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Jönköping bis Joos (Bd. 6, Sp. 302 bis 303)
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Artikelverweis Jönköping (spr. jöntjöpīng), Län im Innern des südlichen Schweden, grenzt im N. an Skaraborglän und Ostgotland, im O. an letzteres und Kalmar, im S. an Kronoberg, im W. an Halland und Elfsborgslän und umfaßt den nördlichen höhern Teil der Landschaft Småland mit einem Areal von 11,574,6 qkm (210,2 QM.) und (Ende 1900) 203,036 Einw. (17 auf 1 qkm). Das Län zerfällt in neun Gerichtsbezirke.
 
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Jönköping (spr. jöntjöping), Hauptstadt des gleichnamigen schwed. Läns (s. oben), liegt in reizender Gegend am Südende des Wettersees, an der Staatsbahnlinie Falköping-Malmö und der Eisenbahn J.-Vireda, hat einen Hafen, ein Gymnasium, Handel (Ausfuhr von Pappe, Papier, Gußwaren, Holzmasse, Zündhölzern), Binnenschiffahrt (angekommen 1899: 2911 Schiffe von 172,540 Ton.), Zündhölzer- (»Säkerhets Tändstickor«), Papier-, Tapeten- und Tabakfabrikation und (1903) 23,152 Einw. J. ist Sitz des höchsten Gerichtshofs von Gotland (Götaland) sowie eines deutschen Vizekonsuls. Schon im Mittelalter ein bedeutender Ort, 1612 nach einem verheerenden Brand an seine jetzige Stelle verlegt, war J. Sitz mehrerer Reichstage. Hier 10. Dez. 1809 Friede zwischen Dänemark und Schweden.
 
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Jonnart (spr. schonnár), Charles, franz. Kolonialpolitiker, geb. 27. Dez. 1857 in Fléchin (Pas-de-Calais), wurde Kabinettschef des Generalgouverneurs von Algerien, 1884 Direktor der algerischen Angelegenheiten im Ministerium des Innern und 1889 Mitglied der Abgeordnetenkammer. Vom 3. Dez. 1893 bis 22. Mai 1894 war er Minister des Innern im Kabinett Casimir-Périer. Im Oktober 1900 zum Generalgouverneur von Algerien ernannt, nahm er das Amt nur vorläufig an und legte es 1902 nieder, um sich von neuem in die Deputiertenkammer wählen zu lassen. Doch schon Mitte April 1903 akzeptierte er nach Révoils Demission den wegen der marokkanischen Frage verantwortungsreich gewordenen Posten von neuem. Am 31. Mai 1903 wurde er vor der Oase Meyers Figig (s. d.) von Grenzmarokkanern überfallen und ließ dafür acht Tage später den Hauptort Snaga zusammenschießen.
 
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Jonquille (franz., spr. schonkīj'), gelbe Narzissenart, s. Meyers Narcissus. Daher Jonquillenfarbe, hochgelbe, ins Grünliche spielende Farbe.
 
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Jons., bei Tiernamen Abkürzung für Thomas Rymer Jones (spr. dschonns), engl. Zoolog u. Anatom.
 
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Jonson (spr. dschonnß'n), Ben (eigentlich Benjamin), engl. Dramatiker, geb. um 1573 in Westminster in London als posthumer Sohn eines schottischen Geistlichen, gest. 6. Aug. 1637, wurde zwar in eine gelehrte Schule gebracht und errang den Ruhm eines gelehrten Mannes, konnte aber wegen Armut keinen akademischen Grad erlangen. Eine Zeitlang half er seinem Stiefvater, der Bauführer war, wurde Soldat und zu den englischen Hilfstruppen nach Flandern geschickt, kehrte 1592 zurück und erscheint 1597 als Schauspieler und Dramenschreiber bei der Admiralstruppe. Im Gefängnis wegen Tötung eines Gegners im Duell trat er 1598 zum Katholizismus über, den er aber nach 12 Jahren wieder aufgab. Sein erstes Stück: »Every man in his humour« (1598), soll durch Shakespeares Einfluß zur Ausführung gekommen sein; sicher spielte Shakespeare darin eine Rolle. Hier ist bereits die Ben J. eigentümliche Gattung des bürgerlichen Lustspiels, im Gegensatz zu der romantischen Art Shakespeares, voll ausgeprägt. Die Charaktere sind Typen und die Schilderung ihrer Sitten ist die Hauptsache; von einer Fabel ist kaum zu sprechen. In der ersten Fassung (neugedruckt im Shakespeare-Jahrbuch 1902) spielte das Stück noch in Venedig, in der zweiten wurde es

[Bd. 6, Sp. 303]


konsequenterweise nach London versetzt, wo die »Originale«, wie man »humours« am ehesten übersetzen kann, alle zu Hause sind: der prahlerische Hauptmann Bobadill, der eifersüchtige Wucherer Kitely, der witzige Wasserträger Bob etc. Ähnlich sind seine weitern Lustspiele: »Every man out of his humour« (1599), »Cynthia's revels« (1600), wobei Elisabeth als die Mondgöttin Cynthia verherrlicht, ihre Umgebung aber desto freier satirisiert wird; »The poetaster« (1601), wo sich die Sittenschilderung zur literarischen Satire umgestaltet; »Volpone, or the fox« (1605), wo J. zu einer klaren Fabel zurückkehrt und einen Geizhalz darstellt, der seine vermeintlichen Erben ausplündert mit Hilfe eines schlauen Dieners, bis die ganze Gesellschaft vor Gericht kommt, u. a. Eine Wendung zum historischen Trauerspiel machte J. 1605 in »Sejanus«, besser der »Triumph des Tiberius« zu nennen, und in »Catilina«, gespielt 1611; seine Kraft und auch seine Grobkörnigkeit wird hier, wo er mit Shakespeares »Julius Cäsar« wetteiferte, besonders fühlbar. Mit besonderm Geschick pflegte J. die aus Italien ge borgte Gattung der Masken, d. h. des höfischen Festspiels mit glänzenden Aufzügen, lyrischen Einlagen und Musik; so in »The masque of blackness«, aufgeführt 1605 von der Königin und den Hofdamen. Von seinen spätern Stücken sind hervorzuheben: »The alchemist« (1610; große Neuausgabe von Ch. Hathaway, New York 1903), worin J. an Kaiser Rudolf II. dachte und seine Parasiten geißelte; »Bartholomew fair« (1614), ein Volksstück mit behaglicher Schilderung der Lustbarkeiten beim Jahrmarkt von Smithfield, denen der fanatische Puritaner »Rabbi Landes-Eifer« den Untergang geschworen hat, endlich d. is Fragment »The sad shepherd« (geschrieben gegen 1637), ein Pastoraldrama nach italienischem Muster, zugleich mit Liebesszene aus den »Robin Hood-Balladen« und mit resignierter Vorahnung des Ruins, der bald durch die Puritaner über das englische Theater hereinbrach. Seine Verdienste und auch seine maßlosen Schmeicheleien gegen den Hof wurden belohnt, indem ihn Jakob I. zum Hofdichter erhob und Karl I. ihm den Gehalt auf 100 Pfd. Sterl. erhöhte. Dennoch starb er in dürftigen Verhältnissen. Sein Grabstein in Westminster Abbey trägt die Inschrift: »O rare Ben J.« Über sein Wesen und Denken unterrichten uns am besten seine Gespräche mit dem schottischen Dichter Drummond von Hawthornden, den er 161819 besuchte, und seine Prosaschrift »Timber« (1641; Neudruck von F. E. Schelling, Boston 1892). Eine Sammelausgabe seiner Werke unternahm er selbst 1616 (163041, 2 Bde.; 2. Ausg. 1692). Vollständiger ist die von W. Gifford (Lond. 1816, 9 Bde., mit Anmerkungen und Biographie; neueste Ausg. 1875, 9 Bde.), auf der die Ausgaben von Cornwall (das. 1838, neue Aufl. 1853) und Cunningham (1875, 3 Bde.) fußen. Vgl. Graf Baudissin, Ben J. und seine Schule (Leipz. 1836, 2 Bde., mit der Übersetzung einiger Stücke); Mézières, Contemporains et successeurs de Shakespeare (2. Ausg., Par. 1864), worin besonders die kulturhistorische Zeit berücksichtigt ist; Symonds, Ben J. (Lond. 1886); Swinburne, A study of Ben J (das. 1889); E. Köppel, Quellenstudien zu den Dramen Ben Jonsons etc. (Erlang. 1895).
 
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Jonsson, Olof, schwed. Politiker, geb. 17. Nov. 1839 zu Hof im Kirchspiel Arbrå (Helsingland), 1878 bis 1896 und 18991902 Mitglied der Zweiten Reichstagskammer, schloß sich hier der Landmannpartei an und ward, als diese sich 1888 wegen der Schutzzollfrage in zwei Teile spaltete, Führer der freihändlerischen »Alten« Landmannpartei, machte aber 1895 seinen Frieden mit der Regierung und erwarb sich um die Wiedervereinigung der beiden getrennten Flügel zu einer streng nationalen, wirtschaftlich und unionspolitisch gemäßigten Partei große Verdienste. Seil den 1890er Jahren war er häufig Bevollmächtigter im schwedischen Reichsbankdirektorium, 189598 auch Mitglied der schwedisch-norwegischen Kommission zur Ausarbeitung von Vorschlägen zur Revision der bestehenden Unionsverfassung. Seit 1903 ist er Mitglied der Ersten Kammer.
 
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Jonsson, Finnur, gelehrter Skandinavist, geb. 29. Mai 1858 zu Akureyri im nördlichen Island, studierte in Kopenhagen, wo besonders Gislason, Wimmer und Gertz ihn nachhaltig anregten, und habilitierte sich daselbst 1884 für nordische Philologie mit der Schrift »Kritiske studier overen del af de ældste norske og islandske skjaldekvad«, in der er sich bereits als ein scharfsinniger Textkritiker erwies. 1887 ward er zum besoldeten Dozenten, 1898 zum außerordentlichen Professor befördert. Sein Hauptwerk ist die treffliche »Geschichte der altnordischen Literatur« (»Den oldnorske og oldislanske litteraturs historie«, Kopenh. 18941902, 3 Bde.); außerdem verdanken wir ihm zahlreiche, mit musterhafter Sorgfalt bearbeitete Ausgaben altnordischer Schriftwerke: »Reykdœla« und »Valla-Ljóts saga« (das. 1881); »Svarfdœla saga« (das. 1883); »Íslendingabók« (das. 1887); »Egils saga« (das. 1888 u. Halle 1894); »Eddalieder« (Halle 188890); »Heimskringla« (Kopenh. 18931901, 4 Bde); »Hauksbók« (im Verein mit Eiríkur Jónsson, das. 189296); »Fernir fornislanskir rímnaflokkar« (das. 1896); »Landnámabók« (das. 1900); »Snorra Edda« (das. 1900); »Gísla saga« (Halle 1903). Er vollendete auch die große Arnamagnäische Ausgabe der prosaischen Edda (3. Bd., Kopenh. 1887), nachdem er bereits in Verbindung mit Verner Dahlerup die erste und zweite grammatische Abhandlung dieses Buches veröffentlicht hatte (1886). Mit Wimmer verband er sich zur Besorgung der ausgezeichneten Faksimileausgabe des Codex regius der Lieder-Edda (1891), während er die in gleicher Weise ausgeführte Ausgabe der eddischen Bruchstücke des Codex Arnam. 748,4°, allein veranstaltete (1896). Ferner schrieb er einen Abriß der isländischen Metrik (»Stutt íslenzk bragfrædi«, 1892) und eine Grammatik der altnordischen Dichtersprache (»Det norsk-islandske skjaldesprog omtr. 8001300«, 1901), gab aus dem Nachlasse seines Lehrers Konrad Gislason eine Auswahl altnordischer Skaldenlieder mit gelehrten Anmerkungen heraus (1892) und lieferte in verschiedenen Fachzeitschriften eine stattliche Reihe wertvoller Abhandlungen literargeschichtlichen, textkritischen und metrischen Inhalts.
 
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Jonvalturbine (spr. schongwall-), s. Meyers Wasserrad.
 
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Jonzac (spr. schongsack), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Niedercharente, an der Seugne und der Staatsbahnlinie Nantes-Bordeaux, hat eine Kirche mit romanischer Fassade, Reste eines Schlosses (15. Jahrh.), eine Ackerbaukammer, Branntweinbrennerei, Handel mit Branntwein, Vieh, Geflügel und (1901) 2528 Einw.
 
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Joos, Markt in Ungarn, s. Meyers Jászó.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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