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Jordānis bis Jori (Bd. 6, Sp. 307 bis 308)
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Artikelverweis Jordānis (got. Jornandes, »eberkühn«), Geschichtschreiber des 6. Jahrh., geb. um 500, alanischer Abkunft, aber aus einem den Amalern verschwägerten Geschlecht, war Notar am ostgotischen Hof in Italien, trat zum Katholizismus und in den geistlichen Stand über und war zuletzt wahrscheinlich Bischof von Kroton. Sein erstes Werk: »De origine actibusque Getarum« (d. h. der Goten), ist ein aus der Erinnerung niedergeschriebener Auszug aus Cassiodorus (s. d.) mit Zusätzen aus Marcellinus Comes und eigner Kenntnis der alten Überlieferungen. Es ist 551 in Konstantinopel oder Chalcedon abgefaßt, wohin J. den Papst Vigilius 547 begleitet hatte. Obwohl sich selbst zu den Goten zählend, war J. eifriger Katholik und Verehrer des römischen Weltreichs und deshalb mit dem Kampf seines Volkes unter Totilas gegen die Römer nicht einverstanden; er sah allein in dessen friedlicher Einfügung in das Weltreich unter den Nachkommen Theoderichs sein Heil. Das zweite Werk: »De breviatione chronicorum« oder »De regnorum successione«, ebenfalls 551 abgefaßt und dem Vigilius gewidmet, eine ungeschickte Kompilation über die Weltgeschichte von Erschaffung der Welt bis 552 n. Chr., ist ohne Wert, während die Geschichte der Goten, da Cassiodors' Schrift verloren ist, eine wichtige Quelle darstellt. Neuere Ausgaben besorgten C. A. Cloß (3. Aufl., Reutling. 1888), Holder (Freib. i. Br. 1882) und Mommsen in den »Monumenta Germaniae historica: Auct. am.«, Bd. 5; eine Übersetzung der »Gotengeschichte« Martens (Leipz. 1884). Vgl. Sybel, De fontibus libri Jordanis de origine actuque Getarum (Berl. 1838); Jak. Grimm, in den »Kleinen Schriften«, Bd. 3 (das. 1866); Stahlberg, Jornandes (Mülheim a. Rh. 1854).
 
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Jordanīt, Mineral, ein Arsensulfosalz von Blei 4PS. As2S3, findet sich in eisenschwarzen, tafelförmigen, hexagonal aussehenden, in Wirklichkeit monoklinen Kristallen im Dolomit des Binnentals in der Schweiz und zu Nagy-Ag in Siebenbürgen.
 
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Jordanow-Paß, Paß in den Westkarpathen, südöstlich von der Babia Gura, wird in einer Höhe von 805 m von der aus dem Komitat Árva zur Raba und nach Saybusch und Krakau in Galizien führenden Straße überschritten.
 
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Jordansbad, s. Meyers Amorbach.
 
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Jordansfest, s. Meyers Wasserweihe.
 
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Jördens, Karl Heinrich, Literarhistoriker, geb. 24. April 1757 zu Fienstädt im Mansfeldischen, gest. 6. Dez. 1835, studierte in Halle Theologie und Philologie, wurde 1778 Lehrer in Berlin, wo er mehrere griechische und römische Klassiker herausgab, 1792 Inspektor in Bunzlau und 1796 Rektor des Lyzeums in Lauban. 1825 trat er in den Ruhestand. Sein »Lexikon deutscher Dichter und Prosaisten« (Leipz. 180611, 6 Bde.) ist in bezug auf die bibliographischen Notizen schätzbar.
 
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Joret (spr. schorä), Charles, franz. Philolog und Literarhistoriker, geb. 14. Okt. 1829 in Formigny (Calvados), begann seine Studien auf der Sorbonne und setzte sie in Heidelberg und Bonn fort, indem er sich besonders mit deutscher Literatur und Sprachkunde beschäftigte. Er lehrte als Professor der ausländischen Literaturen in Aix von 187599 und trat hierauf vom Amt zurück. Er veröffentlichte das Werk: »Herder et la renaissance littéraireen Allemagne an XVIII. siècle« (1875) und behandelte ferner die Mundarten der Normandie (»Essai sur le patois du Bessin«, 1881; »Des caractères et de l'extension du patois normand«, 1883; »Mélanges de phonétique normande«, 1884) und schrieb: »Du C dans les langues romanes« (1874); »Jean Baptiste Tavernier« (1886); »Flore populaire de la Normandie« (1887); »Les plantes dans l'antiquité et an moyen-âge« (1897), dem »La rose, etc.« (1892) vorausgegangen war, u. a.
 
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Jörg, 1) Johann Christian Gottfried, Mediziner, geb. 24. Dez. 1779 in Predel bei Zeitz, gest. 20. Sept. 1856 in Leipzig, studierte in Leipzig, habilitierte sich 1805 daselbst als Privatdozent und wurde 1810 Professor der Geburtshilfe und Direktor der Entbindungsanstalt. Einer der namhaftesten Geburtshelfer des 19. Jahrh., suchte er die unnützen Eingriffe bei gesundheitsgemäßen Geburten zu beseitigen und der Naturtätigkeit im Geburtsakt ihr Recht zu wahren. Von ihm ging die von Ritgen weiter ausgebildete Idee einer neuen Methode des Kaiserschnittes, der sogen. Bauchscheidenschnitt, aus (1806). In der Orthopädie führte er mildere Methoden ein. Er schrieb: »Über die Klumpfüße« (Marb. 1806); »Über die Verkrümmungen des menschlichen Körpers« (Leipz. 1816); »Lehrbuch der Hebammenkunst« (das. 1814, 5. Aufl. 1855); »Handbuch der Geburtshilfe« (das. 1807, 3. Aufl. 1833); »Handbuch der Krankheiten des Weibes« (das. 1809, 3. Aufl. 1831); »Handbuch zum Erkennen and Heilen der Kinderkrankheiten« (das. 1826, 2. Aufl. 1836); »Die Zurechnungsfähigkeit der Schwangern und Gebärenden« (das. 1837); »Die Geburt als gesundheitsgemäßer Entwickelungsakt« (das. 1854).
   2) Joseph Edmund, ultramontaner Politiker, geb. 23. Dez. 1819 in Immenstadt, gest. 18. Nov. 1901 in Landshut, studierte Theologie und Geschichte, trat 1852 in den Archivdienst, ward 1866 Vorstand des königlichen Archivs auf Schloß Trausnitz bei Landshut und schrieb: »Deutschland in der Revolutionsperiode von 15221526« (Freiburg 1851), eine quellenmäßige Geschichte des großen Bauernkriegs. Seit 1852 nach Görres' Tode Redakteur der ultramontanen »Historisch-politischen Blätter« und dadurch mehr der Zeitgeschichte zugewandt, schrieb er eine »Geschichte des Protestantismus in seiner neuesten Entwickelung« (Freib. i. Br. 1857, 2 Bde.), »Die neue Ära in Preußen« (das. 1860) und eine »Geschichte der sozialpolitischen Parteien in Deutschland« (das. 1867). Seit 1865 Mitglied des bayrischen Landtags, 1867 des Zollparlaments, trat er als Führer der »Patriotenpartei« (bis 1881) im Januar 1870 als Referent der ultramontanen Majorität des Landtags in der Debatte über die von ihm verfaßte, Hohenlohes Sturz bezweckende Adresse hervor. Im Juli 1870 verlangte er als Referent bewaffnete Neutralität Bayerns, im Januar 1871 Ablehnung der Verträge mit dem Norddeutschen Bund und des Anschlusses an das Deutsche Reich. Als Reichstagsabgeordneter (1871 bis 1878) machte er sich 4. Dez. 187ck durch seine

[Bd. 6, Sp. 308]


bissige Rede gegen Bismarcks auswärtige Politik bemerklich. Eine von J. verfaßte Adresse der Kammer an den König, die Entlassung des Ministeriums, besonders des verhaßten Lutz, forderte, wies der König schroff zurück. J. nahm nun eine versöhnliche Haltung ein, ward deswegen von den Extremen seiner eignen Partei heftig angegriffen und zog sich unter entschiedener Verurteilung der Politik seiner Parteigenossen im Landtag 1880 ganz vom politischen Leben zurück.
 
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Jorga, Nicolaus, rumän. Historiker, geb. 17. Juni 1871 in Botoşanĭ, studierte in Jassy, Paris und Berlin, erwarb 1893 in Leipzig den philosophischen Doktorgrad und ist seit 1894 Professor der Weltgeschichte an der Bukarester Universität. Er veröffentlichte: »Akten und Fragmente zur Geschichte der Rumänen« (Bukarest 189597, 3 Bde.); »Philippe de Mézières et la croisade an XIV. siècle« (Par. 1896); Bd. 1012 der Quellensammlung »Documente Hurmuzaki« (Bukar. 18971903); »Geschichtliche Studien über die Städte Chilia und Cetatea-Albă« (das. 1899); »Notes et extraits pour servir à l'histoire des croisades« (Par. 18994902, 3 Bde.); »Studien und Urkunden zur Geschichte der Rumänen« (Bukar. 1901 ff., bisher 7 Bde.); »Dörfer und Dorfpriester des rumänischen Siebenbürgen« (das. 1902); »Geschichte der Rumänen« (deutsch, Gotha 1905, 2 Bde.). Außerdem betätigte er sich auch auf literarischem und literarhistorischem Gebiete; so verfaßte er (in rumänischer Sprache): »Skizzen aus der rumänischen Literatur« (Jassy 189394, 2 Bde.); »Erinnerungen aus Italien« (Bukar. 1895); »Geschichte der rumänischen Literatur des 18. Jahrhunderts« (das. 1901, 3 Bde.); »Wahre Worte« (das. 1903); »Wege und Städte Rumäniens« (das. 1904). Politischen Inhalts sind seine Schriften: »La vie intellectuelle des Roumains en 1899« (Bukar. 1899); »Opinions pernicieuses d'un mauvais patriote« (das. 1900); »Scènes et histoires du passé roumain, un procès de dénationalisation« (das. 1902).
 
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Jörgensen, 1) Adolf Ditlev, dän. Historiker, geb. 11. Juni 1840 in Gravenstein (Schleswig), gest. 5. Okt. 1897, war 1863 Gymnasiallehrer in Flensburg, ging 1864 nach Kopenhagen, wo er 1869 Assistent am Reichsarchiv, 1883 Geheimer Archivar, 1889 Chef der dänischen Archivverwaltung ward, um deren Reorganisation er sich, namentlich durch Errichtung von drei Provinzialarchiven, sehr verdient machte. In politischer Hinsicht einer der Führer der antideutschen Bewegung in Dänemark, schrieb er unter anderm die Broschüren: »Kong Kristian VIII. og den danske Sag i Nordslesvig« (1894) und »Die dänisch-deutsche Frage« (1900, auch englisch und französisch). Von seinen historischen Veröffentlichungen seien genannt: »Bidrag til Nordens Historie i Middelalderen« (Kopenh. 1871); »Det äldste Köbenhavn« (18721881, 3 Tle.); »Den nordiske Kirkes Grundläggelse og förste Udvikling« (187478, 2 Tle.); »Bidrag til Oplysning af Middelalderens Love og Samfunds forhold« (1876); »Valdemar Sejr« (1879); »Georg Zoega« (1881); »40 Fortällinger af Fädrelandets Historie« (illustr., 1882; 3. Aufl. 1892); »Udsigt over de danske Rigsarkivers Historie« (1884); »Niels Stensen« (1884); »Hans Adolf Brorson« (1887); »Regeringsskiftet 1784« (1888); »Johannes Ewald« (1888); »Fortällinger af Nordens Historie« (illustr., 189293, 2 Bde.; 2. Aufl. 190001); »Peter Schumacher Griffenfeld« (189394, 2 Bde.). Ferner bearbeitete er die Jahre 181452 in der illustrierten »Danmarks Riges Historie« (1896 bis 1898) und gab »Fru Heibergs Erindringer« (189192, 4 Bde.) heraus. 18981900 erschien eine Sammlung seiner »Historiske Afhandlinger« (4 Bde.), 1901 seine Selbstbiographie »En Redegörelse for min Udvikling og mit Forfatterskab«.
   2) Jens Johannes, dän. Dichter, geb. 6. Nov. 1866 in Svendborg (Fünen), studierte seit 1884 Zoologie, wandte sich aber bald der Journalistik und der Literatur zu. 1887 veröffentlichte er seine Gedichtsammlung »Vers«; es folgten: »Frühlingssagen« (1888); »Ein Fremdling« (1890); »Sommer« (1892); »Stimmungen« (1892); »Der Baum des Lebens« (»Livets Tra:«, 1893); »Heimweh« (1894). Diese kleinen Werke stehen alle unter dem Einfluß H. P. Jacobsens und der englischen Naturalisten. 189395 versuchte J. vergebens als Redakteur der Zeitschrift »Taarnet« (»Der Turm«) die dichterische Jugend unter dem Panier des französischen Symbolismus zu sammeln. Allmählich hatte er sich Beaudelaire, Verlaine, Poe genähert. Um dieselbe Zeit wurde er auf Reisen, in italienischen und deutschen Klöstern, für den Katholizismus gewonnen (»Das Reisebuch«, 1895, 2. Aufl. 1905; deutsch, Mainz 1898). Seitdem hat er in Werken, wie »Beuron« (1896), »Lebenslüge und Lebenswahrheit« (1896, 6. Aufl. 1899; deutsch, 2. Aufl., Mainz 1903), »Höllenfeinde« (1897) und in der Wochenschrift »Der Katholik« (seit Juli 1898), eine dogmatisch-katholische Überzeugung verfochten. Aus dieser Periode stammen noch zwei Gedichtsammlungen: »Bekendelse« (»Bekenntnis«, 1894) und »Digte« (1898), seine dichterischen Hauptwerke (Übersetzungen daraus in O. Hausers »Dänischer Lyrik von 18721902«, Leipz. 1904), die Romane »Der Jüngste Tag« (1897; deutsch, Mainz 1898), »Umkehr« (1899), »Unsere liebe Frau von Dänemark« (1900), »Eva« (1901; deutsch, Mainz 1903), »Ein Apostel« (1900), »Das heilige Feuer« (1902; deutsch, Mainz 1903) und die im Sinne seines französischen Lehrmeisters J. K. Huysmans verfaßten »Parabeln« (1898; deutsch, Mainz 1899); ferner »Römisches Mosaik« (1901), »Das römische Heiligenbild« (1902), »Das Pilgerbuch« (1903), »Gras« (1904) und »Digte«, eine Auswahl aus seinen Versbüchern (1904). Vgl. C. E. Jensen, Vore Dages Digtere (Kopenh. 1900) und Arno v. Walden, Johannes J., der Dichterphilosoph (Mainz 1904).
   3) Jörgen, dän. Abenteurer, s. Meyers Jürgensen.
 
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Jori, gewöhnlicheres, aus den stärksten Garnsorten hergestelltes Baumwollengewebe zur Bekleidung der ärmern Bevölkerung in Bombay.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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