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Jörgensen bis Joruba (Bd. 6, Sp. 308 bis 309)
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Artikelverweis Jörgensen, 1) Adolf Ditlev, dän. Historiker, geb. 11. Juni 1840 in Gravenstein (Schleswig), gest. 5. Okt. 1897, war 1863 Gymnasiallehrer in Flensburg, ging 1864 nach Kopenhagen, wo er 1869 Assistent am Reichsarchiv, 1883 Geheimer Archivar, 1889 Chef der dänischen Archivverwaltung ward, um deren Reorganisation er sich, namentlich durch Errichtung von drei Provinzialarchiven, sehr verdient machte. In politischer Hinsicht einer der Führer der antideutschen Bewegung in Dänemark, schrieb er unter anderm die Broschüren: »Kong Kristian VIII. og den danske Sag i Nordslesvig« (1894) und »Die dänisch-deutsche Frage« (1900, auch englisch und französisch). Von seinen historischen Veröffentlichungen seien genannt: »Bidrag til Nordens Historie i Middelalderen« (Kopenh. 1871); »Det äldste Köbenhavn« (18721881, 3 Tle.); »Den nordiske Kirkes Grundläggelse og förste Udvikling« (187478, 2 Tle.); »Bidrag til Oplysning af Middelalderens Love og Samfunds forhold« (1876); »Valdemar Sejr« (1879); »Georg Zoega« (1881); »40 Fortällinger af Fädrelandets Historie« (illustr., 1882; 3. Aufl. 1892); »Udsigt over de danske Rigsarkivers Historie« (1884); »Niels Stensen« (1884); »Hans Adolf Brorson« (1887); »Regeringsskiftet 1784« (1888); »Johannes Ewald« (1888); »Fortällinger af Nordens Historie« (illustr., 189293, 2 Bde.; 2. Aufl. 190001); »Peter Schumacher Griffenfeld« (189394, 2 Bde.). Ferner bearbeitete er die Jahre 181452 in der illustrierten »Danmarks Riges Historie« (1896 bis 1898) und gab »Fru Heibergs Erindringer« (189192, 4 Bde.) heraus. 18981900 erschien eine Sammlung seiner »Historiske Afhandlinger« (4 Bde.), 1901 seine Selbstbiographie »En Redegörelse for min Udvikling og mit Forfatterskab«.
   2) Jens Johannes, dän. Dichter, geb. 6. Nov. 1866 in Svendborg (Fünen), studierte seit 1884 Zoologie, wandte sich aber bald der Journalistik und der Literatur zu. 1887 veröffentlichte er seine Gedichtsammlung »Vers«; es folgten: »Frühlingssagen« (1888); »Ein Fremdling« (1890); »Sommer« (1892); »Stimmungen« (1892); »Der Baum des Lebens« (»Livets Tra:«, 1893); »Heimweh« (1894). Diese kleinen Werke stehen alle unter dem Einfluß H. P. Jacobsens und der englischen Naturalisten. 189395 versuchte J. vergebens als Redakteur der Zeitschrift »Taarnet« (»Der Turm«) die dichterische Jugend unter dem Panier des französischen Symbolismus zu sammeln. Allmählich hatte er sich Beaudelaire, Verlaine, Poe genähert. Um dieselbe Zeit wurde er auf Reisen, in italienischen und deutschen Klöstern, für den Katholizismus gewonnen (»Das Reisebuch«, 1895, 2. Aufl. 1905; deutsch, Mainz 1898). Seitdem hat er in Werken, wie »Beuron« (1896), »Lebenslüge und Lebenswahrheit« (1896, 6. Aufl. 1899; deutsch, 2. Aufl., Mainz 1903), »Höllenfeinde« (1897) und in der Wochenschrift »Der Katholik« (seit Juli 1898), eine dogmatisch-katholische Überzeugung verfochten. Aus dieser Periode stammen noch zwei Gedichtsammlungen: »Bekendelse« (»Bekenntnis«, 1894) und »Digte« (1898), seine dichterischen Hauptwerke (Übersetzungen daraus in O. Hausers »Dänischer Lyrik von 18721902«, Leipz. 1904), die Romane »Der Jüngste Tag« (1897; deutsch, Mainz 1898), »Umkehr« (1899), »Unsere liebe Frau von Dänemark« (1900), »Eva« (1901; deutsch, Mainz 1903), »Ein Apostel« (1900), »Das heilige Feuer« (1902; deutsch, Mainz 1903) und die im Sinne seines französischen Lehrmeisters J. K. Huysmans verfaßten »Parabeln« (1898; deutsch, Mainz 1899); ferner »Römisches Mosaik« (1901), »Das römische Heiligenbild« (1902), »Das Pilgerbuch« (1903), »Gras« (1904) und »Digte«, eine Auswahl aus seinen Versbüchern (1904). Vgl. C. E. Jensen, Vore Dages Digtere (Kopenh. 1900) und Arno v. Walden, Johannes J., der Dichterphilosoph (Mainz 1904).
   3) Jörgen, dän. Abenteurer, s. Meyers Jürgensen.
 
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Jori, gewöhnlicheres, aus den stärksten Garnsorten hergestelltes Baumwollengewebe zur Bekleidung der ärmern Bevölkerung in Bombay.
 
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Jöripaß, s. San Jorio, Passo di.
 
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Joris, Pio, ital. Maler, geb. 8. Juni 1843 in Rom, besuchte von 185664 die St. Lukasakademie, vollendete seine Studien bei Vertunni und stellte 1866 das Gemälde: römisches Landmädchen, einem Hirten zu trinken reichend, aus. 1867 folgte die ländliche Szene: Gruß der Jungfrau Maria, 1868: eine Hochzeit in Palombara, eine hastige Mahlzeit, ein Konzert in Genazzano und der Sonntagsmorgen vor der Porta del Popolo in Rom. 1869 besuchte J. Venedig, Paris und München, 1870 reiste er zu Studienzwecken nach London und hielt sich 187172 in Spanien auf. 1873 führte er verschiedene Motive aus der Umgegend von Rom aus und sandte die Rückkehr vom Almosengang, wofür er eine Ehrenmedaille erhielt, zur Wiener Ausstellung. 1875 beschickte er den Pariser Salon mit dem Pfarrer als Antiquitätenhändler, 1876 mit der Heimkehr der Waisen und dem Aquarell:

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Taufe in Roma Priora. Die nationale Ausstellung in Neapel 1877 brachte: Nach dem Segen und Forio d'Ischia, die Pariser Weltausstellung von 1878: die Taufe in Ischia und die Via Flaminia. Von seinen übrigen Bildern sind noch zu nennen: Tempel des Antoninus und der Faustina, die Flucht des Papstes Eugen IV. (1883, in der Nationalgalerie zu Rom), Patrizierkind und Waisenkinder, ein Antiquitätenhändler des 18. Jahrh., der arme Soldat, die Odaliske, Dämmerung in der römischen Campagna, die Braut aus der Provinz Rom, vor der Lotterie, die Bänkelsänger und der Gründonnerstag in Rom. J. gehört der von Fortuny beeinflußten Richtung in der italienischen Malerei an.
 
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Jorissen, Theodor, niederländ. Historiker, geb. 23. Febr. 1833 in Utrecht, gest. 4. April 1889 in Amsterdam, war zuerst Gymnasiallehrer, seit 1865 Professor der Geschichte am Athenäum (später Universität) in Amsterdam. Seine hauptsächlichsten Schriften sind: »De omwenteling van 1813« (Groningen 186568, 2 Tle.); »Napoléon I et la roi de Hollande« (Haag 1868); »De ondergang van het koningrijk Holland« (Arnh. 1871, 2. Aufl. 1873); »Constantin Huygens« (das. 1871). Seine kleinern Arbeiten sind gesammelt als »Historische studienen schetsen« (2. Aufl., Haarl. 189394, 6 Tle.).
 
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Joristen, s. Meyers David Joriszoon.
 
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Jork, Landgemeinde und Hauptort des gleichnamigen Kreises im preuß. Regbez. Stade, unweit der Elbe in der Elbmarsch, hat eine evang. Kirche, Amtsgericht, Kreisobstbauschule und (1900) 1394 Einw. Der Kreis J. umfaßt das Alte Land, einen sehr fruchtbaren Marschdistrikt längs der Elbe zwischen Este und Schwinge, mit trefflicher Pferde- und Rindviehzucht, bedeutendem Obstbau, starker Obstausfuhr und Schiffahrt.
 
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Jormungand, in der nord. Mythologie die von Loki mit der Riesin Angrboda gezeugte Schlange (auch Midgardschlange genannt), wurde von den Asen in das Weltmeer geschleudert und wuchs darin zu so ungeheurer Größe. daß sie mit ihrem Leib die ganze Erde umspannt. Beim Weltuntergang steigt sie aus dem Abgrunde des Meeres hervor und kämpft gegen die Götter; Thor, der schon früher einen Kampf mit ihr bestand, als er sie in Hymirs Boot mit dem Angelhaken emporgezogen hatte, erschlägt sie zwar mit seinem Hammer, stirbt aber durch das Gift, mit dem er von ihr überschüttet wird.
 
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Jörmunrek, der mythisch umgestaltete König Ermanarich oder Meyers Ermrich (s. d.), schickte nach der nordischen Sage seinen Sohn Randwer zu Jonakr und Gudrun, um für ihn, den Vater, um Gudruns und Sigurds Tochter Meyers Swanhild (s. d.) zu freien. Randwers Begleiter aber, der boshafte Bikki, beredete ihn, das Mädchen für sich selbst statt für seinen Vater zu erbitten. Randwer ging hierauf ein, Bikki aber hinterbrachte es dem J., und dieser ließ nun seinen Sohn aufhängen und Swanhild durch seine Pferde zertreten. Um ihre Tochter Swanhild zu rächen, sandte Gudrun ihre Söhne Sorli und Hamdir zu J., die ihm Hände und Füße abschlugen. Sie wurden dafür von den Leuten Jormunreks gesteinigt.
 
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Jornandes, s. Jordanis.
 
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Joruba (Yoruba, Jarriba), Negerreich in Oberguinea (s. Karte bei Artikel »Guinea« und Karte »Togo«), in der britischen Kolonie Lagos, begrenzt im N. und O. von Nupe, im S. von Benin, im W. von Dahomé, 48,180 qkm mit ca. 3 Mill. Einw. Es ist eine schöne, parkähnliche Landschaft, im N. und NW. von 1000 m hohen Hügelreihen durchzogen, von denen die Flüsse Ogun mit Ojun und Ossun zur Lagos- und Jebulagune abfließen. Die Eingebornen zeichnen sich vor ihren Nachbarn durch guten Körperbau und hellere Hautfarbe aus. Sie sind meist noch Fetischanbeter; doch dringt von N. der Islam vor, während im S. englische protestantische Missionare auf elf Stationen wirken. Jeder Stamm hat ein besonders tätowiertes Abzeichen. Da das früher weit dichter bevölkerte Land von Sklavenjägern heimgesucht wurde, so scharten sich die Einwohner in großen befestigten Städten zusammen. Hauptbeschäftigung ist Ackerbau; Hauptfrüchte sind Mais und Yams, dann Hirse, Maniok, Bataten, Erbsen, Erdnüsse. Das Land gehört dem zeitigen Bebauer. Auch geschickte Töpfer, Schmiede, Gerber, Sattler, Weber und Färber sind die J., und die Portugiesen führten früher Baumwollenzeuge von hier aus nach Brasilien. Im Bau ihrer Häuser, deren Türen, Friese etc. sie mit reicher Bildhauerarbeit verzieren, zeichnen sie sich vor allen Völkern Afrikas aus. Die genannten Städte wurden mit der Zeit Mittelpunkte kleiner Reiche, deren Oberhäupter, Obba, in ihrer Macht durch einen Rat der Vornehmsten und in besondern Fällen durch die Volksversammlung beschränkt wurden. Dabei hatte jedes Volk seinen eignen Häuptling. Eine geheime Gesellschaft, die Aboni, zog dem Oberhäuptling noch engere Schranken. Hauptort ist Ojo mit 70,000, Haupthandelsplatz Ibadan mit 80,000 Einw., das durch eine 196 km lange Eisenbahn mit Lagos verbunden ist; Ogbomoscho, nordöstlich von Ojo, hat 60,000 Einw., alle drei sind Missionsstationen. Das früher weit größere, im NO. und O. bis zum Niger, im S. fast bis zum Meere reichende Land wurde in seinem Nordteil durch die Fulbe von Gando erobert und zerfiel dann in mehrere Herrschaften, von denen das jetzige J. und Abbeokuta die bedeutendsten sind. Lange Zeit in seinem Verkehr mit der Küste durch die Jebu bei Ode abgesperrt, ist das Land erst nach Unterwerfung derselben durch die Engländer im Mai 1892 völlig zugänglich geworden. Mit Nupe (Nuse) steht J. unter dem seit kurzem englandfreundlichen Gando, an das es Tribut zahlt. Die Sprache der J., dargestellt von Crowther (1852), Bowen (Washington 1858) und am ausführlichsten von Baudin (»Essai de grammaire«, Par. 1891; »Dictionnaire«, das. 1891, 2 Bde.), ist nach Fr. Müller nur mit den benachbarten Negersprachen verwandt, nach Lepsius schließt sie sich durch den Gebrauch von Nominalpräfixen u. a. zugleich an den großen südafrikanischen Bantusprachstamm an. Vgl. Rohlfs, Quer durch Afrika, Bd. 2 (Leipz. 1875); Lippert und Mischlich, Beiträge zur Geschichte der Haussastaaten (in den »Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen«, Bd. 6, Berl. 1903).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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