einen Gesamtumfang von 855 qkm und liegt in seinem höchsten Teil 2038 m ü. M. Mit andern angrenzenden Firnfeldern steigt der Gesamtumfang auf 1252 qkm. Vgl. die Karte auf Tafel Meyers »Gletscher I«, Fig. 4.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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