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Josephslust bis Josselin (Bd. 6, Sp. 315 bis 317)
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Artikelverweis Josephslust, Jagdschloß, s. Meyers Sigmaringen.
 
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Josephsorden, großherzoglich toskan. Orden, gestiftet 1514, erneuert 1807 von Ferdinand III., zweiter im Rang, in drei Klassen, von denen die erste und zweite den Erbadel, die dritte den Personaladel verlieh. Der Orden ward 1860 aufgehoben.
 
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Josephus (Josephos), Flavius, jüdischer Geschichtschreiber, aus vornehmem Priestergeschlecht, geb. 37 n. Chr. in Jerusalem, gest. nach 95 in Rom, schloß sich, der Sekte der Pharisäer angehörig, nach vergeblichem Bemühen, den Aufstand der Juden gegen die Römer zu hintertreiben, den Aufständischen an und befehligte in Galiläa. Nach der Einnahme von Jotapata 67 gefangen, erwarb er sich die Gunst des römischen Feldherrn Vespasian durch die Prophezeiung von seiner Erhebung zum Kaiser, wurde freigelassen und erhielt später auch römisches Bürgerrecht. Nachdem er der Eroberung von Jerusalem durch Titus 70 beigewohnt, lebte er in Rom, von den Kaisern Vespasian, Titus und Domitian, deren Familiennamen Flavius er annahm, begünstigt und mit Schriftstellerei beschäftigt. Wir besitzen von ihm in griechischer Sprache: 1) Die Geschichte des jüdischen Krieges (»De bello iudaico libri VII«; deutsch von Paret, Stuttg. 1865, und von Kohout, Linz 1901). Von dem interessanten Werk ist eine lateinische Bearbeitung aus dem 4. Jahrh. n. Chr. vorhanden unter dem aus J. entstellten Namen Hegesippus (hrsg. von Weber-Cäsar, Marb. 1864); 2) »Die jüdische Archäologie« (»Antiquitatum iudaicarum libri XX«, deutsch von Kaulen, 3. Aufl., Köln 1892), eine Geschichte des jüdischen Volkes von Erschaffung der Welt bis 65 n. Chr., in der Absicht geschrieben, Griechen und Römern dieselbe in günstigem Lichte bekannt zu machen, namentlich wichtig durch viele Aktenstücke

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über die Beziehungen der Juden zum römischen Senat; 3) eine Selbstbiographie, als Ergänzung der Geschichte des jüdischen Krieges; 4) die Schrift: »Gegen Apion«, einen alexandrinischen Philosophen, in zwei Büchern (hrsg. von Müller und Riggenbach, Basel 1877), in der besonders die in der »Archäologie« vorgetragene Ansicht über das hohe Alter des jüdischen Volkes verfochten wird. Zweifelhaft ist die Echtheit einer »Lobrede auf die Makkabäer«. Gesamtausgaben von Niese (kritische Hauptausgabe, Berl. 188595, 7 Bde.; Textausgabe, das. 188595), Bekker-Naber (2. Aufl., Leipz. 188896, 6 Bde.); Ausgabe der alten lateinischen Übersetzungen von Boysen (Wien 1898). Vollständige deutsche Übersetzung von Clementz in der »Bibliothek der Gesamtliteratur« (Halle 190001, 4 Bde.). Vgl. Bärwald, J. in Galiläa (Bresl. 1877); Böttger, Topographisch-historisches Lexikon zu den Schriften des J. (Leipz. 1879); Bloch, Die Quellen des J. in seiner Archäologie (das. 1879); Destinon, Die Quellen des J. (Kiel 1882); Olitzki, Flavius J. und die Halacha (Leipz. 1886); Hölscher, Die Quellen des J. für die Zeit vom Exil bis zum jüdischen Kriege (das. 1904).
 
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Josīa (639608 v. Chr.), König von Juda, Sohn Amons. Im 18. Jahre seiner Regierung, die er unter schwierigen Verhältnissen als achtjähriger Knabe angetreten hatte, befahl er die Restaurierung des Tempels, wobei das Gesetzbuch Moses (2. Chr. 34,14) aufgefunden und verkündet wurde. Dies bewirkte eine religiöse Reform, schuf eine neue Blütezeit des Prophetismus (Jeremia, Zephanja u. a.) und stärkte das nationale Bewußtsein. Nachdem schon 626 das Reich von den Skythen verwüstet worden war, fiel 608 Necho II. von Ägypten in Juda ein. J. zog ihm mit einem Heer entgegen, fiel aber bei Megiddo.
 
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Josīas, Friedrich, Herzog zu Sachsen, berühmter kaiserlicher Feldherr, geb. 26. Dez. 1737 in Koburg, gest. daselbst 26. Febr. 1815, Sohn des Herzogs Josias Franz von Koburg, machte in österreichischen Diensten seit 1759 als Oberst eines Kürassierregiments den Siebenjährigen Krieg mit und war 1773 bereits Feldmarschalleutnant. Im Türkenkrieg von 1788 Befehlshaber eines Armeekorps unter Laudon, besetzte er die Moldau, eroberte Chotin, siegte mit Suworow bei Fokschany 1. Aug. 1789 und nahm, nachdem er noch bei Martinestie das türkische Hauptheer gänzlich geschlagen, den größten Teil der Walachei mit Bukarest ein, wofür er zum Feldmarschall ernannt wurde. Durch seine Siege bei Aldenhoven und Neerwinden im März 1793 brachte er Belgien wieder in österreichische Gewalt. In Frankreich eroberte er Condé, Valenciennes, Quesnoy und Landrecies, erlitt aber dann 26. Juni 1794 eine Niederlage bei Fleurus, worauf Thugut gegen J.' Willen die Niederlande räumen ließ. Er legte deswegen das Kommando, das Meyers Clerfait (s. d.) übernahm, nieder und zog sich nach Koburg zurück. Vgl. A. v. Witzleben, Prinz Friedrich J. von Koburg-Saalfeld, Herzog zu Sachsen (Berl. 1859, 3 Bde.).
 
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Jósika (spr. jōschika), adeliges ungar. (siebenbürgisches) Geschlecht, das im 17. Jahrh. in den Freiherrenstand erhoben wurde. Die bekanntesten Mitglieder sind: Gabriel II., Tafelrichter und konservativer Politiker, Begründer der Macht des Hauses (im 17. Jahrh.), erhielt die Baronie; Johann, seit 1819 Vizepräsident, dann Präsident des Guberniums, starb 1843. Sein Sohn Samuel, ein guter Redner und seit 1843 Führer der siebenbürgischen Regierungspartei auf den Landtagen, kam 1837 an die ungarische Hofkammer, wurde 1841 zum Gubernator erwählt, 1844 Vizepräses, 1846 Kanzler der siebenbürgischen Hofkanzlei, verlor aber beim Ausbruch der Revolution (1848) sein Amt; starb 26. März 1860 in Wien. Baron Samuel J. (junior) von Branyicska, geb. 23. Aug. 1848 in Salzburg, wurde 1893 zum Staatssekretär ernannt, stimmte als Präses des katholischen Status (der siebenbürgischen Kirche) für die Zivilehe und wirkte unter Bánffy als Minister am allerhöchsten Hoflager (18. Jan. 1895 bis 20. Jan. 1898).
 
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Jósika (spr. jōschika), Nikolaus, Baron, ungar. Romanschriftsteller, geb. 28. April 1794 zu Torda in Siebenbürgen, gest. 27. Febr. 1865 in Dresden, schlug die militärische Laufbahn ein, verließ 1818 den Dienst und wandte sich, nach wenig glücklichen Debüts in der Politik, von 1834 an ausschließlich der Literatur zu. Seine ersten literarischen Versuche erschienen 1834 u. d. T.: »Irány« (»Tendenz«) und »Vázlatok« (»Skizzen«). Neben politischen und belletristischen Beiträgen für Zeitungen und Sammelwerke hat J. dann bis zur Revolution von 1848 unter steigendem Beifall an 60 Bände Romane veröffentlicht, die von einem tiefen Studium des ungarischen Charakters und Volkslebens zeugen und in lebendigem Stil geschrieben sind. Als die bedeutendsten davon gelten: »Abafi« (1836, deutsch in Reclams Universal-Bibliothek); »Zrinyi a költő« (»Der Dichter Zrinyi«, 1843, 4 Bde.); »Az utólsó Báthory« (»Der letzte Bathory«, 2. Aufl. 1840, 3 Bde.); »A Csehek Magyarországban« (»Die Böhmen in Ungarn«, 2. Aufl. 1845, 4 Bde.); »Jósika István« (»Stephan Jósika«, 1847, 5 Bde.; deutsch, Leipz. 1851). 1841 wurde J. zum Präsidenten der Kisfaludy-Gesellschaft ernannt. An der Bewegung von 1848/49 beteiligte er sich lebhaft; er war nach der Katastrophe von Világos zur Flucht ins Ausland genötigt und nahm seinen Wohnsitz in Brüssel, wo er sich wieder schriftstellerischen Arbeiten widmete. Von den seitdem, z. T. anonym veröffentlichten Romanen sind beachtenswert: »Egy magyar család a forradalom alatt« (»Eine ungarische Familie während der Revolution«, Braunschw. 1851, 4 Bde.) und die deutsch abgefaßte »Familie Mailly« (Leipz. 1852, 2 Bde.). Wegen seiner revolutionären Tätigkeit ward J. im September 1851 mit Kossuth und 35 andern zu Pest in effigie gehängt, später jedoch begnadigt. Seit 1864 wohnte er in Dresden. Fast alle seine Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Von seinen »Memoiren« sind 4 Bände (Pest 1865) erschienen. Vgl. Szaak, Jósikas Leben und Werke (ungar., Pest 1891).
 
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Josippon, s. Joseph ben Gorion.
 
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Joslowitz (tschech. Jaroslavice), Marktflecken in Mähren, Bezirksh. Znaim, an der niederösterreichischen Grenze, nahe dem rechten Ufer der Thaya gelegen, hat ein Bezirksgericht, ein Schloß mit schönem Park, Weinbau, eine Dampfmühle und (1900) 2223 deutsche Einwohner.
 
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Josquin Deprés (oder des Prés, spr. schöskäng döpré oder dä pré, lat. Jodocus Pratensis oder a Prato), Komponist, geb. um 1450 im Hennegau (nach Fétis in Condé, nach andern in St.-Quentin oder Cambrai), gest. 27. Aug. 1521 als Kanonikus in Condé, erhielt seine Ausbildung in Paris durch Johann Okeghem, ist 1474 als Kapellsänger in Mailand, 148494 als päpstlicher Kapellsänger in Rom nachweisbar und war 1488 wahrscheinlich gleichzeitig mit Heinrich Isaak am Hofe zu Ferrara. J. gilt mit

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Recht als der größte Meister der sogen. zweiten niederländischen Schule; bei ihm gipfeln die Künste kanonischer Faktur und meldet sich anderseits auch bereits der Übergang zur harmonischen Abklärung des Satzes an. Von seinen Kompositionen (Messen, Motetten, französischen Chansons) ist eine große Zahl in Sonderausgaben wie auch in den von Petrucci und andern Verlegern des 16. Jahrh. veröffentlichten Sammlungen enthalten; Neudrucke einzelner Werke finden sich in Commers »Collectio«, in den »Publikationen der Gesellschaft für Musikforschung« (6. Band) und andern Sammelwerken.
 
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Josselin (spr. schoss'läng), Stadt im franz. Depart. Morbihan, Arrond. Ploërmel, an der Oust und dem Kanal von Nantes nach Brest, hat ein schönes, im 15. Jahrh. von den Herzogen von Rohan erbautes Schloß, eine Kirche mit dem Grabdenkmal Oliviers von Clisson, ein Collège, Gerbereien, Mühlen und (1901) 2298 Einw.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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