Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Jorissen bis Josef (Bd. 6, Sp. 309 bis 310)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Jorissen, Theodor, niederländ. Historiker, geb. 23. Febr. 1833 in Utrecht, gest. 4. April 1889 in Amsterdam, war zuerst Gymnasiallehrer, seit 1865 Professor der Geschichte am Athenäum (später Universität) in Amsterdam. Seine hauptsächlichsten Schriften sind: »De omwenteling van 1813« (Groningen 186568, 2 Tle.); »Napoléon I et la roi de Hollande« (Haag 1868); »De ondergang van het koningrijk Holland« (Arnh. 1871, 2. Aufl. 1873); »Constantin Huygens« (das. 1871). Seine kleinern Arbeiten sind gesammelt als »Historische studienen schetsen« (2. Aufl., Haarl. 189394, 6 Tle.).
 
Artikelverweis 
Joristen, s. Meyers David Joriszoon.
 
Artikelverweis 
Jork, Landgemeinde und Hauptort des gleichnamigen Kreises im preuß. Regbez. Stade, unweit der Elbe in der Elbmarsch, hat eine evang. Kirche, Amtsgericht, Kreisobstbauschule und (1900) 1394 Einw. Der Kreis J. umfaßt das Alte Land, einen sehr fruchtbaren Marschdistrikt längs der Elbe zwischen Este und Schwinge, mit trefflicher Pferde- und Rindviehzucht, bedeutendem Obstbau, starker Obstausfuhr und Schiffahrt.
 
Artikelverweis 
Jormungand, in der nord. Mythologie die von Loki mit der Riesin Angrboda gezeugte Schlange (auch Midgardschlange genannt), wurde von den Asen in das Weltmeer geschleudert und wuchs darin zu so ungeheurer Größe. daß sie mit ihrem Leib die ganze Erde umspannt. Beim Weltuntergang steigt sie aus dem Abgrunde des Meeres hervor und kämpft gegen die Götter; Thor, der schon früher einen Kampf mit ihr bestand, als er sie in Hymirs Boot mit dem Angelhaken emporgezogen hatte, erschlägt sie zwar mit seinem Hammer, stirbt aber durch das Gift, mit dem er von ihr überschüttet wird.
 
Artikelverweis 
Jörmunrek, der mythisch umgestaltete König Ermanarich oder Meyers Ermrich (s. d.), schickte nach der nordischen Sage seinen Sohn Randwer zu Jonakr und Gudrun, um für ihn, den Vater, um Gudruns und Sigurds Tochter Meyers Swanhild (s. d.) zu freien. Randwers Begleiter aber, der boshafte Bikki, beredete ihn, das Mädchen für sich selbst statt für seinen Vater zu erbitten. Randwer ging hierauf ein, Bikki aber hinterbrachte es dem J., und dieser ließ nun seinen Sohn aufhängen und Swanhild durch seine Pferde zertreten. Um ihre Tochter Swanhild zu rächen, sandte Gudrun ihre Söhne Sorli und Hamdir zu J., die ihm Hände und Füße abschlugen. Sie wurden dafür von den Leuten Jormunreks gesteinigt.
 
Artikelverweis 
Jornandes, s. Jordanis.
 
Artikelverweis 
Joruba (Yoruba, Jarriba), Negerreich in Oberguinea (s. Karte bei Artikel »Guinea« und Karte »Togo«), in der britischen Kolonie Lagos, begrenzt im N. und O. von Nupe, im S. von Benin, im W. von Dahomé, 48,180 qkm mit ca. 3 Mill. Einw. Es ist eine schöne, parkähnliche Landschaft, im N. und NW. von 1000 m hohen Hügelreihen durchzogen, von denen die Flüsse Ogun mit Ojun und Ossun zur Lagos- und Jebulagune abfließen. Die Eingebornen zeichnen sich vor ihren Nachbarn durch guten Körperbau und hellere Hautfarbe aus. Sie sind meist noch Fetischanbeter; doch dringt von N. der Islam vor, während im S. englische protestantische Missionare auf elf Stationen wirken. Jeder Stamm hat ein besonders tätowiertes Abzeichen. Da das früher weit dichter bevölkerte Land von Sklavenjägern heimgesucht wurde, so scharten sich die Einwohner in großen befestigten Städten zusammen. Hauptbeschäftigung ist Ackerbau; Hauptfrüchte sind Mais und Yams, dann Hirse, Maniok, Bataten, Erbsen, Erdnüsse. Das Land gehört dem zeitigen Bebauer. Auch geschickte Töpfer, Schmiede, Gerber, Sattler, Weber und Färber sind die J., und die Portugiesen führten früher Baumwollenzeuge von hier aus nach Brasilien. Im Bau ihrer Häuser, deren Türen, Friese etc. sie mit reicher Bildhauerarbeit verzieren, zeichnen sie sich vor allen Völkern Afrikas aus. Die genannten Städte wurden mit der Zeit Mittelpunkte kleiner Reiche, deren Oberhäupter, Obba, in ihrer Macht durch einen Rat der Vornehmsten und in besondern Fällen durch die Volksversammlung beschränkt wurden. Dabei hatte jedes Volk seinen eignen Häuptling. Eine geheime Gesellschaft, die Aboni, zog dem Oberhäuptling noch engere Schranken. Hauptort ist Ojo mit 70,000, Haupthandelsplatz Ibadan mit 80,000 Einw., das durch eine 196 km lange Eisenbahn mit Lagos verbunden ist; Ogbomoscho, nordöstlich von Ojo, hat 60,000 Einw., alle drei sind Missionsstationen. Das früher weit größere, im NO. und O. bis zum Niger, im S. fast bis zum Meere reichende Land wurde in seinem Nordteil durch die Fulbe von Gando erobert und zerfiel dann in mehrere Herrschaften, von denen das jetzige J. und Abbeokuta die bedeutendsten sind. Lange Zeit in seinem Verkehr mit der Küste durch die Jebu bei Ode abgesperrt, ist das Land erst nach Unterwerfung derselben durch die Engländer im Mai 1892 völlig zugänglich geworden. Mit Nupe (Nuse) steht J. unter dem seit kurzem englandfreundlichen Gando, an das es Tribut zahlt. Die Sprache der J., dargestellt von Crowther (1852), Bowen (Washington 1858) und am ausführlichsten von Baudin (»Essai de grammaire«, Par. 1891; »Dictionnaire«, das. 1891, 2 Bde.), ist nach Fr. Müller nur mit den benachbarten Negersprachen verwandt, nach Lepsius schließt sie sich durch den Gebrauch von Nominalpräfixen u. a. zugleich an den großen südafrikanischen Bantusprachstamm an. Vgl. Rohlfs, Quer durch Afrika, Bd. 2 (Leipz. 1875); Lippert und Mischlich, Beiträge zur Geschichte der Haussastaaten (in den »Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen«, Bd. 6, Berl. 1903).
 
Artikelverweis 
Jorullo (spr. chorúlljo, Jurugo), Vulkan im mexikan. Staat Michoacan, unter 18°53' nördl. Br., in einer 760 m hohen fruchtbaren Ebene, zwischen dem Toluca und Colima, entstand 29. Sept. 1759, indem sich die Ebene weithin mit Hunderten von 23 m hohen Kegeln, von den Eingebornen Hornitos (Ofen) genannt, bedeckte, in deren Mitte ein Berg von Schlacken und Asche sich bis 517 m über die umgebende Landschaft erhob. A. v. Humboldt besuchte 1804 die Gegend und beschrieb den Vorgang nach noch lebenden Augenzeugen. Burkart fand 1828 die Hornitos fast ganz verschwunden, und die Gegend bedeckte sich schnell mit Zuckerrohr- und Indigofeldern. Jetzt erheben sich in von NO. nach SW. gehender Richtung fünf

[Bd. 6, Sp. 310]


Kraterhügel von 400--500 m Höhe, mit dem 1301 m hohen J. in der Mitte. Er besteht aus basaltischen Laven und Tuffen, Asche und Sand und steigt in Winkeln von 2834° zu einem spaltenförmigen, 110 m liefen Krater auf. Vgl. Felix u. Lenk, Beiträge zur Geologie der Republik Mexiko (1. Teil, Leipz. 1890).
 
Artikelverweis 
Josăphat (»Jehova richtet«), das vom Kidron durchflossene Tal zwischen dem Tempel- und dem Ölberg, östlich bei Jerusalem, wohin Juden, Christen und Mohammedaner das Weltgericht verlegen.
 
Artikelverweis 
Josaphat, König von Juda, Sohn Asas (914889, nach andrer Zeitrechnung 873848 v. Chr.). Wenig glücklich in seiner äußern Politik (denn seine mit Israel unternommenen Kriegszüge gegen Syrien und Moab blieben erfolglos wie seine Expedition nach Ophir), hat er die innere Entwickelung des Staates durch Pflege des Kultus sowie durch Hebung des nationalen Wohlstandes und der Rechtspflege gefördert. Mit Israel trat er in ein friedliches Verhältnis, vermählte seinen Sohn und Nachfolger Joram mit Athalia, deren Vater er im Kriege gegen Damaskus und dessen Sohn Joram er gegen die Moabiter unterstützte. ‚
 
Artikelverweis 
Josef, in Österreich übliche Schreibweise für Meyers Joseph (s. d.).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer