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Jormungand bis Joseph (Bd. 6, Sp. 309 bis 310)
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Artikelverweis Jormungand, in der nord. Mythologie die von Loki mit der Riesin Angrboda gezeugte Schlange (auch Midgardschlange genannt), wurde von den Asen in das Weltmeer geschleudert und wuchs darin zu so ungeheurer Größe. daß sie mit ihrem Leib die ganze Erde umspannt. Beim Weltuntergang steigt sie aus dem Abgrunde des Meeres hervor und kämpft gegen die Götter; Thor, der schon früher einen Kampf mit ihr bestand, als er sie in Hymirs Boot mit dem Angelhaken emporgezogen hatte, erschlägt sie zwar mit seinem Hammer, stirbt aber durch das Gift, mit dem er von ihr überschüttet wird.
 
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Jörmunrek, der mythisch umgestaltete König Ermanarich oder Meyers Ermrich (s. d.), schickte nach der nordischen Sage seinen Sohn Randwer zu Jonakr und Gudrun, um für ihn, den Vater, um Gudruns und Sigurds Tochter Meyers Swanhild (s. d.) zu freien. Randwers Begleiter aber, der boshafte Bikki, beredete ihn, das Mädchen für sich selbst statt für seinen Vater zu erbitten. Randwer ging hierauf ein, Bikki aber hinterbrachte es dem J., und dieser ließ nun seinen Sohn aufhängen und Swanhild durch seine Pferde zertreten. Um ihre Tochter Swanhild zu rächen, sandte Gudrun ihre Söhne Sorli und Hamdir zu J., die ihm Hände und Füße abschlugen. Sie wurden dafür von den Leuten Jormunreks gesteinigt.
 
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Jornandes, s. Jordanis.
 
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Joruba (Yoruba, Jarriba), Negerreich in Oberguinea (s. Karte bei Artikel »Guinea« und Karte »Togo«), in der britischen Kolonie Lagos, begrenzt im N. und O. von Nupe, im S. von Benin, im W. von Dahomé, 48,180 qkm mit ca. 3 Mill. Einw. Es ist eine schöne, parkähnliche Landschaft, im N. und NW. von 1000 m hohen Hügelreihen durchzogen, von denen die Flüsse Ogun mit Ojun und Ossun zur Lagos- und Jebulagune abfließen. Die Eingebornen zeichnen sich vor ihren Nachbarn durch guten Körperbau und hellere Hautfarbe aus. Sie sind meist noch Fetischanbeter; doch dringt von N. der Islam vor, während im S. englische protestantische Missionare auf elf Stationen wirken. Jeder Stamm hat ein besonders tätowiertes Abzeichen. Da das früher weit dichter bevölkerte Land von Sklavenjägern heimgesucht wurde, so scharten sich die Einwohner in großen befestigten Städten zusammen. Hauptbeschäftigung ist Ackerbau; Hauptfrüchte sind Mais und Yams, dann Hirse, Maniok, Bataten, Erbsen, Erdnüsse. Das Land gehört dem zeitigen Bebauer. Auch geschickte Töpfer, Schmiede, Gerber, Sattler, Weber und Färber sind die J., und die Portugiesen führten früher Baumwollenzeuge von hier aus nach Brasilien. Im Bau ihrer Häuser, deren Türen, Friese etc. sie mit reicher Bildhauerarbeit verzieren, zeichnen sie sich vor allen Völkern Afrikas aus. Die genannten Städte wurden mit der Zeit Mittelpunkte kleiner Reiche, deren Oberhäupter, Obba, in ihrer Macht durch einen Rat der Vornehmsten und in besondern Fällen durch die Volksversammlung beschränkt wurden. Dabei hatte jedes Volk seinen eignen Häuptling. Eine geheime Gesellschaft, die Aboni, zog dem Oberhäuptling noch engere Schranken. Hauptort ist Ojo mit 70,000, Haupthandelsplatz Ibadan mit 80,000 Einw., das durch eine 196 km lange Eisenbahn mit Lagos verbunden ist; Ogbomoscho, nordöstlich von Ojo, hat 60,000 Einw., alle drei sind Missionsstationen. Das früher weit größere, im NO. und O. bis zum Niger, im S. fast bis zum Meere reichende Land wurde in seinem Nordteil durch die Fulbe von Gando erobert und zerfiel dann in mehrere Herrschaften, von denen das jetzige J. und Abbeokuta die bedeutendsten sind. Lange Zeit in seinem Verkehr mit der Küste durch die Jebu bei Ode abgesperrt, ist das Land erst nach Unterwerfung derselben durch die Engländer im Mai 1892 völlig zugänglich geworden. Mit Nupe (Nuse) steht J. unter dem seit kurzem englandfreundlichen Gando, an das es Tribut zahlt. Die Sprache der J., dargestellt von Crowther (1852), Bowen (Washington 1858) und am ausführlichsten von Baudin (»Essai de grammaire«, Par. 1891; »Dictionnaire«, das. 1891, 2 Bde.), ist nach Fr. Müller nur mit den benachbarten Negersprachen verwandt, nach Lepsius schließt sie sich durch den Gebrauch von Nominalpräfixen u. a. zugleich an den großen südafrikanischen Bantusprachstamm an. Vgl. Rohlfs, Quer durch Afrika, Bd. 2 (Leipz. 1875); Lippert und Mischlich, Beiträge zur Geschichte der Haussastaaten (in den »Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen«, Bd. 6, Berl. 1903).
 
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Jorullo (spr. chorúlljo, Jurugo), Vulkan im mexikan. Staat Michoacan, unter 18°53' nördl. Br., in einer 760 m hohen fruchtbaren Ebene, zwischen dem Toluca und Colima, entstand 29. Sept. 1759, indem sich die Ebene weithin mit Hunderten von 23 m hohen Kegeln, von den Eingebornen Hornitos (Ofen) genannt, bedeckte, in deren Mitte ein Berg von Schlacken und Asche sich bis 517 m über die umgebende Landschaft erhob. A. v. Humboldt besuchte 1804 die Gegend und beschrieb den Vorgang nach noch lebenden Augenzeugen. Burkart fand 1828 die Hornitos fast ganz verschwunden, und die Gegend bedeckte sich schnell mit Zuckerrohr- und Indigofeldern. Jetzt erheben sich in von NO. nach SW. gehender Richtung fünf

[Bd. 6, Sp. 310]


Kraterhügel von 400--500 m Höhe, mit dem 1301 m hohen J. in der Mitte. Er besteht aus basaltischen Laven und Tuffen, Asche und Sand und steigt in Winkeln von 2834° zu einem spaltenförmigen, 110 m liefen Krater auf. Vgl. Felix u. Lenk, Beiträge zur Geologie der Republik Mexiko (1. Teil, Leipz. 1890).
 
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Josăphat (»Jehova richtet«), das vom Kidron durchflossene Tal zwischen dem Tempel- und dem Ölberg, östlich bei Jerusalem, wohin Juden, Christen und Mohammedaner das Weltgericht verlegen.
 
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Josaphat, König von Juda, Sohn Asas (914889, nach andrer Zeitrechnung 873848 v. Chr.). Wenig glücklich in seiner äußern Politik (denn seine mit Israel unternommenen Kriegszüge gegen Syrien und Moab blieben erfolglos wie seine Expedition nach Ophir), hat er die innere Entwickelung des Staates durch Pflege des Kultus sowie durch Hebung des nationalen Wohlstandes und der Rechtspflege gefördert. Mit Israel trat er in ein friedliches Verhältnis, vermählte seinen Sohn und Nachfolger Joram mit Athalia, deren Vater er im Kriege gegen Damaskus und dessen Sohn Joram er gegen die Moabiter unterstützte. ‚
 
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Josef, in Österreich übliche Schreibweise für Meyers Joseph (s. d.).
 
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Josefīnos, s. Afrancesados.
 
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Josefstadt, 1) (tschech. Josefov) Stadt in Böhmen, Bezirksh. Königinhof, 266 m ü. M., an der Mündung der Mettau in die Elbe und an den Linien J.-Jaroměř-Liebau und Pardubitz-Seidenberg der Südnorddeutschen Verbindungsbahn gelegen, ehemalige Festung, Sitz des 9. Korpskommandos, hat eine Kirche, ein Rathaus, Kasernen, ein Artilleriezeugdepot, ein Garnisonspital, Bierbrauerei, Weberei und (1900) mit der Garnison (3630 Mann) 6127 Einw. (4260 Tschechen, 1586 Deutsche). Die 178187 an der Stelle des Dorfes Ples erbaute und zu Ehren Josephs II. benannte Festung wurde 1888 aufgelassen. 2) Vorstadt (8. Bezirk) von Meyers Wien (s. d.).
 
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Joseph (hebr., entweder »er nimmt hinweg«, nämlich die Schmach der Kinderlosigkeit von Rahel, nach 1. Mos. 30,23, oder »er vermehre« das Mutterglück), 1) vorletzter Sohn des Patriarchen Jakob von der Rahel, erregte als der Liebling seines Vaters den Neid und Haß seiner Brüder, die ihn an eine arabische Handelskarawane nach Ägypten verkauften, wo er als Sklave in den Dienst des Hofbeamten Poliphar kam. Von dessen Frau, deren Verführung er keusch widerstanden hatte, beschuldigt, schmachtete er jahrelang im Kerker, bis der Pharao Ägyptens, den Träume beunruhigten, von seinem Mundschenk, dem J. einst einen Traum trostvoll gedeutet hatte, von ihm und seiner Begabung, Träume auszulegen, erfuhr. Nachdem er die Träume des Königs von den sieben fetten und den sieben magern Kühen, den sieben vollen und den sieben dürren Ähren auf sieben fruchtbare und sieben unfruchtbare Jahre gedeutet und ihm weise Ratschläge erteilt hatte, ward er zum Minister erhoben. Als solcher machte er in den unfruchtbaren Jahren die bisher unabhängigen Ackerbesitzer zu Kronbauern, die dem König jährlich den Fünften als Erbzins abgeben mußten Nachdem J. seinen durch die Hungersnot nach Ägypten zum Korneinkauf getriebenen Brüdern verziehen, veranlaßte er sie, sich mit ihrem Vater in Ägypten niederzulassen, wozu er ihnen das Land Gosen einräumte. Josephs von der Assnat, einer Priesterstochter aus On (dem spätern Heliopolis), geborne Söhne hießen Ephraim und Manasse, denen Jakob gleiches Erbrecht mit seinen übrigen Söhnen einräumte und von denen sich demnach zwei mächtige, volkreiche Stämme Israels ableiten. Als Vorbild jugendlicher Reinheit sowohl als umsichtiger Klugheit und hohen Edelsinns, wie er sich seinen Brüdern gegenüber äußerte, bot die Gestalt Josephs poetische Motive für epische und dramatische Gestaltung, die vielfach verwertet wurden. Von den zahlreichen dramatischen Bearbeitungen aus dem 16. Jahrh. absehend, erinnern wir hier nur an Grimmelshausens sehr mäßigen Roman: »Des Vortrefflich Keuschen Josephs in Egypten Erbauliche Lebensbeschreibung« (1670), Zesens »Assenat« (Amsterd. 1670), eine sehr beachtenswerte Leistung, sowie an Bodmers »Keuschen J.« (1750) und Méhuls Oper (1807). Vgl. A. v. Weilen, Der ägyptische J. im Drama des 16. Jahrhunderts (Wien 1887).
   2) J. der Heilige, Gatte der Maria, der Mutter Jesu, daher sein Nähr- oder Pflegevater genannt. Nach den Evangelien war er ein Zimmermann, wird aber nach dem öffentlichen Auftreten Jesu nicht mehr erwähnt und scheint deshalb vorher gestorben zu sein. Die christliche Sage läßt ihn erst im hohen Greisenalter die Maria heiraten, um jeden Gedanken an eine natürliche Erzeugung Jesu fernzuhalten. Sein Gedächtnis wird in der römisch-katholischen Kirche 19. März, in der griechischen 26. Dezember gefeiert. Pius IX. erhob 8. Dez. 1870 den Tag meinem Fest erster Klasse und J. zum Schutzpatron der ganzen Kirche. Der Hebung seines Kultes widmet sich seit 1860 die »Erzbruderschaft vom heiligen J.« Seit 1875 wird der Kult auch durch eine vielgelesene Zeit schrift: »Sendbote des heiligen J.«, gefördert, und Leo XIII. hat ihn durch Rundschreiben vom 15. Aug. 1889 den Gläubigen aus Herz gelegt. Vgl. Jesus Christus, S. 247.
   3) J. von Arimathia (richtiger Arimathäa, d. h. Ramathem bei Lydda), Anhänger Jesu, dessen Leichnam er in einer Grabhöhle in seinem eignen Garten beisetzte. Nach biblischem Bericht war er Mitglied des Synedrions in Jerusalem, nach der Tradition einer der 70 Jünger und Apostel in England. Sein Tag: 17. März, bei den Griechen 31. Juli.
   4) J. Barsabas, mit dem Beinamen der Gerechte (justus), wurde samt Matthias an Stelle Judas Ischariots als Apostel vorgeschlagen, doch entschied das Los gegen ihn (Apostelg. 1,23). Schon im 2. Jahrh. berichtet die Legende, er sei zum Giftbecher verurteilt worden, habe ihn aber ohne Nachteil für seine Gesundheit getrunken.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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